Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


N-Zyklopädie

< zurück

So entsteht ein Cosplay: Zelda aus Ocarina of Time (2)

22.03.2014

Autor: Tanja Weber

 

„Um die Stimmen der Götter zu empfangen“

 

Zu aller Erst einmal ein großes Hallo! Ich freue mich sehr, dass ich noch einen zweiten Teil zum Zelda-Monat beitragen darf und lasse euch heute dabei zusehen, wie ich die hylianischen Ohren für mein Prinzessin Zelda Ocarina of Time Cosplay herstelle. Also fangen wir direkt an!

 

 

Das Zubehör

 

 

 

Hier seht ihr alles, was ich zum Herstellen meiner Ohren benötige. Zum Abformen brauche ich Abformmasse und zum Ausgießen danach verwende ich eine Keramik-Gießmasse. Dazu noch Ohropax, Vaseline, Modelliermasse, einen Messbecher, einen Plastikbecher und selbstverständlich das Latex und die Farbe zum Bemalen.

 

 

Das Abformen des eigenen Ohres

 

Zunächst kommt eines der Ohropax in mein Ohr und dieses wird mit Vaseline eingecremt, damit man die Abformmasse anschließend wieder abbekommt.

 

 

 

 

Gleichzeitig bereitet mein Freund die Abformmasse vor. Diese muss sehr schnell verarbeitet werden, daher ist Eile angesagt!

 

 

 

 

Damit später beim Aufsetzen des Bechers am Kopf nichts an den Seiten vorbeiläuft, habe ich hier Modelliermasse angebracht. Die passt sich zumindest etwas dem Kopf an. Nachdem die Abformmasse fertig ist, lege ich mich auf den Boden, mit dem Becher am Ohr, einer Plane, bzw. Mülltüte mit Loch für mein Ohr und mein Freund füllt die Masse in den Becher. Die Ohropax im Ohr verhindern, dass Flüssigkeit hineinläuft. Ich hatte anfangs trotzdem etwas Angst, aber es ist wirklich sicher. =)

 

 

 

 

Ich drücke den Becher noch etwas mehr an den Kopf und sicher zu gehen, dass an den Seiten nichts rausläuft. (Hat wenig gebracht... is doch ne Menge rausgelaufen... XD). Nach etwa 10 Minuten ist die Masse so fest, dass man sie ohne Bedenken lösen kann. Das ist ziemlich eklig, geht aber dank der Vaseline ohne Probleme. Danach sieht das Ganze so aus:

 

 

 

 

Die Form ist elastisch, wie Gummi und jetzt perfekt zum Ausgießen mit der Gießmasse. Danach ergibt sich ein perfektes Abbild meines Ohres. Dazu wird die ganze Vorrichtung erst einmal für den weiteren Verlauf vorbereitet. Ich habe einfach einen weiteren Becher zerschnitten und darüber angebracht.

 

 

 

 

Nun rühre ich die Masse an und gieße sie danach direkt über den Ohrabdruck. Mit einem Pinsel fahre ich in der Form nach, damit sich die Flüssigkeit gut verteilt und keine Bläschen entstehen. Anschließend gieße ich den Rest einfach darüber.

 

 

 

 

Ist das Ohr ausgehärtet und das Gummi-Negativ entfernt, kommt ein wunderschönes Keramik-Ohr zum Vorschein.

 

 

 

 

Die Negativ-Formen habe ich in Frischhaltefolie gewickelt, ansonsten fangen diese an auszutrocknen. Und man weiß ja nie, wofür man so ein Ohr mal wieder brauchen kann. =)

 

 

Das Modellieren

 

Die Ohren in Ocarina of Time sind im Vergleich zu den meisten anderen Teilen der Zelda Serie besonders lang. Als Vorlage dienen natürlich die Nintendo Artworks. Also fertige ich erst einmal eine Skizze anhand der Größe meiner eigenen Ohren an.

 

 

 

 

Danach kommt meine Modelliermasse zum Einsatz. Ich habe welche genommen die Ton besonders ähnlich ist, aber dennoch an der Luft härtet. Durch die Konsistenz lässt sich auch im weichen Zustand bereits sehr genau arbeiten und bei Bedarf auch Details anbringen.

 

 

 

 

Nun kann die richtige Arbeit anfangen! Hier braucht man wirklich viel Geduld. Zunächst nehme ich meine Ohrenvorlage als Schablone und schneide damit ein entsprechendes Stück Modelliermasse für eine grobe Form zurecht.

 

 

 

 

Danach weiche ich die Kanten mit viel Wasser an, drücke den Ton so fest wie möglich an das Keramik-Ohr und zeichne die ersten Verlaufslinien mit meinem Werkzeug ein. (Als Werkzeug eignen sich Messer, kleine Löffel, Zahnstocher und ähnliche Haushaltsgegenstände, wenn man kein Schnitzwerkzeug hat)

 

 

 

 

Danach wird das Innenleben des langen Löffels ausgehöhlt.

 

 

 

 

Ich habe das Ohr übrigens hinten mit einem meiner Werkzeuge gestützt. Durch die Länge kippt es schnell mal weg solange es weich ist. Auch zum Trocknen später brauche ich in jedem Fall eine Stütze.

 

Das Ohr soll natürlich wirken, daher müssen auch die Erhebungen und Knorpel in der Ohrmuschel nachmodelliert werden. Hier habe ich mich stark an der Form meines eigenen Ohres orientiert, damit es später noch etwas besser aufsitzt. Um hier einen Anfang zu finden habe ich zunächst kleine Tonwürmchen geformt und dort angebracht wo ein Knorpel sein soll.

 

 

Mit etwas Wasser, einem zierlichen Werkzeug und ein kleines bisschen Geschick lassen sich die Würmchen mit dem Rest des Tons verbinden.

 

 

 

 

Nach dem Verbinden und dem Glätten des gesamten Ohres mit Wasser bin ich erstmal fertig. Ich stütze das Ganze mit Alufolie ab, damit es in Form bleibt und lasse es ca. 24 Stunden trocknen.

 

 

 

 

Nach dem Trocknen kommt die Feinarbeit. Also das Ohr Abschleifen, um Unebenheiten auszubessern und grundsätzlich die Form zu definieren. Das Ergebnis soll ein glattes Ohr sein, das genau so aussieht wie das letztendliche Latex-Exemplar.

 

 

 

 

Jetzt ist alles bereit für die Arbeit mit dem Latex. Solltet ihr selbst auch Ohren machen wollen, dann hier ein Tipp: Wenn ihr Angst habt, dass ihr das Latex später nicht mehr von dem Ton ab bekommt, rate ich euch dennoch davon ab, beispielsweise Vaseline als Trennmittel zu benutzen. Das Ganze verläuft mit dem Latex und ihr bekommt nur einen glitschigen Brei. Ihr müsst wirklich nicht besorgt sein. Das Latex lässt sich ohne Probleme später wieder entfernen. =)

 

 

Der Latex-Überzug

 

Der finale Part. Bevor ich damit beginne das richtige Ohr zu machen, trage ich zunächst eine einzelne Schicht Latex auf das Ton-Ohr auf und lasse sie trocknen. Nach dem Trocknen ziehe ich es ab, um den restlichen Staub von dem Schleifen restlos zu entfernen. Damit ist das Ohr sozusagen „rein“. ;) Danach kann der richtige Spaß anfangen.

 

Das Latex das ich verwendet habe ist leider sehr gelblich. Um eine zunächst zumindest ansatzweise hautähnliche Farbe herzustellen, mische ich es mit Acrylfarbe.

 

 

 

 

Anschließend pinsele ich die Farbe einfach mit einem weichen Pinsel auf. Die erste Lage wird grundsätzlich besonders uneben und viel zu dünn. Daher trage ich ganze 4 Schichten auf, um zu garantieren, dass es wirklich stabil ist und zumindest halbwegs eben wird.

 

 

 

 

Das Aushärten der einzelnen Schichten dauert zwischen einer und zwei Stunden. Ich habe auf jeder Schicht nochmal etwas Wasser überpinselt, damit es glatter wird. Dadurch verlängert sich jedoch die Trocknungszeit.

 

Nach dem Trocknen ist mein Ohr im Grunde fertig. Ich kann es problemlos von der Form lösen, das Latex ist äußerst robust und Knicke, oder Risse sind nur schwer möglich.

 

 

 

 

 

So, damit bin ich fast am Ende. Aber die Farbe des Ohres ist noch nicht wie ich mir sie vorstelle. Aber glücklicher Weise nimmt das Latex ohne Probleme Acrylfarbe an. Ich benutze hierfür „Elf Flesh“, da es ein besonders heller Hautton ist, der zu meiner natürlichen Hautfarbe passt und dank der Farben die man auch zum Anmalen von Table Top Figuren benutzt, muss ich keinen Hautton anmischen, denn das ist extrem nervtötend. =) Zum Schattieren eignen sich alle möglichen anderen Farben, um dem Ohr eine gewisse Natürlichkeit und Echtheit zu verleihen. Ich habe in erster Linie mit der Farbe „Dwarf Flesh“ gearbeitet.

 

 

 

 

Der Endzustand des Ohres nach dem Anmalen ist folgender:

 

 

 

 

Um dem Ganzen den Glanz zu nehmen, habe ich normalen Puder genommen. Das lässt sich mit Haarspray ohne Probleme fixieren. Jetzt kommt es natürlich noch auf das Anpassen an. Das kann man selbstverständlich auch schon vor dem Anmalen machen. Aber ich wollte es unbedingt in Hautfarbe das erste Mal aufsetzen. ;) Das Ohr kann beliebig zurechtgeschnitten werden und gerade an der Ohrmuschel muss ich einiges anpassen. Ist das allerdings gelungen, fehlt nur noch das Mastex zum Anbringen und die Verwandlung zum Hylianer ist nahezu perfekt. =)

 

 

 

 

Damit ist das Ende erreicht. Ich hoffe, ich konnte euch halbwegs verständlich machen, wie so etwas funktioniert. Es ist zum einen natürlich ein wichtiger Punkt für mein Cosplay, aber zum anderen vielleicht auch für den ein oder anderen unter euch auf einer handwerklichen oder künstlerischen Ebene interessant. In jedem Fall freue ich mich sehr, dass ich die Chance hatte hier ein einen weiteren Einblick in Sachen Cosplay Herstellung zu geben. Was ich hier zusammenfasse ist nicht professionell hergestellt und lässt sicherlich Raum für Verbesserungen. Solltet ihr Fragen haben, stehe ich euch sehr gerne zu Verfügung. Ihr findet alles zu meinen Kostümen und deren Progress auf meiner Facebook Seite. Vielen Dank für's Lesen! =)

 

 

 

Liebe Grüße

Tanja

 

Anmerkung der Redaktion: Voraussichtlich im Mai gibt es dann noch einen dritten Teil von Tanjas Entstehungsreport. Wir werden begleitend ein Fotoshooting mit ihr machen, damit ihr das fertige Cosplay in voller Pracht sehen könnt.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Switch - Erste Eindrücke

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes