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Spieleliste: WiiWare

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Castlevania The Adventure ReBirth

Action Adventure

13.04.2010

Autor: Martin Küpper

 

 

Falsche Erwartungen

 

Castlevania, eine meiner liebsten Spiele-Serien. Ich liebe es, mit der Peitsche in der Hand durch Draculas Schloss zu streifen und die Schergen des finsteren Grafen zurück ins Grab zu schicken. Kein Wunder also, dass ich mir Castlevania The Adventure ReBirth sofort runtergeladen habe, als das Spiel auf WiiWare veröffentlich wurde. Zugegeben der Gameboy-Titel Castlevania The Adventure, auf dem das ganze mehr oder weniger basiert, ist nicht gerade das Highlight der Serie, doch die meisten Kritikpunkte am Original hingen mit der beschränkten Technik des grauen Klotzes zusammen. Ich war also guter Dinge, dass die Neuinterpretation besser wegkommt.

 

Nach wenigen Minuten im Spiel kam ich dann zur Erkenntnis, dass meine gesamte Vorrede eigentlich für die Tonne ist, denn mit dem Gameboy-Titel hat Castlevania The Adventure Rebirth nur im Entferntesten zu tun. Sieht man von Details wie einem Feuerpeitschen-Upgrade einmal ab, eigentlich gar nichts. Stattdessen liefert Konami einen völlig neuen Titel im Flair alter 8- und 16 Bit Castlevanias.

 

 

Zurück zu den Wurzeln

 

Das heißt folglich, dass der von Symphony of the Night eingeführte „Metroidvania“ Style, nicht auf The Adventure ReBirth zutrifft. Es gibt kein großes Schloss zu erkunden, stattdessen kämpft ihr euch durch feste Level, an deren Ende ein Endboss wartet, der – wie könnte es anders sein – nach dem Ableben einen Orb fallen lässt. Ganz ohne Erkunden geht es aber auch hier nicht. In den Levels gibt es zahlreiche versteckte Passagen, die teilweise erst durch einen Schlüssel geöffnet werden, den ihr irgendwo im Level findet. In den versteckten Passagen gibt es natürlich besonders viel Gold, das eure Score aufwertet, und Upgrades, die beim Besiegen der zahlreichen Gegner äußerst hilfreich sind. So schießt die Peitsche mit allen Upgrades etwa Feuerbälle, die auch weiter entfernte Feinde treffen können.

 

Von denen gibt es eine ganze Menge. Zu Draculas Aufgebot zählen unter anderem Zombies, verfluchte Ritterrüstungen und fliegende Medusaköpfe, die auch hier wieder zu den nervigsten Gegnern zählen. Da auch die Rollenspiel-Komponente vom Tisch fällt, gibt es für besiegte Feinde keine Erfahrungspunkte und auch neue Ausrüstung oder Waffen ist nicht zu finden. Zumindest wenn man von den Zweitwaffen absieht, von denen ihr immer eine mit euch führt. Der Einsatz dieser Waffen, zu denen etwa Wurfäxte und so eine Art Molotov Cocktail gehören, kostet jedoch magische Energie, die in der Castlevania-Serie seit jeher ungewöhnlicherweise durch Herzen symbolisiert wird.

 

Für die gestrichenen Elemente rücken herausfordernde Plattform-Passagen zurück in den Fokus. Das genaue Timen der Sprünge ist fast genauso wichtig wie die Handhabung der Peitsche. So gilt es etwa im zweiten Level über rotierende Wasserräder zu hüpfen – ein Fehltritt und ihr landet im Wasser, was euren sicheren Tod bedeutet, denn Protagonist Christopher ist, wie so viele Videospiel-Helden, schon als Kind am Seepferdchen gescheitert. Richtig fies wird es aber erst in Level drei, wo ihr euch euren Weg über bedrohliche Speere bahnen müsst, die aus der Wand schießen.

 

 

Retro – im Guten wie im Schlechten

 

Wie fordernd der Ausflug in Draculas Schloss wirklich ist, hängt ganz von euch ab. Ihr habt die Wahl aus drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und könnt selbst bestimmen, wie viele Leben Christopher in der Hinterhand hat. Es liegt auch an euch, ob ihr auch in der Luft die Kontrolle haben wollt, um die Sprungrichtung gegebenenfalls zu ändern.

 

Gesteuert wird das Abenteuer wahlweise mit Wii Remote und Nunchuk, Classic Controller oder GameCube Controller. Das ganze Spiel ist auf Retro getrimmt, das gilt auch für die Steuerung, was jedoch einige Nachteile mit sich bringt. Die Peitsche kann nicht diagonal geschwungen werden, was fliegende Gegner zu einer großen Bedrohung macht. Das größte Problem sind aber die Treppen, die man in unguter alter Castlevania Tradition nicht mit einem Sprung betreten und verlassen kann, wodurch man etwaigen Angriffen wehrlos ausgeliefert ist. Die nostalgische Ausrichtung des Titels geht an dieser Stelle eindeutig zu weit.

 

Bei Grafik und Sound springt der Funken hingegen über. Die Grafik ist technisch gesehen zwar total veraltert, hat aber dafür den Charme der 16-Bit Castlevanias perfekt eingefangen. Für meinen Geschmack ist die Grafik jedoch etwas zu farbenfroh – wir sind hier in Draculas Schloss, nicht im Pilzkönigreich! Der Soundtrack lässt sich leicht in einem Wort beschreiben: Fantastisch. Die Musik war in Castlevania schon immer mit das beste am Spiel und so ist es auch hier. Begleitet von Remixen bekannter Stücke macht es gleich doppelt so viel Spaß durch die Gemäuer des Schlosses zu streifen.

Fazit

Castlevania The Adventure ReBirth ist ein gutes Spiel, das mit den alten Tugenden aber dummerweise auch die alten Schwächen aus der Mottenkiste kramt. Wenn man dem Spiel eines zu Gute halten kann, dann, dass es sich wirklich anfühlt wie ein altes Spiel und dabei konsequent bleibt, indem beispielsweise eine Speicherfunktion einfach nicht eingebaut wurde. Das alles könnten Fans der alten Serienteile aber sicher verkraften, sie kennen es ja von früher, doch dummerweise fehlt dem Spiel darüber hinaus der nötige Biss. Es ist gut, nicht mehr und nicht weniger. Somit kann ich Castlevania The Adventure ReBirth nur treuen Serienfans ans Herz legen, die neues Futter brauchen. Neueinsteiger sollten eher zu Super Castlevania IV greifen, dass ist einfach in allen Belangen eine ganze Ecke besser.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

73%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

26.02.2010

Developer

Konami

Publisher

Konami

Nintendo Points

1.000

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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