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Angespielt: Nintendo Switch

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Semispheres

Puzzle

22.09.2017

Zum Video-Test

 

Autor: Mario Kablau

 

Lasst uns unsere Gehirne quälen!

 

Ich bin ein großer Freund von Puzzlespielen, zumindest zu gewissen Zeiten macht es mir einfach großen Spaß, mich zurückzulehnen und zu genießen. Wobei natürlich nicht alle Vertreter des Genres ausschließlich gemütlich zu spielen sind, sondern das Gehirn fordern und teilweise auch quälen. Meistens, weil man nachdenken muss. Aber dass es auch anders geht, zeigt Semispheres. Hier muss man zwar auch überlegen, wie man den Weg zum Ziel findet, aber man muss auch Dinge tun, für die unser Gehirn eigentlich gar nicht ausgelegt ist. Aber dazu später mehr.

 

Bei Semispheres geht es darum, in ungefähr 60 Levels zwei Sphären, die auf ihrem eigenen Bildschirm unterwegs sind, an ihr jeweils eigenes Ziel zu geleiten. Und dabei braucht ihr nur die Sticks sowie L und R auf den Joy-Cons. Der Clou ist, dass man die blaue und die orange Sphäre simultan steuert, die eine mit dem Stick auf dem linken und die anderen mit dem Stick auf dem rechten Joy-Con. Da der Spielbildschirm ebenso in zwei Hälften, wieder eine blau und die andere orange, geteilt ist, ist das gar nicht so einfach zu tun.

 

Man schaut im Prinzip mit dem linken Auge auf die linke Hälfte des Bildschirms und steuert mit dem linken Daumen die linke Sphäre, während das rechte Auge auf die rechte Hälfte des Bildschirms blickt und der rechte Daumen die rechte Sphäre steuert. Doch zum Glück wird man sehr langsam herangeführt und da es sich um ein Puzzlespiel handelt, ist es auch die meiste Zeit ausreichend, die beiden Sphären nacheinander zu steuern.

 

Denn sie müssen beide jeweils das Ziel auf ihrer Hälfte erreichen und sind dabei auf gegenseitige Unterstützung angewiesen. Dazu kommen diverse Items ins Spiel, die man auf dem Spielbildschirm einsammeln und dann mit den Schultertasten einsetzen kann. Zu Beginn ist das eine Art Signal, mit dem man Wächter, die den Weg blockieren, weglocken kann. Die eine Sphäre kommt also an einer Stelle aufgrund eines Wächters nicht vorbei, dann muss die andere eine Portal nutzen, um den Wächter wegzulocken, damit die eine Kugel diese Chance nutzen kann, um ans Ziel zu gelangen.

 

Später kommen noch Items dazu, mit denen man auch selbst Portale entstehen lassen oder Teleportationspfade erstellen kann. Damit können die Sphären dann auch das jeweils andere Spielfeld betreten und dort zum Beispiel ein spezielles Item einsammeln, das sie dann wieder auf ihrer Seite einsetzen müssen. Darüber hinaus gibt es weitere Items, die Wächter auf das andere Spielfeld holen oder solche, mit denen die Sphären den Platz tauschen können. Vielfalt wird auf jeden Fall großgeschrieben und dazu funktioniert alles ohne Tutorials. Wenn ein neues Item eingeführt wird, dann immer im Rahmen von einem Level, das sich auf dieses Item konzentriert, so dass man in Ruhe üben kann.

 

Wie schon gesagt, reicht es die meiste Zeit aus, die beiden Sphären nacheinander zu steuern und so Schritt für Schritt dem Ziel näher zu kommen. Es gibt aber auf Levels oder Passagen, bei denen man beide simultan bewegen muss, um die Hindernisse zu überwinden. Dann kann es schon mal hektisch werden, so dass es auch auf geschickte Daumen und Zeigefinger ankommt. Aber vor allem wird es hier auch anstrengend für das Gehirn, denn das ist einfach nicht darauf ausgelegt, die beiden Hände getrennt voneinander zu steuern, wenn auch eigentlich ein Auge nach links und eins nach rechts schauen soll.

 

Das führte bei mir auch immer mal wieder zu Lachern über mich selbst. Wenn man sich ganz fest vornimmt, mit dem linken Daumen nach rechts und mit dem rechten Daumen nach links zu steuern, nachdem man beide Schultertasten gedrückt hat und dann mehrmals hintereinander genau das Gegenteil tut, dann fragt man sich schon, wie unsere Spezies so lange überleben konnte. ;-)

 

Und daneben muss das Gehirn aber natürlich auch auf klassische Weise nachdenken, um auf die Lösungen zu kommen. Klar, manche Aufgaben sind einfach, erfordern nur wenige Aktionen und erschließen sich sofort. Andere hingegen muss man Stück für Stück analysieren und sich vorarbeiten, bis man die Lösung dann hat.

 

Da die Aufgaben in über ein Dutzend Kapitel verteilt sind, muss man auch nicht jede Aufgabe sofort lösen. Von den vier bis fünf Aufgaben je Kapitel kann man eine ungelöst lassen und kann sich erst mal an den anderen versuchen. Das nächste Kapitel wird aber erst verfügbar, wenn alle gelöst sind.

 

 

Und was heißt das jetzt konkret?

 

Ihr müsst euch das Spiel so vorstellen, dass ihr in einem Raum gefangen seid und das Ziel erreichen müsst. Auf dem Weg ans Ziel, wobei die Kamera von oben auf das Geschehen blickt, trefft ihr auch verschiedene Hindernisse, die ihr mit Hilfe der Items überwinden müsst. Und dabei gibt es eben nicht nur einen Raum, sondern zweimal denselben (blau und orange), die aber mit unterschiedlichen Hindernissen und Items ausgestattet sind.

 

Also müssen die beiden Sphären zusammenarbeiten, damit jeder von ihnen das Ziel im eigenen Raum erreichen kann. Dabei überwindet man Hindernis für Hindernis und wenn man das Ziel erreicht hat, geht es zur nächsten Aufgabe.

 

Und viel mehr gibt es über Semispheres gar nicht zu sagen, außer dass es mir verdammt viel Spaß gemacht hat, wenn auch nur einen Tag. Ich habe etwa drei Stunden gebraucht, um alle Aufgaben zu schaffen. Danach kann man dann einfach noch mal von vorne anfangen, es gibt also keine freischaltbaren Inhalte oder so was. Der Wiederspielwert hält sich also in Grenzen, da man die Aufgaben schnell wieder lösen kann, wenn man sie einmal durchschaut hat. Man bekommt also fürs Geld nicht so unglaublich viel Umfang geboten, dafür aber eine Menge Spaß.

 

Dazu sieht das Ganze zwar einfach, aber dennoch sehr ansprechend aus und die sphärischen Klänge passen gut dazu. Irgendwie ist das Spiel auch eine gute Entspannungsübung. Man muss zwar nachdenken und hin und wieder wird es mal hektisch, aber dennoch fühlt es sich wie ein Urlaub an, wenn man es spielt.

 

Die Steuerung geht gut von der Hand, es ist einzig die Unfähigkeit des eigenen Gehirns, die linke und rechte Seite völlig unabhängig voneinander zu kontrollieren, die Übung erfordert. Und die bei mir auch nicht selten zu Lachern über mich selber geführt hat.


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Fazit

Unterm Strich also ein sehr spaßiges, Gehirn forderndes Spiel, das nur selten hektisch wird und so gut zur Entspannung dient. Bis zur Mail vom Publisher hatte ich nie was davon gehört, ich bin aber froh, dass ich auf die Mail reagiert habe. Und ich kann euch empfehlen, es euch mal anzusehen, dafür eignet sich am besten mein Video-Test bei 10doTV, der oben in diesem Testbericht verlinkt ist.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

14.09.2017

Developer

Vivid Helix

Publisher

Vivid Helix

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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