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Reviews: Nintendo 3DS

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Cartoon Network: Battle Crashers

Beat 'em Up

06.12.2016

Autor: Julian Richter

 

 

Die Rückkehr von Cartoon Network

 

Lang, lang ist's her, dass sich ein größerer Teil der Belegschaft von Cartoon Network auf dem 3DS hat blicken lassen – und wirklich glanzvoll war der Auftritt im Launch-Jahr des Handhelds auch nicht gerade. Mittlerweile hat sich einiges beim Sender getan und zahlreiche neue Helden fanden ihren Weg in die Herzen der Fans. Höchste Zeit also, dass sich die Nachzügler auch mal zu einem gemeinsamen Abenteuer zusammenfinden, oder? Cartoon Network: Battle Crashers wandert dabei aber nicht auf den Spuren von Super Smash Bros., sondern präsentiert sich als klassisches Sidescroll-Beat 'em up – nur an tatsächlicher Klasse lässt es die 3DS-Umsetzung irgendwie vermissen.

 

 

Ein Universum liegt in Scherben

 

Der Grund für die Zusammenkunft ist schnell erklärt: Der schrullige Uncle Grandpa hat versehentlich den Dimensionsriss-Gang seines Wohnmobils eingelegt, über den bekanntlich jedes Auto verfügt, und ist volle Möhre durch das Cartoon-Network-Multiversum gebrettert. Dabei liest er Helden aus fünf anderen Welten auf, darunter zum Beispiel Mordecai und Rigby aus Regular Show sowie Finn und Jake aus Adventure Time. Zeit zum Feiern bleibt allerdings keine, denn die Dimensionsreise verursachte fiese Brüche im Raum-Zeit-Gefüge, die dadurch zurückgebliebenen Scherben treiben nun als Monster ihr Unwesen. Und wer darf den Schlamassel ausbaden? Der Spieler natürlich.

 

Insgesamt sechs Welten mit je zwei Leveln und einem Endboss habt ihr zu durchkämmen. Zwischen euch und dem Ziel stehen in der Regel reichlich Gegner, die mit einfachen Angriffen vom Bild gefegt werden. Nachdem ihr sie in den ersten Arealen aufgelesen habt, stehen euch insgesamt sechs Charaktere mit ihren jeweiligen Moves zur Verfügung. Einige von ihnen verfügen sogar über sekundäre Zwecke – der Püsterich von Katze Gumball kann etwa Gestank wegblasen, während der Blasenschild von Steven Universe gegnerische Schutzschilde sofort zerbricht – generell könnt ihr diese Eigenschaften jedoch ignorieren und mit eurem Lieblingscharakter losziehen. Wirklich schwer ist das Spiel nämlich nicht.

 

 

Die kleine Abwechslung im linearen Ablauf

 

Damit das doch sehr klar definierte Spiel nicht zu eintönig wird, kommen einige der Stufen mit spezifischen Gimmicks daher: Der Palast des Adventure Time-Eiskönigs erschwert das Vorankommen durch seine rutschige Natur, während regelmäßige Kältewellen euch zusätzlich Schaden zufügen. Im Wohnmobil von Uncle Grandpa hingegen versteckt sich vielerorts der leckere Pizza Steve, der euch beim Aufsammeln entweder ein Power-Up verleiht oder euch zum unkontrollierten Dauergehüpfe verleitet.

 

Leider ändert das recht wenig an der Tatsache, dass die Level insgesamt ziemlich langweilig gestaltet sind. Ihr bewegt euch fast ausschließlich in der Dauerschleife vor ein und demselben Hintergrund, bis ihr irgendwann das Ziel erreicht. Wenn, ihr es denn erreicht…

 

An manchen Punkten hält euch nämlich immer mal wieder jemand auf, weil ihr erst einen bestimmten Gegenstand besorgen müsst. Also wird der Level von Seiten des Spiels her abgebrochen und ihr müsst erst einen alten Level erneut durchspielen, um besagtes Objekt zu erhalten. Gerade das letzte Drittel von Battle Crashers besteht praktisch nur aus diesem Backtracking, was das ohnehin schon nicht sonderlich lange Spiel auf rund fünf Stunden streckt. Unschön. Immerhin haben die Wiederholungsläufe auch eine gute Seite: Ihr sammelt weiter Edelsteine für eure Crew, mit der sie im Level aufsteigt und stärker wird, was wiederum die Wiederholungen verkürzt.

 

 

Bewegung, Battle Crashers!

 

Bei den Moves gibt sich Battle Crashers extrem simpel. Zu Beginn verfügt jeder Charakter lediglich über einen einfachen Angriff, die ersten zwei Levelaufstiege bringen jeweils einen Special Move mit – und dann habt ihr das volle Aktionspotential der Charaktere auch schon wieder ausgeschöpft. Kombos und Ähnliches gibt es nicht, stattdessen kloppt ihr euch äußerst simpel durch die Gegnerhorden und wechselt nach Lust und Laune per Touchscreen oder über die Schultertasten euren aktiven Charakter.

 

Zwei Kuriositäten dabei: Einerseits bewegt ihr euch amüsanterweise mit dem Steuerkreuz einen kleinen Tick schneller als mit dem Circle Pad voran und einige Tutorials sind eindeutig für die Heimkonsolen-Version geschrieben worden. Gleich eines der ersten weist uns zum Beispiel darauf hin, dass Gumball Gestank von seinen Teamkameraden wegblasen kann. Das Feature gibt es jedoch in der 3DS-Version mangels Multiplayer-Modus nicht. Blöd gelaufen!

 

 

Grafik und Sound

 

Woran man ebenfalls erkennen kann, dass es sich hier um einen simplen Port eines Konsolenspiels handelt: Die an sich recht schmucke optische Darstellung. Die Hintergründe und Charaktermodelle fangen gelungen den Stil der jeweiligen Cartoon-Vorlagen ein und bieten trotz der krümeligeren Auflösung einiges fürs Auge. Schade nur, dass es davon so wenig gibt. Wie bereits angemerkt, bestehen die Areale allesamt aus einem vielleicht bildschirmgroßen Hintergrund, der bis zum Levelziel in der Dauerschleife wiederholt wird. Auch die Scherbenmonster wirken alles andere als einfallsreich, bedienen sich aber immerhin einiger bekannter Cartoon-Network-Kreaturen. Auf einen 3D-Tiefeneffekt wird zudem ganz verzichtet, was angesichts der manchmal schwer wahrnehmbaren Positionen aller Objekte und Figuren wirklich schade ist.

 

Das gesamte Lizensierungsbudget muss wohl für die Figuren und das Szenario draufgegangen sein, denn bekannte Melodien aus den Serien gibt es hier keine – auch nichts, was in irgendeiner Form daran angelehnt zu sein scheint. Stattdessen dudelt eine vollkommen lieblose Melodie zu jedem Level vor sich hin, die ihr nach einigen Minuten bereits nicht mehr wahrnehmt.

 

Sprachausgabe gibt's übrigens ebenfalls keine, womit die wenigen – aber immerhin deutschen – Texte allesamt gelesen werden müssen. Und das meinen wir so, denn wenn ihr euch nicht mit in den Leveln herumstehenden Figuren unterhaltet, lässt euch das Spiel gar nicht weiter. Völlig unabhängig davon, ob es sich um bereits bekannte Tutorial-Hinweise handelt oder nicht!


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Fazit

Was die Cartoon Network-Altmeister in ihrem Smash Bros.-Klon nicht gepackt haben, schaffen augenscheinlich auch nicht die neueren Helden des Senders in ihrem Sidescroll-Beat 'em up. Cartoon Network: Battle Crashers ist ein durch und durch durchschnittlicher Brawler, der zwar in Ansätzen über kreative Einfälle verfügt, diese aber durch das sehr eintönige Leveldesign und den geringen Variantenreichtum an Moves komplett verschenkt. Ebenfalls wiegt das viele Backtracking schwer! Speziell auf dem 3DS gehen zudem dank der krümeligen Optik viele Details verloren und der Multiplayer-Modus, der das Spiel wenigstens etwas angenehmer machen könnte, fehlt vollständig. Tut euch einen Gefallen und spart euch die Kohle, auch wenn ihr noch so gerne mit Finn, Mordecai und Uncle Grandpa die Cartoon Network-Welten aufräumen wollt. Dieses Spiel braucht selbst ein Fan nicht!

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

sch...

19%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

08.11.2016

Developer

Magic Pockets

Publisher

GameMill Entertainment

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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