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Baten Kaitos Origins

RPG

01.11.2006

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Eine RPG Perle zum Ende der GameCube Ära

 

Der GameCube ist zwar nicht gerade gesegnet mit einer Schwemme von Rollenspielen. Dennoch sind im Laufe der Jahre einige Perlen wie Tales of Symphonia, Paper Mario oder Baten Kaitos erschienen. Zum letztgenannten gibt es nun eine Fortsetzung, oder besser gesagt ein Prequel. Und eines gleich vorneweg: Wer den ersten Teil gemocht hat, wird das neue Baten Kaitos Origins lieben!

 

Story:

Die Hauptgeschichte von Baten Kaitos Origins spielt etwa 20 Jahre vor dem ersten Teil und etwa 1000 Jahre nach dem Krieg der Götter, in dem der böse Gott Malpercio seine Macht einsetzte, um die anderen Götter zu vernichten. Er selbst wurde aber von den "Kindern der Erde", einem legendären Volk, besiegt und sein Körper in so genannten Magnus Karten versiegelt. Die Macht dieser Karten wurde benutzt, um die Kontinente der Erde in den Himmel steigen zu lassen. Seitdem schweben die Länder der Welt über den Wolken und kaum einer mehr weiß, was sich darunter befindet.

 

Während im Vorgänger das Imperium vom Kontinent Alfard alleine das Böse verkörperte, ist die Situation in Origins ein wenig komplexer. Die Ermordung des Imperators Olgan hinterlässt ein Machtvakuum. Fortan streiten sich zwei Anwärter, Lord Baelheit und Verus, um die Nachfolge, deren Ansichten unterschiedlicher nicht sein könnten. Baelheit ist ein Freund der Mechanisierung. Sein Ziel ist es eine Armee von Paramachina (Kampfroboter) aufzubauen und die Welt zu unterjochen. Obwohl er noch nicht zum Imperator gewählt wurde, beginnt er trotzdem schon seine Pläne umzusetzen. Verus hingegen ist strikt gegen die Mechanisierung und vordergründig eher für einen freundlichen Umgang mit den anderen Ländern. Da das Volk aber auf die Mechanisierung steht, verliert er zunehmend an Einfluss. Verus setzt deshalb all seine Hoffnungen in Sagi sowie seine Begleiter Guillo und Milliarde und bittet diese, die anderen Kontinente vor der drohenden Gefahr zu warnen.

 

Sagi ist ein 15 jähriger Junge von der Insel Hasseleh, der sich der imperialen Armee anschloss, um Geld für das Waisenhaus seiner Mutter zu verdienen. Sagi ist ein „Spiriter“, d.h. er hat einen „Geist“ in seiner Seele, der vom Spieler gesteuert wird. Sagi kann mit dem Geist interagieren und somit wird der Spieler immer wieder in die Geschehnisse mit einbezogen. Wie es der Zufall so will, wird Sagi in das Attentat auf den Imperator Olgan verstrickt und die Geschichte nimmt ihren Lauf, in der Sagi und seine Gefährten auch immer wieder auf so genannte Afterlings treffen. Diese Monster stehen im Zusammenhang zu Malpercio und sorgen dafür, dass Sagi regelmäßig in die Vergangenheit transferiert wird.

 

Die Story ist durchweg spannend und bietet einige überraschende Wendungen!

 


Die Quest- und Kampf-Magnus:


Wesentlicher Bestandteil von Baten Kaitos sind so genannte Magnus Karten. Die Völker der Welt haben im Laufe der Jahrhunderte gelernt, die wesentlichsten Essenzen jedes Objekts in einer Karte zu speichern und bei Bedarf abzurufen. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Magnus. Einmal diese, die im Kampf eingesetzt werden und die Quest-Magnus.

 

Die Quest-Magnus helfen, wie der Name schon impliziert, bei der Bewältigung und Lösung der zahlreichen Aufgaben und Rätsel. Sie sind zunächst mal blank, d.h. man kann diese mit Essenzen von Objekten füllen. Quest-Magnus spielen dabei eine deutliche größere Rolle als noch im Vorgänger. Deshalb hat man auch von Anfang an 8 freie Magnus zur Verfügung. Im Laufe des Spiels werden es mehr als 16. Alle Objekte oder Substanzen, die sich in Magnus transferieren lassen, machen sich durch ein Ausrufezeichen auf dem Bildschirm bemerkbar, wenn man diese per A Taste untersucht. Grundsätzlich kann man unzählige Essenzen aufnehmen, wobei dem Spieler bei vielen unklar ist, wofür man diese je gebrauchen kann. Oder habt ihr auf Anhieb eine Idee, wofür man verbrauchtes Wasser oder verdorbenes Obst braucht?

 

Bei den Quest-Magnus sind drei Punkte besonders zu beachten. Erstens hat der Faktor Zeit Einfluss auf die gespeicherte Essenz. Trägt man zum Beispiel frisches Obst mit sich herum, dann wird dieses irgendwann verrotten und damit unbrauchbar. Zweitens haben die Quest-Magnus, im Gegensatz zum Vorgänger, auch einen Einfluss auf die Statuswerte der Party-Mitglieder. Trägt man z.B. das verrottete Obst weiter mit sich herum, so sinkt die HP (Hitpoints/Lebensenergie) der Protagonisten oder es stellt sich eine Vergiftung ein. Auf der anderen Seite können manche Substanzen aber auch die Resistenzen gegen bestimmte Angriffe oder die allgemeine Angriffs- und Verteidigungskraft erhöhen. Dieses neue System ist recht komplex und freut besonders solche Spieler, die gerne mal ein wenig herum experimentieren. Ebenfalls neu in Origins ist, dass man Essenzen in so genannten Mixer-Karten füllen kann. Diese Essenzen werden dann gemischt und ergeben völlig neue Objekte und Substanzen. In einem Dungeon der Wolkenregion auf Sadal Suud braucht man eine Brücke, um eine Lücke zwischen zwei Wolken zu überbrücken. Also sucht man sich die Essenzen aus Salz, Wasser und Feuer, mischt diese in der richtigen Reihenfolge und bastelt sich einfach selbst eine Wolke.

 

Die Kampf-Magnus Karten werden nur in feindlichen Auseinandersetzungen eingesetzt. Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

 

 
Das Kampfsystem:

Das einzigartige Kampfsystem aus dem Vorgänger wurde für Origins nochmals modifiziert und sogar noch verbessert. Es gibt wieder keine Zufallskämpfe, d.h. alle Gegner sind schon vorab zu sehen. Berührt man einen Feind, wechselt das Geschehen in einen Kampfbildschirm (siehe Screenshot). Unten in der Leiste sieht man die so genannten Kampf-Magnus, von denen man grundsätzlich 7 Stück gleichzeitig auf der Hand hat. Besonders wichtig sind die Nummern bei den Karten, die nicht nur die Reihenfolge, in denen man diese aufspielt, anzeigen, sondern auch die Karten kategorisieren. Eine Karte mit einer 0 in der Ecke ist immer eine Verteidigungskarte. Diese können Rüstungen, Helme etc. sein. Es gibt Verteidigungskarten, die von allen Charakteren genutzt werden und solche, die Personen spezifisch sind. Die Färbung im Hintergrund gibt die elementare Ausrichtung der Magnus-Karten an. Ein roter Hintergrund symbolisiert, dass es sich um eine Karte mit Feuer-Verstärkung handelt. Spielt man also eine Verteidigungskarte mit dem Element Feuer auf, bedeutet dies, dass man gegen Feuerattacken besonders resistent ist. Greift der Gegner allerdings mit einer Wasserattacke an, verliert die Verteidigung deutlich an Wirkung. Nach dem gleichen Schema funktionieren auch die eigenen Angriffe, so dass man diese immer am besten an die vorhandenen Gegnertypen anpasst. Weitere Elemente in Origins sind neben Feuer und Wasser/Eis noch Licht, Dunkel und Donner.

 

 


Als nächstes kommen die Kampf-Magnus mit der Nummerierung 1 bis 3. Dies sind Grundattacken, die in der Art je nach Charakter variieren, aber von allen gleichermaßen genutzt werden können. Eine 1er Attacke ist natürlich schwächer als eine 3er. Interessant wird es bei den Karten mit den Nummern 4 bis 7. Das sind die Personen spezifischen Abschlusszauber, die auch in Origins visuell toll in Szene gesetzt wurden. Einen Abschlusszauber kann man nur aufspielen, wenn mindestens eine Karte vorher benutzt wurde und wenn der der angegebene MP Level stimmt, wobei wir bei einer weiteren Besonderheit des Kampfsystems wären.

 

Rechts neben den Karten könnt ihr auf dem Screenshot eine Leiste erkennen mit der Levelanzeige des MP Gauge (MP). Die Leiste füllt sich mit der Anzahl der aufgespielten Karten. Je effizienter die Kombo eines einzelnen Charakters ist, desto schneller steigt die Anzeige. Erreicht diese den oberen Rand erhöht sich die Levelangabe um den Wert 1. Der MP Wert ist deshalb so wichtig, weil dieser darüber entscheidet, welche Abschlusszauber und auch welche Sonderkarten aufgespielt werden können. Weniger starke Zauber brauchen in der Regel einen MP Wert von Level 1, stärkere wiederum einen Wert von Level 3 oder 4. Spielt man einen Level 3 Magnus auf, dann verringert sich natürlich entsprechend der Wert der MP Gauge. Man muss also gegebenenfalls genau sondieren, wann der richtige Zeitpunkt ist eine Karte aufzuspielen. Erreicht man den Maximalwert von Level 5, kann der Spieler einen so genannten „Burst“ aktivieren und dann wenige Sekunden lang alle relevanten Abschlusszauber hintereinander aktivieren. Danach fällt die Anzeige aber wieder auf Level 0 zurück.

 

Die Effizienz der Attacken spielt dabei eine große Rolle. Eine ordentliche Kombo beginnt mit einer Verteidigungskarte (0), setzt drei Grundattacken hinterher (1, 2, 3) und schließt den Angriff mit einem oder mehreren Abschlusszaubern ab (4, 5, 6, 7). Hat man nach der Wahl der Abschlusszaubers noch eine weitere 0 oder 1 auf der Hand, kann man sogar eine Relay-Kombo triggern, d.h. das nächste Party-Mitglied kann ohne Zeitverlust den gleichen Gegner angreifen. Somit wird der Schaden maximiert.

 

Aber das Kampfsystem hat sogar noch eine weitere Finesse zu bieten, deren Aktivierung allerdings nicht leicht ist. So gibt es für jeden Charakter die Ex Combos. Das sind verheerende Angriffe, die nur dann ausgelöst werden, wenn fest definierte Magnus in bestimmter Reihenfolge aufgespielt werden. Da man diese Karten aber nur selten so auf der Hand hat, muss man sein Deck schon sehr gezielt zusammenstellen, damit man überhaupt in den Genuss der besonders starken Ex Kombos kommen kann.

Außerdem sind die Kombos so lange unbekannt, bis man sie einmal ausgeführt hat. Erst dann werden diese im Menü gespeichert. Man muss also vielfach überlegen, welche Kartenkombination zur einer Ex Kombo führen könnte.

 

 

Statuswerte und Level aufsteigen:

Wie in jedem Rollenspiel bekommt der Spieler durch das Besiegen von Gegnern Erfahrungspunkte. Erreicht man eine bestimmte Anzahl steigen die Party-Mitglieder einen Level auf und werden in allen Werten einen Punkt stärker. Zu den Werten zählen Angriffs- und Defensivkraft sowie die bereits genannten elementaren Resistenzen. Leider hat man in Baten Kaitos Origins keinen Einfluss darauf, welche Werte aufsteigen. Man kann seine Statuswerte auf zwei andere Weisen beeinflussen: Entweder, in dem man entsprechende Quest-Magnus Karten mit sich herumträgt oder in den Kathedralen sich gegen Geld und zuerst gefundene Artefakte temporäre Auras aneignet. Anders als im Vorgänger steigen die Charaktere aber sofort auf, sobald sie die nötigen Erfahrungspunkte erreicht haben. Man muss also dafür nicht mehr die Kathedralen besuchen. Diese dienen nun „nur“ noch zum Erwerb der Auras und zum Aufsteigen einer Klasse. Neben Erfahrungspunkten erhält der Spieler nach einem Kampf auch TP Punkte. Die Anzahl der Punkte ist abhängig von der Effizienz des geführten Kampfes. Ein weiterer Grund, um möglichst viele Kombos zu machen. Steigt man eine Klasse auf, dann kann dies verschiedene Einflüsse haben. Zu Anfang erhöht sich vor allem die Anzahl der Karten, die man in seinem Deck herumtragen kann.

 

 
Das Magnus Deck:

Die Verwaltung und Pflege des eigenen Decks ist sehr wichtig in Baten Kaitos. Hier kann der Spieler selbst entscheiden, welche Karten im Kampf erscheinen. Man muss dabei eine ausgewogene Mischung zwischen Verteidigungs-, Angriffs-, Abschluss-, und Sonderkarten wie Heil-Magnus finden und auch immer daran denken, dass genügend Charakter spezifische Karten dabei sind, da sich die gesamte Party ein Deck teilt. Ferner ist es auch immer sinnvoll die elementare Ausrichtung der Gegner zu beachten. Trifft man in einem Bereich zum Beispiel auf viele Feuergegner, sollte man vor allem Wasserangriffe mitnehmen.

 

Zum Glück kann man sich mehrere Decks anlegen, so dass man nachher für viele Eventualitäten den passenden Kartensatz parat hat.

 

 
Der Spielablauf: Was gibt es alles zu tun?

Die Welt von Baten Kaitos teilt sich auf in verschiedene Kontinente, die alle über den Wolken schweben. Zu Anfang beginnt der Spieler seine Quest in Alfard, dem Kontinent des Imperiums. Auf der Übersichtskarte jedes Kontinents sind die Orte markiert, die man besuchen kann. Dabei sind nie alle Orte von Anfang an verfügbar, sondern der Spieler wird recht linear durch das Geschehen geführt. Sobald man aber überall mal gewesen ist, kann man die bereits besuchten Orte und Dungeons jederzeit wieder aufsuchen, um so noch Rätsel zu lösen oder durch Kämpfen aufzuleveln. Hat man einen Ort betreten, fällt sofort eine weitere positive Neuerung gegenüber dem Vorgänger auf. Sagi kann nämlich seine Flügel einsetzen, um flach über dem Boden zu schweben. Auf diese Weise huscht man viel schneller durch die Areale und kann sogar kleine Abgründe überwinden. Allerdings füllt sich beim Nutzen der Flügel schnell eine Leiste auf. Erreicht sie den Maximalwert, so muss Sagi stoppen und erstmal tief durchatmen, was die zuvor gewonnene Zeit wieder neutralisiert. Wie schnell sich diese Leiste füllt hängt von der Umgebung ab. Sind Gegner in der Nähe, dann geschieht dies relativ flott. Dies hat aber auch einen strategischen Vorteil, da die Leiste einen Einfluss auf den Level der MP Gauge hat. D.h. berührt man einen Gegner mit einer fast gefüllten Flugleiste, dann startet die MP Gauge im Kampf bereits auf Level 1 oder 2, so dass von Anfang an bessere Attacken möglich sind. Dieses System gleicht einem Erstangriffsprinzip vieler anderer Rollenspiele und bringt eine zusätzliche Finesse ins Kampfsystem.

 

Natürlich müssen in den Dungeons auch Rätsel gelöst werden, wo dann meistens die Quest-Magnus zum Einsatz kommen. Auch Endgegner warten auf euch. Allerdings dürft ihr euch die Dungeons in Baten Kaitos nicht als abgeschlossene Komplexe wie in Zelda vorstellen. Vielmehr sind diese meistens ein Teil der Umgebung wie eine Schlucht oder eine Höhle.

 

In den Städten und Dörfern geht es meistens friedlicher zu. Dort findet ihre jede Menge Bewohner mit denen Sagi interagieren kann. Manche erzählen dabei ziemlich belangloses Zeug, andere wiederum geben sinnvolle Tipps. Gespräche, aus denen Nebenaufgaben resultieren, werden farblich markiert und dann in einem Quest-Buch vermerkt. Das ist auch wirklich nötig, da es sehr viele Aufgaben gibt, von denen sind manche nicht direkt bewältigen lassen. Als Belohnung für erfüllte Aufträge winken meistens Magnus-Karten jeglicher Art. Ferner findet man in jeder Stadt einen Händler. Dort kann man nicht nur Magnus kaufen und verkaufen, sondern diese auch Upgraden. So lässt sich zum Beispiel ein normales Langschwert in Verbindung mit Feuer, vorausgesetzt man hat die Essenz von Feuer in einem Quest-Magnus gebannt, zu einem Feuerschwert upgraden. Natürlich gibt es auch viel komplexere Kombinationen zu Veränderung von Angriffs- und Verteidigungskarten.

 

Außerdem findet ihr in vielen Orten Menschen, die gerne Magnus tauschen. Mit ein wenig Glück könnt ihr so euer Deck deutlich verbessern.

 

Nachdem Sagi auf Verus getroffen ist, bereist der Spieler nach und nach sämtliche Kontinente und kann irgendwann auch frei von Ort zu Ort reisen.

 

Zur weiteren Beschäftigung wartet noch eine Kampfarena, wo man sich sukzessive einen Namen machen muss. Der Weg bis zum unumstrittenen Champion ist dabei schwer und steinig, und könnte schon alleine als mehrere Abende füllende Beschäftigung bezeichnet werden. Als Belohnung warten aber seltene Magnus und andere Überraschungen auf Sagi.

 

 

Grafik:

Nicht nur die Spielmechanik hebt Baten Kaitos von üblichen Rollenspielen ab, sondern auch die visuelle Umsetzung. Alles, bis auf Charaktere und Gegner im Spiel, wird in vorgerendeter Grafik dargestellt. D.h. man bewegt den Protagonisten vor festen, aber wunderschön gezeichneten Hintergründen. Die Detailfülle und das Abwechslungsreichtum der Umgebungen sind immens und lassen keine Wünsche offen. Nur in manchen Situationen muss das Geschehen arg weit raus zoomen, damit man den Überblick behält, was aber zum gegenteiligen Effekt führen kann. Dafür wurden die Animationen in Kämpfen noch einmal verbessert und sind nun teilweise richtig beeindruckend.

 

 
Sound:

Der Soundtrack gehört wieder einmal mit zum Besten, was man bisher in einem GameCube-Spiel zu hören bekommen hat. Wie auch im Vorgänger wurden sämtliche Songs von einem fetten Orchester oder einer Band eingespielt. Die Kompositionen überzeugen dabei vor allem durch ihre Vielseitigkeit und der perfekten Wiedergabe der Atmosphäre im Spiel.

 

Auch die Sprachausgabe kann größtenteils überzeugen und ist insgesamt besser als im Vorgänger.

 

 
Muss ich den Vorgänger gespielt haben, um Origins zu verstehen?

Jein, wäre wohl die richtige Antwort. Also, Baten Kaitos Origins ist wirklich jedem RPG Fan zu empfehlen, auch wenn man den Vorgänger nicht kennt. Man hat in dem Fall sogar einen Vorteil, da man viele Orte in Origins erneut besucht, kann sich bei Kennern des Vorgängers ein wenig Langeweile einstellen.

 

Ich persönlich finde allerdings, dass das Spiel gerade durch das Kennen des Vorgängers einen besonderen Reiz entwickelt. Zum einen ist es sehr spannend bekannte Orte zu besuchen und teilweise alte Charaktere wieder zu treffen, mit denen man als Spieler 20 Jahre später auch schon interagiert hat. Besonders dramatisch ist es dann, wenn man auf Bösewichte trifft, mit denen man in Origins plötzlich kooperieren muss. Ein weiteres Beispiel soll dieses teilweise seltsame Gefühl unterstreichen: In Baten Kaitos hatte man erfahren, dass das Imperium im Bergbaudorf Azha wenige Jahre zuvor ein schreckliches Massaker angerichtet hatte, bei dem ein Großteil der Bewohner getötet wurde. Natürlich wurde die Tat von Kalas, dem Hauptcharakter im ersten Teil bis aufs schärfste verurteilt. In Origins spielt man nun quasi die Anfänge der Entwicklung. In Mintaka, der Hauptstadt des Imperiums werden immer wieder Terroranschläge verübt. Verus, der Auftraggeber von Sagi, vermutet, dass Leute aus Azha dahinter stecken. Nun wird man als Spieler dahin geschickt und muss die Bewohner verhören, in einen Raum einsperren und die Schuldigen finden. Mit dem Wissen, dass die Bewohner eigentlich nur gegen die schlechten Bedingungen im Bergbau protestieren wollen und wozu die Eskalation einige Jahre später führt, lässt den Spieler die ganze Zeit über ein sehr mulmiges Gefühl erleben, da man ständig die Befürchtung hat, selbst das spätere Massaker aus Teil 1 eingeleitet zu haben.

 

 
Was gibt es zu meckern?

Da wären vor allem die zum Teil etwas uninspiriert wirkenden Aufgaben zu nennen, die teilweise unnötige Laufwege beinhalten. Außerdem ist das Magnus-System ziemlich komplex, so dass es einige Zeit dauert, bis man sich eingearbeitet hat. Das kann durchaus manchen Spieler abschrecken. Andere werden allerdings genau diese Komplexität lieben.

Da die Karten im Kampf zufällig auf die Hand gegeben werden, spielt natürlich auch Glück eine große Rolle. Während man an guten Tagen eine Kombo nach der anderen machen kann, hat man wie in anderen Kartenspielen auch, manchmal einfach die Seuche auf der Hand. Natürlich werden nur Magnus geladen, die man vorher in einem Deck zusammengestellt hat. Dennoch gibt es Situationen, in denen man kaum gescheite Angriffe ausführen kann. Das führt vor allem in den teilweise ziemlich harten Endgegner-Fights zu dem einen oder anderen frühzeitigen Ableben von Sagi und Co. Da man aber jeden Endgegner Kampf sofort wiederholen und vorher sein Deck verändern kann, relativiert sich der Kritikpunkt wieder ein wenig.

Fazit

Baten Kaitos Origins darf in keiner Rollenspielsammlung fehlen. Deshalb ist es umso tragischer, dass Nintendo bisher keinen Europatermin angekündigt hat. Ich kann aber nur jedem Besitzer einer US Konsole oder eines Freeloaders zum Import des Spiels raten. Die Story ist deutlich besser als noch im ersten Teil und überrascht mit einigen unerwarteten Wendungen gegen Ende hin. Der Umfang liegt mit 50 bis 100 Stunden, wenn man alle Aufgaben lösen will, deutlich über dem Durchschnitt. Die audio-visuelle Darstellung ist einfach grandios. Auch das modifizierte Kampfsystem und andere Erweiterungen überzeugen. Nur wenige kleine Aspekte trüben ein wenig den Gesamteindruck.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

gut

Spielspaß

super

90%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

TBA

Developer

Monolith

USK Freigabe

nicht bekannt


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