Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Spieleliste: WiiWare

< zurück

And Yet It Moves

Jump 'n Run

30.08.2010

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Puzzle + Jump ’n Run = Drehwurm!

 

Scheinbar ist es Nintendo mit WiiWare gelungen jede Menge kleine Entwickler, die sonst nur Spiele für den PC machen auf ihre Konsole zu locken. Ein Beispiel dafür ist die Mischung aus Puzzle und Jump ’n Run aus dem Hause Broken Rules in Wien: And Yet It Moves. Im April 2009 für den PC erschienen, ist es seit Ende August 2010 auch für WiiWare verfügbar; natürlich mit einigen Extras, die den kauf für 1.000 Punkte rechtfertigen sollen. Zunächst ein paar Worte zum Spielprinzip, der Genre-Mix ist ja nicht wirklich selbsterklärend.

 

Eigentlich ist And Yet It Moves ein ganz klassisches Jump ’n Run in 2D: Man steuert eine Spielfigur durch platte Levels, muss Abgründe überwinden und das eine oder andere Rätsel lösen, um das Ziel zu erreichen. Das Wörtchen „eigentlich“ steht allerdings vollkommen zu Recht am Anfang des letzten Satzes, denn an dem Spiel ist außer dem gerade Erwähnten absolut nicht klassisch, da man die Spielwelt buchstäblich auf den Kopf stellen kann; jederzeit!

 

Steht die Spielfigur vor einem unüberwindbaren Hindernis, dann dreht man einfach die Spielwelt so weit wie nötig, damit ändert sich die Schwerkraft und das Problem ist gelöst. Dieses Prinzip ist natürlich tief in das Spiel integriert, so dass es Hand in Hand mit der klassischen 2D Plattform-Action geht. Die Levels sind so aufgebaut, dass man ständig die Umgebung drehen muss, um weiter zu kommen. Als Neuerung gegenüber der PC-Version lässt sich die Welt nun völlig frei und nicht mehr nur in 90° Schritten drehen, was das Spiel noch flüssiger werden lässt.

 

Doch die Schwerkraft hat natürlich nicht nur Auswirkungen auf die eigene Figur, auch alles andere ist davon betroffen. Die Flammen eines Feuers schlagen zum Beispiel nur nach oben und Schaukeln bewegen sich je nach Winkel anders. So haben die Entwickler jede Menge Abwechslung in das Gameplay eingebaut, damit es nicht langweilig wird. Später gibt es sogar Plattformen, die ganz verschwinden, wenn man die Welt auf eine bestimmte Weise dreht und einen Schatten-Doppelgänger, mit dem man sich gleichzeitig durch einen Parcours manövrieren muss. Langweilig wird es also sicher nicht, auch wenn es nur 18 Levels im Abenteuer gibt, für die man je nach Können etwa 3-4 Stunden Zeit braucht.

 

Danach ist es jedoch noch nicht vorbei. In ein paar weiteren Spielmodi kann man die Levels mit anderen Regeln spielen. So zum Beispiel gegen die Uhr, so dass man die Strecke von Checkpoint zu Checkpoint jeweils in einer vorgegebenen Zeit zurücklegen muss. Ein anderer Modus verlangt Effizienz, es ist pro Level nur eine bestimmte Anzahl an Drehungen erlaubt, um es zu schaffen. Gelingt das, bekommt man einen Stempel, für diese wiederum gibt es Auszeichnungen, die neue Inhalte freischalten. Über diesen Weg werden neue Modi verfügbar und sogar einige neue Levels, die dem Spieler wirklich alles abverlangen. Insgesamt kann man also deutlich mehr Zeit mit dem Spiel verbringen.

 

 

Steuerung und Technik!

 

Bei der Bedienung haben die Entwickler wirklich keine Wünsche offen gelassen und vier verschiedene Methoden ins Spiel eingebaut. So kann man ganz klassisch per quer gehaltener Wii-Fernbedienung mit dem Steuerkreuz laufen, per 2 Springen und mit 1 und Neigen der Wiimote die Welt drehen. Das funktioniert super und fühlt sich sehr natürlich an. Nicht so gut ist dagegen die erste von zwei Varianten mit Wiimote und Nunchuk, bei der man die Welt über den Pointer dreht, weil der sich viel zu hektisch bewegt, um präzise Drehungen zu ermöglichen. Die anderen beiden Varianten sind dagegen wieder sehr gut gelungen, sowohl die Steuerung per Classic Controller, bei der man die Welt mittels Schultertasten auf den Kopf stellt als auch die zweite Option mit Wiimote und Nunchuk, wo man die Welt über Neigungen der Fernbedienung in Rotation versetzt, sind gut umgesetzt. Da ist also wirklich für jeden etwas dabei.

 

Technisch ist das Spiel auch sehr gut gelungen, die Welt sieht so aus, als wäre sie aus Papier, das mit Wasserfarben und Wachsmalkreide angemalt bzw. mit realistischen Texturen bedruckt wurde. Durch die verschiedenen Ebenen mit Hinter- und Vordergründen wirkt es auch nicht so platt wie es ist. Da auf den Einsatz von 3D Modellen vollständig verzichtet wurde, wirkt alles wie aus einem Guss. Stilistisch kann man das kaum besser machen und genau das erwarte ich von einem solchen Spiel für den Preis.

 

Der Ton ist dagegen nicht ganz so gelungen, weil die Melodien für meinen Geschmack zu monoton sind. Außerdem ist die Musik meistens recht leise, die einzelnen Stücke werden von langen Ruhepausen unterbrochen. Dieser Punkt ist allerdings auch der einzige wirkliche Kritikpunkt neben dem nicht ganz so großen Umfang.

Fazit

And Yet It Moves ist für mich der bisher beste Download-Titel 2010. Mit World of Goo und LostWinds gehört er darüber hinaus in meine persönliche Allzeit Top 3. Viel mehr muss man wohl nicht sagen, wenn man ausdrücken will, dass es sich um einen absoluten Pflichtkauf handelt. Die Kombination von Puzzle und Jump ’n Run ist kreativ und wurde super umgesetzt, die Steuerung ist größtenteils perfekt und bietet für jeden die optimale Wahl und die Technik lässt fast keine Wünsche übrig. Klar, grafisch geht viel mehr, aber hier haben sich die Entwickler für einen sehr gelungenen Stil entschieden, der den Titel weiter von der Masse abhebt. Lediglich die Musik und der Umfang könnten besser sein, für umgerechnet 10 Euro macht man allerdings absolut gar nichts falsch.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

super

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

27.08.2010

Developer

Broken Rules

Publisher

Broken Rules

Nintendo Points

1.000

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Switch - Erste Eindrücke

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes