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Punch-Out!!

Sport

27.08.2013

Autor: Michael Lehmenkühler

 

Was hat Mike Tyson nicht schon alles erlebt? Er war mehrfacher World Champion, er hat einem Kontrahenten im Ring ein Sinnesorgan abgebissen, ihm wurde auf der Kinoleinwand sein Tiger entführt und er war tatsächlich sogar der Endgegner in seinem eigenen NES-Spiel! Nach Ablauf der Lizenz wurde Mike Tyson aus "Punch-Out!!" leider wieder entfernt und durch den ominösen Mr. Dream ersetzt, sodass wir auch in der vorliegenden Wii U-Fassung auf die Boxikone verzichten müssen. Dem Spielspaß tut dies jedoch wenig Abbruch, denn Punch-Out!! ist einer der Titel, die in nahezu jeder Hinsicht gut gealtert sind.

 

 

Kein gewöhnliches Sportspiel

 

Hierbei fällt es jedoch schwer, Punch-Out einem wirklichen Genre zuzuordnen. Auf den ersten Blick ist es natürlich einfach ein Boxspiel, bei dem man in die Rolle des schmächtigen Teenies Little Mac schlüpft, doch mit vergleichbaren Sportspielen hat es gar nicht so viel gemeinsam. So handelt es sich eigentlich eher um ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es darum geht, die Angriffsmuster der Gegner zu entschlüsseln und im richtigen Moment zuzuschlagen. Man selbst kann sich nämlich gar nicht frei im Ring bewegen, lediglich Ausweichmanöver nach links und rechts, Abblocken der Schläge und eigene Angriffe sind möglich. Was die eigenen Schläge angeht, ist man auch eher limitiert. So kann man den Oberkörper und den Kopf des Gegners anvisieren und zudem spezielle Uppercuts anbringen. Für Letztere benötigt man jedoch Sterne, welche man für besonders gelungene Aktionen erhält. Wildes Knopfdrücken bringt bei Punch-Out!! gar nichts, selbst bei den einfachen Gegnern wird man damit nicht viel Land sehen.

 

 

Auf die eigene Puste achten

 

Wichtig ist es zudem auch, die eigenen Herzen im Auge zu behalten, welche die Kondition von Little Mac symbolisieren. Wenn der Gegner die eigenen Schläge blockt, verliert man beispielsweise Herzen, sodass man mit Bedacht vorgehen sollte. Sobald man über keine Herzen mehr verfügt, läuft Little Mac rosa an und eigene Angriffe sind vorerst nicht mehr möglich. Manchmal bietet es sich auch an, die Uhr im Auge zu behalten, um sich ggf. in eine Pause zu retten. Ein Kampf bei Punch-Out geht über drei Runden, die jeweils drei Minuten lang dauern. Siege sind entweder durch KO, technischen KO (= drei KOs in einer Runde) oder durch eine höhere Punktewertung möglich. Manche Kämpfe müssen jedoch per KO oder TKO gewonnen werden. Little Mac selbst wird immer spätestens dann ausgeknockt, wenn er zum vierten Mal in einem Kampf auf die Matte geschickt wird. Dann ist kein Aufbäumen mehr möglich.

 

 

It's the eye of the tiger...

 

Auf dem Weg zum großen Gold kämpft sich Little Mac, assistiert von seinem Coach Doc Louis, welcher den einen oder anderen klugen Tipp auf Lager hat, durch eine illustre Schar von Kämpfern aus unterschiedlichsten Ländern. So sichert man sich zunächst Titelgürtel aus kleineren Verbänden, um dann auf immer stärkere Gegner zu treffen. Die Kontrahenten wie Soda Popinski oder Don Flamenco kann man eindeutig bestimmten Ländern zuordnen, da sie bei ihrer Gestaltung und ihren Aussprüchen kaum ein Klischee auslassen. Dies dürfte aber natürlich pure Absicht der Entwickler sein.

 

Mit seinen 14 Kämpfen ist das Spiel an sich nicht sonderlich lang, doch der Schwierigkeitsgrad steigt durchaus schnell an, sodass man schon bei den ersten Kämpfen einige Versuche brauchen kann, bis man die Schlagmuster der Gegner durchschaut hat. Zudem muss man aufpassen, wenn man zweimal gegen einen Kontrahenten verloren hat, wird man nämlich in der Rangliste abgewertet, nach drei verlorenen Kämpfen sieht man gar den „Game Over“-Bildschirm. Die modernen Speichermöglichkeiten, die einem eine Virtual Console bietet, erleichtern dies jedoch merklich im Vergleich zu alten NES-Tagen, was dem Spiel aber auch ein gewisses Maß an Reiz nimmt. Aber man ist ja nicht zum Speichern gezwungen ;).

 

 

Auch heute noch vorzeigbar

 

Technisch ist das Spiel für einen Titel der späten 80er-Jahre gut gelungen. Das Geschehen auf dem Bildschirm konzentriert sich weitestgehend auf den Ring, sodass nicht viel Verschiedenes dargestellt werden muss. Dementsprechend sind die unterschiedlichen Kämpfer für ein NES-Spiel außergewöhnlich detailliert gestaltet worden, was auch nötig war, da man oft an kleinen Details erkennen kann, wann man in die Offensive gehen sollte. Die Melodien sind zudem auch stimmig und gehen gut ins Ohr, sodass kein Grund zum Meckern besteht.

 

Die Wii U-Fassung kommt in 60hz daher und bietet ansonsten natürlich die Möglichkeit, das Spiel ausschließlich auf dem Tablet-Controller zu spielen, was einmal mehr nichts wirklich Besonderes ist, aber bei mir persönlich jedenfalls häufig zur Anwendung kommt. Ich weiß nicht, ob es an meiner Sehstärke liegt, aber ich gehe gerade bei den Virtual Console-Spielen sofort irgendwie immer automatisch dazu über, nur noch aufs Gamepad und nicht mehr auf den Fernseher zu schauen. Von daher für mich ein durchaus willkommenes Feature!

Fazit

Punch-Out!! ist ein außergewöhnlicher und unterhaltsamer Sport-Geschicklichkeits-Mix, der mit Liebe zum Detail gestaltet wurde und auch nach über 20 Jahren noch eine gute Figur im Ring abgibt. Bei dem Preis von 5 € werden viele zwar die Augenbraue hochziehen, da Retrotitel auf anderen Plattformen fast verschenkt werden, doch meiner Meinung nach ist ein gut gealtertes Spiel wie Punch-Out!! solch einen Betrag durchaus Wert.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

82%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

21.03.2013 (Wii U VC)

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

Preis

5€


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