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Angespielt: Nintendo Switch

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Nights of Azure 2: Bride of the New Moon

RPG

17.11.2017

Autor: Matthias Küpper

 

Am 27. Oktober erschien in Europa nicht nur das langerwartete Super Mario Odyssey bei uns in Europa in die Läden, sondern auch Nights of Azure 2: Bride of the New Moon. Bei dem Spiel aus dem Hause Gust handelt es sich um ein RPG mit Animeoptik. Der Vorgänger erschien im Jahr 2016 lediglich auf den Systemen der Konkurrenz. Doch dank der Switch dürfen sich die Spieler nun auch auf weitere Spiele von dem kleinen Entwickler aus Japan freuen, der unter anderem auch die Atelier Reihe entwickelt.

 

 

Durch die Nacht bis zum Neumond

 

Bereits im ersten Teil kämpfte man sich alleine mit Agent Arnice und ihren dämonischen Begleitern, den sogenannten Servans, durch die Nacht. Dabei spielt aber die Geschichte im zweiten Teil deutlich nach den Ereignissen des ersten Ablegers, weshalb auch alle neuen Spieler ohne Probleme den Titel genießen können. Direkt am Anfang wird einem erklärt, dass vor langer Zeit der Nightlord bezwungen wurde, wodurch sein blaues Blut auf die Erde fiel. Dieses Blut verwandelte die ersten Lebewesen in Dämonen. Um die Menschen vor diesen Monstern zu schützen sendete die Organisation namens Curia ihre Agenten in alle Länder. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Aluche, die den Auftrag bekommt die Priesterin Liliana zur Organisation zu eskortieren. Aluche ist ebenfalls eine Agentin und gehört zu den Rittern der Curia. Da sie ihre Kindheitsfreundin begleiten soll, freut sie sich besonders auf diesen Auftrag. Das Wiedersehen verläuft dann aber nicht unbedingt so, wie sie sich das vorgestellt hat-

 

Denn auf dem Weg zum Treffpunkt trifft sie auf die Dämonen, die einer jungen Frau vor sich herjagen. Sofort springt sie von ihrer Kutsche und eilt ihr zur Hilfe. Das Spiel nutzt diesen Prolog gut, um nach und nach das Spielsystem zu erklären. So wird einem zunächst der Kampf mit Aluche alleine beigebracht. Dabei bedient man sich im Aktionskampfsystem normaler und etwas stärkerer Schläge. Nach und nach werden dann auch die Servan und die Lilien freigeschaltet. Bei ersteren handelt es sich um zwei Dämonen, die Aluche auf ihren Abenteuern begleiten. Dabei gibt es welche, die sich in Waffen verwandeln können, die man dann im Kampf nutzen kann. So gibt es eine Biene, die sich in einen Speer verwandelt. Die anderen Servans verfügen über Kampffähigen und können zum Beispiel Feuer oder Eis speien und damit manchmal auch das ein oder andere Hindernis aus dem Weg räumen. Bei den Lilien handelt es sich um mehrere Begleiterinnen, von denen eine neben Aluche an Kämpfen teilnimmt. Diese sind neu und bringen einige neue Fähigkeiten ins Spiel. So kämpft man zum Beispiel am Anfang mit Liliana zusammen im Team. Greift man mit ihr gleichzeitig das gleiche Monster an, füllt sich eine Leiste. Ist diese voll, kann man mit Hilfe von A einen Double Chase aktivieren. Während diesem muss man ganz oft A drücken, um möglichst viel Schaden zu machen. Außerdem gibt es eine Spannungsleiste. Ist diese voll, kann ein Lily Burst mit L und A gestartet werden. Bei diesem handelt es sich um eine mächtige Komboattacke. Außerdem verfügt jede Lilie noch über eine Fähigkeit, die mit A und X aktiviert werden kann. Bei dieser kann es sich um einen Buff oder ein Schild aber auch einen Angriff handeln.

 

 

Aufgaben in Hülle und Fülle

 

Das Ziel im Spiel steht bereits recht früh fest. Die Mondkönigin muss besiegt werden und damit die Welt gerettet werden. Denn nach dem Prolog gibt es nur noch die endlose Nacht, weshalb aus jeder Ecke Dämonen kriechen. Bleibt das so, ist die Menschheit am Ende. Als Basis dient während dieser schweren Aufgabe ein Hotel, welches man nach dem Prolog erreicht. Auch das gab es bereits im ersten Teil. Neu dabei ist ein Pool, bei dem die Mädels in knappen Badeanzügen entspannen können. Dort gibt es auch eine Umkleide, in der man sogar einstellen kann, dass sie so knapp bekleidet auch gegen die Dämonen kämpfen. Das ist natürlich einfach nur Manservice, wie ihn Animefans wohl kennen. Aber kommen wir wieder zurück zu den wesentlichen Dingen. Neben dem Pool gibt es auch noch einen Raum, in dem Aluche aufleveln kann. Dazu muss blaues Blut von den Monstern gesammelt werden. Dieses wird dann im Wartungsraum mit Hilfe von einer Vorrichtung umgewandelt. Dadurch bekommt man Fähigkeitspunkte, mit denen man Aluche noch weiter verstärken kann. So kann die HP erhöht werden oder die Wahrscheinlichkeit mit der Feinde in Brand gesetzt werden können. Hier lassen sich auch die Servans verbessern. Auch hier werden Punkte benötigt, die man von bestimmten Quests bekommt.

 

Diese Quest können zur Hauptgeschichte gehören. Allerdings gibt es auch Aufgaben, die die Bindung zu den Lilien erhöht oder einfach Nebenaufgaben, die einfach nur Geld bringen. Mit diesem können wiederum Items zum Verstärken gekauft werden. Aber wie löst man diese Aufgaben? Dazu muss man auf der Karte erst einmal die Region auswählen, in die man reisen will. So gibt es zum Beispiel einen Wald, eine Akademie und eine verlassene Stadt. Hier kämpft man sich dann zusammen mit der gewählten Begleiterin und zwei Servans durch eine Horde von Gegnern metzeln. Oft muss man hier nur einen bestimmten Bereich der Karte erreichen. Ansonsten kann es aber auch heißen, eine bestimmte Anzahl an Feinden zu besiegen. Die Schwierigkeit dabei ist aber, dass man dabei nur begrenzt Zeit hat. So läuft die ganze Zeit eine Uhr herunter, die angibt, wie lange Aluche in der Nacht unterwegs sein darf. Nach und nach wird durch ein neues Level oder durch erlernte Fähigkeiten die Länge verlängert werden kann. Ist die Zeit abgelaufen, kehrt man automatisch zum Hotel zurück. Selbiges passiert auch, wenn Aluche keine Lebenspunkte mehr hat. Danach muss man eine Nacht schlafen, wodurch der Mond etwas abnimmt. Wird ein Neumond in einem Kapitel erreicht, heißt es Game Over. Deshalb gibt es auf der Karte mehrere Tore, die geöffnet werden, sobald man den Torwächter besiegt hat. Auf diese Weise kann man sich schnell über die Karte bewegen. Außerdem kann man ein Kapitel neustarten, wenn man merkt, dass die Zeit zum Abschließen der Hauptaufgabe reicht. Allerdings dient dieser Zeitdruck eher, dass der Spieler beim ersten Durchspielen nicht alle Aufgaben bereits löst. Die Spielzeit variiert daher sehr, je nachdem, wie viele Aufgaben man erledigt und wie lange man draußen bleibt. Denn es hindert einen auch niemand daran, die Gebiete vorher zu verlassen.

 

 

Steuerung und Technik

 

Die Steuerung wurde bei den Fähigkeiten der Lilien schon einmal kurz angerissen. Grundsätzlich handelt es sich um eine klassische Steuerung, die den Pro Controller unterstützt. Hierbei haben die Entwickler leider die Steuerung der Playstation mit selbiger Belegung übernommen. Dadurch nutzt man B zum Bestätigen und A zum Abbrechen, was am Anfang gewöhnungsbedürftig sein kann. Im Kampf nutzt man die B-Taste, um zu springen. Mit X und Y werden Angriffe ausgeführt. Auch gewöhnungsbedürftig ist, dass zum Anvisieren der rechte Stick gedrückt werden muss. Das liegt daran, dass man mit L blockt und mit R ausweicht. ZR und ZL sind zudem für die Servans Skills besetzt. Mit dem Steuerkreuz und teilweise in Kombination mit der L-Taste können den Begleiter Befehle gegeben werden. So kann man zum Beispiel einstellen, dass diese frei Angreifen oder sich aufs Verteidigen konzentrieren sollen. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit geht die Steuerung aber gut von der Hand. Das Problem ist nur, dass man dann in anderen Spielen auch versucht mit B zu bestätigen, was natürlich nicht funktioniert. Ein einfaches Tauschen der beiden Tasten hätte hier schon geholfen.

 

Grafisch kann das Spiel überzeugen. Die Animeoptik ist gut gelungen und man merkt, dass die Entwickler hier viel Herzblut ins Spiel gesteckt haben. Hier sieht man deutlich, dass sie sich in den letzten Jahren nach und nach gesteigert haben. Die Switch Version muss sich hier aber nicht großartig von der PS4 Version verstecken. Besonders die Sequenzen, die immer wieder während der Story nahtlos im Spielgeschehen starten oder während den Skills gezeigt werden, sehen richtig gut aus. Leider kann es aber schonmal zu kleineren Rucklern kommen, wenn eine Vielzahl an Monstern auftaucht. Man muss auch keine Angst haben, dass man wegen der Dunkelheit der Nacht am Tag nichts sieht. Hier wurde der richtige Kompromiss zwischen dunkler Atmosphäre und Spielbarkeit gefunden.

 

Musikalisch gibt es auch einige nette Tracks aufs Ohr, die passen zur Situation sind. Doch während den Kämpfen tritt sie leider allzu oft in den Hintergrund. Das lässt sich aber zur Not in den Optionen umändern. Der beste Track kommt dann aber während dem Endboss und ist ein würdiger Abschluss. Allerdings gibt es andere Spiele von Gust, die über einen deutlich besseren Soundtrack verfügen. Eine Sprachausgabe ist auch vorhanden, bei der die meisten Dialoge vertont sind. Allerdings gibt es nur japanische Sprecher und Englische Untertitel. Eine deutsche Übersetzung rentiert sich eben leider nicht.

 

Kritik

 

Night of Azure 2 macht einige Dinge besser als der Vorgänger. Allerdings gibt es auch ein paar Rückschritte im Vergleich zum ersten Teil. So sind die einzelnen Gebiete auf der Karte nun voneinander getrennt, obwohl es immer wieder Wege gibt. Das hat den Haken, dass gerade im späteren Verlauf man ein Gebiet komplett abgearbeitet hat, aber eigentlich noch zehn Minuten Zeit hat. Leider kann man aber lediglich ins Hotel zurückkehren, wo die Nacht automatisch beendet wird. Dazu kommt eben auch noch der Zeitdruck durch den abnehmenden Mond, der aber nur im ersten Teil der Story eine Rolle spielt, da er am Ende komplett voll ist und man daher zahlreiche Nebenaufgaben erledigen kann. Davon gibt es am Ende zwar auch mehr, aber man hat ja auch gleichzeitig weniger Zeit auf der Karte. Das war im ersten Teil noch deutlich besser gelöst. Dadurch fühlt sich der Titel auch deutlich linearer an.

 

Außerdem ist es Schade, dass die Quests am Tag aus dem ersten Teil weggefallen sind. Dort befand man sich noch in einer bewohnten Stadt. Dadurch bekam etwas von den Bürgern mit, deren Aufgaben man teilweise in der Nacht löste. So hatte man zusätzlich einen Anreiz die Welt zu retten. Gleichzeitig ist die Situation dadurch aber auch deutlich bedrohlicher. Auch ein wenig seltsam ist, dass es dieses Mal nur weibliche Charaktere gibt. Da fragt man sich schon, ob es überhaupt noch Männer in der Curia gibt.


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Fazit

Nights of Azure ist ein Spiel, dass man als RPG Fan sich im jeden Fall einmal angeschaut haben muss. Wer viel Spaß damit hat, sich durch zahlreiche Monster mit einer hübschen Heldin zu kämpfen, macht hier nicht viel verkehrt. Durch die Lilien gibt es einige neue interessante Fähigkeiten und Charaktere, die einen Begleitern. Das ist im Vergleich zum Vorgänger eine gute Neuerung. Leider ist das Spiel aber zu linear und die Aufgaben können sich schnell wiederholen. Wer aber schon den ersten Teil gerne gespielt hat, macht auch mit dem Nachfolger nichts falsch. Zudem gibt es ein paar nette Anekdoten zum ersten Teil.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

27.10.2017

Developer

Gust

Publisher

Koei Tecmo Games

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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