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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Swords & Soldiers

Strategie

02.07.2014

Autor: Mario Kablau

 

 

Schlachten schlagen einmal anders!

 

Es gibt einige kleine Entwickler, die mich immer wieder überraschen. Two Tribes ist einer davon, auch wenn die Niederländer mittlerweile leider Insolvenz anmelden mussten, waren ihre Spiele doch stets ein Genuss. Sind, muss ich eigentlich schreiben, denn mit Swords & Soldiers ist erst vor kurzem ein Spiel im eShop der Wii U erschienen, das wieder in diese Kategorie passt.

 

Dabei handelt es sich mehr oder weniger um ein Tower Defense Game, allerdings in 2D. Und dabei sogar nicht so, wie man sich das nach diesem Satz denken würde (Ansicht von oben), sondern komplett anders (Ansicht von vorne). Der Blickwinkel gleicht also der eines 2D Jump & Runs, aber es spielt sich natürlich ganz anders. In drei Kampagnen mit den drei Völkern Wikinger, Azteken und Chinesen muss man jeweils zehn Levels bestreiten und sich gegen die anderen beiden Völker durchsetzen.

 

Grundsätzlich hat man dazu eine Basis ganz links im Bild und der Gegner eine ganz rechts. Anders als im Genre, zu dem ich das Spiel jetzt einfach mal sortiert habe, verteidigt man also nicht nur, sondern greift auch an – allerdings nicht immer, aber dazu später mehr. In der Basis hat man die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu erweitern und außerdem selbst Einheiten in den Kampf zu schicken. Doch zunächst sollte man immer erst ein paar Goldsammler losschicken, denn Gold ist das Hauptzahlungsmittel. Per virtuellem Knopfdruck kann man dann zum einen Einheiten produzieren oder auch mit der göttlichen Hand des Spielers direkt in das Geschehen eingreifen.

 

Alle Einheiten sind dabei jedoch nicht steuerbar. Einmal produziert laufen sie stur nach rechts und hauen alles klein, auf das sie treffen – oder werden selbst kleingehauen. Spannend an diesem Ansatz ist, dass man eben nicht nur stationäre Abwehr baut, sondern viel mehr darauf achten muss, dass die Gegner rechtzeitig vor der eigenen Basis durch mobile Kräfte aufgehalten werden. Hin und wieder kann man dabei sogar Wege wählen, indem man mit dem Touchpen einfach ein Wegschild antippt. Moment mal, Touchpen?

 

Ja, Swords & Soldiers ist nämlich ein Spiel, das man am besten ganz ohne Fernseher spielt, nur auf dem GamePad. Man kontrolliert alles nämlich am effizientesten über den Bildschirm. So kann man über die Karte scrollen, Einheiten losschicken und seine besonderen Fähigkeiten einsetzen – zur Steuerung aber später mehr.

 

Neben der Möglichkeit, seine Krieger in den Kampf zu schicken, kann man wie gesagt auch selbst eingreifen. Wenn man in seiner Basis die entsprechenden Fähigkeiten gekauft hat, lassen sich die eigenen Einheiten zum Beispiel auf Knopfdruck heilen, kurze Zeit unbesiegbar machen, Gegner mit einem Blitz, Giftangriff oder durch Feuerpfeile schwächen oder gar besiegen und vieles mehr. Schaut euch einfach meinen Video-Test an, wenn ihr dazu genaueres wissen wollt, da es viel leichter zu zeigen als zu erklären ist.

 

Natürlich hat jedes Volk dabei andere Möglichkeiten, genau das zeichnet die drei Kampagnen aus. Aber nicht nur das, die Missionen sind auch sehr unterschiedlich. Oft muss man seine Basis gegen die gegnerischen Angriffe verteidigen, bzw. den Gegner ausschalten. Aber hin und wieder ist man auch mal mit einer begrenzen Anzahl Einheiten ohne Verstärkung unterwegs und muss so das Ziel erreichen. Oder es gilt, eine bestimmte Zeit zu überleben. Oder man muss verhindern, dass der Gegner die Basis eines Dritten platt macht. Oder, oder, oder. So kommt keine Langeweile auf und vor allem muss man auch mehr nachdenken, da man nicht in jedem Level dieselbe Taktik verwenden kann.

 

Wichtig ist übrigens nicht nur das gesammelte Gold, sondern auch die magische Energie – das Mana. Es regeneriert sich automatisch im Laufe der Zeit und ist erforderlich für die eben erwähnten Spezialangriffe. Wenn man kein Mana hat, dann kann man auch nicht helfen. Allerdings gibt es Wege, schneller an neue Energie zu kommen. So kann man zum Beispiel durch Gold produzierte Einheiten opfern, um Mana zu gewinnen oder in seiner Basis Upgrades installieren, die dafür sorgen, dass es schneller regeneriert. Oder man baut Statuen, die die Energie für den Spieler schneller aus der Natur ziehen.

 

 

Technik und Steuerung!

 

Grafisch ist Swords & Soldiers in Ordnung. Die Figuren sehen wirklich nett aus, der Stil ist geradezu typisch für die Entwickler. Auch die Hintergründe sind schön gezeichnet und vor allem abwechslungsreich. Da man in den drei Kampagnen über die ganze Welt reist, bekommt man hier optisch einiges geboten: Wälder, Wüsten, Schneelandschaften, Sümpfe und mehr.

 

Akustisch bin ich auch zufrieden. Die Musik ist zwar gut, aber wiederholt sich leider schnell, was jedoch aufgrund der Qualität kein wirkliches Problem ist. Auch die kurzen Ausrufe der Figuren sind lustig, toll wäre noch eine Sprachausgabe für die sehr lustigen Zwischensequenzen gewesen. Hier erzählen die Völker nämlich ihre Motivation für den Kampf, bei den Wikingern ist das zum Beispiel die Suche nach Grillfleisch für das Fest nach Level 10. Dass muss man sich aber leider selber durchlesen.

 

Die Steuerung über das GamePad funktioniert wirklich einwandfrei. Die direkte Kontrolle über den Touchpen fühlt sich sehr gut an und läuft stets fehlerfrei. Man kann dank einer kleinen Leiste am unteren Bildschirmrand auch sehr schnell durch die Umgebung scrollen und dank einer Karte, die die Position der eigenen und gegnerischen Einheiten anzeigt, ist der Überblick stets gegeben. Ehrlicherweise konnte man hier aber auch nicht viel falsch machen, denn eigentlich tippt man ja die ganze Zeit nur irgendwelche Knöpfe an und wartet dann ab, was passiert.

 

Alternativ kann man auch am Fernseher über die Wii-Fernbedienung spielen. Das läuft dann über den Pointer, ist aber wesentlich unkomfortabler und ungenauer. Mit dem Touchpen geht es deutlich schneller und somit kann ich jedem nur raten, den Fernseher einfach auszulassen, da man ihn eh nicht braucht. Um den Blick vom GamePad zu heben, fehlt einfach die Zeit.

 

 

Jede Menge Extras!

 

Neben der Kampagne gibt es noch ein paar weitere Inhalte. Zum einen wäre da der Mehrspieler Modus, der aber leider nur offline spielbar ist. Dabei steuert einer sein Volk per GamePad und der andere lenkt die Geschicke seines Volkes mittels Wii-Fernbedienung auf dem Fernseher. Dabei muss man sich auf jeden Fall irgendwie absprechen, denn der Spieler auf dem Fernseher hat nicht nur den Steuerungsnachteil, sondern ist gegen Blicke des Gegners viel weniger geschützt. Soviel Fairness muss einfach sein, ansonsten macht es keinen Spaß. Wenn man sich daran hält, dann aber auf jeden Fall – aber wie immer wäre hier ein Online-Modus wirklich eine tolle Ergänzung gewesen.

 

Außerdem gibt es noch drei Herausforderungen. Hier muss man zum Beispiel mit einem einzelnen Krieger so weit wie möglich kommen oder so lange wie möglich Angriffe der Gegner überleben. Die dritte schaut ihr euch auch am besten im Video an, denn den Umgang mit dem Felsbrocken zu beschreiben bringt nicht den Spaß rüber, den man beim ersten Anschauen haben kann. ;-)

 

Zuletzt seien auch noch die Leistungen erwähnt. Es gibt eine Vielzahl an Nebenaufgaben, die den Spieler motivieren sollen, Levels mehrfach zu spielen. Und das funktioniert bei mir zumindest sehr gut. So hat man hier zum Beispiel die Aufgabe, in einem bestimmten Level nicht nur die Angriffswellen des Gegners zu überleben, sondern ihn vor Ablauf der Zeit ganz zu besiegen. Oder man muss eine bestimmte Anzahl an Einheiten gleichzeitig auf dem Schlachtfeld haben. Oder so gut sein, dass man keine göttliche Unterstützung braucht. Tolle Ideen sind dabei, die mich auch nach den ca. vier Stunden zum Durchspielen noch motiviert haben.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Swords & Soldiers ist ein wirklich gelungenes und kurzweiliges Spiel, das ich in der Art bisher noch nicht gespielt habe. Frische Ansätze, clevere Kombination von bestehenden Genres, tolle Steuerung und eine lustige Geschichte machen mir immer Spaß. Hier passt alles auch noch sehr gut zusammen, so dass ich den Download auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen kann.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

72%

Multiplayer

Release

22.05.2014

Developer

Two Tribes

Publisher

Two Tribes Publishing

Nintendo Points

3

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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