Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii U eShop

< zurück

Runbow

Jump 'n Run

21.09.2015

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

 

Farben sind schön – und sehr gemein!

 

Das Jump & Run-Genre ist wahrlich keins, dass auf der Wii U noch neue Vertreter unbedingt braucht, um eine Lücke zu schließen. Gefühlt hat Nintendo seit 2014 kein anderes Genre bedient. Umso mehr freut es mich, dass es einem unabhängigen Entwickler gelungen ist, ein solches Spiel für mich interessant zu machen. Bei Runbow kommt nämlich (unter anderem) Farbe ins Spiel.

 

Man läuft mit seinem Charakter durch die zweidimensionalen Levels und springt von Plattform zu Plattform, um am Ende den Zielpokal zu erreichen. Unterwegs sollte man darauf achten, nicht von Gegnern gestört zu werden oder gegen eine der zahlreichen Fallen zu kommen, denn dann muss man den Level wieder von vorne anfangen. So zumindest im Spielmodus „Abenteuer“, in dem man sich über vier Karten mit jeweils 36 Levels unterschiedliche Schwierigkeitsstufen bewegt.

 

Der geniale Kniff ist, dass der Hintergrund ständig die Farbe wechselt und Plattformen in derselben Farbe wie der aktuelle Hintergrund, nicht mehr sichtbar und damit auch nicht mehr da sind. Man muss also immer darauf achten, welche Farbe als nächstes kommt und somit ganz genau überlegen, wann man wohin springt. Es bleibt nicht bei einfachen Farbwechseln sondern in manchen Levels ist der Hintergrund beispielsweise gestreift und bewegt sich oder farbige Scheinwerfer schwenken hin und hier.

 

Es ist also im Herzen ein Jump & Run allerdings so wie kein zweites. Die Schwierigkeit kommt nicht (nur) vom Weg, sondern wird durch die ständig wechselnden Farben deutlich angehoben. Aber das ist nicht das Einzige. Dank einem weiteren Kniff, kommt ein extremer Wettrenn-Charakter dazu, denn man kann das Spiel mit maximal neun Spielern an einer Konsole spielen und es gewinnt der, der den Zielpokal erreicht. Wer unterwegs stirbt, hat seine Chance in diesem Level verwirkt.

 

Aber Moment: Neun Spieler? Ja! Einer spielt mit dem GamePad und die anderen mit Wii-Fernbedienung und Nunchuk. Also jeweils vier mit der Fernbedienung und vier mit den daran angeschlossenen Nunchuks. Da man nur zwei Knöpfe braucht, kann man es also fast MMO-Jump & Run nennen, wobei das O in diesem Fall für Offline steht. ;-)

 

Daneben gibt es noch den Bowhemoth-Modus, der im Wesentlichen dasselbe Spielprinzip bietet, aber etwas anders aufgebaut ist. Es gibt nur ein riesiges Level, das in verschiedene Abschnitte unterteilt ist. Stirbt man, dann muss man nicht ganz vorne anfangen, sondern nur am Beginn des jeweiligen Abschnitts. Aber leicht ist es deshalb nicht, denn man muss das eine riesige Level am Stück spielen, zwischendurch speichern ist nicht möglich. Auch diesen Modus kann man offline mit neun Spielern spielen.

 

 

M wie Mehrspieler, O wie Online!

 

Neben diesen beiden Modi, die man nur offline aber dafür auch alleine spielen kann, gibt es noch vier weitere, von denen drei auch online mit bis zu neun Spielern einwandfrei funktionieren. In „Gleich wird gerannt“, geht es in zufällig kreierte Umgebungen zum Ziel, Wer auf dem Weg stirbt, kann erst in der nächsten Runde mitmachen, wer das Ziel als erstes erreicht, kriegt einen Punkt. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

 

Bei „Betritt die Arena“ geht es darum, auf einem unbeweglichen Bildschirm als letzter zu überleben. Man muss also seine Gegner zu Fehlern verleiten oder einfach selbst keinen machen, bis alle anderen von sich aus einen tödlichen begangen haben. Der dritte Modus „König des Hügels“ funktioniert ganz anders. Hier kommt man nach einem Tod sogar zurück, denn es geht darum, wer am Zielpokal für sieben Sekunden stehen bleiben kann. Man sollte also seine Gegner aus dem Weg räumen, um möglichst viel von den sieben Sekunden zu schaffen, bevor man selbst als Staatsfeind Nummer 1 aus dem Weg geräumt wird.

 

Die Online-Modi machen allesamt großen Spaß, man merkt jedoch, dass das Spiel vor allem als Wettrennen gemacht ist, denn in diesem Modus ist nicht nur am meisten los, sondern es macht auch einfach am meisten Spaß. Übrigens kann man natürlich nicht nur auf öffentlichen Partys nach fest vorgegebenen Regeln tanzen, sondern auch eine Privatparty aufmachen und dort dann die Einstellungen selbst festlegen. Über einen vierstelligen Code kann man andere Leute zu einer Privatparty einladen.

 

Der letzte reine Mehrspieler-Modus, der allerdings nur offline, aber auch mit bis zu neun Spielern geht, nennt sich „Farbmeister“. Der Farbmeister ist derjenige, der mit dem GamePad spielt und die Umgebung darauf manipulieren und Items einsetzen kann. Alle anderen müssen versuchen, das Ziel zu erreichen. Jeder, der das Ziel erreicht, bedeutet für das Läufer-Team einen Punkt, jeder, der das Ziel nicht erreicht, einen halben Punkte für den Farbmeister. Aber nur, wenn keiner den Zielpokal erreicht.

 

 

Meckerecke!

 

Warum dieser Modus nicht online geht? Vermutlich wegen dem größten Fehler, den das Spiel

hat und der es teilweise sogar ungenießbar werden lässt, zumindest aber unnötig frustrierend: Rucklern. Bei einem Jump & Run, das absolute Präzision bei den Sprüngen und beim Timing erfordert, sind Ruckler tödlich. Bei Runbow kommen sie aber leider regelmäßig vor. Wobei Ruckler gar nicht das richtige Wort ist, das Bild friert manchmal einfach kurz ein und dann taucht einen Sekundenbruchteil später die Spielfigur woanders auf.

 

Das ist nicht nur schlimm, weil man dadurch teilweise in den Wahnsinn getrieben wird, da man stirbt ohne etwas dafür zu können, sondern weil es keinen Grund dafür gibt. Das Spiel ist weder sonderlich detailliert noch komplex in seinen Optiken. Einfache, satte Farben, wenige Ebenen und überhaupt kaum anspruchsvolle Dinge für die Wii U. Dass es dann schon im Einzelspieler hin und wieder zu diesen kurzen Aussetzern kommt, ist es nicht wirklich toll. Das Spiel wird dadurch zwar nicht ungenießbar, es macht trotzdem Spaß, aber es ist einfach ein Fehler, der kaum zu verstehen ist und damit auch Wertungspunkte kostet.

 

Update: Ein Zuschauer bei 10doTV hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es zu den Rucklern nicht kommen soll, wenn man das Spiel direkt auf der Wii U installiert und nicht auf einem externen Speichermedium. Das habe ich direkt ausprobiert und kann es bestätigen. Wer Runbow also ohne Aussetzer spielen will, der sollte es direkt in den Speicher der Wii U laden. Da das Problem dadurch aber nicht wirklich gelöst ist, passe ich die Note durch diese neue Info nicht an.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Damit wäre die Grafik also quasi auch schon abgehandelt. Was ich nur noch erwähnen möchte, ist die optische Abwechslung bei den Spielfiguren. Neben den beiden Hauptfiguren haben es zahlreiche Figuren aus anderen Spielen in Runbow geschafft, darunter Shovel Knight, Rusty (aus SteamWorld Dig) oder Gunvolt.

 

Akustisch macht das Spiel nicht viel falsch, die coolen Klänge passen perfekt zur ebenso coolen Optik. Durch die klaren, satten Farben wirkt das Spiel wie ein Drogentrip in den 70er-Jahren und das untermalt die Musik perfekt.

 

Die Steuerung funktioniert abseits der Aussetzer der Darstellung sehr gut. Mit GamePad, Wii-Fernbedienung, Nunchuk oder dem Classic-Controller ist eine präzise Steuerung der Spielfigur ein Kinderspiel. Einzig stört mich hier und da, dass ein Angriff beim Laufen manchmal als Sprungangriff gedeutet wird und man somit etwas aus dem Fluss kommt.

 

Der Umfang ist atemberaubend: Die vier Mal 36 Levels im Abenteuer, die spaßigen Mehrspieler-Modi, die zum großen Teil auch online gehen und der Bowhemoth-Modus, den man in 15 Minuten schaffen kann, wenn man perfekt ist. Bis man das ist, werden aber Stunden vergehen. Mein erster Durchgang mit über 60 Toden hat über eine Stunde gedauert, ganz ohne zu sterben ist für mich ein unmögliches Unterfangen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Runbow ist ein mehr als spaßiges Jump & Run, das durch den Farbwechsel-Twist eine kühle Brise der Erfrischung in eines der ältesten Genres überhaupt bringt. Es ist umfangreich, sieht toll aus, bietet die Möglichkeit, zu neunt an einer Konsole zu spielen und lässt sich auch online stundenlang genießen. Gäbe es die Aussetzer nicht und wäre auch die beiden Abenteuer-Modi sowie der Farbmeister online spielbar, dann gäbe es tatsächlich keine Kritik. Als Wii U-Besitzer MUSS man Runbow gespielt haben, außer man mag Jump & Runs gar nicht (dann hat man aber wohl sowieso keine Wii U...) oder man stört sich an frustrierenden Aussetzer-Toden (die sind aber vermeidbar, Update siehe oben). Ich – als eher hysterischer Spieler – habe mich davon nicht stören lassen sondern immer wieder nur darüber nachdenken müssen, wer auf eine so durchgeknallte (fiese) Idee kommt.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

91%

Singleplayer

90%

Multiplayer

Release

03.09.2015

Developer

13AM Games

Publisher

13AM Games

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-9

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-9



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Switch - Erste Eindrücke

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes