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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Teslagrad

Action

09.12.2014

Autor: Felix Müller

 

 

Auch wenn viele Blockbuster auf der Wii U auf sich warten lassen und der Third Party Support für die Heimkonsole von Nintendo zur Zeit so gut wie nicht mehr vorhanden ist, so gibt es zum Glück doch noch eine tapfere Schar an Indie-Entwicklern, die uns fleißig mit neuen Spielen versorgen.

 

Dass manche Projekte von berühmten Spieleserien inspiriert sind, lässt sich nicht leugnen. Auch bei Teslagrad, das ich euch in diesem Bericht etwas näher vorstellen möchte, werden schnell Erinnerungen an Metroid oder Castlevania aber auch an Puzzle-Plattformer wie Limbo wach. Ob es bei der Wahlverwandtschaft trotzdem mit eigenen Ideen begeistern kann?

 

 

Nikola und der mysteriöse Turm

 

Schon die Story beginnt ungewöhnlich. Keine Worte, weder gesprochen noch niedergeschrieben leiten euch in das Spiel ein. Zu Beginn sieht man lediglich einen Mann ein kleines Kind zu einem Haus tragen. Zeit vergeht und auf einmal tauchen grimmige Soldaten auf, sodass der nun herangewachsene Junge, nennen wir ihn der Einfachheit halber Nikola, flüchten muss. Auf seinen Weg verschlägt es ihn in einen mysteriösen Turm, der zunächst verlassen wirkt, doch schnell wird klar, dass er mehr beherbergt, als es zunächst den Anschein hat.

 

Nur wenige Meter nachdem Eintritt werdet ihr nämlich mit den ersten Passagen konfrontiert, die typisch für das Spiel sind – Magneten und das Wirken von unterschiedlicher und gleicher Ladung. Wenig später findet ihr auch einen Handschuh, der es euch erlaubt, bestimmten Objekten eine rote oder blaue Polarität zu verpassen.

 

Wie bereits erwähnt dreht sich fast das ganze Spiel darum, doch das ist nicht schlimm. In dem etwa 3-5 Stunden langem Abenteuer haben die Entwickler von Rain Games nämlich einige nette Rätsel eingebaut. Diese sind in der Regel nicht allzu schwer, beispielsweise wenn es darum geht, einen größeren Abgrund zu überwinden, erfordern manchmal jedoch Geduld. Einen Treffer durch einen Blitz, ein Haps von einem Schattenmonster oder der Fall in den Abgrund bedeuten nämlich den sofortigen Tod. Das ist dank der zahlreichen Checkpoints zum Glück nicht allzu schlimm und man fühlt sich nicht weit zurück geworfen. Ärgerlich ist es jedoch ein bisschen bei den Bossen. Diese sind dadurch nämlich ziemlich herausfordernd, doch umso größer ist im Anschluss auch die Freude, es endlich geschafft zu haben.

 

Insgesamt ist Teslagrad aber weniger auf die Kämpfe ausgelegt, sondern viel mehr auf die Erkundung. Mit dem Spielfortschritt findet ihr einige Items und Fähigkeiten, die neue Rätselpassagen erlauben und es euch ermöglichen den Turm weiter zu erklimmen. Darüber hinaus gibt es noch 36 gut versteckte Zylinder, die gleichzeitig den Mehrwert des Titels darstellen.

 

 

Puppentheater

 

Durch diese Objekte, von denen ihr zum Beenden des Spiels nicht alle benötigt, erhaltet ihr nämlich kleine Bilder, die euch erahnen lassen, was es mit der Geschichte nun auf sich hat. Noch offensichtlicher werden Fragmente der Story über kleine Sequenzen Puppentheater-mäßig dargestellt. Darüberhinaus geben euch zahlreiche Details im Hintergrund, wie Plakete oder Malerien Hinweise darauf, an was für einen Ort Nikola eigentlich gelandet ist, wer den Turm erbaut und was es mit der grimmigen Armee auf sich hat.

 

Und auch wenn ich mir anfangs unsicher war, so hat mir dieser subtile Stil letztlich extrem zugesagt. Ohne spoilern zu wollen muss ich jedoch gestehen, dass manche Elemente zwar eher Fragezeichen bei mir hinterlassen haben. Nichtsdestoweniger war ich von Anfang bis Ende hin gespannt und tief in der Welt eingetaucht.

 

Das liegt zum einen am fantastischen Soundtrack. Dieser ist nicht penetrant, sondern hält sich dezent im Hintergrund, trägt aber mit den metallenen Klängen, Einsatz von Celli etc. stark zur enormen Atmosphäre bei.

Teslagrad hat aber vom Stil vermutlich aber auch einfach zu viel, was mir zusagt. Das Setting wirkt wie ein alternatives Osteuropa Ende des 19. Jahrhunderts mit einigen Steampunk-Elementen. Die Animationen sind liebevoll detailliert, wunderbar flüssig und der Stil erinnerte mich schon beim ersten Trailer an Tim und Struppi. Doch darüber hinaus erinnert Nikolas Design mich persönlich etwas an Ness und an Jules Brown (oder zumindest seinem Aussehen in der animierten Zurück in die Zukunft-Serie).

 

 

Steuerung und Meckerecke

 

Doch leider ist das Spiel nicht frei von Problemchen. Die handgezeichneten Grafiken wurde zwar ziemlich gut vom PC auf die Wii U portiert und sehen sowohl auf dem Fernseher als auch auf dem GamePad-Screen wunderschön aus, doch leider kommt es gelegentlich zu erheblichen Framerate-Einbrüchen. Diese habe ich zum Glück meist nur dann erlebt, wenn ich einen neuen Abschnitt im Turm betreten wollte, was also nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.

 

Schlimmer sind da die leichten Probleme mit der Steuerung. Über die Schultertasten werden die meisten Items genutzt, doch steuert man Nikola mit den Analogstick, kann es vor allem in den hitzigen Bossgefechten dazu kommen, dass es nicht in die Richtung geht, in die man möchte. Doch zum Glück lässt sich der Junge alternativ mit dem Steuerkreuz lenken.

 

Was das Leveldesign betrifft ist es manchmal etwas nervig, dass gewisse Abgründe oder Gefahren nicht im Voraus zu erahnen sind, sodass man ins ungewisse springen darf. Da es aber eine unbegrenzte Anzahl an Leben gibt, ist auch dieser Kritikpunkt nicht allzu extrem, könnte bei manchen Spielern dennoch sauer aufstoßen. Ebenso wie die Tatsache, dass zum Weiterkommen im Spiel ab einem gewissen Punkt bereits absolvierte Abschnitte vielleicht noch einmal besucht werden müssen, um Zylinder zu finden. Zu diesem Zeitpunkt werdet ihr dank dem neuen Equipment aber deutlich fixer unterwegs sein.

 

Nicht zu vergessen wäre die Spiellänge. Für den ersten Spieldurchlauf werdet ihr vermutlich zwischen 3 und 5 Stunden benötigen. Für einen Durchgang, bei dem ihr alle Zylinder einsammelt vielleicht noch mehr. Es kursieren allerdings auch schon Speedruns,, in denen das Spiel in unter 60 Minuten absolviert wird. Rund 15 Euro erscheinen da vielleicht etwas viel, doch sollte die Präsentation und all die Liebe zum Detail nicht vergessen werden. Auch die Geschicklichkeitspassagen und Rätsel wirken nahezu durchgehend frisch und wirken nicht unnötig dupliziert, um das Spiel zu strecken. Der Schwierigkeitsgrad ist trotz manchen frustrierenden Stellen, vor allem bei den Bossen, fair gehalten.


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Fazit

In der Kürze liegt die Würze. Dieses alte Sprichwort passt perfekt zu Teslagrad. Dank seiner elektromagnetischen Rätsel und kniffeligen Jump'n'Run-Passagen wird hier eine Spielerfahrung geboten, die es so auf der Wii U noch nicht weiter gibt. So richtig trumpft das Spiel allerdings durch seine superbe Atmosphäre, sei es durch das ungewöhnliche Storytelling oder den brillanten Soundtrack, der einen zum Teil der Reise im mysteriösen Turm werden lässt.

Fans von rätsellastigen Platformern oder Metroidvania-Liebhaber sollten definitiv zugreifen. Wer indes mit dem Genre noch nicht so vertraut ist, empfehle ich an dieser Stelle eine ordentliche Frustresistenz mitzubringen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

11.09.14

Developer

Rain Games

Publisher

Rain Games

Nintendo Points

14

USK Freigabe

6+



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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