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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Swords & Soldiers II

Strategie

05.10.2015

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Autor: Mario Kablau

 

 

Schlachten schlagen zweimal anders!

 

Vor etwas über einem Jahr hat mich Swords & Soldiers echt überrascht. Eine Art Tower Defense Game, allerdings auch mit der Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und das Ganze dann auch noch in 2D von der Seite. Viele tollen Ideen, eine spannende Kampagne und die hübsche Optik hievten es bei uns über die 80-Prozent-Hürde.

 

Nun ist der Nachfolger da, wieder für die Wii U, wieder im eShop, wieder aus den Niederlanden, aber diesmal von einem anderen Entwickler. Der hat am Spielprinzip wenig bis gar nichts geändert: Man muss nach wie vor von links nach rechts seine Verteidigung aufbauen und seine Basis sichern, um den ganz rechts sitzenden Gegner zu bekämpfen – zumindest meistens, aber dazu später mehr. Man wird dabei kontinuierlich angegriffen, muss also zunächst mal sicherstellen, dass man nicht überrannt wird und dann irgendwann auch selbst aktiv werden.

 

Je nach Mission muss man das unterschiedlich machen. Meistens hat man tatsächlich eine feste Basis, sammelt Gold und Mana ein, schaltet damit neue Einheiten frei, die man dann auch bauen und in die Schlacht schicken kann. Die Einheiten steuert man allerdings nicht selbst – einmal gebaut, ziehen sie von selbst soweit nach rechts, bis sie besiegt sind oder selbst den Gegner ganz rechts bezwungen haben. Die einzige Wahlmöglichkeit, die der Spieler hin und wieder hat, sind Abzweigungen die man entweder nach oben oder nach unten nehmen kann. Im zweiten Teil ganz neu sind jetzt auch mehrere Ebenen, die über Portale miteinander verbunden sind. Das kommt aber nur sehr selten zum Einsatz.

 

Manchmal ist die eigene Basis auch mobil und bewegt sich mit, bis man einen festen Platz gefunden hat. Mal muss man vor einem Sturm fliehen und mal bis zur nächsten Goldmine fahren, bevor man Wurzeln schlägt. Es gibt auch Missionen ganz ohne Basis, wo man mit der bestehenden Truppe das Ziel erreichen muss – Nachschub ausgeschlossen. So weit, so normal.

 

 

Desperate Wikinger!

 

Die Geschichte ist – gelinde gesagt – total abgedreht. Untote wollen eine Zauberlampe stehlen, zwei Wikingervölker bekriegen sich aus Spaß am Krieg aufgrund von einem Barbecue und mit dabei sind auch noch die Perser. Anders als im ersten Teil spielt man allerdings in der Geschichte keine drei Kampagnen mehr, sondern hat 25 zusammenhängende Levels mit ein paar Bonusmissionen.

 

Während die Wikinger eigentlich nur Fleisch zum Grillen haben wollen, möchten andere Fraktionen verhindern, dass die Untoten die Lampe bekommen und so entsteht ein wildes Durcheinander mit Intrigen und Wendungen, wie es sie sonst nur in Fairview gibt.

 

Erzählt wird die Geschichte von einem besoffenen Wikinger, der allerdings schwer verletzt ist (zu sein scheint, bzw. es vorgibt, um nicht kämpfen zu müssen). Vor jedem Kapitel erklärt er kurz, worum es geht und der Rest läuft dann in den Levels ab. Und wenn man denkt, man hat verstanden, warum der mit dem schwarzen Bart die Frau von dem mit dem roten Bart entführt und wieso die Perser die Lampe nicht hergeben wollen und wieso sich eigentlich alles irgendwie um Döner dreht, dann kommt etwas noch verrückteres und man ist wieder am Anfang.

 

Die Geschichte ist eigentlich echt egal, aber durch den Witz, das Chaos und die sehr lustigen Namen der Charaktere, sorgt sie dafür, dass man gerne weiter spielt. Das Spiel selbst macht es einem nämlich etwas schwerer als nötig!

 

 

Gold und Mana!

 

Zumindest im Vergleich zum Vorgänger. Auf der einen Seite bietet das Spiel ungefähr dasselbe Erlebnis, hat ein paar neue Ideen dabei und sollte somit doch eigentlich genauso viel Spaß machen wie Teil 1. Tut es aber leider nicht, weil es einfach viel zu schwer geworden ist. Manche Missionen musste ich immer und immer wieder spielen, weil es oft nur genau eine Strategie gibt, mit der man überhaupt erfolgreich sein kann – und auf die muss man erst mal kommen.

 

Es reicht also nicht, Gold und Mana zu sammeln, seine Truppen anzulegen und auszubilden und wild drauf los zu kloppen; nein, man muss echt sehr taktisch vorgehen. Das ist ja per se nichts schlimmes, das musste man auch im Vorgänger schon. Hier ist es in meinen Augen aber übertrieben worden. Da zusätzlich das Ausbau-Menü nicht dafür sorgt, dass das Spiel pausiert, wird es dazu oft auch noch sehr hektisch.

 

Zum Glück gibt es einen einfachen Modus, der geht dann aber zu weit in die andere Richtung. Hier spielen sich die Levels quasi von selbst. Das war im ersten Teil auf jeden Fall besser gelöst und hat bei mir für viele Frustmomente gesorgt, die mehr als überflüssig waren.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Auf der anderen Seite liegt es an der Steuerung, die haben die neuen Entwickler gründlich vermurkst – zumindest im Vergleich zu Teil 1. Dort ging alles leicht von der Hand und funktionierte einfach. Jetzt ist die bisher beste Option (per Touchpen) sehr fummelig: Das Scrollen durch die Umgebung klappt oft nicht richtig, Einheiten lassen sich oft nicht antippen und man verliert so schnell den Überblick. Auch die Option, komplett mit Tasten zu spielen, ist da keine Lösung, da es noch langsamer und noch ungenauer läuft. Wirklich schade! Wobei man dafür jetzt im Offline-2-Spieler-Modus als derjenige mit dem Touchpen nicht mehr ganz so überlegen ist wie in Teil 1.

 

Dafür ist die Technik zumindest gelungen. Das Spiel sieht wirklich toll aus, bietet viel Abwechslung und läuft jederzeit flüssig. Die Animationen sind ebenso witzig wie die Sprachausgabe des Erzählers. Alle anderen Figuren haben aber leider keine echte Sprache, sondern brabbeln nur vor sich hin. Das ist aber OK.

 

Der Umfang ist in Ordnung. Es gibt zwar weniger Missionen als in Teil 1, dafür sind sie aber etwas länger geworden. Mehr Spielzeit sammelt das Spiel aber vor allem dadurch, dass man viele Missionen nicht beim ersten Mal schaffen dürfte, weil man Zeit braucht, die richtige Lösung zu finden. Es bietet also mehr Umfang als Teil 1, aber weniger Spielspaß, da das Gesamtpaket nicht mehr so rund ist.


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Fazit


Swords & Soldiers II ist ein gutes Spiel, das Spaß macht. Es kann aber leider nicht ganz mit Teil 1 mithalten, vor allem, weil die Missionen teilweise zu schwer sind und nur genau ein Lösungsweg von vielen möglich überhaupt zum Ziel führt. Außerdem ist die geniale Steuerung per Touchpen nun leider in Teilen verhunzt und mit Wii-Fernbedienung oder den Tasten auf dem GamePad zu spielen, ist nach wie vor keine gute Lösung. Wer Teil 1 mochte, dem wird der Nachfolger auch gefallen – man muss aber leider einige Abstriche in Kauf nehmen. Wer von der Serie gerade das erste Mal hört, der sollte sich Teil 1 schleunigst runterladen!

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

71%

Singleplayer

69%

Multiplayer

Release

21.05.2015

Developer

Ronimo Games

Publisher

Ronimo Games

Nintendo Points

20

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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