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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Nano Assault Neo

Shoot 'em Up

05.01.2013

Autor: Michael Lehmenkühler

 

 

Nachdem wir euch kürzlich die sympathischen Herren von Shin'en in unserem Interview vorgestellt hatten, ist es nun an der Zeit, das darin thematisierte Spiel, Nano Assault Neo, welches für 9,99 € im eShop der Wii U erhältlich ist, auf Herz und Nieren zu testen.

 

Herz und Nieren, das ist direkt ein guter Einstiegspunkt, denn bei diesem Twin-Stick Shooter übernimmt man die Rolle eines winzig kleinen Raumschiffs, welches ebenso winzige Zellen innerhalb eines Körpers abfliegt, um sie von Krankheitserregern zu befreien. Das Ganze wird in einer Art und Weise präsentiert, die extrem stark an Super Mario Galaxy erinnert, da man um die mikroskopisch kleinen Zellkörper aus einer vergleichbaren Perspektive herumfliegt. Wie es das Genre verlangt, steuert man sein Vehikel mit dem linken Stick, während man die fiesen Bazillen mit dem rechten Stick unter Beschuss nimmt. Um mit der zunehmenden Masse an Gegnern zurecht zu kommen, kann man sein Raumschiff stetig verbessern, indem man neue Upgrades entweder im Level einsammelt oder danach im Laden gegen verdiente Credits eintauscht. So kann man sich beispielsweise mit einem leichten Schutzschild ausrüsten, sich kleine, ebenfalls mit Feuerkraft ausgestattete Satelliten an die Seite stellen oder auf coole Extrawaffen wie eine Laserpeitsche zurückgreifen. Letztere verfügen über ein begrenztes Maß an Munition und werden mit der ZR-Taste ausgelöst.

 

 

Eine Vielfalt an ekeligen Gestalten

 

Das Spiel bietet insgesamt 16 verschiedene Zellkörper, die in vier Gruppen á vier Levels unterteilt wurden. Auf den jeweils ersten drei Zellen muss man stets circa 80-90 Gegner erledigen, bevor dann im abschließenden vierten Level ein Endboss folgt. Durch Einsammeln der fünf Buchstaben „B O N U S“ kann man sich jenen Bonus in kleinen Extralevels verdienen, indem man in einer Art Verfolgerperspektive durch enge Tunnel rast und ordentlich Moneten abkassiert.

 

Die einzelnen Zellen unterscheiden sich nicht nur in optischer Hinsicht, sondern auch vor allem, was das Gegneraufkommen angeht. So trifft man nicht nur auf Bazillen und Viren in den unterschiedlichsten Größen, sondern auch auf besonders fiese Gesellen, die beispielsweise nahezu unsichtbar sind oder ihre Schüsse direkt in mehrere Richtungen auf einmal abgeben. Als besonders gemein und nervtötend entpuppen sich bestimmte Baum-artige Kreaturen, die nach ihrem Ableben einen fünffachen Streuschuss abgeben – da mit ihnen meist nahezu das gesamte Level zugepflastert ist, befindet man sich dann eher in einem extremen Kugelhagel, als einem lieb ist.

 

Generell werden die Gegner im Spielverlauf schnell immer fieser, da der Schwierigkeitsgrad rasant ansteigt und insgesamt definitiv als „hoch“ zu bezeichnen ist. Die eigenen drei Raumschiffe, die jeweils drei Treffer aushalten, sind schnell aufgebraucht. Wer sich gerne die Zähne an schweren Spielen ausbeißt, ist bei diesem Titel an der richtigen Stelle. Dennoch hat man nicht das Gefühl, dass das Spiel unfair wird, was sehr löblich ist.

 

 

Sinnvolle Einbindung des Wii U-GamePads?

 

Die Nutzung des neuen Wii U-GamePads fällt eher durchschnittlich aus. Eine wirklich bahnbrechende Einbindung des Controller findet man im Einzelspieler nicht, hier zeigt das Pad eine Karte an und bietet die Möglichkeit, die Schussrichtung der eigenen Satelliten zu konfigurieren. Das ist nett, sonderlich häufig findet es aber keine Anwendung. Für Solisten ist das Feature, das Spiel ausschließlich auf dem GamePad zu nutzen, noch die Interessanteste, generell handelt es sich hierbei um eines der unterschätztesten Features der Wii U – in unserem Haushalt wurde es schon häufig genutzt, wenn gerade jemand anderes TV gucken wollte.

 

Sinnvoller wird das Pad im Mehrspielermodus eingesetzt, in welchem zwei Spieler kooperativ die Zellkörper bereinigen können. Während der Eine auf dem Fernsehbildschirm zockt, schaut der Andere nur auf das Pad – Splitscreen adé! Leider ist der Mehrspielermodus nicht sonderlich spannend, da man im Prinzip dasselbe Spiel wie im Singleplayer absolviert. Das ist zwar an sich genauso gut, einen wirklichen Koop-Mehrwert vermisst man aber. Ich spiele mit meinem 10do Show-Kollegen Benedikt wirklich sehr häufig kooperative Titel, in welchen eine gute Zusammenarbeit und Kommunikation beider Spieler von Nöten ist, bei Nano Assault Neo hat sich dies jedoch nicht eingestellt. Es spielte letztendlich irgendwie jeder für sich. Immerhin kann man seinem Mitspieler Leben klauen, wenn man selbst keine mehr besitzt, was zumindest ab und zu für hitzige Diskussionen im Eifer des Gefechts sorgen kann.

 

Was die Steuerung angeht, hat der Spieler am TV-Bildschirm die Wahl zwischen dem neuen Pro Controller, dem Classic Controller Pro und der üblichen Wiimote-Nunchuk-Kombo. Von Letzterer muss jedoch absolut abgeraten werden, da diese bekanntlicherweise nur einen Analogstick bietet, was bei einem Twinstick-Shooter zu offensichtlichen Problemen bei der Genauigkeit führt.

 

 

Überflüssigste Panne seit langem trübt Highscore-Jagd

 

Den großen Fokus auf die Highscore-Jagd macht bislang ein sehr ärgerlicher und schlichtweg „blöder“ Fehler kaputt, der hoffentlich bald per Patch behoben wird. So bietet das Spiel extra weltweite Ranglisten und einen auf Highscore-Jagd getrimmten Arcade-Modus, was aber alles dadurch getrübt wird, dass man seinen exakten Rang meistens einfach nicht einsehen kann. Es gibt zwar eine Anzeige des Ranges, auf dieser wurde aber, aus welchem Grund auch immer, direkt die Landesflagge des jeweiligen Spielers platziert. Man sieht also ungefähr, auf welchem Rang man sich weltweit mit seiner Punktzahl befindet, eine Stelle in der Rangzahl wird aber dummerweise durch die Flagge abgedeckt. So befinde ich mich dann z.B. auf Rang „2?482“ und ärgere mich über diesen überflüssigen, kleinen Patzer, der aber zum Glück leicht zu korrigieren sein dürfte. An sich nur eine Kleinigkeit, aber eine für mich sehr nervige, die mir im Prinzip jegliches Interesse an der Highscorejagd genommen hat.

 

Um weitere Anreize zu bieten, enthält das Spiel auch eine geringe Anzahl an Achievements. Das ist durchaus nett, motiviert aber nicht so sehr wie die Jagd nach Gamerscore-Punkten auf der Xbox. Auch wenn dies dort eigentlich eine stumpfsinnige Angelegenheit ist – dass so viele Zocker auf diese Punktesammelei stehen, kommt nicht von ungefähr. Schade, dass es sowas bislang auf der Wii U noch in keiner vernünftigen Ausführung gibt, Spiele wie Nano Assault Neo würden davon profitieren.

 

 

Technisch überbewertet oder wirklich so gut?

 

Last, but certainly not least, steht die Frage nach der Technik des Titels im Raum, welche ja bereits mit einigen Vorschusslorbeeren geadelt wurde. Und hierzu kann man nur sagen: Ja, das Spiel sieht super aus. Knackige Texturen, schöne Effekte, trotz riesiger Gegnerhorden flüssig und auch auf dem GamePad äußerst ansehnlich. Wenn man die Wahl hat, sollte man aber dennoch auf dem großen Fernsehbildschirm spielen, um die ganze HD-Pracht zu genießen. Ich finde lediglich, dass die Optik stellenweise etwas zu glänzend und dadurch gekünstelt erscheint, dies ist aber nur eine subjektive Randnotiz von mir.

 

Der Titel zeigt mit seinem eigenen Look, der mich vom Stil her irgendwie auch ein Stück weit an Metroid erinnert, auf jeden Fall direkt, wie gut auch Downloadtitel auf der Wii U aussehen können. Die Akustik des Titels ist ordentlich, aber nicht mehr, unter den treibenden elektronischen Beats ist bislang kein Ohrwurm hängen geblieben. Das hektische Geschehen auf dem Bildschirm wird aber dadurch ganz gut untermalt .


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Fazit

Unterm Strich ist Nano Assault Neo ein sehr gelungener Debüttitel für den eShop, der vor allem mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis glänzt. 9,99 € ist dieser Titel nicht nur zu 99,9 %, sondern zu 100 % Wert. Zwar kann man das Spiel als absoluter Vollprofi natürlich schnell durchzocken, der Schwierigkeitsgrad ist aber derart hoch, dass die meisten Zocker durchaus etliche Versuche brauchen werden. Ein Wiederspielwert ist auf jeden Fall vorhanden, wenn die kleine, von mir angesprochene Panne noch behoben wird, bin ich glücklich mit dem Titel. Nano Assault Neo bietet eine nahezu perfekte Mischung aus moderner HD-Optik und klassischem Arcade-Gameplay. Wer gerade einen Zehner für Videospiele übrig hat, sollte zugreifen!

Grafik

super

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

84%

Singleplayer

74%

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Shin'en

Publisher

Shin'en

Nintendo Points

10

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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