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Spieleläden: "Super Potato" in Tokyo Akihabara

05.11.2013

Autor: Marc Müller

 

"Super Potato" in Tokyo-Akihabara

 

Viele Leute die sich länger und intensiver mit Games und Videospiel-Kultur befasst haben, entwickeln den Wunsche einmal Japan als das wohl prägendste und interessanteste Heimatland unserer Leidenschaft zu besuchen. Fängt man dann mit der groben Planung an, landet man ziemlich Flott in Akihabara, wenn auch erstmal nur mit dem Finger auf der Karte. Der Tokyoter Stadteill Akihabara, der sich seit einigen Jahrzehnten auch gerne den Beinamen “Electric-Town” gibt, hat eine einmalige Dichte an Spielhallen und Geschäften mit dem Schwerpunkt Unterhaltungselektronik. Einige große Läden, wie etwa Yodobashi Camera (größtes Elektronikkaufhaus der Welt) erinnern an eine überdimensionale und gut sortierte Saturn-Filiale, die Kette “Trader” ist da schon interessanter und glänzt mit einer sehr großen Second-Hand Pallette die aber eine wesentlich bessere Preisgestaltung hat, als beispielsweise “unsere” GameStop Läden.

 

Richtige "nerdige" und inhabergeführte Spieleläden gibt es selbst in Akihabara nicht so oft wie man vielleicht denken mag. Wir möchten euch heute den sicher bekanntesten vorstellen: Die “Super Potato”.

Der Laden liegt etwas versteckt, in einer Parallelstraße der großen Geschäfts-Hauptstraße Akihabaras. Allerdings könnt ihr an der Front des Gebäude schon sehr schnell vom Artwork auf den Inhalt der Räumlichkeiten schliessen.

 

Wie in Japan oft üblich befindet sich auch beim Fall von Super Potato, ein größerer Shop ausnahmslos in den oberen Stockwerken und somit gänzlich über einem anderm Laden. Ein klassisches Schaufenster gibt es also nicht. Habt ihr das Treppenhaus betreten bekommt ihr gleich die Wahl ob ihr die bunt beklebten Stufen nach oben folgt oder den kleinen Fahrstuhl nehmt. Letzterer ist gar nicht so unsinnig, da der gesamte Laden über drei Etagen verteilt ist.

 

Drei Etage hört sich viel an, allerdings liegt die Fläche etwa bei 40-50 qm pro Stockwerk, was den Laden immer noch sehr urig und auch extrem vollgestopft wirken lässt. Jede Etage hat eine eigene Kasse und so sollten die Artikel auch stets dort bezahlt werden. Für internationale Kundschaft (welche im Laden natürlich stark vertreten ist) ist es etwas schade, dass die Verkäufer kaum Englisch sprechen, aber daran muss man sich eh bei einem Aufenthalt in Japan gewöhnen.

 

In der ersten Etage gibt es alles rund um Retro-Konsolen. Dazu zählt etliches an Konolenhardware. Einiges noch in OVP- was natürlich für einen höheren Preis sorgt – aber überwiegend Gebrauchthardware, die dann trotzdem nochmal extra in Folie umhüllt wird. Natürlich gibt es auch viel an Peripherie – von der GameBoy Camera bis zum Saturn-Pad. Neben der Hardware ist der Hauptteil natürlich den Retro-Spielen gewidmet. Der größte Teil nimmt sicher Famicon und Super Famicon Software ein, aber auch andere Konsole sei es aus dem Hause Sega oder Atari finden hier zahlreiches Futter. Abgerundet wird die Etage von einem reichhaltigem Merchandising Angebot. Mit Ausnahme von Klamotten findet sich so ziemlich alles was Sammlerherzen höherschlagen lässt, egal ob Plüsch, Spielzeug oder Kunststofffiguren.

 

Die zweite Etage widmet sich hauptsächlichen der Handheld-Software. Logischerweise nehmen dabei diverse Nintendo-Systeme den größten Platz ein. Aber auch Game Gear Module oder exotischere Software, wie etwa für den Wonderswan Color, findet sich hier. In zwei großen Vitrinen befinden sich die Schätze der Etage, das sind vor allem viele unterschiedliche Game & Watch Exemplare teils auch noch in OVP oder aber seltene Sammlereditionen von DS und GBA. Ebenfalls in der zweiten Etage befinden sich einige Regalmeter mit Game-Soundtracks. Dazu gesellt sich auch in diesem Stockwerk einiges an Merchandise. Übrigens noch einen Tipp an alle die einmal vorhaben nach Tokio zu fliegen und sich mit Merch einzudecken. Interessanterweise tragen die Japaner scheinbar kaum Videospiele-Klamotten. Zumindest findet man kaum Shirts und Co. Diesbezüglich war ich persönlich sogar etwas enttäuscht, auch wenn mir die Größen wahrscheinlich viel zu eng gewesen wären.

 

Kommen wir zur obersten Etage der “Kartoffel”. Hier befindet sich nämlich kein richtiger Verkaufsraum, sondern eine Mini-Spielhalle. Rund 20 Automaten verschiedener Epochen, u.a. die alten Pac Man und Mario Bros. Automaten, sind gegen Yen-Münzen bespielbar. Allerdings haben die Geräte teils derbe Gebrauchsspuren und sind manchmal in deutlich besserer Qualität auch noch in vielen anderen Spielhallen in Tokio zu bespielen. Neben den Automaten (hier darf übrigens beim Zocken noch gequalmt werden!), befindet sich an der Kasse ein großer Bereich mit allerhand farbenfrohen und ausgeflippten Süßigkeiten, denn Spielen macht ja bekanntlich hungrig.

 

 

Fazit

 

Super Potato ist ganz klar ein “Must-See” für jeden Videospiele-Begeisterten, den es mal nach Tokio verschlägt. Die Auswahl an Spielen, Zubehör und Merch ist riesig und der vollgestopfte Laden versprüht einen ganz besonderen Charme. Zugegeben, es gibt durchaus vergleichbare Läden in der Welt, trotzdem rangiert dieser ganz oben in der Top Ten der Spieleläden, insbesondere wenn ihr ein Fan japanischer Software seid. Also nichts wie hin!

 

Webseite: www.superpotato.com


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