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Japantag 2012: Cosplayer und Nintendo-Fans erobern Düsseldorf

11.06.2012

Autor: Gunnar Schreiber

 

Die japanische Gemeinde von Düsseldorf ist mit knapp 8.100 Menschen die größte in Deutschland. Kein Wunder also, dass vor nun mehr als 10 Jahren der alljährliche Japantag ausgerufen wurde, bei dem die japanische Kultur erklärt und zelebriert werden soll. Längst hat sich der Japantag aber zu einem überregionalen Massenspektakel entwickelt. Alleine in diesem Jahr kamen bei schönem Wetter am 2. Juni mehr als 700.000 Besucher an die Rheinuferpromenade von Düsseldorf und schlenderten vorbei an 58 Informationsständen, drei Bühnen, dutzenden Imbissbuden und vor allem tausenden Cosplayern.

 

Menschenmassen soweit das Auge reicht

 

Ja, richtig gelesen. Die Zahl der Cosplayer, die sich als beliebte Manga-, Anime- und Videospielcharaktere verkleidet haben, war einfach nur gigantisch! Alleine die Zahl der Charaktere aus dem Naruto-Universum, vor allem Naruto, Sakura und diverse Akatsuki, hätten manche normale Convention bereits zum Platzen gebracht. Aber auch sonst gab es viele bekannte Helden zu bestaunen. Natürlich haben wir dabei ein besonderes Auge auf Nintendo-Cosplayer geworfen. Besonders häufig anzutreffen waren Pokémon, entweder in einer direkten Variante oder in einer Gijinka Version. Gijinka ist japanisch und heißt so viel wie personifiziert oder vermenschlicht. Also die Darsteller überlegen, wie eine menschliche Version z.B. eines Pokémons aussehen würde und setzen es dann als Kostüm um. Darüber hinaus sind uns diverse Links aus The Legend of Zelda begegnet. Wobei mein absoluter Favorit ein anderer Charakter aus dem Universum gewesen ist, nämlich der junge Mann im Tingle Kostüm. Da gehört schon verdammt viel Mut dazu, so in der Öffentlichkeit rumzulaufen.

 

Tingle ist wohl einer der umstrittensten Charaktere aus dem Zelda-Universum. Aber das Cosplay ist lustig.

 

Vor allem Link-Cosplayer gab es jede Menge zu bestaunen.

 

Für Anime- und Manga-Fans hat sich der Japantag längst zu einem wichtigen Event etabliert, was sich auch in den Ständen wiederspiegelt. So ist das Magazin Animania vor Ort gewesen und hat verschiedene Aktionen am Stand durchgeführt. Animexx.de, die größte Anime/Manga-Community in Deutschland, war ebenfalls dort sowie diverse Verlage, die neue und alte Mangas anboten. Sehr interessant waren auch die Merchandise-Stände, wo es Figuren, Poster, Plüsch und sonstigen Kram zu fast allen bekannten Serien zu kaufen gab. Allerdings zu sehr gesalzenen Preisen! Abgerundet wurde das Ganze noch mit Manga-Zeichenworkshops, einem Cosplay-Schaulaufen auf einer Bühne sowie einem Karaoke-Wettbewerb mit japanischen Songs.

 

Unzähliges Merchandise verführte die Besucher zum Geld ausgeben.

 

 

Aber natürlich hat es einen handfesten Grund, warum wir von 10do erstmalig über den Japantag berichten. Denn diesmal hatte Nintendo in dem Anime- und Mangabereich ein eigenes Zelt aufgebaut. Allerdings war dies von außen so unscheinbar, dass ich beinahe dran vorbeigelaufen wäre. Denn während andere große Banner angebracht haben, reichte es bei Nintendo gerade mal für eine Kette mit selbst ausgedruckten Logos in DIN A4 Größe. Da hat Nintendo mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut. Von Innen sah das Zelt auch nicht viel aufwendiger gestaltet aus. Es gab ein paar Sitzsäcke zum Verweilen, ein paar Poster an den Wänden und Aufsteller sowie Spielstationen zu Games wie Kid Icarus Uprising, Mario Tennis Open, Mario Kart 7, The Legend of Zelda: Skyward Sword und Mario Party 9. Eine nette Sache für all diejenigen, die den einen oder anderen Titel noch nicht kennen - völlig unspannend für alle anderen.

 

Hübsch ist anders: Der Nintendo-Stand von innen.

 

Richtig gelohnt hat sich der Besuch des Japantages allerdings für alle StreetPass affinen 3DS Besitzer. Es war einfach unglaublich, was dort abging! Das hat sogar die letztjährige gamescom bei weitem übertroffen, was natürlich auch daran liegt, dass es mittlerweile weit mehr Besitzer des Handhelds gibt. Aber im Prinzip konntet ihr stehen bleiben und zusehen, wie nach jedem Puzzletausch und Zuklappen der Konsole, beim nächsten Öffnen wieder 10 neue Besucher an eure StreetPass Tür klopften. Die perfekte Gelegenheit also, die Puzzle zu füllen und bei Rette die Krone so richtig voranzukommen. Und auch eine tolle Gelegenheit StreetPasser aus anderen Ländern zu treffen. Jetzt habe ich z.B. endlich jemanden aus Kyoto, der Heimatstadt von Nintendo.

 

Das Schlendern entlang der Rheinuferpromenade macht natürlich auch hungrig und durstig. Die große Chance also japanische Spezialitäten zu probieren von verschiedenen Sushi Sorten bis hin zu Kirin, einem japanischen Bier. Aber es wurden auch solch typisch japanische Gerichte wie an diesem Stand angeboten:

 

Japanische Spezialitäten: Krakauer und Curry Wurst.

 

 

Beendet wurde der Japantag wie in jedem Jahr durch ein gigantisches Feuerwerk, das diesmal unter dem Motto 200 Jahre Grimms Märchen stand. Über 1.500 Feuerwerkskörper illuminierten den nächtlichen Rhein mit Fabeltieren, Blumen und dem Goldregen. Ein toller Abschluss eines lohnenswerten Tages, zumindest wenn man für moderne japanische Kultur was übrig hat. Denn die traditionelle Seite von der Samurai-Kunst bis hin zum Origami-Falten geht in dem Trubel und Lärm leider eher unter.

 

 

Ach übrigens: Alle Bilder aus dem Artikel findet ihr rechts in der Galerie in größer. Falls ihr euch vielleicht auf einem der Fotos wiedererkennt und es in Originalgröße haben möchtet, schreibt einfach eine Email an info(at)10do.de


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