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N-Zyklopädie

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My Name is Reggie

26.05.2006

Autor: Mario Kablau

 

"My name is Reggie. I’m about kicking ass, I’m about taking names and we’re about making games!"

 

Mit diesen Worten begann am 13. Mai 2004 die wohl steilste Superstar-Karriere im Videospiel-Business aller Zeiten. Reggie läutete eine Ära ein, in der Nintendos Pressekonferenzen nicht länger staubtrocken und gähnend langweilig sein sollten.

 

Reginald Fils-Aime, Executive Vice President of Sales and Marketing bei Nintendo of America ist wahrlich der Superstar unter allen Videospiele-Persönlichkeiten. Er kam zu Nintendo, um die Mitarbeiter zu motivieren, Menschen auf Nintendo aufmerksam zu machen und um für Schlagzeilen zu sorgen. All diese Aufgaben verpackte er in dem einen Satz, mit dem er die Pressekonferenz von Nintendo auf der "Electronic Entertaining Exposition" (E3) in L.A. einläutete.

 

Zuvor hatte der im März 1961 geborene Marketing-Veteran viele Dinge gemacht, die nichts (aber auch gar nichts) mit Videospielen zu tun haben. Er war Senior Director im amerikanischen Marketingbereich bei "Pizza Hut", Marketing Chief bei "Guiness Import" und Senior Vice President of Marketing bei "VH1" bevor er im Dezember 2003 seinen Dienst bei Nintendo antrat. Und er war bisher in allen seinen Jobs sehr erfolgreich, was nicht zuletzt durch die große Anzahl Marketing-Awards, die er bekommen hat, belegt ist.

 

Aber zurück zur E3: Der erste Schock war groß, doch sogleich folgte schallender Applaus. Er veranstaltete eine Show und das Publikum machte mit. Unterm Strich war es die wohl beste Pressekonferenz von Nintendo bis zu diesem Zeitpunkt. Und das eben nicht nur, weil alle mit den innovativen Features des Nintendo DS und dem ersten Trailer zu "Zelda: Twilight Princess" überrascht wurden, sondern weil er es versteht, die Massen zu begeistern!

 

Kurz danach war sein Name in aller Munde und eine wahre Fan-Bewegung entstand. Jeder wollte wissen, wer der Typ eigentlich ist, und wie genau er seine Worte gemeint hatte. Kreative Bastler erstellten jede Menge Bilder, die Reggie zum Star in "Kill Bill", zu Paper Reggie, zu Chris "Reggie" Redfield und zu Super Reggie machten. (Reggies Galerie ab sofort bei uns im Nintendo Fun-Bilder-Bereich! Einen kleinen Vorgeschmack dazu seht ihr rechts neben dem Artikel.)

 

Mit dem Nintendo DS begann bei Nintendo danach auch ein steiles Comeback. Während sich der GameCube nur schleppend verkaufte und der GameBoy Advance augenscheinlich nicht gegen Sonys PSP bestehen würde, stellte Big N die Weichen ein weiteres Mal auf Innovation statt auf schlichte Weiterentwicklung von bekannten Dingen. Der DS sollte mit seinen Innovationen gegen das Multimedia-Talent des Konkurrenten vorgehen. Knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung kann man sagen, dass dieses Unterfangen mehr als gelungen ist. In 2005 verkaufte sich der DS in Japan fast doppelt so oft wie die PSP (4,2 Mio. gegen 2,2 Mio.) und dominierte außerdem die Software-Verkäufe und zeigte damit, dass Innovation gegen Leistungsstärke durchaus gewinnen kann. Seitdem der Nintendo DS lite auf dem Markt ist, hat sich diese Entwicklung für Nintendo noch weiter verstärkt. Er hat sich in 12 Wochen so oft verkauft, wie die gesamte Konkurrenz zusammen in 20 Wochen nicht. Gemeinsam mit dem alten Modell, das weiterhin sehr gut über die Ladentische geht, ist diese Dominanz noch krasser.

 

Reggie hatte also Recht behalten. Er beflügelte Nintendos Publicity in einer nie gekannten Art und Weise. Auf einmal war der "Verlierer der aktuellen Konsolengeneration" wieder in aller Munde und die Leute fingen an, Nintendo wieder Ernst zu nehmen.

 

Ein Jahr war vergangen, als er im Mai 2005 erneut auf die Bühne von Nintendo stieg (natürlich war er zwischen diesen beiden Auftritten auch sehr aktiv) und erneut für Furore sorgte. Das erste Mal wurde die nächste Generation der Heimkonsole von Nintendo der Öffentlichkeit präsentiert. Mit "Wii" (ehemals: "Revolution" will Nintendo erneut die Konkurrenz überraschen und sich, neben der alten Zielgruppe, vor allem auch an die Leute richten, die bisher noch kein Videospiel gespielt haben.

 

Auch wenn die 2005er PK nicht an die Klasse derer aus 2004 heranreichte, sorgte Reggie mal wieder für staunende Gesichter. Kurz vor dem Ende der Veranstaltung griff er in seine Jackentasche und zog ein kleines Etwas heraus: Den GameBoy Micro, die kleinste tragbare Konsole aller Zeiten. Auch wenn sie kaum einer Ernst genommen hat, da es einfach nur ein extrem verkleinerter GameBoy Advance ist, hat der GBM dafür gesorgt, dass sich die Produktreihe GameBoy in Amerika in 2005 besser verkaufte als die PSP und sogar besser als der DS und bescherte Nintendo einen Handheld-Marktanteil von über 65%. Wie Reggie es prophezeit hatte: Er hatte in die Är... der Konkurrenz getreten.

 

Außerdem machte Reggie sich bei den Fans am 19. Dezember 2005 noch beliebter, als er sich für Online-Matches in Mario Kart DS zur Verfügung stellte. Dazu nahm er seinen DS mit in ein McDonalds-Restaurant und spielte 90 Minuten lang online gegen Nintendo-Fans aus der ganzen Welt. Auch ich habe es natürlich versucht, allerdings hatte ich kein Glück.

 

Am 9. Mai 2006 kam dann sein dritter E3-Auftritt, den er sich zwar mit anderen Nintendo-Größen, wie Shigeru Miyamoto und Satoru Iwata teilte, aber dennoch war es hauptsächlich er, der die 3.000 Gäste und Millionen Internet-Zuschauer durch seine Worte am meisten begeisterte. Er stellte den neuen Leitspruch der Firma (Playing = Believing) vor und sorgte für einen großen Lacher, als er über den finalen Namen der revolutionären Konsole sprach, der kurz zuvor bekannt gegeben wurde:

 

"First, we want to thank everyone, who wrote good things about it, the day you heard it... Both of you!"

 

In Deutsch: "Zunächst möchten wir allen Leuten danken, die nur Gutes über den Namen geschrieben haben, als sie ihn zum ersten Mal gehört haben... Allen beiden!"

 

Reggie, der Superstar von Nintendo. Wer ihn nicht kennt, hat wirklich eine Menge verpasst. Wir haben es unter anderem ihm zu verdanken, dass Nintendo "back in business" ist, und vor allem, dass man wieder über Nintendo redet! Reggie ist die perfekte Ergänzung zu Nintendos verbesserter Außendarstellung, denn sie scheinen endlich begriffen zu haben, dass sie nicht die einzigen im Geschäft sind und dass sie sich profilieren müssen, um erfolgreich zu sein.

 

Gerade heute hat Nintendo mal wieder gezeigt, wie wichtig er ihnen ist, denn er wurde zum COO (Chief Operating Officer – Leitender Geschäftsführer) und President von Nintendo of America befördert. Damit wird er in Zukunft noch mehr die Richtung des Unternehmens angeben können, um dafür zu sorgen, dass DS lite und Wii in Amerika ein großer Erfolg werden. Ob es für ihn noch einen Schritt weiter gehen kann, ist fraglich, aber auf jeden Fall wird er seinen Teil dazu beitragen, dass Nintendo wieder an die Spitze des Marktes zurückkehrt!

 

Wie sagt man so schön: Totgesagte leben länger, oder wie Reggie es sagen würde: "So, while I do smile at these visuals of asses kicked and names taken, the mentality certainly is what I'm all about, and it's what the new Nintendo is all about."

 

In diesem Sinne. Viel Spaß mit der Bildergalerie!


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