Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


N-Zyklopädie

< zurück

Wii Zapper

11.12.2007

Autor: Mario Kablau

 

 

Ein Gewehr für die Wii

 

Es gibt zwar schon jede Menge Zubehör und Aufsätze für die Controller der Wii, aber Nintendo selbst hat sich bisher vornehm zurück gehalten. Das ändert sich jetzt zumindest ein bisschen, denn der auf der E3 2006 erstmals gezeigte Wii-Zapper ist jetzt endlich auf dem Markt. Dabei handelt es sich um eine Gewehrhülle, in die man Wiimote und Nunchuk einsetzen kann, um Shooter noch realistischer spielen zu können. Zusammen mit dem Zapper liefert Nintendo das Spiel Link’s Crossbow Training aus (Testbericht), so dass man für die 30 Euro nicht nur ein Stück Plastik geliefert bekommt.

 

Im vorderen Teil hat der Zapper eine Halterung, in die die Wiimote eingesetzt wird. Vorne wird sie durch ein fixes Teil festgehalten und hinten sind zwei Klammern, die die Fernbedienung fest in der Halterung verankern. Ein kleiner grauer Knopf löst diese Klammern, so dass man die Wiimote leicht wieder entnehmen kann. Im hinteren Teil wird das Nunchuk auf zwei Stifte aufgesteckt, die genau in die Löcher der Schrauben passen. Am unteren Ende wird das Kabel durch eine Klappe gesichert und auf die Unterseite des Zappers gelenkt. Dort gibt es eine abnehmbare Abdeckung, hinter der sich eine Halterung für das Kabel verbirgt. Dort kann man das Kabel herumwickeln und dann die Klappe wieder zu machen. So verschwindet es fast vollständig und stört beim Spielen nicht. Etwas nervig ist lediglich das Halteband der Wiimote, das man auf jeden Fall abnehmen sollte, da es sonst leicht störend ist. Der Zapper ist so gebaut, dass sämtliche Tasten erreichbar bleiben. Lediglich der B-Knopf an der Unterseite der Wiimote ist verdeckt, bleibt aber dennoch durch einen Abzug an der Unterseite des Zappers bedienbar. So bekommt man außerdem ein noch realistischeres Gefühl beim Abdrücken.

 

 

Das Gewehr im Praxistest

 

Der Einbau der beiden Controller ist extrem einfach und auch völlig ohne Anleitung beim ersten Versuch in weniger als einer Minute möglich. Falls man sich nicht sicher ist, wie man zum Beispiel das Kabel in dem dafür vorgesehen Fach verschwinden lässt, hilft die bebilderte Anleitung sehr gut weiter. Mit etwas Übung benötigt man nicht länger als 30 Sekunden für den Ein- oder Ausbau, was sich einigermaßen im Rahmen befindet. Will man nur die Wiimote entnehmen, dann benötigt man nur einen Augenblick, da dann Nunchuk und Kabel nicht angefasst werden brauchen.

 

Der Ein- und Ausbau des Nunchuks ist das, was wirklich Zeit kostet und daher ist es irgendwie unverständlich, warum Nintendo hier nicht einfach einen Stick und zwei Knöpfe fest in der Hülle verbaut hat. Die Bewegungssensoren werden eh nicht benötigt, da die Wiimote ja zwingend mit angeschlossen werden muss. Das hätte die Produktionskosten sicher nicht wesentlich beeinflusst, aber den Komfort dafür deutlich erhöht. So überlegt man es sich zweimal, wenn man einfach nur ein schnelles Spiel machen will, aber erst die Controller einbauen muss. Eine alternative Lösung ist es, wenn man mehrere Nunchuks hat, einfach eines immer verbaut zu lassen und zum Spielen ohne Zapper ein anderes zur Hand zu nehmen.

 

Die Verarbeitung ist sehr ordentlich und stabil. Lediglich die bewegliche Kabelführung für das Nunchuk wirkt etwas wackelig und ist potentiell Abriss bedroht, wenn man es oft auf und wieder zu macht. Einmal eingebaut, halten die Controller bombenfest, so dass keine Gefahr besteht, dass sie sich lösen oder gar herausfallen. Für große Hände ist der Griff unterhalb des Nunchuks ein wenig zu klein geraten. So muss ich zum Beispiel den Ringfinger und den kleinen Finger leicht übereinander legen, damit ich sicheren Halt habe. Der vordere Griff und der Abzug sind dagegen groß genug. Die leicht raue Oberfläche bietet guten Halt auch bei verschwitzten Händen.

 

Etwas blöd ist es, dass man den A-Knopf in normaler Gewehrhaltung kaum erreichen kann, was den Zapper für Egoshooter wie Metroid Prime 3 leider völlig ungeeignet werden lässt. Man kann zwar den Griff so ansetzen, dass man an alle Tasten herankommt, allerdings ist das bei kleinen Händen sehr unbequem und sorgt somit nicht unbedingt für mehr Spielspaß. Wie man das hätte besser machen können, weiß ich jedoch auch nicht.

 

Neben Link’s Crossbow Training gibt es noch ein paar andere Spiele, die extra für den Zapper konzipiert wurden, darunter die in Europa nicht erscheinenden Titel Resident Evil: The Umbrella Chronicles und Medal of Honor Heroes 2. Ebenso kann man Ghost Sqaud mit dem Zapper spielen und nächstes Jahr erscheint House of the Dead. Grundsätzlich kann man jedoch auch alle anderen Shooter mit dem Zapper spielen, sofern man die oberen Tasten auf der Wiimote nicht dauernd braucht. So lassen sich zum Beispiel die Shooter-Passagen in den beiden Rayman Raving Rabbids Spielen für Wii ganz gut mit der Hülle genießen.

 

 

Fazit

Der Wii Zapper ist ein nettes Stück Hardware, dass das Spielen von Lightgun-Shootern noch realistischer macht und für mehr Spielspaß sorgt. Schade ist, dass man an die Tasten oben auf der Wiimote nur noch bedingt dran kommt und ihn somit nur einsetzen kann, wenn man außer B, C und Z keine Tasten regelmäßig benötigt. Die Verarbeitung ist topp und der Einbau kinderleicht, aber etwas zu zeitintensiv. Für 30 Euro inklusive einem kleinen Spiel kann man jedoch kaum meckern. Es bleibt nur zu hoffen, dass Nintendo den Zapper bald für weniger Geld und dafür ohne Spiel auf den Markt bringt, denn ich hätte gerne einen zweiten, aber das Spiel brauche ich nicht unbedingt ein zweites Mal.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Switch - Erste Eindrücke

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes