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Wario Ware: Minigame Mania

Party

20.05.2014

Autor: Lukas Strübig

 

 

 

WarioWare ist mehr als nur eine strahlende Perle des GBAs. Wario Ware ist etwas ganz Besonderes. Es ist eines dieser Projekte, an denen das Entwicklerteam heimlich bis zur Vollendung arbeitete, weil niemand in der Chefetage daran glauben wollte. WarioWare stellt die Fundamente des Gamings in Frage, experimentiert mit ihnen, nimmt sie auseinander, setzt sie wieder zusammen und macht dabei auch noch unglaublich viel Spaß.

 

 

Gameplay

 

Es ist wirklich schwer das Gameplay dieses Meisterwerkes zu beschreiben und ihm dabei gerecht zu werden. Denn im Prinzip hört es sich extrem simpel an. WarioWare ist eine Sammlung von Minispielen. Nein, von Mini-Minispielen. Von Mikrospielen. Diese Mikrospiele dauern jeweils immer nur wenige Sekunden und werden zufällig nacheinander in verschiedenen Leveln gespielt. Einzige Regel: Es werden nur Steuerkreuz und A-Knopf benötigt. Der Rest wird lediglich durch ein Schlagwort am Anfang wie "Springen!", "Ausweichen!", "Hochziehen!" oder "Springen?" erklärt. Und alles andere muss der Spieler selbst heraus finden.

 

Die Story selbst ist eine Parodie auf die Gaming-Industrie, die zu der Zeit eher an Wunschdenken erinnert. Es geht um Wario, der im Fernsehen einen Bericht darüber sieht wie viel Geld Nintendo gerade mit dem Entwickeln von Spielen verdient (im Jahre 2003, höhö). Beflügelt von dieser Idee eröffnet er sein eigenes Entwicklerstudio, WarioWare, und die Aufgabe des Spielers ist es, Warios alte Freunde zu sammeln und zu seiner Firma zu bringen in dem man... ihre Spiele spielt?

 

Die Geschichte an sich ist keine, hat keine zusammenhängende Story und selbst das Bisschen was man hat macht nicht besonders viel Sinn. All das passt aber zu der absoluten Verrücktheit von WarioWare.

 

Wario ist Marios verschrobener Cousin, und allein er selbst ist schon ein ziemlich dämliches Konzept. Ich meine, man dreht einfach den Anfangsbuchstaben von Namen des Protagonisten um und hat daraufhin seinen Nemesis? Wario selbst scheint sich dieses Umstandes bestens bewusst zu sein und tut auch sein Bestes, um diese Rolle zu erfüllen. Manche Mikrospiele bestehen daraus, wie er als kleiner Schädling eine riesige Torte fressen will, während riesige Finger ihn zu greifen versuchen, oder wie er einfach versucht, seine riesige Plautze zu verstecken. Darüber hinaus ist er ein unglaublicher Fan von Seilchenspringen und bietet seine eigene Version von Dr. Wario oder Sheriff an... Und all das klingt einfach nicht halb so verrückt wenn man es nicht selbst im Spiel erlebt. Also zurück zu den Mikrospielen.

 

Diese rangieren von einfachem A-Knopf Spammen bis hin zu relativ komplexen Aufgaben wie sich eine Reihenfolge von Eingaben zu merken und zu wiederholen. Interessant dabei ist, dass wirklich jedes Spiel selbsterklärend genug ist, sodass man sofort, aus dem Stehgreif so ziemlich jede Aufgabe meistern kann, selbst wenn man sie zum ersten Mal sieht. Und damit werden auch einige Fragen ans Game Design gestellt. Viele Spiele beginnen mit der Frage, wer man überhaupt ist, und was das Ziel des Spiels ist. Das führt zu teilweise absurden Konzepeten, wie, dass man ein Regenwurm unter vielen ist und in eine Pfütze kriechen muss, oder dass man als Mücke durch Wolken von Insektenspray fliegen muss um ein Baby zu stechen. Und spätestens wenn man als Samus Aran in Tourian steht und einfach nur mit dem Druck auf den A-Knopf Mother Brain vernichten, oder als Link in die nächstbeste Höhle verschwinden muss fragt man sich, wo sich denn ein großes, zusammenhängendes Spiel von einer Mikrospielsammlung unterscheidet.

 

Und nebenbei bietet WarioWare wohl die Seltenheit von Multiplayer-Spielen, die sich zu zweit an einem Handheld spielen lassen.

 

 

Grafik und Sound

 

So absurd das Spiel ist, so sieht es auch aus. Wario hat wirklich einen skurrilen Haufen an Freunden um sich gescharrt, mit einem Afro tragenden Discotänzer angefangen, über einen verrückten Professor bis hin zu einem Alien namens Orbulon ist wirklich alles dabei. Und das prägt den Stil des Spiels ungemein.

 

Wario liebt das verschrobene, das tabuisierte und das abartige. In einem Moment wird die Zahl der momentanen Stage eine Toilette herunter gespült, in der nächsten muss man zum Gewinnen in der Nase popeln, im übernächsten ist man eine einsame Frau, die am Meer auf die Rückkehr ihres Geliebten wartet, und man muss sich die laufende Nase hochziehen. Es ist aber auch deshalb eben sehr experimentell. Öfter sieht man digitalisierte Fotos von Katzen oder Hunden, und so manch ein Akteur in den Mikrospielen ist ein echtes Bild von einem echten Menschen, obwohl dieser nur die Barriere einer Pong ähnlichen Aufgabe darstellt.

 

Die Musik ist gleichermaßen schrill und abgedreht. Und dann findet sich hier und da doch ganz passend unpassend ein japanischer Popsong.

Fazit

Es ist wirklich nicht leicht zu beschreiben, warum WarioWare ein so großartiges Spiel ist. Es fehlen einfach die Worte dazu. Alles was ich sagen ist, dass WarioWare, Inc.: Minigame Mania eine Erfahrung ist, die jeder Gamer, vielleicht jeder Mensch, einmal gemacht haben sollte.

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

super

Spielspaß

super

86%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

23. Mai 2003

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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