Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


< zurück

Final Fantasy IV Advance

RPG

20.08.2006

Autor: cap23


Um was geht's?


Die Erfindung der Luftschiffe hat den Menschen einen großen Fortschritt gebracht. Aber die Luftschiffe haben das Königreich Baron auch zu der stärksten Militärmacht der Oberwelt gemacht. Wir begleiten den Dunkelritter Cecil, der als Oberhaupt der Rotschwingen die Eliteeinheit der Luftschiffe Barons kommandiert. Als seine Majestät ihm befiehlt, wehrlose Bürger zu ermorden um einen Kristall zu stehlen, kommt bei Cecil und seiner Mannschaft jedoch ein schlechtes Gewissen auf. Es beginnt eine fesselnde Geschichte voller Intrigen und Verrat, aber auch vielen neuen Freundschaften.




Was gibt’s Neues?


Zu den Hauptneuerungen der GBA-Version zählen zwei komplett neue Bereiche. Der erste ist relativ überschaubar und wird gegen Ende des Spiels zugänglich. Hier gibt es für einige Charaktere neue Ausrüstungsgegenstände, aber nicht umsonst – bevor man diese sein eigen nennen darf muss man sich zunächst in einer Prüfung als würdig erweisen. Der zweite neue Bereich ist nahezu riesig und öffnet sich erst, nachdem das Spiel wenigstens einmal durchgespielt wurde. Hier warten die ultimativen Herausforderungen für jeden Charakter und nicht zuletzt eine härtere Version des letzten Endgegners.


Neu ist auch die Möglichkeit, ab einem bestimmten Punkt im Spiel seine Gruppe aus den bisherigen Charakteren neu zusammenzustellen. Bis zu diesem Punkt ist durch die Story festgelegt, wann welcher Charakter in die Gruppe kommt bzw. diese verlässt. Zudem gibt es gegenüber dem Original einige Nachbesserungen in der Übersetzung sowie technische Verbesserungen in der Grafik (s.u.) und dem Sound.




Story


Inhaltlich verfügt Final Fantasy IV – wie alle anderen Titel der Reihe (mit Ausnahme von Final Fantasy X und X-2) – über eine eigenständige und abgeschlossene Handlung im Final Fantasy Universum, es finden sich aber ein paar Anspielungen auf Story und Charaktere der ersten drei Teile. Fans der Serie fühlen sich sofort heimisch, denn Gegenstände, Charakterklassen und Zauber tragen die üblichen Namen: „Vita, Vitra, Vitga!“ – „Ich kam, sah und heilte!“ ...oder so.


Die Story verläuft größtenteils sehr linear, wird aber durch viele überraschende Wendungen getragen, die die Motivation bis zum Schluss hoch halten. Nach einer Zeit hat man allerdings das Gefühl, dass sich bestimmte Ereignisse zu wiederholen beginnen. Dialogszenen werden wie in der Originalfassung ausschließlich in Spielgrafik präsentiert.




Technik


Wer nicht wenigstens ein bisschen nostalgisch veranlagt ist, dem werden bei der Grafik von Final Fantasy IV ab und zu die Augen schmerzen. Die Gegner und Charaktere in den Kämpfen sind zwar durchweg sehenswert, Animationen bestehen aber höchstens mal aus zwei Phasen (s.u.). Die Screenshots täuschen hier über die fehlende Dynamik in den Kämpfen hinweg. Effekte beim Einsatz von Magie und Waffen sind zwar vorhanden, können aber ebenfalls mit anderen Top-Titeln des Genres nicht mithalten.


Die Schwächen zeigen sich spätestens auf der Weltkarte und in den schlichten Menüs. Wirklich hässlich ist das zwar alles nicht, wirklich schön aber auch nicht. Die Grafik ist teilweise neugestaltet, teilweise aus vergangenen Versionen zusammengewurstet. Einige Sprites haben sogar den Sprung aus der Originalfassung vom Super NES geschafft. Die Grafiken der Gegner sind der WonderSwan-Version (Bandai) entnommen und nur farblich etwas aufpoliert. Komplett neu sind nur die Kampfhintergründe.


Zum Sound muss man nicht viel schreiben. Die Melodien sind eingänglich und passen immer gut zur jeweiligen Situation. Das gleiche gilt für die Effekte. Ab und zu rauschts ein bisschen, was aber an den technischen Grenzen des GBA liegt. Von der Qualität kann man sich anhand folgender Musikausschnitte im MP3-Format selbst überzeugen: Ausschnitt 1 · Auschnitt 2 · Auschnitt 3





Ein vergleich der Grafik (oben Super NES, mitte WonderSwan, unten GBA)




Gameplay


Ein wünschenswerter Punkt bei Rollenspielen ist eine möglichst übersichtliches und intuitiv zu bedienendes Menü. Das sucht man bei Final Fantasy IV leider vergeblich... So werden Gegenstände im Inventar schon mal doppelt und dreifach abgelegt oder es entstehen Lücken, wenn ein Gegenstand aufgebraucht wurde. Erst ein Anwenden der „Ordnen“-Funktion im Menü fasst die Gegenstände wieder zusammen. Immerhin gibt es eine Funktion zum Anlegen der optimalen Ausrüstung, so dass man nicht stundenlang im Inventar rumsuchen muss, um seine maximal fünf Recken einzukleiden – nein, die Gegenstände werden nicht nach Typ getrennt.


Die restlichen Menüs schließen sich auf die Übersichtlichkeit bezogen dem Inventar an. Alles ist sehr schlicht, fast rein textbasiert und daher nicht sehr komfortabel. Solche „Altlasten“ trüben den Spielspass aber nur minimal. Viel mehr stören teils erhebliche Ruckler, die beim Flug über die Weltkarte oder bei Kämpfen auftreten. Letzteres ist besonders ärgerlich, da im Moment des Hängers auch die Steuerung nicht reagiert. Da das Kampfsystem aber eine gewisse Eile verlangt versucht man des öfteren einen völlig gesunden Charakter wiederzubeleben, weil der Cursor entweder hängenbleibt oder im letzten Moment doch noch weiterspringt. Gegen Ende des Spiels kann ein solcher Fehler über Sieg und Niederlage entscheiden. Die Ruckler sollen gegenüber der US- bzw. japanischen Version schon deutlich verbessert worden sein. Mein Beileid!


Unschön ist auch der Schwierigkeitsgrad des Spiels. Auch wenn dieser eher an die „HardType“-Variante angelehnt ist meine ich hiermit nicht, dass das Spiel zu schwer ist. Vielmehr ist der Anstieg nicht sonderlich gut verteilt. Die meiste Zeit erscheint das Spiel schlicht zu einfach. Zum Ende hin wollten die Entwickler dies scheinbar wieder aufholen; hier entsteht Frust, wenn man plötzlich die Charakterstufen nachleveln muss, die man während des Spiels nicht gebraucht hat.


Speichern lässt sich außer während eines Kampfes jederzeit mittels der Schnellspeicherfunktion. Der so erzeugte Spielstand wird beim Laden allerdings wieder gelöscht. Feste Speicherpunkte zum beliebig oft Laden können überall auf der Weltkarte gesetzt werden oder auf fair verteilten Speicherpunkten in größeren Dungeons. Insgesamt stehen drei Speicherplätze auf dem Spielmodul zur Verfügung.




Kampfsystem


Final Fantasy IV ist das erste Spiel der Final Fantasy Reihe, das dass revolutionäre ATB („Active Time Battle“) verwendet hat. ATB ist eine Mischung aus Echtzeit- und rundenbasierten Kämpfen. Jeder Charakter hat eine Zeitleiste, die sich je nach Level und Klasse mehr oder weniger schnell füllt. Ist die Leiste voll, kann der Spieler eine Aktion (Angreifen, Magie etc...) für den Charakter festlegen. Dabei sollte nicht allzu lange getrödelt werden, denn andere Charaktere, die in der Zwischenzeit ebenfalls ihre Leiste gefüllt haben, müssen warten. Hektik kommt aber selten auf, da die Gegner gerade am Anfang sehr langsam agieren und man somit genug Zeit hat, sich an das Kampfsystem zu gewöhnen. Zudem kann die Kampfgeschwindigkeit angepasst werden.


An dem Level- und Magiesystem hat sich gegenüber den Vorgängern nichts geändert. Jeder Charakter hat von vorne herein eine bestimmte Klasse (Dragoon, Weissmagier usw...). Auf die Entwicklung des Charakters kann ebenfalls kein Einfluss genommen werden. Wann eine Figur welchen Zauber lernt ist bereits festgelegt. Die Kämpfe sind wie in den Vorgängern zufallsgeneriert. Beim Wandern über die Weltkarte oder Erforschen von Dungeons kann also jeder Schritt zum Kampf führen, was manchmal etwas nervig ist.





Die Animationen sind nicht immer hübsch...



Geschichtliches


Final Fantasy IV erschien erstmals im April 1991 für das Super NES in Japan. Es war das erste Spiel der Serie auf dem Super NES und bot für die damalige Zeit eine angemessene Technik. Es begeisterte vor allem durch die Story und seinen orchestralen Soundtrack. In den USA erschien das Spiel später in einer abgespeckten Version unter dem Titel „Final Fantasy II“, in der manche Gegenstände, Fähigkeiten und sogar ganze Orte fehlten. In Europa erschien es erstmals 2002 im Rahmen der „Final Fantasy Antology“ auf der Sony Playstation. Final Fantasy IV gilt unter Kennern als der Ursprung der „modernen“ Final Fantasy Spiele, was es nicht zuletzt dem innovativen Kampfsystem verdankt.


Der Name „Final Fantasy“ entstand übrigens aus dem 1987 drohenden Konkurs des japanischen Entwicklers Square (eigentlich „Squaresoft“). Die Spiele von Square konzentrierten sich auf das Famicon Disk System von Nintendo, das leider nie richtig populär wurde und den Spieleherstellern durch seine technischen Eigenschaften nur geringe Gewinne ermöglichte. Infolge dessen konnten die Entwicklungskosten auf lange Sicht nicht gedeckt werden. Etwa zu dieser Zeit hatte der japanische Videospiel-Publisher Enix ein Spiel namens „Dragon Quest“ auf den Markt gebracht. Square entschloss sich, ein Spiel auf der Basis von Dragon Quest zu entwickeln – das erste Final Fantasy war geboren. „Final“ deutet dabei auf den letzten Versuch vor dem finanziellen Ruin der Entwickler hin, „Fantasy“ unterstreicht den Fantasiecharackter des Spiels. Offensichtlich war der Versuch geglückt, denn die Final Fantasy Reihe gehört heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Spielen im Rollenspiel-Genre! Das freundschaftliche Verhältnis zwischen Square und Enix fruchtete 2003 schließlich in einer Fusion der beiden Firmen.




(Anmerkung: Unsere Screenshots sind zwecks besserer Qualität mit einem Emulator angefertigt - sämtliche Bildschirmtexte der Modulversion sind natürlich ins Deutsche übersetzt!)


Vielen Dank an Nintendo of Europe für die Bereitstellung des Testmusters.

Fazit

Keine Frage, Final Fantasy IV findet sich zurecht in einigen Listen der besten Spiele aller Zeiten. Warum dann die vergleichsweise niedrige Wertung für die GBA-Version? Nun, man sollte nicht vergessen, dass die Ur-Version des Spiels bereits vor über 15 Jahren erschienen ist und der Zahn der Zeit trotz vieler Verbesserungen seine Spuren hinterlassen hat. Objektiv betrachtet kann Final Fantasy IV Advance einfach nicht mit aktuelleren Spitzentitel mithalten. Wer allerdings Fan der Serie ist oder generell etwas Nostalgie mitbringt und auch über kleinere technische Mängel hinwegsehen kann, der darf im Geiste gerne nochmal 10% dazuaddieren.

Grafik

ok

Sound

super

Steuerung

schwach

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

02.06.2006

Developer

Square Enix

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Switch - Erste Eindrücke

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes