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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Starwhal

Action

11.11.2015

Zum Video-Test

Autor: Marc Jaworski

 

 

Dass es so viele Indie-Spiele wie Sand am Meer gibt, ist kein Wunder mehr: Immer mehr jüngere Leute sind vom Entwickeln eigener Spiele fasziniert. Das sorgt für einiges an frischen Ideen. Auch, wenn es viele Indie-Spiele gibt, heißt das nicht, dass eben alle Spiele gut sind. Ob nun eben STARWHAL eines der „guten Indie-Spiele“ ist, wird sich am Ende dieses Tests herausstellen.

 

Entwickelt wurde STARWHAL in der beliebten Entwicklungsumgebung Unity vom Indie-Entwickler Breakfall, welche schon einige – wenig bekannte – Spiele veröffentlicht haben. Die Entwicklungszeit des Prototypen soll auch nur schlappe 48 Stunden gedauert haben. Aber das muss natürlich nichts heißen. Bei STARWHAL handelt es sich um ein Action-Kampfspiel, bei denen zwei oder mehrere Spieler in verschiedenen Spielmodi gegeneinander antreten können. Da es sich primär um einen storylosen Mehrspieler-Titel handelt, werde ich nur in einem kleinen Abschnitt auf den Singleplayer zu sprechen kommen.

 

Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines Sternen-Narwales – ein Art Zahnwal mit einem Speer als Schnauze. Mit diesem „Speer“ müssen die Spieler versuchen, sich gegenseitig zu verletzen. Dabei muss die Schnauze gezielt das Herz des Gegners treffen. Das war auch schon das recht einfach gehaltene Spielprinzip (die fünf verschiedenen Spielmodi bauen auf sich auf diesem Prinzip auf – dazu später mehr). Dabei steuert sich der Wal nicht mal wirklich präzise: Der Spieler nutzt die Kanten der Spielumgebung, um sich fortzubewegen. Man unterliegt dennoch einer leichten Gravitation, womit man sich auch einige Augenblicke lang in der Luft halten kann, bevor man den Boden berührt. Man gewöhnt sich aber recht schnell an diese Physik. Diese ist auch sehr wichtig, um taktisch vorzugehen.

 

Die Spielmodi

 

Im Multiplayer gibt es fünf verschiedene Spielmodi:

 

Klassisch: Jeder Spieler erhält zu Beginn fünf Leben. Der Spieler, der nach Ablauf der Zeit oder als letzter am Leben bleibt, gewinnt.

 

Punkteschlacht: Wer bis zum Ablauf der Zeit die meisten Punkte erzielt, gewinnt.

 

Herzklopfen: Wer sich das Herz schnappt und die meisten Punkte erzielt, gewinnt.

 

Plastopus: Ein Wii U-exklusiver Modus, bei dem ein Spieler mit dem GamePad die gegnerischen Spieler ausknipsen muss. Dabei muss der GamePad-Spieler mittels wohlplatzierten Bomben die Spieler treffen. Der mit Abstand langweiligste Multiplayer-Modus, da die Bomben erst nach einiger Zeit explodieren und man praktisch die nächsten Schritte seines Mitspielers vorhersehen muss.

 

Zonen: Ein simpler Capture-the-Flag-Modus, bei dem ein Spieler die Zone erobern muss, um Punkte zu sammeln. Der mit den meisten Punkten gewinnt.

 

Gerade der klassische Modus und Herzklopfen sorgten bei mir und Freunden für kurze, unterhaltsame Multiplayer-Partien. Auch alle anderen Modi (bis auf Plastopus) sind sehr spaßig und ein Blick wert. Wer keine Freunde (zur Hand) hat, kann auch alleine gegen die CPU-Gegner kämpfen. Auch das kann einige Freude bereiten - auch wenn die CPU-Gegner nicht wirklich die intelligentesten sind – und das will was heißen! Problematisch bei den CPU ist nur, dass sie über keine „erkennbare Intelligenz“ verfügen. Beispielsweise folgen sie einfach nur zielstrebig deiner Schwachstelle, dem Herzen, und weichen auch nicht wirklich von dir aus.

 

Sehr löblich ist die umfangreiche Kartenauswahl: Es gibt etwa fünf Planeten, die jeweils fünf weitere Sub-Maps haben. Die Karten haben auch alle unterschiedliche Themen und Events. Beispielsweise gibt es auf einem Waldplaneten Sturmböen, die taktisch genutzt werden können oder auf einem öden Planeten herrscht tödliche Lava. Das macht das gesamte ein wenig abwechslungsreicher. Auch wenn die Umgebung recht simpel gehalten ist. Sie besteht nämlich nur aus einem Rasterfeld und einem einfachen Hintergrund.

 

Trotz des kurzweiligen Spaßfaktors, gibt es ein großes Problem: kein Online-Mehrspieler! Auch wenn es sich hierbei um ein Indie-Spiel handelt, so wäre ein Online-Modus einfach notwendig. Stellt euch einfach mal ein Super Smash Bros. ohne Online-Modus vor. Wann findet man mal Freunde, die Zeit für Couch-Gaming haben? Beim Testen dieses Spiels musste ich wirklich Freunde dazu nötigen, ein wenig mit mir dieses Spiel zu spielen. Auch lohnt es sich nicht, nur wegen diesem Spiel die Konsole anzuwerfen. Dafür bietet es zu wenig und der Spaßfaktor lässt nach spätestens 20 Minuten stark nach. Die Modi fühlen sich einfach irgendwann viel zu identisch an und, wenn man schon alles gesehen hat, was gibt es noch? Außer dem Singleplayer, gar nichts... und der macht nichtmal wirklich Spaß.

 

 

Monotonie im Singelplayer

 

Wenn man eines merkt, dann wofür das Spiel nicht geschaffen ist: Einzelspieler. Beziehungsweise die Entwickler haben es nicht zustande gebracht, eine halbwegs unterhaltsame Singleplayer-Erfahrung zu bieten. Gerade hier merkt man deutlich, dass der Fokus auf dem Multiplayer liegt. Im Singleplayer gibt es etwa zwei Missionsarten: Hindernisse und Ziele. Eigentlich brauche ich nicht viel dazu zu erklären, denn die Namen sagen schon alles.

 

Im Hindernis-Modus muss man ähnlich wie in einem Platformer, Hindernissen ausweichen, um das Level-Ende zu erreichen. Dabei sorgt die Physik leider dafür, dass man zu oft in Hindernisse reinkracht. Man hat kaum Kontrolle über seinen Walfisch und das macht alles andere als Spaß. Gerade in einem Lava-Level, wo man sofort stirbt wenn man die Lava auch nur streift, danach an den Level-Anfang zurückgesetzt wird, ist das unfassbar nervig.

 

Der Ziele-Modus befindet man sich auf einer kleineren Karte, mit ein paar Fallen und muss Ziele in Form von Herzen aufsammeln. Hat man alle aufgesammelt, so erreicht man das nächste Level. Das erinnert ein wenig an die Silberstern-Missionen aus Super Mario 3D World, sind aber noch lange nicht so spaßig.

 

Wenigstens kann man zwischen Schwierigkeitsgrade wechseln und erhält pro Level auch Rekord-Medallien... Nur spielt sich der Schwierigkeitsgrad „Einfach“ viel zu einfach, „Schwer“ spielt sich zu schwer und „Mittel“... das spielt sich zu.. mittel... Ähm ja.

 

Der Singleplayer sollte man daher eher als nette Dreingabe ansehen und schnell abhaken.

 

 

Technisch so lala

 

Grafisch sieht STARWHAL ganz nett aus. Es hat nicht wirklich einen besonders großartigen Stil, sieht dennoch, mit einigen grafischen Spielereien (beispielsweise einem Zeitlupen-Effekt), ganz nett aus. Das Spiel läuft auch mit stabilen 30 Bildern pro Sekunde.

 

Zugegeben, die Möglichkeit, dass man seinen Charakter mittels Kostümen ein wenig – wenn auch nur rein optisch – individualisieren kann, ist großartig. Vor allem mit Freunden ist das ziemlich lustig. Egal ob Engel im Tütü, Cowboy im Schlafrock oder einen italienischer Klempner aus Brooklyn: Die Kostüm-Auswahl muss man an dieser Stelle loben.

 

Musikalisch ist das Spiel nicht wirklich hervorstechend: Nette Techno-Klänge, aber so wirklich mitreißend ist keines der Stücke. Gleichwohl hat man das Gefühl, dass sich jedes Stück einfach nur gleich anhört. Hier fehlt einfach die Abwechslung.

 

Falls ihr noch unentschlossen seid, bietet der Entwickler Breakfall eine kostenlose Online-Demo.

 

Danke an Nintendo für das Testmuster!


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Fazit

Zum Abschluss lässt sich nur sagen, dass STARWHAL im Multiplayer ein sehr nettes Spiel ist. Aber für etwa 10 Euro im eShop ist es nicht wirklich günstig, wenn man bedenkt, dass das Spiel nicht sonderlich viel bietet (außer dem lokalen Multiplayer). Wäre ein Online-Mehrspieler vorhanden, so könnte ich den Preis noch gerade so akzeptieren, aber es gibt für diesen Preis und darunter deutlich bessere Alternativen. Auch wirklich „innovativ“ fühlt sich das Spiel auch nicht an, sonderbar trifft es eher.

Grafik

ok

Sound

schwach

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

45%

Singleplayer

56%

Multiplayer

Release

24.09.2015

Developer

Breakfall

Publisher

Breakfall

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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