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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Shantae: Half-Genie Hero

Jump 'n Run

20.03.2017

Autor: Julian Richter

 

Neue Geschichten des weiblichen Halb-Dschinns

 

Das Jump & Run dreht sich um die Titelheldin Shantae, die als Schutzgeist im orientalischen Hafenstädtchen Scuttle Town angestellt ist. Oder eher: War, denn der Bürgermeister hat sie kurzerhand gefeuert und durch einen kompetenteren Halbgeist ersetzt. Das lässt die aufgeweckte Dame natürlich nicht auf sich sitzen und zieht in Anbetracht eines neuen Angriffs der fiesen Piratin Risky Boots sogleich los, um die Schurkin zu stoppen und zwischenzeitlich Ziehonkel Mimic bei der Erstellung eines mächtigen Energieschildes zu helfen.

 

Ist Half-Genie Hero damit eigentlich eine Fortsetzung? Ein Prequel? Ein Reboot? Wir wissen es nicht und ein NPC in Scuttle Town nimmt diese Unklarheit auch in einer der vielen humorvollen Textpassagen auf die Schippe. Überhaupt versteht sich die Handlung mehr als lockere Abenteuer-Erzählung ohne großen Tiefgang, dafür mit jeder Menge Humor. Die unterhaltsamen Gespräche leiden allerdings ein wenig unter der sehr holprigen und teils auch fehlerhaften deutschen Übersetzung – speziell der Dialog, in dem uns eine Köchin um die Piratenausräucherung in ihrem Restaurant bittet, erscheint praktisch komplett zerschossen. Für den vollen Genuss sei daher die Umstellung auf die englische Sprachversion empfohlen.

 

 

Neues Levelsystem, altes Gameplay

 

Waren die bisherigen Shantae-Spiele noch 2D-Sidescroller nach Metroidvania-Manier, bei denen ihr eine zusammenhängende Welt erkundet und mit gesammelten Fähigkeiten nach und nach weitere Abschnitte in der Umgebung freischaltet, setzt Half-Genie Hero auf eine klassische Levelauswahl mit ziemlich kompakten und kurzen Stufen.

 

Das soll aber nicht bedeuten, dass das altbewährte Spielprinzip über Bord geworfen wurde. Noch immer sind die Areale mit verborgenen Geheimnissen gesäumt, die ihr in der Regel erst bei wiederholten Anläufen entdecken könnt. So scheucht uns beim ersten Anlauf durch einen Wüstenturm beispielsweise ein Sandwurm im Eiltempo nach oben. Besuchen wir die Stufe nach Abschluss erneut, ist der Wurm weg und wir können ganz entspannt die vielen Kammern des Turms auskundschaften.

 

Nicht selten sind die Schätze wie Herzcontainer oder Sammelobjekte auch erst erreichbar, wenn ihr bestimmte Verwandlungstänze freigeschaltet habt. Als Halb-Dschinn ist Shantae nämlich in der Lage, sich in verschiedene Wesen zu verwandeln und so etwa als kleines Äffchen geschwind an Wänden hochzuklettern oder in langsam sinkbarer Krabbenform Wasserwelten zu erkunden. Das sorgt für reichlich Abwechslung in der leider recht überschaubaren Anzahl an Leveln.

 

 

Doch so schnell ist der Spaß vorbei...

 

Denn so schön das Spiel auch ist, so schnell ist es leider auch zu Ende. Die rund fünf bis acht Stunden, die für den ersten Durchmarsch anstehen, kommen zudem durch einige Backtracking-Momente zustande. Gerade die Suche nach Mimics Schildgeneratorteilen fordert euch immer wieder dazu auf, bekannte Gebiete nach Kleinigkeiten zu durchsuchen, um dann nach einer kleinen Tauschhandelskette an das gewünschte Objekt zu kommen. Der freischaltbare Heldenmodus erweist sich sogar durch seine Eigenheiten als kürzeres Erlebnis und ist eher für Speedrunner angedacht als für diejenigen, die eine Herausforderung suchen.

 

Dafür glänzen die wenigen Stufen durch ihr vielfältiges und ausgeklügeltes Leveldesign. Egal, ob ihr eine kuriose Meerjungfrauen-Fabrik besucht oder ihr euch in luftigen Höhen mit euren Plattformer-Künsten an die Spitze eines Rennens kämpft, Langeweile kommt hier keine auf! Eine automatisch geführte Karte wäre zwar noch nett gewesen, um übersehene Geheimnisse einfacher aufspürbar zu machen, doch gerade weil die Gebiete allesamt sehr kompakt sind, fällt dieses Manko nicht allzu stark ins Gewicht.

 

 

Endlich in voller Auflösung!

 

Die größte Neuerung an Half-Genie Hero dürfte jedoch die unglaublich schöne Grafik sein. Statt auf 16 Bit zu setzen, entschieden sich die Entwickler diesmal eine Full-HD-Auflösung zu benutzen und Shantae in 60fps ihre Haare schwingen zu lassen. Ursprünglich war sogar noch eine Sprachausgabe geplant und animierte Cutscenes im Anime-Style. Doch leider wurden diese Stretch-Goals in der Kickstarter-Kampagne nicht erreicht, was ich persönlich sehr schade fand, aber 250.000 Euro extra dafür zu spenden, fand ich dann doch etwas zu viel der Großzügigkeit. Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass es die finanziellen Mittel nicht zugelassen hätten, wenigstens eines der beiden Features ins Spiel einzubauen, aber letztlich hat WayForward sich eben so entschieden.

 

Die Musik ist sehr modern im Gegensatz zu den alten Titeln. Das muss nichts Schlechtes sein, denn auch Shantae ist ja etwas moderner geworden und hat sich weiterentwickelt. Im ersten Moment fällt einem schon auf, dass die Musik etwas anders ist, aber ich finde, man gewöhnt sich schnell daran und schädlich ist sie keineswegs für die Atmosphäre.


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Fazit

Shantae: Half-Genie Hero verdeutlicht, dass die Fans der Reihe zwar noch vorhanden, aber nicht in Strömen angerauscht kamen. Die Kickstarter-Kampagne erreichte leider nicht alle Stretch-Goals und hat somit viel Potential nicht einfließen lassen können. Mit dem HD-Einstand verschwanden die realistischen, ecchi-lastigen Zeichnungen und wurden durch cartoonhafte, kindliche Sprites ersetzt. Der 3D-modellierte Background lässt leider eine zusammenhängende Oberwelt und damit auch ein wenig das Metroidvania-Feeling der Vorgänger vermissen. Im Austausch dafür erhaltet ihr jedoch abwechslungsreiche und ausgeklügelte Stufen, die trotz ihrer linearen Struktur nicht an kleinen Abzweigungen und verborgenen Extras vermissen lassen – auch wenn manche davon dank diverser Backtracking-Momente zwangsweise abgeklappert werden müssen. Das streckt die Spielzeit insgesamt auf ein ordentliches Niveau. Das ein oder andere Level mehr hätte aber sicherlich nicht geschadet. Nichtsdestotrotz: Half-Genie Hero ist sehr spaßig, motivierend vom turbulenten Anfang bis hin zum fulminanten Finale und sollte von jedem Jump & Run-Liebhaber unbedingt gespielt werden!

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.12.2016

Developer

WayForward

Publisher

WayForward

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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