
Was ist ein Top oder Flop Review?
In diesem Format wollen wir möglichst kurz und knapp verraten, ob ein Spiel spielenswert ist oder nicht. Dabei erzählen wir nur kurz, worum es geht und zählen dann stichpunktartig die Top 3 und Flop 3 auf. Also kein langer Fließtext, sondern das Wesentliche auf Weg zu einer Bewertung Top oder Flop? Dieses Format gibt es als Text und/oder Video. Viel Spaß!
Worum geht es?

Final Fantasy VII hat eine bewegte Geschichte im Nintendo Kontext, obwohl das Original ausschließlich für Sonys PlayStation erschien. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich unser “Was wäre wenn Final Fantasy VII exklusiv auf dem Nintendo 64 erschienen wäre?”. Zum Glück ist die Situation heute eine andere. SquareEnix scheint die neue Devise ausgerufen zu haben, dass all ihre Blockbuster Games auf möglichst vielen Plattformen erscheinen sollen. Für die Neuauflage von Final Fantasy VII wurde entschieden, die epische Story in drei Teile aufzuteilen. Der erste Part erschien zunächst im April 2020 exklusiv für die PlayStation 4. Seit Januar 2026 ist das Spiel nun auch u.a. für die Nintendo Switch 2 erhältlich. Part 2 mit dem Namen Rebirth folgt dann im Juni und voraussichtlich kommt der Abschluss dann zeitgleich für alle Systeme in 2027. So viel zum Kontext, aber worum geht es?
Die Story von Final Fantasy VII klingt wie ein modernes Spiegelbild unserer aktuellen Weltlage. Ein großer Konzern namens Shinra, der die Welt aus kapitalistischen und machtpolitischen Gründen ausbeutet. Teils korrupte Politiker, die sich im Machtsog des Großkonzerns wohlfühlen und die Rahmenbedingungen schaffen, damit ein solches Konstrukt überhaupt existieren kann. Und eine gespaltene Bevölkerung: die Menschen, die von dem Konzern profitieren, diejenigen, die einfach unbefangen, fast schon gleichgültig ihr Leben leben und dann gibt es die Personen, die die Machenschaften durchschauen und für eine bessere oder zumindest andere Zukunft einstehen. Zu letzteren Gruppe gehört Avalanche. Ein Zusammenschluss von Widerständlern, die Shinra und der korrupten Politik den Kampf angesagt haben. Zu Avalanche gehören auch die Protagonisten des Spiels wie Tifa oder Barret und eben auch Aerith, die wahrscheinlich letzte Überlebende des alten Volks, die mit bestimmten Fähigkeiten gesegnet ist, was sie natürlich für Shinra so interessant macht. Anfangs nur als Söldner angeheuert, dann aber zunehmend für die Sache von Avalanche einstehend, ist Cloud Strife, der Held des Spiels, dessen Kontrolle ihr zumeist übernehmt.

Während die allermeisten modernen Rollenspiele zumindest in Teilen einen Open-World-Ansatz mit vielen Freiheiten bieten, ist Final Fantasy VII Remake Integrade erstaunlich linear und fast schon wohltuend geradlinig aufgebaut. In den allermeisten Fällen werdet ihr von der Hauptstory in einem stetigen Tempo durch die begrenzten Areale geführt, ein besonderes Ereignis folgt dem nächsten, erzählt von unzähligen, toll inszenierten Videosequenzen. Genau hier liegt auch die große Stärke des Spiels. Die tolle Inszenierung führt zu einer wirksamen Immersion, man will stets wissen, wie die Geschichte weitergeht. Und auch wenn die Fronten klar sind, ist die Moral dahinter und sind die Implikationen des Handelns von Avanlanche alles andere als trivial, was ebenfalls schön herausgearbeitet wird.
Das Gameplay kommt allerdings ohne große Überraschungen daher: Ihr steuert zumeist Cloud Strife durch die Areale. Je nach Punkt in der Story oder je nach Situation gesellen sich weitere Personen zu deiner Party oder du übernimmst mal selbst für wenige Minuten die Kontrolle deiner Mitstreiter. Gegner sind vorab zu sehen und können dann je nach gewählten Modus in Echtzeit attackiert werden. Zu den Standardattacken kommen Spezialattacken hinzu. Außerdem können alle auch Magie einsetzen. Welche das ist, hängt von den hinzugefügten Marteria ab. Das sind kleine magische Kugel mit unterschiedlichsten Ausprägungen, die ihr in der Welt findet oder käuflich erwirbt und die ihr an eure Waffen- und Ausrüstungsslots stecken könnt. Die Wahl eurer Waffen und Ausrüstungen hat also nicht nur einen Einfluss auf eure Statuswerte wie Stärke, sondern auch auf eure magischen Fähigkeiten. Eine Marteria pro Charakter ermöglicht auch das Beschwören einer Esper. Die kommen vor allem bei schweren Kämpfen, wie Bossgegner, zum Einsatz. Rollenspiel typisch werden im Laufe des Abenteuers die Fähigkeiten der Helden durch Levelaufstiege immer besser. Das Gameplay macht Spaß, ist in sich stimmig, gewinnt aber keinen Innovationspreis.
Top 3
(+) Auch wenn die Geschichte von Final Fantasy VII bald 30 Jahre alt ist, wirkt sie heute zeitaktueller denn je
(+) Tolle Inszenierung, aufwendige Videos, viel Sprachausgabe und eine stets spannend erzählte Story
(+) Sehr sauberer Switch 2 Port: Technisch gibt es eigentlich nichts zu meckern, im Gegenteil!
Flop 3
(-) In den wenigen Passagen, wo ihr frei herumlaufen und Nebenaufträge erledigen könnt, fällt der Spannungsbogen zu sehr ab. Die meisten Dinge erledigt man nur, um nicht am Ende zu wenig gelevelt zu haben.
(-) 96GB Dateigröße für ein Spiel ist schon ein Wort! Wenn man am Ende alle drei Teile spielen möchte, dann braucht man viel teuren Speicherplatz! Die Größe sprengt auch die größten Cartridges von Nintendo, so dass das Spiel auch nur als Schlüsselkarte oder komplett digital erwerblich ist.
(-) Die Aufteilung in drei Spiele sorgt zwar für erträgliche Häppchen, erzeugt aber auch eine nervige Wartezeit bevor man das restliche Abenteuer erleben kann
Gunnar meint:
Final Fantasy VII Remake Integrade ist auch auf der Nintendo Switch 2 ein toll inszeniertes, spannend erzähltes und spieltechnisch sauberes Rollenspiel. Vor allem Rollenspielfans, denen eine gute erzählte Geschichte wichtiger ist als viele spielerischen Freiheiten, kommen voll auf ihre Kosten.
Grafik
Sound
Steuerung
Spielspaß
Release
Developer
Publisher
USK
SquareEnix
SquareEnix
16
Singleplayer
Multiplayer
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