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Angespielt: Nintendo Switch

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FIFA 18

Sport

12.10.2017

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

FIFA ist wieder auf einer Nintendo-Konsole!

 

Seit dem 29. September ist die Version für Nintendos aktuelle Konsole verfügbar und damit endet mal wieder eine längere Pause, in der Nintendofans kein FIFA spielen konnten. Auf der Wii U hatte EA ausschließlich FIFA 13 herausgebracht, inhaltlich abgespeckt und über zwei Monate nach dem Release auf allen anderen Konsolen, inkl. Wii. Und da das kein kommerzieller Erfolg war, hat EA FIFA 14 und 15 nur noch auf die Wii gebracht und macht erst jetzt wieder einen neuen Versuch. Und es sind durchaus Parallelen zur Wii U erkennbar, denn das Spiel ist zwar zeitglich mit den anderen Versionen erschienen, ist aber erneut inhaltlich abgespeckt.

 

Ob das schlimm ist oder nicht, haben Sverre und ich vor ein paar Wochen bei Pro vs. Con schon ausdiskutiert, jetzt kann ich es bewerten. Und das tue ich heute ganz bewusst aus der Perspektive eines Nintendo-Spielers, der lange kein FIFA mehr gespielt hat – was bei mir auch zutrifft. Und wenn man – wie ich – seit vielen Jahren keine Fußball-Simulation mehr gespielt hat, dann ist es gar nicht so leicht, ins Spiel zu kommen. Und deshalb ist es vielleicht sogar gut, wenn es uns ein bisschen leichter gemacht wird. Aber eins nach dem anderen.

 

 

FIFA? Was ist das denn?

 

Grundsätzlich geht es bei FIFA – oh Wunder – um Fußball. Man wählt eine Mannschaft aus, mit der man spielen möchte und darf sie dann steuern. Dabei bietet FIFA grundsätzlich zwei verschiedene Steuerungsmöglichkeiten an: Entweder man steuert die gesamte Mannschaft, kann also auswählen, welchen Spieler man in welchem Moment selbst lenken möchte und den Rest übernimmt die KI oder man steuert genau einen Spieler, ohne die Möglichkeit, zu wechseln.

 

Das hat natürlich gewaltige Auswirkungen auf das Gameplay. Während man das Heft nahezu komplett selbst in der Hand hat, wenn man die ganze Mannschaft steuert, ist man teilweise ziemlich hilflos, wenn man nur einen Spieler steuern kann. Dieses Feature, das aber nur in der Spielerkarriere zur Verfügung steht, ist aber auf jeden Fall eine coole Sache. Man ist damit einfach noch tiefer im Spiel drin, kann das Feld beobachten und muss seinen Platz finden, das Team unterstützen und bei Bedarf selbst zurückstecken. Nicht zuletzt, weil auch die Kameraperspektive hier eine andere ist – nämlich viel mehr auf den einen Spieler fokussiert – ist das Erlebnis deutlich anders.

 

Grundsätzlich sind die Steuerung und die ganze Mechanik des Spiels davon unabhängig und immer gleich. Man steuert den aktuellen Spieler mit dem linken Stick, kann mit B einen normalen und mit X einen Steilpass spielen bzw. mit A einen Schuss abgeben. Hat man den Ball nicht, dann kann man mit A in den Zweikampf gehen oder mit Y grätschen. Die Schultertasten werden für verschiedene Kombinationen eingesetzt. Hält man zum Beispiel L gedrückt und schießt dann mit A, dann wird der Ball gelupft. Hält man ZR gedrückt, dann läuft der Spieler schneller und ist man am Ball kann man mit R präziser, aber dafür auch langsamer dribbeln.

 

Von diesen Kombinationen gibt es eine ganze Menge und es dauert ziemlich lange, bis man die alle verinnerlicht hat. Vor allem in hektischen Situationen vor dem Tor muss man die Tasten in Fleisch und Blut haben, um nicht aus Versehen zu passen, wenn man eigentlich schießen wollte. Um das zu trainieren gibt es viele Möglichkeiten. In diversen Aufgaben kann man alle diese Dinge üben und sich damit vertraut machen. Am Ende hilft aber nur die Erfahrung in einem Spiel selbst, um die Steuerung zu meistern.

 

Glücklicherweise kann man sich live im Spiel anzeigen lassen, was gerade möglich ist. Gerade am Anfang hilft es, wenn neben dem Spieler, mit dem man gerade in Ballbesitz ist, angezeigt wird, dass man mit Y flanken kann oder mit R und X einen Vollspann-Steilpass spielen kann. Man hat zwar oft nicht die Zeit, da genau hinzusehen, aber da es nicht schadet, habe ich diesen Trainer gerne aktiviert gelassen.

 

Und im Prinzip gibt es über das Gameplay auch gar nicht so viel mehr zu sagen. Man hat einfach unglaublich viele Möglichkeiten am Ball oder ohne Ball zu agieren, so dass es für mich bisher ein extrem spannendes Erlebnis war, nach so langer Zeit da rein zu kommen.

 

 

Bereit für eine Karriere?

 

Um in das Spiel rein zu kommen ist übrigens die Spielerkarriere perfekt geeignet. Hier wählt man einen Spieler aus, den man steuern möchte und spielt dann mit ihm eine Saison durch. Dabei kann man dann wie gesagt in den Spielen auch nur diesen einen Spieler steuern, aber natürlich auch die ganze Mannschaft.

 

Zwischendurch kann man den Spieler trainieren, damit sich die Werte wie Geschwindigkeit nach und nach verbessern und gleichzeitig trainiert man dabei auch noch die eigenen Fähigkeiten. Dabei ist das Ganze in sich sehr konsistent. Spielt man beispielsweise die Bundesliga und präsentiert sich in den Spielen gut, schafft man es vielleicht in den Kader der Nationalmannschaft.

 

Und während des Transferfensters kann man auch Angebote von anderen Vereinen bekommen. Wenn man diese annimmt, dann wechselt man den Verein und ist fortan dort unterwegs. Fängt man sich eine Sperre oder Verletzung ein, dann kann man eine Weile nur zusehen, wie die Spiele simuliert werden.

 

Neben dieser Karriere, die man übrigens auch als Trainer erleben kann, gibt es noch ein paar andere Spielmodi. Bei Anstoß spielt man einfach frei wählbare Begegnungen und bei den Skill-Spielen handelt es sich um Trainingseinheiten, die in Kategorien wie Passen oder Schießen eingeteilt sind.

 

Im Turnier-Modus lassen sich diverse Ligen und Turniere aus verschiedenen Ländern spielen, also zum Beispiel den DFB-Pokal oder eine Saison in der Bundesliga. Und nicht zuletzt kann man auch gegen andere echte Spieler antreten. Das geht bei der Switch entweder lokal per drahtloser Verbindung oder über das Internet.

 

Alternativ kann man auch an einer Switch mit mehreren Spielern zocken. Entweder nimmt jeder einen Joy Con in die Hand oder man benutzt jeweils ein paar JoyCons, um zu zweit zu spielen oder nutzt vier einzelne Joy Cons für eine Partie zu viert.

 

 

Technik auf Augenhöhe mit der Zeit?

 

Und damit komme ich zur Technik. Grafisch gefällt mir das Spiel richtig gut. Auf dem Fernseher läuft es flüssig in nativem 1080p und auch auf dem Handheld sieht es in 720p immer noch richtig gut aus und läuft ebenso flüssig. Klar, Details wie das Publikum und die Feinheiten bei den Spielern sind auf PS4 und Xbox One besser, aber das ist nicht das, was eine Fußball-Simulation gut oder schlecht macht.

 

Etwas verstört hat mich nur, dass der Touchscreen gar nicht unterstützt wird. Gerade bei Eingaben per Tastatur wäre das naheliegend gewesen, es geht aber nur mit den Tasten. Erwähnenswert ist darüber hinaus noch, dass man auf der Switch keine Online-Partien gegen Freunde spielen kann, sondern nur gegen Fremde. Die anderen Versionen können das.

 

Die Kommentatoren sind auch noch erwähnenswert. Frank Buschmann und Wolff Fuss geben mehr oder weniger sinnvolle Kommentare ab, die das Geschehen untermalen. Vor allem nach Toren oder spannenden Situationen kommen sie zum Einsatz, aber leider nicht immer passend. Ein Beispiel habe ich in meinem Video-Test eingebaut, klickt einfach hier drauf, um direkt zur entsprechenden Stelle zu kommen. Macht total Sinn, was er sagt!

 

Auf andere Unterschiede, wie zum Beispiel das weniger Varianten beim Wetter verfügbar sind, möchte ich jetzt nicht genauer eingehen. Aber eine Sache ich noch wichtig, zu der komme ich jetzt: Dass der Story-Modus „The Journey“, der in FIFA 17 debütierte und mit „Alex Hunter Returns“ in FIFA 18 fortgesetzt wird, nicht dabei ist, ist mir persönlich nicht wichtig. Ich habe FIFA 18, weil ich nach meiner Partie gegen Gunnar auf der gamescom Lust darauf bekommen habe, mal wieder virtuell Fußball zu spielen und genau das bietet mit FIFA 18 auf der Switch. Ob ich nun 10 bis 15 Stunden eine Story spielen kann oder nicht ist mir egal.

 

Ich hoffe aber, dass EA erkennt, dass das für Spieler durchaus relevant ist. Vor allem, wenn die Mobilität der Switch überzeugt und man nach FIFA 17 auf einer anderen Konsole, den aktuellen Teil vielleicht auf der Switch haben möchte. Dann kommt man nicht in den Genuss der Fortsetzung des Story-Modus. Das hat bestimmt einen Einfluss auf die Verkaufszahlen der Switch-Version. Ich kann deshalb nur hoffen, dass FIFA auf der Switch fortgesetzt wird und nächstes Jahr identisch zu den Versionen für PS4 und Xbox One umgesetzt wird. Dann würde ich nochmal zuschlagen, sonst hält sich der Mehrwert vermutlich in Grenzen.

 

 

Vielen Dank an Electronic Arts für das Testmuster.


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Fazit

Insgesamt ist das Spiel auf jeden Fall sehr durchdacht und für einen Neuling wie mich gut geeignet, um wieder rein zu kommen. Also: Wer lange keine Fußball-Simulation mehr gespielt und Bock darauf hat, das auch unterwegs in richtig guter Optik zu tun, der sollte sich die Switch-Version gönnen. Sie macht Spaß, kann einfach zu viert an einer Konsole gespielt werden und sieht gut aus. Was will man mehr? Okay, vielleicht alle Inhalte zum selben Preis? Ja, das kann ich verstehen, aber wie gesagt stören mich persönlich die Einschränkungen nicht, weil ich sie mangels Erfahrung mit FIFA in den letzten Jahren gar nicht vermisst habe. Aber das ist natürlich nur ein schwacher Trost für langjährige FIFA-Fans, die das Spiel gerne auch unterwegs spielen würden. Schade!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

74%

Singleplayer

78%

Multiplayer

Release

29.09.2017

Developer

EA Canada / EA Romania

Publisher

EA Sports

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-4

Anzahl Spieler (WLAN)

2-4


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