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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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The Cave

Adventure

26.02.2013

Autor: Marc Müller

 

 

Viele der älteren Semester kennen bestimmt noch die Adventure-Blockbuster „Maniac Mansion“ oder „Zak McKracken“. Letzteres war für mich Ende der Achtziger einer der faszinierendsten Titel. So viele detailreiche und abgedrehte Schauplätze, an unterschiedlichen Punkten in der Welt und sogar auf dem Mars, ein toller Soundtrack und vor allem die schräge Story mitsamt der witzigen Rätsel - so etwas gab es vorher einfach nicht. Nun, Schöpfer dieser Klassiker und Entwicklerlegende Ron Gilbert hat auch in der jüngeren Vergangenheit konsequent an Software-Projekten gearbeitet, trotzdem haben viele Gamer wohl nicht so viel von ihm mitbekommen. Mit The Cave sind er und sein Team wieder zurück. Hierbei handelt es sich zwar nicht um einen Vollpreis-Blockbuster, aber vielleicht passt das auch gar nicht in seine Philosophie, ist doch die Videospiele-Industrie im Vergleich zu damals quasi explodiert und hat sich leider oftmals in Richtung Mainstream orientiert.

 

 

I am a talking cave!

 

Eins kann man aber gleich zu Anfang feststellen: Der verrückt-subtile Humor ist auch im Jahre 2013 deutlich vorhanden und macht einen großen Teil des Spiels aus. So stellt ihr bereits in den ersten Minuten fest, dass die dunkle Erzählstimme kein beliebiger Kommentator, sondern "die Höhle" höchstpersönlich ist. Und von nun an wird euch diese des Öfteren bei eurem tun und vor allem bei euren Fehltritten kommentieren. So könnt ihr euch schon auf die nächsten dummen Sprüche gefasst machen, wenn euer Charakter durch eure Dusseligkeit dahinscheidet.

 

Los geht's aber am Anfang noch außerhalb der Höhle. Hier müsst ihr euch drei von sieben Charakteren aussuchen, mit denen ihr eure Plattform-Adventure-Mixtur bestreiten möchtet. Auch hier fällt die Kreativität des Teams auf, denn die Figuren sind keine ultracoolen 08-15 Superhelden im Anime-Look, sondern recht nerdige Sonderheiten wie eine betagte Wissenschaftlerin, ein amerikanischer Hillbilly oder ein etwas morbides Zwillingspaar, welches allerdings trotzdem als eine Person durchgeht.

 

Ihr seht also, die klassischen Rollenklischees der durchschnittlichen Videospielecharaktere werden kräftig durcheinandergewirbelt. Jede Figur hat dabei eine Spezialfähigkeit, die euch im Spiel einen Vorteil verschafft und ohne die einige Passagen auch gar nicht zu meistern sind. Die Zwillinge können z.B. kurz mit ihrem Geistkörper Objekte betätigen, während sie selbst schon wieder weiterlaufen. Der Ritter ist auf Knopfdruck unsterblich und die Abenteurerin kann sich mit ihrem Lasso über Abhänge schwingen.

 

 

Moderne Höhlenmalerei

 

Habt ihr die Höhle betreten, warten im Wesentlichen ein halbes dutzend Abschnitte auf euch, welche quasi mit Höhlengängen verbunden sind. Bei den Abschnitten handelt es sich zur Hälfte um Verknüpfungen zu euren drei Figuren. So besuchen die Zwillinge etwa ihr altes Elternhaus und die Abenteuerin trifft auf eine Pyramide. In diesen Bereichen übernimmt die jeweilige Hauptfigur die Führung, während die beiden anderen ihr zur Hand gehen, etwa Hebel betätigen, Kisten verschieben oder Figuren ablenken. Dazu könnt ihr ständig via Touchscreen zwischen den Charakteren hin und her wechseln und die auserwählte per Stick, wie in einem klassischen Jump & Run steuern. Hüpfabschnitte sind aber eher die Seltenheit und meist müssen die komplexen Rätsel durch Teamwork der Figuren und ihrer Fähigkeiten gelöst werden

 

Ich empfand dabei den Schwierigkeitsgrad als genau richtig und nervige, frustrierende Momente traten nicht auf. Sehr wohl muss man aber oftmals grübeln, denn die Aufgaben bestehen meistens aus Verkettungen von Ereignissen und Aktionen die ihr nacheinander durchführen müsst.

 

Einfach und falsch zugleich wäre es, wenn man sich dem Gedanken hingibt, dass es sich bei The Cave um ein durch und durch düsteres Spiel handelt. Gänzlich anders, sind die unterschiedlichsten Abschnitte nämlich sehr farbenfroh und fantasiereich gestaltet. Kein Stein gleicht dem anderen und so erwartet man stetig jeden neuen, hochaufgelösten Bildschirmabschnitt, auch wenn es sich ja eigentlich nur um einen recht einfachen, seitwärts scrollenden Titel handelt. Auch die musikalische Untermalung, die englischen Sprecher und die zahlreichen Soundeffekte sind stimmungsvoll und passend zum Spielgeschehen ausgewählt.

 

Im Übrigen könnt ihr den Titel auch (offline) zu dritt spielen. Dies entpuppt sich allerdings als äußerst unspektakulär, da ihr, versammelt vorm TV-Gerät, lediglich nacheinander euren Charakter steuern könnt.

 

 

Wo kaum Licht ist...

 

...ist trotzdem manchmal Schatten. Die Schwachpunkte offenbart der Titel vor allem an seiner Steuerung. Mit der Zeit schlägt es schon deutlich auf die Nerven zum x-ten Male hin und her zu laufen, oder aufgrund von zu hohen Sprüngen zu sterben. Letzteres passiert relativ oft, weil man beinah intuitiv versucht die ziemlich langsam ablaufenden Leiterpassagen abzukürzen. Auch die gelegentlich auftretenden Ruckler sind bei einem Titel mit einer vergleichsweise geringen Hardware-Beanspruchung seltsam. Ganz davon abgesehen, merkt man dem Spiel natürlich an, dass es für verschiedene Plattformen konzipiert wurde und eine Nutzung der Wii U-Features nicht annähernd ausgereizt wird.

Besonders ärgerlich: Wollt ihr in den vollen Genuss des Spiels kommen, müsst ihr den Titel drei Mal komplett durchspielen, da ihr nur so in jeden Bereich der sieben Charaktere kommt. Spätestens beim dritten Male werden die „allgemeinen“ Bereiche des Spiels allerdings pupslangweilig. Meine Empfehlung: Schaut euch nur einmal den Abspann an und erfreut euch an den vorausgegangenen fünf, sechs Stunden vorzüglicher Unterhaltung.


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Fazit

The Cave ist vielleicht kein Meisterwerk, aber ein guter, humorvoller und äußerst kurzweiliger Titel, der jeden Cent wert ist. Die Mischung aus knackigen Rätseln, kunterbunter aber trotzdem stimmungsvoller Optik und vor allem der gelungene Humor lassen leicht über die kleineren Mängel hinwegsehen. Wenn euch die Demo gefallen hat: Zugreifen!

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

schwach

Spielspaß

gut

81%

Singleplayer

62%

Multiplayer

Release

23.01.2013

Developer

Double Fine Studios

Publisher

Sega

Nintendo Points

12

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-3



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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