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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Affordable Space Adventures

Adventure

01.06.2015

Autor: Marc Jaworski

 

Wer wollte nicht mal den Weltraum erforschen, fremde Planeten entdecken und das alles zu einem „erschwinglichen“ Preis? Tja, die Entwickler von KnapNok Games machen dies endlich möglich... oder wollen es möglich machen. Aber ich sag’s schon mal im Voraus: Ich habe das Spiel nicht bis zum Ende durchgespielt bzw. durchspielen können, da mir einfach die Motivation fehlt. Ebenso wenig konnte ich den Multiplayer anspielen, da sich niemand dafür anbot.

 

Worin genau mein Problem mit diesem Spiel liegt und ob es dennoch überzeugen kann, werde ich in Folgendem beantworten.

 

 

Der Weltraum, unendliche Weiten...

 

Eingeleitet wird das Spiel mit einer recht ulkigen Cutscene, die im Stile einer Werbesendung gestaltet wurde. Im Mittelpunkt dieser Szene steht der SmallCraft™, ein von der Firma Uexplore entwickeltes Raumschiff zur Erkundung fremder Welten. Genau in diesem „Explorationsapparillo“ werden wir unsere Reise auf dem Planeten Spectaculon bestreiten und uns große Dienste erweisen. Das Ganze erinnert dann doch an den guten alten Film Starship Troopers, der mit ähnlich witzigen Werbebotschaften vollgepackt ist.

 

Ob der Humor einem nun zusagt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein wenig schmunzeln musste ich dennoch. Jedenfalls beginnt das Spiel damit, dass wir anscheinend einem Malheur zum Opfer gefallen sind. Auf Spectaculon scheinen wir zwar angekommen zu sein, jedoch ist unser SmallCraft™ beschädigt und sitzt fest. Von einem Paradies, wie der Werbespot es suggerierte, kann auch kaum die Rede sein: Es ist düster und nahezu unheimlich auf Spectaculon.

 

 

„Kleines Handwerk“ im Gameplay

 

Genau hier beginnt das Gameplay: Mithilfe des GamePads verwaltet man die Funktionen des Schiffes, die im Laufe des Spiels ergänzt werden. Die Grundfunktion zu Beginn ist der Kraftstoffmotor, der sich mit einem virtuellen Button auf dem GamePad an- und ausschalten lässt. Darunter fallen weitere Optionen wie Beschleunigung, Stabilisator und Massegenerator. Funktionen, die für das Entdecken des Planeten unabdingbar sind und das Hauptgerüst des Gameplays darstellen.

 

Man sollte es mit diesen Funktionen auch nicht übertreiben, denn dies wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit des SmallCrafts aus. Beispielsweise eine zu hohe Beschleunigungsstufe überhitzt den Motor nach einer Zeit, was folglich zu einer Explosion des Schiffes führt. In vielen Passagen kommt es darauf an, zwischen den Funktionen und deren Stufen hin- und herzuwechseln. Gerade das erfordert in vielen Passagen eine gute Strategie und Taktik. Ich war zu Beginn sehr begeistert von diesem Prinzip, da man hier überhaupt nicht an die Hand genommen wird und sein eigenes Köpfchen anstrengen muss.

 

Aber genau hier liegt mein Problem: Es ist ein zweischneidiges Schwert. Da das Spiel im Grunde nur aus diesem Prinzip besteht, färbt der Unterhaltungswert nach mehreren Stunden ab. Viel zu oft wird Geschick erfordert, was zu einer echten Malaise werden kann. Denn, wenn man die Lösung eines Problems oder Rätsels kennt, Ewigkeiten mit der Anwendung der Lösung verschwendet, da man zu wenig Geschick dafür besitzt, dann ist das einfach nur ärgerlich.

 

Ein Beispiel: Ihr müsst durch eine Passage, oben und unten sind tödliche Laser. Hinter den Lasern befinden sich Sensoren, die den SmallCraft binnen Millisekunden pulverisieren, sollte er sich nur in ihre Nähe wagen. Was bleibt einem anderes übrig, als das Schiff auf die höchste Beschleunigung zu stellen und durchzurushen? Tja, ihr vergesst, dass oben und unten Laser platziert sind, die bei der kleinsten Kollision euren SmallCraft atomisieren.

 

Auch riskiert man schnell eine Überhitzung des Motors. Wer nicht Hikaru Sulu heißt, dürfte hierbei eine halbe Ewigkeit festsitzen. Jedenfalls ging es mir so. Viele dieser Rätsel enden in „Rumprobierereien“ und gescheiterten Versuchen, was den Spielspaß deutlich abmildert. Auch manche Passagen sind recht linear und führen von der einen Höhle in die nächste; selbiges mit den Rätseln. Gerade hier fehlt ein wenig Abwechslung in Sachen Umgebungsvielfalt. Bei einer Spielzeit von etwa fünf Stunden ist das sehr bedenklich.

 

Allgemein wird das GamePad so gut es geht eingebunden und fühlt sich sogar ein wenig wie ein Schiffscomputer an. Auch die Neigungssensoren (Gyrosensor) kommen auf ihre Kosten. Indem man das GamePad neigt, dreht sich auch der SmallCraft in die entsprechende Richtung. Es steuert sich alles recht angenehm und man wird kaum etwas daran auszusetzen haben.

 

 

Flüssiger als Plasma

 

Grafisch kann man dem Spiel nichts ab. Für das was es ist sieht es einfach grandios aus. Nette Licht- und Schatteneffekte sorgen für eine tolle Atmosphäre. Ebenso läuft das Spiel sehr flüssig. Müsste ich schätzen, würde ich auf 40-60 FPS tippen. Ruckler gibt es auch so gut wie keine und allgemein läuft das Spiel wie ein gutgeöltes Getriebe. Bemängeln könnte man nur, dass manche Objekte zu wenig Polygone aufweisen, was aber durch die tolle Belichtung kaum auffällt. Auch der Soundtrack unterstützt die Atmosphäre zwar so gut es geht, aber letztendlich überzeugt er mich nicht ganz. Hier fehlt mir einfach etwas Einprägsames, aber das wäre dann schon Meckern auf hohem Niveau. Eine Sprachausgabe gibt es auch nur in der Einleitungssequenz, die an sich gut gesprochen wurde und dem Stil gerecht wird.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Um ehrlich zu sein, ich bin enttäuscht von diesem Spiel. Meine anfängliche Begeisterung legte sich mit der Zeit und wandte sich schnell dem Negativen. Das Prinzip mag zwar innovativ sein, aber das Scheitern, obwohl man die Lösung kennt, sagt mir überhaupt nicht zu. Endlose Versuche mildern deutlich den Spielspaß und ließen bei mir die Motivation für dieses Spiel schwinden. Da stelle ich mir die Frage, ob die fünf Stunden Spielzeit dann doch eher durch gescheiterte Versuche zusammenkommen würde und nicht aus abwechslungsreichem Content besteht. Vielleicht bin ich einfach nicht für dieses Spiel geschaffen, aber für den Preis von fast 20 Quatloo... äh... Euro alles andere als „erschwinglich“. Dabei kommt mir ein ungutes Gefühl auf und stützt mich noch mehr in meiner Wertung. Wer also gerne rumprobiert und die fünf Stunden Spielzeit für diesen Preis für gerecht hält, bekommt einen netten aber kurzen Indie-Titel.

Grafik

gut

Sound

schwach

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

67%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

09.04.2015

Developer

KnapNok Games

Publisher

KnapNok Games

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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