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EarthBound Beginnings

RPG

12.10.2015

Mother ist der erste Teil der vierteiligen Mother-Serie und erschien erstmals 1989 für das Nintendo Entertainment System. Ein Jammer, denn wir Europäer als auch die Amerikaner konnten, aufgrund der geringen Nachfrage für solch spezielle Rollenspiele, dieses Spiel nie spielen – bis es endlich 2015 für die Wii U-Virtual Console erschien. Denn Mother (oder auch jetzt EarthBound Beginnings) ist kein klassisches Rollenspiel: Im Gegensatz zu vielen mittelalterlich-angehauchten Fantasie-Rollenspielen, knüpft Mother eher in der Postmoderne an und erzählt die Geschichte eines Jungen in einer fiktiven, amerikanischen Kleinstadt, in der allerlei merkwürdige Dinge geschehen.

 

Entwickelt wurde das ganze von Itois Entwicklerstudio Ape Inc., Pax Softnica und Nintendo Tokyo R&D Products.

 

Aber, wie gut lässt sich dieses Spiel noch spielen und lohnt sich dies überhaupt noch? Dieser Frage werde ich in diesem Testbericht nachgehen!

 

Klassisch verwirrende NES-Story

Das Spiel beginnt mit einer Text-Intro-Sequenz, in der von einem außergewöhnlichen Vorfall berichtet wird: Um das 1900 verschwindet das frischverheiratete Paar George und Mary ohne jede Spur. Zwei Jahre später taucht auf einmal George wieder auf und widmet sich merkwürdigen Studien.

 

Ja, mehr dazu wird am Anfang auch nicht erzählt. Mal davon abgesehen, dass die Geschichte semantisch totaler Unsinn ist. Zumal man als Spieler keinen blassen Schimmer hat, inwiefern die Vorgeschichte mit der Hauptgeschichte verbunden ist. Die Intro-Sequenz hätte man lieber zu einem anderen Zeitpunkt integrieren können, so verwirrt man den Spieler nur unnötig.

 

Dann startet auch schon das Spiel geschehen. In den 1980er Jahren in der fiktiven Stadt Podunk: Der Hauptcharakter, der laut Nintendo „Ninten“ heißen soll (kreativ!), wird auf einmal in seinem Zimmer von einem paranormalen Phänomen heimgesucht: Eine Lampe scheint besessen zu sein und unseren Hauptcharakter anzugreifen – und hier startet auch gleich die erste richtige Gameplay-Einlage: Ein Kampfbildschirm!

Aber zu den Kämpfen werde ich in einem anderen Abschnitt zu sprechen kommen.

 

Nach einigen erbitterten Kämpfen mit Wohnungsutensilien, und nachdem wir unsere Mutter angesprochen haben, klingelt auf einmal das Telefon. Es ist unser Vater, der uns erzählt, wir seien von einem Poltergeist heimgesucht worden. Er unterrichtet uns auch darüber, dass unser Großvater PSI (was auch immer das sein soll; wenn man sich in die Situation eines Neulings der Serie hineinversetzt) studiert hat. Dann sollen wir noch einen Kellerschlüssel finden. Alles völlig zusammenhangslos...

 

Story-technisch bietet das Spiel leider nicht allzu viel, bis auf ein paar Story-Fetzen und kaum Anhaltspunkte. Es ist unfassbar nervig sich so durch dieses Spiel durchzuwursten. In den meisten Fällen muss man sich die nächsten Schritte irgendwie selbst zusammenreimen, was äußerst frustrierend sein kann. Ich muss gestehen, dies ist auch einer der Gründe, wieso ich das Spiel vorzeitig abgebrochen habe, dazu später mehr.

 

Altbackenes Gameplay gepaart mit Horror-Kämpfe

Leider spielt sich das Spiel für heutige Verhältnisse einfach „zu alt“. Es fängt schon beim Laufen an: man kann sich nur „kästchenweise“ in acht Richtungen fortbewegen. Das fühlt sich einfach unfassbar träge an und kann in einigen Situationen (wie z.B. eine Tür betreten) frustrierend sein, da man sich nicht wirklich pixelgenau positionieren kann. Auch das Ansprechen und Untersuchen von Objekten ist sehr umständlich, da man ständig ein Menü aufrufen muss und die richtige Aktion auswählen muss (obwohl beide Aktionen völlig identisch sind).

 

Am aller Schlimmsten sind aber die Kämpfe. Wie es sich für klassische RPGs gehört, natürlich rundenbasiert. Doch die Kämpfe ziehen sich und wirklich strategisch vorgehen muss man nie. Stupides Button-Smashing ist die beste Lösung. Dennoch, dass Ganze wird noch dadurch verschlimmert, dass Random-Encounter viel zu oft auftauchen… Es ist eine Farce sich vom einen Gebiet zum anderen durchzuquälen! Alle zwei bis drei Schritte taucht ein Gegner auf. Ich mag Random-Encounter einfach nicht: Sie sind nervig und ziehen das Spiel unnötig in die Länge. Es ist einfach unschönes Game-Design. Gegner sollten immer sichtbar sein.

 

Die Kämpfe lassen sich zwar minimal beschleunigen, indem man die Textgeschwindigkeit hochdreht, doch dabei gehen einige lustige Sprüche während des Kampfes verloren; die Kämpfe bleiben so oder so furchtbar.

 

Beim Kämpfen lassen sich aber auch Spezialattacken wie PSI, das sind übernatürliche Fähigkeiten, oder Items benutzen. Das macht das Kampfsystem zwar ein wenig strategischer (hauptsächlich Zwischenboss- und Bossgegner), wenn man nicht wieder mit total banalen Random-Encouter-Gegner die Zeit totschlägt.

 

Besonderheit der Kämpfe sind die Gegner an sich: Mal sind es aufmüpfige Bauern, irgendwelche verranzten Hippies oder ein Pseudo-Zombie. An Gegnervielfalt mangelt es dem Spiel sicherlich nicht.

 

Obsolet ist das neue Schwarz!

Technisch ist das Spiel eindeutig veraltet. Selbst grafisch ist das Spiel nicht mehr wirklich ganz zumutbar. Die Perspektive ist orthographisch-isometrisch, was die Steuerung um einiges (rein optisch) unbequemer macht. Beispielsweise sind Wege so schräg, dass man selbst eigentlich gar nicht auf ihnen laufen kann. Es wirkt alles irgendwie aufgeklebt. Allgemein ist der Grafikstil nicht sonderlich hübsch, selbst für ein NES-Spiel. Kaum Details, eintönige Objekte und viele Häuser im Spiel sind nur „Schein“.

 

Die Musik hingegen ist atemberaubend gut!

Alleine das Stadt-Thema ist so unfassbar atmosphärisch; die individuellen Battle-Themes sind großartig und allgemein wirkt alles aus einem Guss. Gerade, weil verschiedene Musikrichtungen wie z.B. Ragtime, Blues oder Jazz bedient werden. Der Komponist Hirokazu Tanaka gehört einfach zu einen der besten Videospielkomponisten seiner Zeit!

Fazit

EarthBound Beginnings ist ein sehr schlecht gealtertes Spiel. Für wirkliche Hardcore-Fans der Serie, kann ich das Spiel noch so empfehlen. Aber wirklich nachgeholt werden, braucht das Spiel nicht. EarthBound bzw. Mother 2, der Nachfolger, fühlt sich um Welten besser an und spielt sich vergleichsweise noch ausgezeichnet. Auch werden einige Musikstücke aus EarthBound Beginnings neuaufgelegt und arrangiert. Als kleiner Retro-Ausflug kann ich dieses Spiel leider nicht wirklich empfehlen, da es auf dem NES deutlich bessere Alternativen gibt. Als Einsteiger der EarthBound-Serie empfehle ich auch eher den SNES-Ableger.

Grafik

schwach

Sound

gut

Steuerung

schwach

Spielspaß

schwach

52%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

27. Juli 1989

Developer

Ape Inc., Pax Softnica

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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