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Spieleliste: WiiWare

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Bit.Trip Beat

Musik

04.05.2010

Autor: Timo Hellmund

 

 

Bit.

 

Bit.Trip Beat ist der erste Teil der gleichnamigen Reihe von Aksys Games, der am 1. Mai 2009 für WiiWare erschien. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Musik- und Geschicklichkeitsspiel, dessen Grafikstil sehr auf Retro ausgelegt ist und Videospiele Veteranen sofort in seinen Bann ziehen könnte. Aber wie ist das rund 6€ teure Spiel? Das finden wir nun gemeinsam heraus.

 

Als ich zum ersten Mal den Titelscreen sah, dachte ich mir: Oha, mehr Retro geht nicht. Das Menü ist minimalistisch gestaltet, alle Konturen absichtlich eckig. Taucht man nun in das erste Level ein, fallen zunächst das knallbunte HUD und die pastellfarbenen Effekte ins Auge. Jedes Element hat seine eigene Farbe, die Hintergrundanimation ist ebenso minimalistisch und auf Retro getrimmt, wie alles andere im Spiel. Die Animation weiß zu gefallen und lenkt bis auf wenige Ausnahmen nicht vom Spielgeschehen ab. Alles in allem, bietet Bit.Trip Beat ein Fest für Retrofreunde.

 

 

Trip.

 

Kommen wir zum Spielprinzip. Das Konzept des Spiels ist sehr simpel gestrickt. Man hat einen gelben Balken am linken Bildschirmrand und muss von rechts herannahende Punkte und andere Elemente treffen. Diese sind auf den Beat der Musik abgepasst, so kommt man nach kurzer Zeit schon in einen Flow zwischen Musik und Spiel, der zu begeistern weiß.

 

Die Bedienung ist hierbei denkbar einfach. Der Balken wird ausschließlich mit der Wii-Remote gesteuert. Man hält sie seitlich und neigt sie nach oben oder unten, um den gelben Strich auf und ab zu bewegen. Mehr ist von Seiten des Spielers aus nicht zu tun. Klingt einfach? Ist es aber nicht. Denn der Schwierigkeitsgrad verlangt einem alles ab.

 

Bit.Trip Beat besteht aus drei sehr langen Levels, die nach und nach freigespielt werden können, wenn man eines erfolgreich absolviert hat. Boni in Form von versteckten Levels gibt es leider nicht. Die Level sind stets in mehrere Sektionen unterteilt, zwischen denen ein kleiner Break eingespielt wird, während dem man kurz die Augen schließen und sich mental auf die nächste Stufe vorbereiten kann.

Zu Beginn des ersten Levels deutet alles auf einen müden Pong-Klon hin, doch der Schein trügt bereits nach wenigen Stufen. Während anfangs die zu treffenden Punkte noch recht langsam und gradlinig auf den Spieler zufliegen, entwickeln sich im Laufe eines Levels immer komplexere Muster, die es zu absolvieren gilt. Balken, so groß wie der selbige gilt es zu treffen, türkise Punkte bleiben in einem bestimmten Muster vor dem Spieler stehen und müssen in der richtigen Reihenfolge getroffen werden oder ein Block stellt sich als Flummi dar, der rasant die Richtung wechselt, während man versucht, ihm zu folgen.

 

Es sei bemerkt: Das Spiel ist nichts für Anfänger. Schaffen Einsteiger noch die ersten paar Stufen des ersten Levels, dürften sie noch vor dem Levelboss sehr ins Schwitzen geraten. Denn Bit.Trip Beat hat ein Punktesystem integriert, das nach Zuckerbrot und Peitsche riecht. Je mehr Blöcke man hintereinander getroffen hat, desto mehr füllt sich ein länglicher Balken am oberen Bildschirmrand. Ist dieser gefüllt, schaltet das Spiel in den „Mega Mode“. Nun verdoppeln sich die Punkte und je länger man ohne Fehler durchhält, desto größer wird der Multiplikator. Am unteren Rande des Bildschirm verläuft ein weiterer Balken, der angibt, wie viele Blöcke man noch verfehlen kann. Trifft man 5 Blöcke nicht, fällt man zurück in den normalen Modus. Hier dürfen etwa 20 Fehler gemacht werden, bis es kritisch wird. Dann schaltet das Spiel in Schwarz/Weiß, die Musik verstummt und nur das rhythmische Rütteln der Wii-Remote gibt noch den Takt vor. Trifft man nun weiterhin nicht, heißt es Game Over. Deshalb gilt: Unbedingt den Rumble aktivieren!

 

Game Over wäre in anderen Spielen nicht so schlimm, doch Bit.Trip Beat ist knallhart. Schafft man ein Level nicht, muss man es komplett neu beginnen. Ihr könnt euch ausmalen, welchen Frust es bereitet, wenn ein Level gut und gerne 10 Minuten lang ist. Dazu kommt der schon angesprochene gnadenlose Schwierigkeitsgrad.

 

Einen Multiplayer Modus hat man den Spielern spendiert. Hierbei kämpfen sich bis zu vier Freunde gemeinsam durch die Levels. Das ist in den einfachen Parts oder mit guten Mitspielern langweilig. Doch bei schweren Stellen ist der Multiplayer durchaus sinnvoll. Es wird im Laufe des 2. Levels schlicht zu schwer und die Pattern teilweise zu komplex. Ich bin kläglich gescheitert, das dritte Areal freizuspielen.

So streckt sich die reine Nettospieldauer, die ohne Fehlläufe keine Stunde beträgt. Diese beiden Aspekte ziehen den sonst tollen Eindruck des Spiels stark nach unten.

 

Beat.

 

Zu guter Letzt möchte ich das eigentliche Highlight des Spiels ansprechen: Die Musik. Ich habe selten eine so treibende Elektromusik gehört, die perfekt mit dem Stil und dem Gameplay harmoniert. Sie besteht überwiegend aus 8-Bit mäßigen synthetischen Klängen und knackigen Techno Drums. Wobei auch Techno-Hasser mit der Musik warm werden dürften. Ich persönlich war überrascht, dass ein weiteres WiiWare Spiel solch eine gute Sounduntermalung bietet, nachdem World of Goo für überraschte Ohren sorgte.

 

Die Musik bietet jedoch einen pfiffigen Motivationsclou. Ähnlich wie bei anderen Musikspielen, wie Guitar Hero, wird die Musik lauter und mehr Instrumente setzen ein, wenn man sich im Mega Modus befindet, also gut spielt. Ähnlich wie in Zelda Spielen, in denen das einzelne Musikstück variiert, je nachdem ob man sein Schwert gezogen hat oder nicht, will man stets das volle Musikstück genießen. Das sorgt für den nötigen Ansporn, möglichst lange gut zu spielen.

Fazit

Bit.Trip Beat ist ein Geheimtipp für hartgesottene Geschicklichkeitsspieler. Die Musik treibt das Spiel an, die Grafik dürfte bei Retrofreunden feuchte Augen verursachen und das Spielprinzip ist so simpel wie spaßig. Lediglich die extrem kurze Spielzeit und der unfassbare Schwierigkeitsgrad trüben den Spaß und verwähren dem Spiel eine höhere Wertung.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

75%

Singleplayer

60%

Multiplayer

Release

01.05.2009

Developer

Aksys Games

Nintendo Points

600

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

4



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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