Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


N-Zyklopädie

< zurück

Kommentiert: Wie kurz darf ein Spiel sein?

22.03.2015

Autor: Die Redaktion

 

Die Länge von Videospielen ist in letzter Zeit ein immer größer werdendes Thema in der Fanbase. Mit steigenden Entwicklungskosten und aufwändigeren Grafik Engines sinkt die Höhe an Inhalt, den ein Entwickler produzieren kann. Und die AAA-Titel, die es sich leisten können technisch zurück zu fallen sind Serien mit einem Jährlichen Release Plan im Nacken.

The Order: 1886 gab also mit seinen kaum mehr als sechs Stunden Gameplay nun also Anstoß für eine Debatte, der Metal Gear Solid V: Ground Zeroes mit seinem noch recht geringen Preis von 20-40 Euro einigermaßen aus dem Weg gehen konnte: Wie kurz darf ein Spiel sein?

 

 

Lukas' Kommentar

 

Ich habe Ground Zeroes. Ich habe es vor ein paar Wochen für 20 Euro auf Steam gekauft und diesen Kauf bis heute nicht bereut. Würde mich allerdings jemand fragen, ob es sich lohnt, würde ich lachen und sagen "Nein!"

Und dabei ist Ground Zeroes so ein schönes Beispiel für viele weitere Faktoren in dieser Debatte. Sieht man von den Bonus Missionen ab, deren Zugehörigkeit zum MGS-Canon mehr als fragwürdig ist, beendet man dieses Spiel in einer Stunde. Wenn man schlecht ist. Wirklich schlecht.

Aber es ist nicht nur die fehlende Länge, die den Spieler unzufrieden zurück lässt. Ground Zeroes hat keine richtige Handlung. Es hat keinen Anfang, keinen Mittelteil und keinen Schluss. Es beginnt irgendwann, irgendwo, man rettet zwei Figuren, die man nicht kennt, wenn man Peace Walker nicht gespielt hat, und in diesem Spiel auch kaum kennen lernt, und dann endet es einfach wenn die Kacke am meisten am Dampfen ist. Kein dramaturgischer Bogen vorhanden. Und dann hat es auch noch die Dreistigkeit, nach Ende der Hauptmission einen Trailer für die Vollversion, pardon, den zweiten Teil für MGS V zu zeigen. Dies sind die Attribute, die Ground Zeroes zu einer 20 Euro Demo machen.

 

Es ist dieser dramaturgische Bogen, der ein Spiel zu einem Spiel, oder eher, ein Werk zu einem Werk macht. Und hey, wir reden hier von Kunst, es muss nicht immer ein perfekter Bogen sein. Man kann ihn absägen, ihn verbiegen oder verdrehen, ihn umkehren, aber er muss überhaupt DA SEIN.

 

Die Frage, die in dieser Debatte oft gestellt wird ist: "Wollt ihr lieber ein zwanzig Stunden Spiel, das mittelmäßig bis schlecht ist, oder ein sechs Stunden Spiel, das gut bis großartig ist?"

Meine Antwort: Beides ist annehmbar. Ich meine, gut oder schlecht ist subjektiv. Die Frage ist viel eher: Wie viel Steckt drin? Und zwar nicht viel an Spielzeit, oder an Items, oder an Quests oder an Spielwelt, sondern wie viel an tatsächlichem, intellektuellem Inhalt? Ist da etwas rundes vor mir, etwas das einen Punkt hat, eine Aussage, eine Substanz? Und wenn ihr das habt, liebe Publisher, könnt ihr darüber nachdenken, wie viel Geld ihr dafür verlangt.

 

 

Marcs Kommentar

 

Ich kann mich noch gut erinnern. Alte Spieleperlen, die einen über dutzende Stunden fesselten, einen in ihren Bann zogen und in eine fremde Welt abtauchen liessen und das gut und gerne an die 100 Stunden. War das eine schöne Zeit! War das eine schöne Zeit? Ja, natürlich, aber Zeiten ändern sich. Damals hatte ich auch viele Stunden Freizeit die genutzt werden wollten. Die Schule war am frühen Nachmittag vorbei, dazu lange Ferien, fast immer ein freies Wochenende und auch sonst wenig Verpflichtungen.

Heute ist das aber normalerweise völlig anders. Zeit ist quasi Luxus und ein kostbares gut und da möchte ich nicht bei einem Spiel die ersten 15 Stunden mit aufleveln verbringen, bevor es dann so halbwegs los geht. Für mich liegt die Kunst und der Zauber in einem Spiel auch darin, dass es mich geschickt und zügig durch eine Welt führt. Idealerweise gibt es dann noch Zusatzinhalte, Boni oder Nebenmissionen an denen ich mich, wenn ich Lust und Zeit habe, erfreuen kann.

 

Fazit: Ich finde ein Spiel perfekt dass in rund 15 Stunden abgeschlossen ist, dass darüberhinaus aber für den "Langspieler" noch genügend Zusatzinhalte bereithält.

 

 

Marios Kommentar

 

Für mich ist das eine Frage, die ich nur sehr schwer beantworten kann. Manche Spiele sind ellenlang und trotzdem zu kurz, andere sind ultarkurz und dennoch viel zu lang. Es hängt für mich immer ganz stark vom Gesamtpaket ab, Spielzeit ist ja auch nicht gleich Spielspaß. Ich habe natürlich lieber sechs Stunden Spaß als mich sechzig Stunden zu quälen, aber das ist irgendwie eine sehr einfach zu treffende Aussage. Wenn mir ein Spiel Spaß macht, dann kann es fast nicht zu lang sein.

Fast? Ja, Xenoblade Chronicles zum Beispiel war mir zu lang, Donkey Kong 64 war mir zu lang und auch The Legend of Zelda: Skyward Sword ist mir mittlerweile zu lang.

Dabei machen alle diese Spiele großen Spaß und sind mehr oder weniger Meilensteine in ihrem Genre. Aber trotzdem stellen sich irgendwann auch Ermüdungserscheinungen ein. Und das genau richtige Maß zu finden, ist bei weitem nicht einfach. Vor kurzem hatte ich den umgekehrten Fall: thomas was alone. Ein richtig tolles Spiel, das ich auch zwei Mal direkt hintereinander durchspielen konnte, mich aber doch irgendwie unbefriedigt zurück gelassen hat. Warum? Weil ich nach 4,5 und noch mal 4 Stunden immer noch Lust auf Mehr hatte. Vergleicht man das mit meinen Lieblingsspiel "Igor" für das N64, pardon die Wii, waren mir diese Zeiten DEUTLICH zu lang.

 

Ich kann die Frage für mich also nicht wirklich beantworten. Ein Spiel wegen nur vier oder fünf Stunden Länge zu verteufeln halte ich für genauso falsch wie ein Spiel für 80 Stunden Umfang zu loben. Länge ist eben nicht alles, vor allem auf die Technik kommt es an! ;-)

 

 

Matthias' Kommentar

 

Ich denke, dass dieses zu lang oder zu kurz vom Spiel ab hängt. Entscheidend ist schließlich, wie viel Inhalt die Spiellänge bietet. Es gibt aber durchaus Beispiele, wo man sagen kann, dass sie zu kurz sind. Alan Wake war in der Hauptversion definitiv zu kurz, weil die Story nicht komplett abgeschlossen wurde. Das Ende war eher unbefriedigend und sofern man sich die DLCs holte, ging es dort mit der Hauptstory weiter anstelle irgendwelche Nebengeschichten zu erzählen. Es gibt aber auch andere Spiele, bei denen man sich denkt, dass sie zu kurz sind.

 

Wenn man 60€ oder sogar 80€ ausgibt und dafür gerade einmal sechs Stunden unterhalten wird, ist das eher unbefriedigend. Ein Rollenspiel, welches einen durchaus 40 Stunden oder mehr Fesseln kann wird zum selben Preis verkauft, bietet aber deutlich mehr Inhalt. Selbst wenn man noch einiges an Zeit abzieht von den vielen Kämpfen in solchen Spielen, bekommt man doch noch mehr Zeit zustande.

 

Bisher gab es nur wenige Spiele, wo ich das Gefühl hatte, sie wären zu lang. Eins davon ist Final Fantasy XIII, welches durch die Linearität kaum Abwechslung bot und welches ich trotzdem über 80 Stunden spielte. 30 Stunden davon habe ich aber mindestens im weitläufigsten Gebiet verbracht, weil dort eben auch Spaß machte. Aber was bringt das einem, wenn man davor durch Schlauchlevel düst. Irgendwie habe ich es aber doch geschafft, das Spiel durchzuspielen. Ein Xenoblade Chronicles hingegen habe ich sogar zwei Mal durchgespielt und ich könnte mir durch aus vorstellen es noch ein weiteres Mal zu spielen, obwohl es 90 Stunden und mehr brauchen kann, wenn man sich auch mit Nebenaufgaben beschäftigt. Aber wenn man die Welt einfach lieben gelernt hat, macht das einem nicht so viel aus.

 

Zusammengefasst denke ich also, dass es wirklich von Spiel zu Spiel darauf ankommt. Manchmal ist es eben auch ganz erfrischend ein Spiel in zehn Stunden durchgespielt zu haben. Gerade wenn man jeden Tag nur ein, zwei Stunden spielen kann. Alles darunter ist dann aber zum Vollpreis schon fast zu kurz, sofern nicht genügend Spielinhalt geboten wird, der darüber hinaus verwendet werden kann.

</tr>

 

 

Christians Kommentar

 

Welches die perfekte Länge für ein Spiel ist, lässt sich nicht ohne Weiteres beantworten. Der größte Faktor ist sicherlich der Spieler selbst und wieviel Spaß dieser mit einem Titel hat. Ist der Spaß auf einem konstant hohen Niveau, so kann ein Spiel von mir aus gerne auch mal die 50 Stunden Marke überschreiten. Ist das Spiel nur in den besten Momenten richtig gut und plätschert die meiste Zeit so vor sich hin, dann ist eine kürzere Spielzeit vielleicht angebrachter. Wo wir schon bei RPG`s sind, diese sind Spielzeittechnisch ja meist wahre Monster.

Oft muss man 60 oder mehr Stunden investieren. Aufgrund der knappen Zeit und den doch regelmäßig erscheinenden Blockbustern, muss man sich hier leider echt immer ganz genau entscheiden, welche man denn spielen möchte. Ich fand the Last Story auch um einiges besser als Xenoblade Chronicles, einen großen Einfluss hatte hierbei die sehr viel kürzere Spielzeit.

Interessant finde ich bei mir den Fakt das zu meinen absoluten Lieblingsspielen gerade jene zählen, in denen die Sessions eher kurz sind aber man immer wieder spielt. Spiele wie Mario Kart, Smash Bros., Binding of Isaac oder auch Lylatwars. Übrigens ist Lylatwars ein super Beispiel wie man perfekt beide Seiten bedient, die Langspieler und Seltenspieler. Das Spiel an sich ist in ungefähr einer Stunde durchgespielt, aber man kann es auf viele komplett verschiedene Arten wieder erleben.

Kurzum: die Länge eines Spieles ist nicht der entscheidende Faktor. Es kommt eher darauf an wie viel Spaß man damit hat. Auch ein Spiel welches nur eine Stunde Spielzeit umfasst, kann durchaus genauso spaßig sein wie ein 100 Stunden Monster.

 

 

Was denkt ihr? Liegt in der Kürze die Würze, oder kommt es auf die Länge an? Teilt uns hier eure Meinung mit.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes