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Spieleliste: WiiWare

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chick chick BOOM

Action

08.11.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Chicken of War!

 

Es ist ein Kampf, der schon Äonen andauert, zahllose Opfer gefordert hat und kein Ende zu nehmen scheint. Ein Kampf, der bisher von uns Menschen nur am Rande wahrgenommen wurde. Eine Rasse, die von uns unterschätzt und nur als Lieferant von Eiern und trockenem Fleisch benutzt wird. Doch ihr wahres Leiden kennen nur die wenigsten. Sie sind verdammt zu kämpfen. Schon kurz nach der anstrengenden Geburt müssen sie sich gegen andersfarbige Kontrahenten behaupten. Es fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch Klaviere, Maiskörner, UFOs und Schleim, jede Menge Schleim. Und alles nur, um die andere Rasse zu dezimieren und nach und nach auszurotten. Huhn um Huhn wird sinnlos geopfert. Und warum all das? Zum Vergnügen der Wii-Besitzer!

 

Was als kleines Flash-Spiel auf der Homepage von Nintendo an Ostern im Jahre 2007 begann, ist nun als vollwertiges WiiWare-Spiel für 800 Punkte zu haben: chick chick BOOM von den Frankfurter Entwicklern bei tons of bits. Doch anders als meine düstere und brutale Einleitung vermuten lässt, ist es ein Spiel, bei dem zwar die Fetzen fliegen, das Ganze ist jedoch lustig gemacht und dank Comic-Stil auch für die Jüngsten geeignet. Doch worum geht es eigentlich genau?

 

In einer von drei Arenen treten zwei Teams von Hühnern gegeneinander an. Auf der linken Seite spielt stets das Team der gelben und auf der rechten das der schwarzen Hühner. Je nach Spielmodus ist es das Ziel, das jeweils andere Team auszuschalten. Dazu benutzt man nicht nur eine Vielzahl von verrückten Angriffen, sondern auch die Wiimote als letzte Linie der Verteidigung, um seine Bande zu schützen.

 

 

Chicken McNukes!

 

Wie schon erwähnt, sind die Angriffe alles andere als normal. Passend zum Comic-Look des Titels sind die verschiedenen Attacken auch von dieser Welt inspiriert worden. Oder wo sonst werden Hühner zum Beispiel von einem Klavier geplättet oder von Außerirdischen entführt und (fast) alle lachen drüber? Und genau davon lebt chick chick BOOM.

 

Es gibt genau drei feste Attacken, die in jedem Modus und in jeder Arena verfügbar sind: Bombe, Gewicht und fleischfressende Pflanze. Die beiden Teams setzen abwechselnd eine davon ein und fügen so dem jeweils anderen Schaden zu. Hat man sich für einen Angriff entschieden, dann muss man per Pointer möglichst schnell eine Linie an einer Reihe von Punkten ziehen. Gelingt das schnell oder besonders schnell, dann lässt sich der Angriff entsprechend mehr oder weniger deutlich verstärken.

 

Doch man kann nicht nur angreifen, auch Verteidigung ist möglich und sinnvoll. Per Pointer kann man Linien auf dem Spielfeld ziehen und so zum Beispiel die Explosion der Bombe eingrenzen oder das fallende Gewicht abfangen. Doch man kann nicht nur auf der eigenen Spielhälfte Linien malen, sondern auch den Gegner stören bzw. von ihm gestört werden. Ein Beispiel: die fleischfressende Pflanze beißt so lange zu, wie Hühner in ihre Nähe kommen. Zieht man eine senkrechte Linie in der unmittelbaren Umgebung, dann schlängelt sie sich daran hoch, kann die Hühner nicht mehr erreichen und vertrocknet. Hat jedoch der Gegner zuerst eine waagerechte Linie gezogen, dann blockiert diese den Abwehrmechanismus eine Weile lang. Man muss also nicht nur stupide angreifen, sondern auch dafür sorgen, dass die Attacke möglichst effektiv ist und lange anhält.

 

Richtig Stimmung in die Bude kommt durch die vielen Extras. So gibt es Sonderangriffe und Spezialattacken in den verschiedenen Arenen, die zufällig erscheinen und dann von beiden Teams eingesetzt werden können, bzw. von dem, das schneller ist. Auch hier muss man eine Linie an einer Reihe von Punkten nachzeichnen und dann den Einsatz bestätigen. Wer das zuerst tut, der lässt den Angriff auf den Gegner los. Aber Vorsicht: man kann sich auch selbst schaden. Die Blitzwolke zum Beispiel schwebt über dem Spielfeld und feuert irgendwann nach dem Einsatz einen Blitz ab. Und der landet auf dem Feld, über dem die Wolke gerade fliegt, egal wer sie eingesetzt hat. Zusätzlich hat jede Arena noch eine Spezialattacke im Petto, die auch zufällig erscheint. Diese sind so richtig abgedreht und haben nicht nur bei mir für viele Lacher und Aufreger gesorgt. Besonders die hartnäckigen Aliens können jeden leicht in den Wahnsinn treiben...

 

Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass gleichzeitig auch noch ein Maismann im Hintergrund herum läuft, von dem man heilende Maiskörner abschießen darf, dann ist schnell klar, dass es im Spiel sehr schnell sehr hektisch werden kann. Dann ist ein kühler Kopf und hohe Konzentration zwingend, um nicht den Überblick zu verlieren. Zu allem Überfluss kann man auch noch beim Linien zeichnen gestört werden...

 

 

Are you a chicken?

 

Was schon im Kampf gegen durch die CPU gesteuerte böse Hühner spaßig ist, dreht mit menschlichen Mitspielern erst so richtig auf. Das Duell wird dann nämlich oft nicht mehr nur im, sondern auch vor dem Bildschirm ausgetragen. Schadenfreude ist hier ganz klar das treffende Stichwort. Doch neben dem normalen Duell-Modus gibt es noch zwei weitere Variationen. Im Zeit-Modus geht es nicht (nur) darum, das gegnerische Team komplett in die Luft zu jagen, sondern vor allem nach Ablauf der Zeit besser dazustehen als der Gegner. Im Pro-Modus muss man so lange wie möglich gegen eine ständige Übermacht an Gegnern durchhalten. Somit bietet der Titel auch für Einzelspieler eine ganze Menge Spaß.

 

Lange bei (oder besser auf) der Stange hält auch die Tatsache, dass es ein paar Dinge zum Freispielen gibt. Die Hühner haben nämlich diverse „Verkleidungen“, die man durch bestimmte Leistungen im Spiel freischaltet. Maximal 15 kann man erhalten, das kostet aber einiges an Zeit, die jedoch bei mir wie im Fluge vergangen ist.

 

Technisch braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Das Spiel hat einen sehr lustigen Comic-Look und witzige Animationen zu bieten, die sich perfekt für einen solchen Titel eignen. Eine Grafikpracht bietet uns das Spiel natürlich nicht, es ist aber lustig und stimmig, hätte aber ruhig gerne technisch ausgereifter sein dürfen. Dazu ist die Musik passend und abwechslungsreich genug, so dass es hier kaum etwas zu meckern gibt. Klar, mehr Abwechslung ist immer gut und die Grafik hätte auf jeden Fall schicker sein können, aber es ist eben kein Zelda-Abenteuer, sondern ein spaßiges Spiel für Zwischendurch.

 

Die Steuerung funktioniert auch sehr gut, nur an das Verbinden der Punkte, um eine Waffe einzusetzen, musste ich erst eine Weile üben, bevor es gut geklappt hat. Die Kunst ist es, die perfekte Balance zwischen Genauigkeit und Schnelligkeit zu finden, um jeden Angriff perfekt auszuführen.

 

 

Vielen Dank an tons of bits für die Bereitstellung des Testmusters.

Fazit

Mit chick chick BOOM haben die Entwickler von tons of bits einen sehr gelungenen Einstieg in das WiiWare-Geschäft geschafft. Das Spiel macht trotz nur drei Arenen lange Spaß, bietet eine passende (jedoch generell schwache) Optik und lässt sich gut bedienen. Kombiniert man das mit den teilweise extrem durchgeknallten Ideen und den aberwitzigen Attacken, dann wird schnell klar, dass hier extreme Suchtgefahr besteht. Das einzige wirkliche Manko ist der nicht vorhandene Online-Modus, der mir immer sehr wichtig ist, da ich nur wenige Gamer in meiner unmittelbaren Nachbarschaft habe. So muss ich warten, bis Martin sich her traut, bevor ich ihn endlich mal wieder in die Luft jagen kann. Muahahaha... ;-)

Grafik

ok

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

super

78%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

29.10.2010

Developer

tons of bits

Publisher

tons of bits

Nintendo Points

800

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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