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The Legend of Zelda: Oracle of Seasons

Action Adventure

26.09.2013

Autor: Martin Küpper

 

Nintendo hat nicht unbedingt gute Erfahrungen gemacht, wenn es darum geht die Zelda-Reihe einem anderen Entwickler anzuvertrauen. Als man Philips Anfang der 90er nach einem geplatzten Deal die Rechte an Mario und Zelda quasi als Entschädigung angeboten hat, war das Ergebnis jedenfalls eine Katastrophe. Über die drei Zelda Spiele die Philips auf ihrem Cdi veröffentlicht haben, breiten die meisten Zelda-Fans noch heute den Mantel des Schweigens.

 

Und dennoch gab Nintendo die Zelda-Reihe Anfang der 2000er wieder in externe Hände, genauer gesagt in die Hände von Capcom. Die wollten ursprünglich gleich drei Zelda-Spiele für den Gameboy Color entwickeln, die man untereinander verknüpfen können sollte. Letztlich erschienen aber dann doch nur zwei Spiele: Oracle of Seasons und Ages, das Kollege Mario getestet hat.

 

Dass das Ergebnis deutlich besser war als die schrecklichen Spiele von Philips, dürfte sicher keinen überraschen. Viel schlechter geht es schließlich nicht. Aber konnte Capcom auch mit der hohen Qualität der Nintendo Titel mithalten?

 

 

Typisch Zelda

 

Die Handlung ist jedenfalls äußerst typisch für die Reihe aufgebaut, auch wenn sie um komplett neue Charaktere gestrickt wurde. Die Rolle von Zelda nimmt die Tänzerin Din ein, die gleichzeitig das namensgebende „Orakel der Jahreszeiten“ ist. Gleich zu Beginn wird sie jedoch vom durchtriebenen General Onox entführt, woraufhin das Wetter im Land Holodrum verrückt spielt. Links Aufgabe ist es nun die holde Maid zu retten und das Wetter wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Und um das zu bewerkstelligen, muss Link die acht „Essenzen der Natur“ finden, damit der mächtige Maku-Baum seine alte Stärke zurückerlangt. Klingt doch wirklich typisch Zelda, oder?

 

Auch spielerisch wagt das Spiel auf den ersten Blick keine Experimente. Die Zelda-Grundformel bleibt quasi unangetastet. Man erkundet eine große Spielwelt, die sowohl zahlreiche Geheimnisse, als auch einige Charaktere beherbergt, die Titelheld Link bei seiner Aufgabe meist unterstützen. Auch Gegner trifft man hier, die man vornehmlich mit dem Schwert in Schach halten kann.

 

Richtig fordernd wird es aber natürlich erst in den Dungeons, die deutlich mehr Gegner-Aufkommen haben und zudem mit einigen Rätseln euer Oberstübchen auf die Probe stellen. Auch hier ist eigentlich alles beim alten: Schlüssel öffnen verschlossene Türen, das neue Item öffnet euch zahlreiche Wege und am Ende wartet dann ein fieser Boss, der nach seinem Ableben einen Herzcontainer zurück lässt.

 

Zelda Fans fühlen sich hier also sofort heimisch. Capcom hat es verstanden den Charme und die Stärken der Reihe einzufangen. Ohne jedoch eigene Ansätze und Ideen komplett zu vernachlässigen...

 

 

Frühling, Sommer, Herbst und Winter...

 

Neben zahlreichen kleineren Neuerungen und Ideen, wie etwa diversen Ringen mit unterschiedlichen Kräften und vor allem den putzigen Reittieren, hat Oracle of Seasons ein großes, neues Haupt-Feature: Den Wechsel der Jahreszeiten. Mit dem sogenannten Stab der Jahreszeiten ist es möglich auf Knopfdruck zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu wechseln. In jeder Jahreszeit ist die Welt ein wenig anders – und so stehen euch im Sommer etwa ganz andere Wege zur Verfügung als im Herbst.

 

Ein gutes Beispiel wie das Spiel um dieses Feature aufgebaut ist, könnte zum Beispiel eine Wasserstelle sein. Der wasserscheue Link kann diese im Frühling, Sommer und im Herbst nicht überqueren – doch wechselt ihr in den Winter friert das Wasser augenblicklich. Nun kann Link, wie einst die Inuit, gefahrlos über die Fluten gehen und erreicht so völlig neue Orte.

 

Dieser Wechsel zwischen den Jahreszeiten wird im Spielverlauf immer wieder von euch verlangt. Doch da Capcom das Feature oft sehr kreativ eingebaut hat, wird das so schnell nicht langweilig. Leider stört es aber ein wenig, dass man vom Frühling beispielsweise nicht sofort zum Winter wechseln kann. Ihr wechselt erst vom Frühling in den Sommer, vom Sommer in den Herbst und schließlich endlich vom Herbst in den Winter. Das wird auf Dauer dann leider doch etwas nervig.

 

 

A Link to the Ages

 

Die zweite große Eigenheit von Seasons ist natürlich, dass man es mit seinem „Schwestern-Spiel“ Oracle of Ages verbinden kann. Hat man eines der beiden Spiele durch, bekommt man einen Code, der beim Start des zweiten Abenteuers eingegeben werden kann. Das verändert einiges am Spiel, wie etwa den Fundort diverser Items. Vor allem wird so aber ein zusätzlicher Handlungsstrang zugänglich, der die beiden Abenteuer verbindet.

 

Wer wirklich alles sehen möchte, kann das also nur auf diese Art und Weise schaffen. Doch auch für sich genommen ist Oracle of Seasons schon ein vollwertiges Zelda-Spiel.

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.

Fazit

Capcom konnte die hohe Qualität der Zelda-Reihe definitiv halten. Der ständige Wechsel zwischen den Jahreszeiten kann mitunter zwar etwas dröge werden, doch dank kreativer Einbindung ist auch dieses Feature grundsätzlich positiv umgesetzt worden. Das lässt sich quasi 1:1 auf das Spiel übertragen: Alles ist gut gemacht, nur im Detail fehlt es vielleicht etwas an dem letzten Funken Genialität, den andere Zelda-Spiele haben.

Für Zelda-Fans sind beide Oracle Teile aber definitiv Pflicht, ganz besonders aufgrund der ungewöhnlichen und interessanten Verbindungsmöglichkeit, die ich so gerne noch mal haben würde. Wenn nicht bei Zelda, dann vielleicht bei Pokémon?

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

super

85%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

2001

Developer

Capcom

Publisher

Nintendo

Nintendo Points

5

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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