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Legend of the River King

RPG

27.03.2013

Autor: Bastian Bunzeck

 

 

Angeln?

 

Angelspiel. Wer dieses Wort hört, denkt wahrscheinlich instinktiv erstmal an Spiele wie den „Sportangeln-Simulator 2013“. Im Gegensatz zu den langweiligen Angelsimulationen, die heutzutage in Elektrogroßmärkten verramscht werden, ist Legend of the River King ein genialer Mix aus Angelsimulation und RPG. Den meisten heimischen Zockern sagt „River King“ wahrscheinlich wenig. Denn im Gegensatz zu Japan, wo die sechzehnteilige Reihe recht bekannt ist, sind in Europa nur vier Teile erschienen. Am bekanntesten ist dabei tatsächlich noch Legend of the River King, welches 1999 auf dem Gameboy Color und nun auf der Virtual Console des 3DS erschienen ist.

 

 

Guardian-Fisch?

 

„Hör mir gut zu, um Ninas Krankheit zu heilen müssen wir den legendären Guardian-Fisch fangen. Niemand weiß, wo er sich versteckt. Du musst ihn suchen!“ Mit diesen Worten verabschiedet mich meine Mutter. Wieso? Weshalb? Warum? Viele Fragen zur skurrilen Geschichte bleiben offen. Und viel spannender wird es leider auch bis zum Ende nicht. Die Story schreitet nur insofern voran, dass in jedem Gebiet ein Floßmacher ein Floß zum Übergang in das nächste Gebiet baut, wenn man ihm einen speziellen Fisch gibt. Die Story ist nunmal eher schmückendes Beiwerk und nimmt auch keinen wirklichen Einfluss auf den Hauptaspekt des Spiels: das Angeln!

 

 

Köder an den Haken und dann ins Wasser?

 

So einfach ist das leider nicht. Nachdem der Köder an der Angelrute befestigt wurde, muss der Schwimmer durch gezieltes Werfen im Wasser platziert werden. Erst wenn der Schwimmer das kühle Nass erreicht hat, erscheinen die Schatten der Fische auf der Wasseroberfläche. Sobald ein Fisch durch Umrunden des Schwimmers sein Anbeißen ankündigt, muss man aufpassen. Denn mit etwas Glück wechselt das Spiel in den Unterwasser-Modus. Dort bemüht sich der Fisch ums Entkommen, der Kniff besteht darin die Rute erst einzuholen wenn der Fisch sich erschöpft zeigt. Das richtige Timing erfordert aber einiges an Übung! Und falls der Fisch entwischt, ist der Köder meistens gleich mit ihm verschwunden. Insgesamt gibt es 40 verschiedene Fische, die zum Teil erst nach Spielende fangbar sind und im Fischarchiv verewigt werden.

 

Abgesehen vom Angelsport nimmt LotRK in Form von Zufallskämpfen auch einige RPG-Anleihen. Der erste Zufallskampf kommt meistens überraschend, da sich die Gebiete, in denen Zufallskämpfe auftreten, optisch nicht vom Heimatdorf unterscheiden. Wenn das Spiel in die Kampfansicht umschaltet, lässt sich schon die Grundmechanik der Kämpfe erkennen. Ein Faustsymbol bewegt sich über den Gegner. Bei Knopfdruck im richtigen Moment bekommt der Gegner einen kräftigen Faustschlag ab, bei einigen Gegnern sind sogar besondere Körperteile empfindlicher als andere. Während es am Anfang noch kleinere Spinnen sind, muss man zum Spielende sogar gegen ausgewachsene Bären in den Ring steigen. Leider treten die Kämpfe nur sporadisch auf, weswegen wahrscheinlich auf ein tiefgängigeres Kampfsystem verzichtet wurde.

 

Das Heimatdorf ist eher spartanisch bebaut. Neben dem Haus des Spielers gibt es zum Beispiel einen Laden für Angelbedarf. Dort können Haken, Köder und weitere Angelruten gekauft werden, da jeder Fisch andere Vorlieben hat und sich dementsprechend nur mit der richtigen Ausrüstung fangen lässt. Im Fischladen hingegen können die gefangenen Fische verkauft werden, um die Angelleidenschaft weiterhin zu finanzieren. Daneben gibt es noch eine Pension, in der man seine HP nach den Zufallskämpfen wieder auffüllen kann. Die weitläufige Welt ist nicht komplett offen gestaltet, sondern gliedert sich in Gebiete, die mit dem Floß verbunden sind. Trotzdem lädt sie aber zum Erkunden und Erforschen der besten Angelplätze ein.

 

 

Wie sieht’s aus?

 

Der Grafikstil der Oberwelt erinnert wirklich extrem stark an die alten Pokemon-Editionen. Wie bei allen Gameboy Color-Spielen gibt es natürlich auch etwas Farbe, besonders auf dem Bildschirm des 3DS XL wirkt die grobschlächtige Pixelgrafik aber leider ziemlich altbacken. Die weitläufigen Landschaften laden zwar zum ausgiebigen Erkunden ein, sind aber auch eher generisch und nicht sehr abwechslungsreich gestaltet. Die Musik dudelt im Hintergrund immer fröhlich vor sich hin, wirklich Ohrwurm-Charakter hat sie aber auch nicht. Den damaligen Möglichkeiten entspricht sie aber zweifellos.

 

 

Wie steuert es sich?

 

Natürlich waren die Steuerungsmöglichkeiten auf den Urvätern unserer heutigen Handhelds sehr eingeschränkt. Ungeachtet dessen nervt es heutzutage einfach nur, wenn man zwar sechs Aktionstasten besitzt, davon aber nur zwei effektiv nutzen kann. Wobei „effektiv“ hier schon fast zuviel gesagt ist. Beispiel gefällig? Mit B wird automatisch die Angelrute in die Hand genommen. Um sie aber wieder einzuziehen, muss man über „A“ auf „Ziehen“ gehen. Das klingt zwar jetzt banal, aber da man sich mit gezückter Rute nicht bewegen kann und die Fische nur sieht, wenn man die Rute wirklich ins Wasser wirft, drückt man sich selbst auf der Suche nach dem ergiebigsten Angelplatz die Daumen blutig.

 

 

Züchten?

 

Abseits vom Story-Modus kann man sich auch selbst einen „Hausfisch“ aufziehen. Dessen Aquarium kann man mit verschiedenen Böden und Strömungen anpassen. Ähnlich wie bei einem Tamagotchi muss man seinen Fisch auch füttern und sein Aquarium säubern. Positiv anzumerken ist, dass man aus dem Hauptspiel heraus auf seinen Fisch zugreifen kann. Mehr als ein kleiner Zusatz bleibt der Zucht-Modus aber nicht, denn ähnlich wie bei den Tamagotchis macht es schon nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr, seinen Fisch zu pflegen.

 

 

Meckerecke

 

Schon der erste Floßmacher möchte eine Regenbogenforelle, damit er den Transport zum ersten See ermöglicht. Leider wird nirgendwo gesagt, wie man die Regenbogenforelle eigentlich fängt. Deshalb heißt es Trial-and-Error, bis man herausfindet, dass die Regenbogenforelle am liebsten Teigbällchen isst.

 

Auch die Zufallskämpfe wurden nur leidlich sinnvoll in das Spielgeschehen eingebunden. Denn sie treten so spartanisch auf, dass man in späteren Gebieten notorisch unterlevelt ist. Hinzu kommt, dass das Aufleveln außerhalb der Kämpfe, also beispielsweise beim Angeln, gar nichts bringt.

Fazit

Legend of the River King besetzt seine ganz eigene Nische. Wer Zeit und Wille hat, wird sich auch trotz der hakeligen Steuerung und des eher kruden Sounds in das Spiel einarbeiten. Nach dem Hauptspiel motivieren die Vervollständigung des Fischarchivs und ein weiteres Angelgebiet. Trotzdem kann auch dies nicht über den geringen Umfang des Spiels hinwegtäuschen, geübte Angler schaffen es auch an einem Nachmittag, den Guardian zu fangen.

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

gut

71%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

15.03.13

Developer

Natsume

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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