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WarioWare: Smooth Moves

Party

03.11.2016

Zum Video-Test

Autor: Julian Richter

 

 

Der mysteriöse Formenstab

 

In WarioWare: Smooth Moves nutzt der Spieler die Kraft des Formenstabs, respektive der Wii Fernbedienung, um eine Vielzahl an Mikro-Games zu lösen, die bereits aus den vorgängigen WarioWare-Titeln bekannt sein dürften. Eine Runde besteht meist aus 15 bis 20 Mikro-Spielen, bei denen man nur drei vermasseln darf, bevor es Game Over heißt. Eine schwierige Sache, zumal die Zeit immer knapper wird. Anfangs hat man vielleicht noch zehn Sekunden zur Bewältigung einer Aufgabe, im Verlauf des Spiels jedoch plötzlich nur noch fünf. Schafft der Spieler es bis ans Ende einer Session, erwartet ihn das Boss-Spiel. Dieses ist besonders schwer und beinhaltet meist einen Gegner, den es zu bezwingen gilt. Sei es ein riesiger Drache, ein Schwertmeister oder eine Horde wildgewordener Miis.

 

Der Plot ist in verschiedene Charaktere aufgeteilt. Zunächst ist nur Wario auswählbar, doch nachdem man seine Aufgaben erledigt hat, kommen weitere Einwohner von Diamond City aus ihren Löchern gekrochen und nehmen am Spiel teil. Je mehr Charaktere man abschließt, desto mehr andere tauchen auch auf. Die Mikrospiele werden dabei in alltägliche Situationen der Charaktere eingebunden. Während Mona versucht, ein Footballspiel mit ihren Cheerleader-Künsten zu pushen, versucht Ashley, eine monströse Pflanze zu erschaffen und Jimmy T. die Disco mit einigen tierischen Freunden zu rocken. Jeder Charakter hat ein anderes Thema. Dementsprechend fallen auch die Mikrospiele aus.

 

Als besonderes Extra kommt noch hinzu, dass man den Formenstab nicht nur auf eine Weise verwenden kann, sondern in den einzelnen Story-Parts der Charaktere immer neue Formen präsentiert bekommt. Allerdings sind diese Formen nicht nur reine Dekoration, um das Spiel etwas innovativer wirken zu lassen, sondern bringen tatsächlich einen Nutzen. Die Mikrospiele sind nämlich so konzipiert, dass der Gebrauch der einzelnen Formen die Lösung tatsächlich erleichtert.

 

Mit der Form „Frittenfinger“ lässt sich zum Beispiel ein Dartpfeil wesentlich leichter werfen und ein Schlüssel wesentlich leichter drehen, als mit der Form „Fernbedienung“, die besser zum Auswählen oder Zappen geeignet ist. Hier wurden sich wirklich einmal Gedanken gemacht, wie die Wii Remote sinnvoll zum Einsatz gebracht werden könnte, anstatt einfach nur eine Bewegung auszuführen, die wild herumgefuchtelt dieselbe auswirken hat wie präzise gesetzt.

 

 

Diamond City lebt

 

Wer die vorherigen WarioWare-Spiele gespielt hat, wird sicher gemerkt haben, dass die Charaktere dort mehr oder weniger als Level dienen, um es mal plump auszudrücken. Sie hatten keine wirkliche, sonstige Bewandtnis, man hat sie nicht als eigenständigen Charakter gesehen, sondern als Mittel zum Zweck. Dies hat sich in WarioWare: Smooth Moves jedoch endlich geändert. Die Charaktere hier führen ein echtes Leben: Sie haben Beziehungen zueinander, treffen und unterhalten sich. Wario bekommt von Penny zum Beispiel ein Motorrad geschenkt. Jimmy T. und Jimmy P. laufen sich zufällig über den Weg und sogar Liebesgeständnisse zu Mona werden offenbart. Es wirkt alles viel lebendiger, viel authentischer - die Charaktere vegetieren nicht nur einfach nebeneinander her, sondern haben ihr eigenes Leben und ihre eigenen Sorgen.

 

Der Spieler bekommt die Chance, einen kleinen Blick in den Alltag verschiedenster Charaktere zu werfen und zu sehen, was sie gerade beschäftigt. Angefangen natürlich mit Wario, der ein vollkommen normales, spießbürgerliches Leben zu führen scheint. Er sitzt in seiner Wohnung und mampft Süßigkeiten, die ihm plötzlich von einem kleinen Männchen geklaut werden. Daraufhin rennt er dieser Gestalt natürlich hinterher und landet bald darauf in einem Tempel, in dem er den Formenstab findet. Sobald er diesen an sich nimmt, rollt ein riesiger Felsen auf ihn zu. Mithilfe des Formenstabs schafft er es schließlich, dem Felsen zu entkommen und da erkennt Wario, wie mächtig dieses Teil doch sein muss. Folglich nutzen auch alle anderen Bewohner Diamond Citys den Formenstab, um ihre Probleme zu lösen.

 

 

Wario-typische Grafik und stimmiger Sound

 

Der Grafikstil von WaroWare-Titeln erinnert leicht an Anime, allerdings doch mit einem eigenen Touch. Ich finde, dass der Humor der Serie besonders durch den grafischen Stil enorm gefördert wird. Die Mikro-Games sind grafisch unterschiedlich gehalten und das macht sie auch so schön. Je nach Situation und Mikrospiel wurde ein anderer Stil gewählt, sei es nun 2D oder 3D. Einige Szenen sehen sehr realistisch aus, andere wiederum einfach nur bunt und phantastisch. Darüber hinaus wurden ebenfalls kurze Szenen aus bekannten Nintendo-Spielen zu Mikrospielen verwurstet.

 

Zum Sound kann man nur sagen, dass er sehr individuell und abgestimmt ist. Jeder Charakter hat in WarioWare: Smooth Moves seine eigene, typische Untermalung. Während Mona anspornende Musik, passend zum Cheerleading hat, bekommt Ashley eher gruselige und düstere Musik. Die Mikrospiele selbst haben ebenfalls verschiedene, kurze Soundtracks bekommen, was schon sehr bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass es über 100 davon gibt. Doch gerade diese kleinen Details bereichern das Spielerlebnis um Einiges.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.

Fazit

WarioWare: Smooth Moves ist meiner Meinung nach eines der besten Umsetzungen der WarioWare-Reihe. Es gibt Persönlichkeit zu den Charakteren und bietet durch etliche Haupt- und Nebenstorys grenzenlosen Spielspaß und eine so gesehen unendliche Spielzeit. Die verschiedenen Formen der Wii Fernbedienung sind sinnvoll und eine innovative Art, die Steuerung der Wii gezielt einzusetzen. Die Variation der Grafikstile erzeugt eine besondere Atmosphäre, in der man sich stets wohlfühlt. Untermalt wird das Ganze von charaktertypischen Soundtracks, die von episch bis urkomisch reichen. Von mir gibt es für WarioWare: Smooth Moves eine klare Kaufempfehlung und die Deklaration, eines der bestumgesetzten Wii-Spiele zu sein.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

super

86%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

06.10.2016

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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