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Resident Evil 1 Remastered nicht auf der Wii U – Ein Skandal! Oder doch nicht?

05.08.2014

Autor: Martin Küpper

 

Capcom hat Resident Evil 1 Remastered angekündigt – für PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360 und PC. Welches System in dieser Auflistung fehlt, muss ich hier wohl nicht extra betonen und dürfte momentan eigentlich niemanden mehr groß überraschen, schließlich zeigen 3rd Party Entwickler der Wii U nun schon seit einiger Zeit konsequent die kalte Schulter.

 

Der Clou an der Sache ist nur, dass diese Neuauflage, die den Anfang der Resident Evil Reihe mit 1080p im neuem Glanz erstrahlen lassen soll, auf einem Remake basiert, das 2002 exklusiv auf dem GameCube erschienen ist - einer Nintendo Plattform also. Dementsprechend machen sich im Netz bereits erste kritische Stimmen breit und einige Nintendo Fans gehen auf die Barrikaden. Unsere Kollegen von NiNTENDOMiNATiON rufen etwa gar zu einem Boykott von Capcom auf.

 

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Die Wut ist verständlich, aber ist diese Reaktion auch berechtigt? Gibt es nicht vielleicht sogar gute Gründe, wieso Capcom die Wii U außen vor lässt? 

 

Wenn es nur um die „Ehre" und die „Moral“ geht, ist es einfach den Mangel einer Wii U Version als Frechheit abzustempeln, schließlich verbindet Nintendo und Capcom eine tiefe Partnerschaft, die ihres Gleichen sucht. Nintendo ließ Capcom etwa bereits zwei mal (für die Oracle Teile und Minish Cap) unter ihrer Aufsicht einen eigenständigen Zelda-Titel entwickeln und umgekehrt versuchte Capcom auf dem GameCube lange Zeit ihr Bestes, um die strauchelnde Konsole zu unterstützen. Doch das jüngste Zeichen der Verbundenheit zwischen Nintendo und Capcom ist wohl Mega Mans Auftritt im neuen Super Smash Bros.

 

Doch auf Moral und Ehre kann ein Unternehmen im hart umkämpften Videospiel-Markt nicht immer Rücksicht nehmen, besonders in Krisenzeiten. Viele von euch werden sicher wissen, dass es Capcom zur Zeit nicht besonders gut geht und in einer derart kritischen Phase ist es nur verständlich, dass man als Firma das Risiko gering halten möchte. Trotz der ansteigenden Verkaufszahlen birgt es für Entwickler zur Zeit immer noch ein gewisses Risiko ein Spiel für die Wii U zu entwickeln, schließlich haben es 3rd Party Titel bei Nintendo Fans leider schon fast traditionell eher schwer.

 

Resi1

 

Resident Evil im speziellen ist zudem eine Marke, deren Haupttitel seit Teil 4 nicht mehr auf Nintendo Konsolen erschienen sind und somit liegt der Schluss nahe, dass ein Großteil der Fangemeinde sowieso (auch) eine andere Plattform besitzt und nicht zwingend auf eine Wii U Fassung angewiesen ist.

 

Das man sich auf der Wii U nicht die besten Verkaufszahlen erhoffen kann, zeigt auch ein Blick auf die verkauften Einheiten von Resident Evil: Revelations HD. Auf der Wii U kommt das Spiel laut vgchartz.com auf magere 90.000 Einheiten – zum Vergleich: Die PS3 Version verkaufte sich 570.000 mal und die 360 Version kommt immerhin auch auf 190.000 verkaufte Einheiten. Doch auf der anderen Seite hat sich die PC Version angeblich nur 20.000 mal verkauft...

Und zusätzlich muss man auch noch berücksichtigen, dass gerade auf der Wii U einige Leute bereits die Original 3DS Version (780.000 verkaufte Einheiten) gespielt haben und es nicht noch ein mal kaufen wollten.

 

 

Außerdem stellt sich natürlich auch die Frage, wie groß das Risiko für Capcom in diesem Fall wirklich ist. Wir sprechen hier über ein HD Remake, das auch für PS3 und 360 erscheinen wird und somit dürfte der Aufwand der durch eine Wii U Version entsteht, verhältnismäßig gering sein. Vor allem, weil das Spiel ohnehin nur digital angeboten werden wird und somit die Kosten für die Produktion von Hardcopys entfällt.

 

Aber scheinbar kam man bei Capcom zu dem Schluss, dass sich eine Wii U Version unterm Strich einfach nicht lohnen würde. Das ist auf alle Fälle sehr schade. Ob es jedoch derart krasse Reaktionen und Boykott Aufrufe rechtfertigt ist eine andere Frage, die wohl jeder für sich selbst beantworten muss. So oder so muss Capcom jetzt damit leben, dass sie sich unter Nintendofans nicht gerade beliebt gemacht haben und schon alleine aus diesem Grund sollte sich Capcom einmal hinterfragen und darüber nachdenken, ob das Eingehen des (meiner Meinung nach überschaubaren) Risikos einer Wii U Version nicht alleine schon für das Verhindern einer solchen Situation sinnvoll gewesen wäre.


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