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Reviews: Nintendo Wii U eShop

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Little Inferno

Simulation

11.12.2012

Autor: Mario Kablau

 

 

Warnung: Spiele nicht mit Feuer!

 

Ein Spiel von den Machern von World of Goo muss bei mir persönlich keine Überzeugungsarbeit leisten, um gekauft zu werden. Mit keinem anderen WiiWare-Spiel hatte ich so viel Spaß, außer vielleicht mit LostWinds, aber das ist eine andere Geschichte. Als ich mit der Wii U das erste Mal den eShop betreten habe, fiel mir daher Little Inferno gleich auf und als ich las, von wem es ist, habe ich meine Kreditkarte gar nicht schnell genug zücken und damit Guthaben aufladen können.

 

Glücklicherweise ist der Download keine 100 MB groß, so dass das Spiel schnell auf der Konsole installiert war. Ich legte also sofort los. Da ich mir vorher einen Trailer angesehen hatte, wusste ich schon, das mich kein gewöhnliches Spiel erwartet, sondern im Wesentlichen ein Kamin, in dem man Sachen verbrennen muss. Ja, ein Kamin. Aber warum?

 

Weil es draußen in der Welt von Little Inferno aufgrund des vielen Rauchs immer kälter wird, hat die Tomorrow Corporation den Kamin mit dem Namen Little Inferno entworfen. In dem kann man sicher alles Mögliche verbrennen und sich so muckelig warm halten. Wer hier noch nicht die Ironie des Ganzen erkennt, für den ist das Spiel schon mal nichts. Alle anderen sollten aufmerksam weiter lesen.

 

 

Gameplay, oder: Wie ich Sachen verbrenne!

 

Am Anfang bekommt man beigebracht, dass man einfach nur mit dem Finger oder dem Touchpen irgendwo auf den Kamin zeigen muss, um ein Feuer zu legen. Solange der jedoch leer ist, fängt natürlich kein Feuer an zu brennen. Deshalb verbrennt man am besten gleich den ersten Hinweis, der da rum steht und direkt danach bekommt man seinen Briefkasten angezeigt.

 

Dabei handelt es sich um eine Leiste am unteren Bildschirmrand, die anfangs für vier Dinge Platz hat. Dort findet man zu Beginn die AGB des Little Inferno, kann diese jedoch nicht lesen, sondern nur verbrennen. Aber wer liest schon AGB? Außerdem ist dort der erste Brief von Miss Nancy, der Erfinderin des Little Inferno Entertainment Fireplace. Nachdem man diesen gelesen und auch verbrannt hat, geht das Spiel "richtig" los.

 

Man bekommt eine Anzeige, die sagt, wie viel Geld man hat und den ersten von sieben Katalogen. Jeder davon beinhaltet 25 Gegenstände, die man gegen Geld erwerben kann und die dann nach einer kurzen Wartezeit im Briefkasten liegen. Diese Dinge wirft man dann auch wieder in den Kamin und schaut dabei zu, wie sie verbrennen. Jedoch kann man nicht direkt alles aus dem Katalog kaufen, sondern nur die ersten drei Gegenstände. Kauft man diese, werden nach und nach weitere verfügbar, bis man irgendwann alle 25 besaß und verbrannt hat, was dann den nächsten Katalog verfügbar macht.

 

Allerdings muss man dazu auch ein gewisse Anzahl an Kombos gefunden haben, sonst bleibt der nächste Katalog verschlossen. Verbrennt man bestimmte Sachen zusammen, dann erhält man dafür einen von 99 Kombopunkten - so viele Kombos gibt es im Spiel - und ein paar Briefmarken. Die Briefmarken kann man einsetzen, um die Lieferzeit zu verkürzen, was vor allem später wichtig ist, da man auf manche Dinge sonst mehrere Minuten warten muss. Die Kombopunkte sind eben dazu da, den nächsten Katalog auch zu bekommen. Und als Gamer hat man natürlich einen Ehrgeiz, alle zu finden.

 

Aber wie findet man die eigentlich? Bei 175 Gegenständen sind ja quasi unendlich viele Kombinationen möglich. Dazu hat man eine Übersicht, in der jedoch zunächst nur die Namen der Kombos stehen und ob man dafür zwei oder drei Gegenstände gleichzeitig verbrennen muss. Anfangs ist das noch leicht, bei der "Fahrrad Piraten KOMBO" muss man logischerweise ein Fahrrad zusammen mit einem Piraten verbrennen. Über diese erste Kombo stolpert man aber vermutlich sowieso automatisch, weil die beiden Gegenstände im Katalog direkt nebeneinander stehen.

 

Später wird das aber immer schwerer, so dass man viel ausprobieren muss, um die Kombos zu entdecken. Oder könntet ihr mit der "Kalter Krieg KOMBO", der "Kettenraucher KOMBO" oder der "Der gelbe Ziegelsteinweg KOMBO" auf Anhieb etwas anfangen? Es wird natürlich auch alleine dadurch schwerer, dass man immer mehr Gegenstände zur Verfügung hat und daher die Möglichkeiten immer größer werden. Die Suche nach Kombos ist aber auf jeden das, was bei Little Inferno am meisten Spaß macht.

 

 

Ist das wirklich schon alles?

 

Nein, natürlich nicht, denn man braucht ja Geld, um die ganzen Gegenstände auch kaufen zu können. Dazu krabbeln zum einen manchmal kleine Spinnen von oben in den Feuerplatz. Diese zerquetscht man dann einfach mit dem Touchpen und sie hinterlassen etwas Geld. Toll, oder? ;-)

 

Zum anderen bekommt aber auch Geld für das Verbrennen von Gegenständen, meistens sogar mehr als die Gegenstände gekostet haben. Man muss also aufpassen, dass man nicht alles auf einmal ausgibt, und Gegenstände finden, die besonders viel Geld bringen, den später wird der Einkauf recht schnell relativ teuer. Des Weiteren kosten die neuen Kataloge auch noch Geld. Und man kann seinen Briefkasten erweitern, um nachher bis zu sieben Gegenstände auf einmal zu bestellen.

 

Zuletzt wäre da noch die Nachbarin, die dem Spieler regelmäßig Briefe schreibt und von ihrem eigenen Litte Inferno berichtet. In ihren Monologen wird erst so richtig klar, wie seltsam die Welt eigentlich ist. Genau diese Briefe sind sowas wie die Geschichte des Spiels und sehr unterhaltsam.

 

Manchmal bittet die Nachbarin auch um Hilfe und möchte einen bestimmten Gegenstand geschenkt haben. Diese vier Dinge solltet ihr euch gut merken, denn sie sind ein wichtiger Schlüssel am Ende. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Grafisch ist das Spiel sehr reduziert. Der Stil der Macher kann mich allerdings echt begeistern, es ist World of Goo sehr ähnlich, auch wenn man davon nur wenig sieht. Die meiste Zeit starrt man nämlich auf den Kamin und sieht nur dabei zu wie Gegenstände verbrennen. Das Feuer ist auf jeden Fall sehr gut gelungen und die Gegestände sind auch wirklich gut gemacht und teilweise sehr lustig. Es gibt auch Dinge, die das Feuer farblich verändern, pixelig machen oder Explosionen auslösen. So gibt es echt immer etwas Neues zu entdecken.

 

Akustisch bietet das Spiel nicht viel außer Knistern von Feuer und einige Geräusche, die die Gegenstände von sich geben. Außerdem hat man ein bisschen der typischen World of Goo-Musik, vor allem am Ende sorgte das bei mir für Gänsehaut pur, ich liebe diese Musik einfach.

 

Was den Umfang angeht, ist Litte Inferno nur schwer zu bewerten, denn es ist im Prinzip die meiste Zeit ein virtueller Kamin, oder wie es Miss Nancy in einem ihrer Briefe schreibt: "...und halte dich warm im Leuchten deines High Definition Entertainment Produkts!" Man darf also echt kein Spiel mit Punkten, Geschichte, Leben etc. erwarten, sondern einfach eine lustige Freizeitbeschäftigung durch Verbrennen von Gegenständen.

 

Das Spiel an sich kann man in ca. 3-4 Stunden durch haben, also quasi alles einmal verbrannt haben. Will man aber alle Kombos finden und die anderen versteckten Ziele erfüllen, dann kann man viel mehr Zeit damit verbringen. Und wem es Spaß macht, Dinge zu verbrennen und einfach alles Mögliche auszuprobieren, für den wird es vermutlich niemals langweilig werden.


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Fazit

Little Inferno ist kein typisches Spiel, sondern ein virtueller Feuerplatz mit schwarzem Humor und einer sehr gesellschaftskritischen Hintergrundgeschichte. Im Prinzip geht es aber "nur" darum, Dinge zu verbrennen und dabei zuzusehen. Durch Kombos und die sieben Kataloge wird man spielerisch doch etwas gefordert, aber man muss sich trotzdem vor dem Download klar darüber sein, dass man 15 Euro für ein digitales Feuer ausgibt. Dennoch hat es sich für mich gelohnt, ich hatte viel Spaß und habe es tatsächlich geschafft, alle 99 Kombos zu finden, was wirklich keine leichte Aufgabe war. So, jetzt verbrenne ich noch ein paar Leuchtkäfer zusammen mit einem Kammerjäger, einem Magneten und einer Sonnenbrille.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Tomorrow Corporation

Publisher

Tomorrow Corporation

Nintendo Points

15

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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