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Rayman Raving Rabbids

Jump 'n Run

05.12.2006

Autor: Mario Kablau

 

 

Hasen sind liebe Tiere?!

 

Jeder, der an Hasen denkt, hat sofort diese süßen, lieben und knuffigen Tiere vor Augen, die keiner Seele etwas antun könnten. Doch was wäre, wenn alle anderen Lebewesen den Hasen auf der Nase herumtanzen würden? Wenn alle Witze auf Kosten von Hasen machen würden? Wenn die Hasen immer nur runtergemacht würden? Wer weiß das schon? Denn nachdem sich die Hasen in der Welt von Rayman diese Dinge einige Jahre haben gefallen lassen, verschwinden sie auf einmal und keiner weiß, wo sie hin sind.

 

Bis zu jenem Tage, an dem sie auf einmal zurückschlagen und versuchen, sich für alles zu rächen, was ihnen angetan wurde. Dummerweise steht Rayman ihnen dabei im Weg, also wird er kurzerhand eingesperrt. Und das ist auch genau der Punkt, an dem der Spieler die Kontrolle über den Helden ohne Gliedmaßen übernimmt. Doch blöderweise haben ihm die Hasen seine Fäuste gestohlen, also ist er nicht so wirklich zu vielen Aktionen in der Lage. Damit wäre dann auch der erste Auftrag klar, denn ohne seine flinken Finger wird er nicht weit kommen.

 

Er durchsucht also den Hasenbau und wird schon nach kurzer Zeit fündig. Nun kann er sich endlich zur Wehr setzen und sucht den Weg nach draußen. Kaum ist der gefunden, stellt er fest, dass die Hasen die ganze Welt durcheinander gebracht haben und er nun durch die fünf Areale reisen muss, um alles wieder in Ordnung zu bringen.

 

 

Jage die Rabbids durch die Welten

 

Im Spiel gibt es insgesamt fünf Welten mit jeweils etwa fünf Leveln, die über eine Art Weltkarte miteinander verbunden sind. Auf dieser gibt es fünf Eingänge, die in die unterschiedlich thematisierten Welten führen. Den Anfang macht das Kinderzimmer, darauf folgt ein Wald, dann etwas, was sich im Magen eines Rabbids abspielen könnte, danach kommt ein Dessert-Areal und den Abschluss bildet der Hasenbau.

 

Jedes dieser Themengebiete besteht aus fünf Leveln, die sich stark unterscheiden können. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Aufgaben, die man zu erfüllen hat: Meistens muss man in bewährter Jump & Run Manier das Ziel des Levels erreichen und dabei Lums und Käfige einsammeln. Lums sind in jedem Level 50 oder 100 zu finden und Käfige entweder fünf oder keine. Insgesamt gilt es im Spiel 1.550 Lums zu finden und 60 Käfige. Neben den normalen Leveln gibt es auch solche, in denen man gegen die Uhr antritt und vor dem Ablaufen der Zeit möglichst viele Gegenstände einsammeln sollte. Außerdem gibt es noch einige waschechte Renn-Level, in denen man mit Rayman in einem meist sehr seltsam anmutenden Fahrzeug sitzt und drei Runden vor Ablauf der Zeit abschließen muss. Zu guter letzt wären da noch die Endgegner, die am Ende jeder Welt auf Rayman warten. Zu denen wird man allerdings nur vorgelassen, wenn man genügend Käfige gefunden hat. Besiegt man einen Boss, dann steht ab sofort die nächste Welt auf der Weltkarte zur Verfügung.

 

 

 

Die einzelnen Levels haben dabei einen mäßig ansteigenden Schwierigkeitsgrad, so dass das Spiel auch für Anfänger gut geeignet ist. Ganz anders jedoch die Rennstrecken und die Endgegner, denn diese haben es teilweise wirklich in sich und können auch schon mal nerven, weil man einfach keinen Weg findet, sie zu meistern. Vor allem die Endgegner sind nicht immer auf den ersten Blick zu durchschauen, weshalb es oft unzählige Versuche braucht, um auf die richtige Strategie zu kommen. Dann sind sie aber (bis auf zwei Ausnahmen) recht schnell Geschichte.

 

Bei den Rennstrecken hat man irgendwie das Gefühl, dass sich die Entwickler hier nicht genug Zeit genommen haben, denn die Steuerung ist nur bedingt geeignet, um die Fahrzeuge zu kontrollieren und die Verteilung der Lums auf der Strecke ist teilweise abenteuerlich. Etwas nervig ist auch, dass man jeder Runde ein Zeitlimit einhalten muss und sobald man in den letzten 10 Sekunden ist, füllt ein großer Countdown fast das ganze Bild, so dass man kaum noch etwas sehen kann.

 

 

Positiv zu erwähnen ist der recht anfängerfreundliche Schwierigkeitsgrad, was allerdings von Genre-Profis auch als Mangel angesehen werden könnte. Jeden Gegenstand muss man im ganzen Spiel nämlich nur genau einmal einsammeln. Selbst wenn man unmittelbar danach stirbt, merkt sich das Spiel alle eingesammelten Dinge und speichert sie sogleich ab. Das macht es natürlich auch sehr leicht, wirklich alles zu finden, was die Entwickler im Spiel versteckt haben und nimmt vor allen Dingen die Luft aus den Leveln mit Zeitdruck, da die eingesammelten Dinge auch in eurer Sammlung bleiben, wenn ihr das Ziel nicht erreicht habt, bevor die Zeit abgelaufen ist.

 

 

Rayman, Gangster, Punker, Rocker, Großmutter & Freak

 

Ein sehr wichtiges Element im Spiel sind die Verwandlungen, die Rayman im Laufe des Spiels zu seiner Verfügung hat. Anfangs ist er lediglich der bekannte Held, aber nach jedem bezwungenem Endgegner kommt ein neues Kostüm dazu. Diese Kostüme ändern nicht nur Raymans Aussehen, sondern auch seine Fähigkeiten.

 

In den Welten bewegt man den Helden mit dem Steuerkreuz nach links und rechts, kann sich ducken und nach oben blicken. Die A-Taste lässt den Helden springen und mit dem B-Knopf führt er – je nach aktuellem Kostüm – eine bestimmte Aktion durch. In seiner ursprünglichen Form schlägt er mit seiner Faust zu, der Punker spuckt Kaugummi um sich, der Rocker schmettert alles mit seiner Gitarre nieder, die Großmutter legt eine Möhre auf den Boden, um Gegner zu ködern und der Freak haut zu wie Mike Tyson. Doch nicht nur die Attacken unterscheiden sich, sondern die Kostüme müssen auch eingesetzt werden, um in den Welten an Hindernissen vorbei zu kommen. Ein Beispiel: Eine Kamera erkennt Rayman und verschließt daraufhin ein wichtiges Tor, weil der Held einen bestimmten Bereich nicht betreten soll. Wenn jedoch die Großmutter auf einmal vor dem Tor steht, dann droht ja keine Gefahr und man darf passieren.

 

Darüber hinaus sind die Endgegner einer Welt immer mit den Verkleidungen zu meistern, die man nach dem vorherigen Boss bekommen hat. Zwar ist leider nicht immer direkt klar, was man tun muss, aber durch die großzügige Continue-Funktion, die es möglich macht, die Gegner immer und immer wieder zu probieren, ohne jemals etwas wiederholen zu müssen, ist alles machbar. Vor allem bei den letzten beiden habe ich sehr stark Gebrauch von vielen Leben des Helden gemacht.

 

 

Technik, die begeistert!

 

Es ist einfach unglaublich, was die Entwickler aus dem doch schon stark in die Jahre gekommenen Handheld gezaubert haben. Die Grafik ist einfach traumhaft. Rayman ist wunderschön animiert, die Verwandlungen sehen toll aus, die Welten sind riesig und man bekommt sogar fast dreidimensional wirkende Gegner und Umgebungen geboten.

 

Das Spiel profitiert auch sehr stark von den sehr verschiedenen Themen in den fünf Welten, denn man hat jedes Mal das Gefühl, man würde ein neues Spiel betreten. Die Hintergründe sind wirklich traumhaft und die Objekte in den Levels sind perfekt gewählt und ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf dem GBA noch besser geht.

 

Die einzige Schwachstelle in Sachen Grafik ist der recht klein geratene Bildausschnitt, denn man sieht nur recht wenig von der Welt rund um Rayman. Das macht vor allen Dingen die Endgegner unnötig frustrierend, da man oft erst sehr spät sieht, dass der Boss einen Angriff auf den Helden gestartet hat. Dazu kommt, dass der Ausschnitt den man sieht, etwas hektisch wirkt, dann wenn man Rayman umdreht, dann schwenkt der Ausschnitt mehr in seine Blickrichtung. Auch das ist bei den Endgegnern etwas nervig.

 

Sound und Musik sind leider nicht ganz so überragend, aber immer noch gut. Besonders entfalten sie sich, wenn man das Spiel auf dem Nintendo DS oder mit Kopfhörern spielt. Auf dem Lautsprecher des GameBoy Micro klingt es dagegen leider nicht so toll. Es gibt eine große Vielfalt an Musikstücken und viele lustige Sprachsamples. Dabei sorgen vor allen Dingen die Rabbids für einige Lacher durch ihr Geschrei und ihre theatralischen Abgänge.

 

Die Steuerung ist perfekt auf den kleinen Handheld zugeschnitten und macht auf allen Versionen des GameBoys Spaß. Im empfehle jedoch den GBA SP oder den GBM, da sie einfach leichter sind als der Nintendo DS und damit mehr Spaß beim Spielen bieten.

 

 

Ein Held ohne Makel?

 

Die Technik ist fast perfekt, die Steuerung funktioniert einwandfrei, der Spieler bekommt sehr viel Abwechslung geboten und das Spiel kostet nur rund 25-30 Euro. Das klingt ja schon mal sehr gut. Doch macht Rayman auf dem GBA nicht alles richtig. Die größte Schwachstelle ist der unglaublich geringe Umfang. Fünf Welten mit je fünf Leveln sind heutzutage einfach zu wenig für ein Spiel. Geübte Jump & Run Zocker werden keine Probleme haben, das Spiel in unter fünf Stunden komplett zu schaffen. Um alle Gegenstände einzusammeln braucht es geringfügig mehr als 5 Stunden. Man hat zwar sehr viel Spaß mit dem Spiel, allerdings nur für eine recht kurze Zeit.

 

Die zweite Schwachstelle sind ein paar Features, die ins Spiel eingebaut wurden. Auf die Rennen bin ich ja schon eingegangen. Diese lockern das Gameplay zwar etwas auf und sehen auch gar nicht mal schlecht aus, aber sie wirken einfach unausgereift. Außerdem gibt es im Spiel zwei Schießbuden, in denen man vor Ablauf der sehr knappen Zeit alle Rabbids abschießen muss. Dabei hat man nur zwei Schüsse mehr als Hasen zu treffen sind und so wenig Zeit, dass es sehr schnell ein Frustauslöser wird. Im Prinzip ist es nicht schwer, aber da man vorher kaum Hilfe bekommt, dauert es eine ganze Weile, bis man das Prinzip verstanden hat und benötigt gut und gerne 20-30 Versuche, bevor es dann mal klappt. Zum Glück kann man die Bude immer sofort wieder betreten, wenn man einmal gescheitert ist und verliert kein Leben dabei. Auch dieses Element ist grundsätzlich eine sehr gute Idee, aber wirkt irgendwie gezwungen und es stört mehr, als es Spaß bringt.

 

 

Zuletzt wären da noch die etwas seltsam gewählten Rücksetzpunkte. Es gibt einige Level mit richtig knackigen Stellen, für die man auch mal mehrere Anläufe braucht. Und es kommt nicht selten vor, dass direkt danach eine weitere Falle auf den Spieler wartet und man ein Leben verliert. Mir ist im Spiel keine Stelle aufgefallen, an der man dann hinter die soeben gemeisterte, schwere Stelle gesetzt wird, sondern immer nur irgendwo davor. Auch das führt ab und an zu Frust beim Spieler und hätte besser gemacht werden können. Vor allen Dingen, wo der Großteil des Spiels recht human ist und Genre-Neulinge an einer solchen Stelle sicherlich schnell verzweifeln werden.

 

 

Vielen Dank an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.

Fazit

Unterm Strich ist Rayman Raving Rabbids auf dem GBA ein mehr als solides Spiel, das vor allen Dingen durch die grandiose Grafik und den unglaublichen Abwechslungsreichtum der Themen in den fünf Welten profitiert. Der Sound kann da leider nicht ganz mithalten und auch der etwas unausgewogen wirkende Schwierigkeitsgrad kostet einige Punkte. Ganz schlecht ist leider der Umfang, der auch durch den recht günstigen Preis (ca. 25-30 Euro) nicht vollständig wettgemacht werden kann. Auf jeden Fall macht das Spiel Lust auf mehr und ich freue mich nun noch mehr auf den großen Bruder auf dem Wii, auch wenn die beiden Spiele außer den Hasen und Rayman wohl kaum etwas gemeinsam haben dürften. Wer noch Platz im Budget hat und Spaß an kurzweiligen Jump & Runs hat, der wird mit dem Spiel seinen Spaß haben!

Grafik

super

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

05.12.2006

Developer

Ubisoft

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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