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N-Zyklopädie

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Früher war alles besser?! - Teil 2: Früher waren alle Storys besser?!

21.02.2012

 

Autor: Christian Kohls

 

Früher waren alle Storys besser?!

 

Storys sind ein wesentlicher Bestandteil von Spielen. Viele Games profitieren von einer guten Hintergrundgeschichte, da sie einerseits die Spielwelt glaubwürdiger machen und zum anderen das Gameplay unterstützen können. Es macht ganz einfach mehr Spaß, wenn man emotional von einem Spiel mitgerissen wird. Den letzten Boss in den Arsch zu treten ist wesentlich befriedigender wenn dieser zuvor die Eltern der Spielfigur getötet hat, als wenn man völlig emotionslos einen Gegner nach den anderen plättet.

 

Vieles hat sich in der Erzählweise wie auch in der Präsentation in den vergangenen Jahren getan. In der aktuellen Ausgabe von „Früher war alles besser?!“ möchte ich den Aufbau und die Qualität von Storys im Allgemeinen als auch besonders im Laufe der Zeit untersuchen.

 

 

Storys in einzelnen Genres

 

Zunächst ist einmal interessant in welchem Umfang und Genres Storys überhaupt Sinn machen. Es gibt kaum Jump & Runs, in denen die Story einen wesentlichen Bestandteil des Spiels ausmacht. Dies ist aber nicht weiter schlimm, da bei den Plattformern vielmehr das Gameplay im Vordergrund steht. So hat sich die Story von sämtlichen Mario Abenteuern seit dem NES eigentlich nie weiter entwickelt. Bowser ist aus einem unerfindlichen Grund immer noch scharf darauf Prinzessin Peach zu entführen und Mario muss nun durch vielfältige Welten zu Ihrer Rettung eilen. Gerade bei Jump & Runs ist die Story nichts weiter als ein nettes Beiwerk, welche aber zurecht im Hintergrund gehalten wird um den Spieler nicht zu lange vom Gameplay abzulenken.

 

Bei Sport- und Rennspielen ist eine Story nur in den seltesten Fällen wirklich sinnvoll. Da diese meistens sowieso viele Elemente einer Simulation besitzen, rückt der Fokus auch hier wieder mehr zum Gameplay. Ein Genre in dem es zwar häufig eine Story gibt, aber häufig komplett oder zumindest teilweise ignoriert wird ist das des Beat ´em Up. Während frühe Beat ´em Ups wie Street Fighter 2 kaum Story hatten, so besitzen heute die meisten Charaktere aus solchen Spielen eine eigene Hintergrundgeschichte. Besonders ist in diesem Zusammenhang die Soul Calibur Reihe zu nennen, welche schon häufiger eine Art StoryModus angeboten hat.

 

Nach dieser Betrachtung machen ausgefeilte Storys nur noch in einigen Genres wirklich Sinn. Dies sind besonders Action Adventures und RPGs. Gerade RPGs werden natürlich maßgeblich auch an ihrer Story gemessen. Aus diesem Grunde befasse ich mich nachfolgend hauptsächlich mit diesen beiden Genres und werde meine Beispiele auch aus diesen Bereichen wählen.

 

 

Umsetzung

 

Geht man weit in der Historie der Videospiele zurück und beschränkt sich auf den Nintendo-Sektor, so fällt einem auf, dass die meisten NES Spiele kaum Story boten. Meistens gab es am Anfang des Spiels ein wenig Story und dann erst wieder am Ende. Als Ausnahmen sind hier Metal Gear, Final Fantasy und zum Teil auch Shadow Gate zu nennen. Es wurde in der Zeit in der Videospiele noch kein Massenphänomen waren, mehr Wert auf andere Spielelement gelegt. So stand das Gameplay meist im Vordergrund und man wollte nur selten komplexe Geschichten erzählen.

 

Erst ab der Ära des Super Nintendos wurden die Storys in Spielen vielschichtiger. Besonders sind hier natürlich die RPGs, insbesondere im europäischen Bereich, beliebt geworden. Spiele wie Final Fantasy IV - VI, Terranigma oder Chrono Trigger hatten schon damals mitreißende Geschichten zu bieten. Allerdings konnte man in die Spiele dieser Zeit, durch mangelnde Technik bestimmte Animationen darzustellen, mehr in die Storys dieser Zeit hineininterpretieren. Es wurde einem nicht immer alles genau gezeigt, oder Geschehen stark vereinfacht dargestellt. Dadurch bekamen diese Spiele immer noch eine gehörige Portion eienr persöhnlichen Note welche man dem Spiel selber aufgedrückt hat.

 

Es war beispielsweise nur schwer möglich, epische Storys gebührend darzustellen. Gewaltige Schlachten, wie Kriege, oder auch schnelle Duelle von zwei Kontrahenten in einem dramatischen Weise zu erzählen war erst mit der Einführung von vorgerenderten Videosequenzen so richtig möglich. Das Darstellen von sehr vielen Charakteren bereitete früheren Konsolen auch mehr Probleme als den heutigen. Mit dem Darstellen von vielen Objekten kann heute eine größere Dichte erreicht werden in denen immer alle agierenden und für die Story wichtigen Figuren gleichzeitig dargestellt werden können.

 

 

Präsentation

 

Durch technische Möglichkeiten ist die Präsentation von Storys heute wesentlich besser und bombastischer möglich als früher. So gibt es heute teilweise Filmreife Cutscenes welche die Story unterstützen können. Dabei gibt es diese Zwischensequenzen in Spielegrafik und auch in vorgerenderten „Filmen“. Als eines der ersten und bekanntesten Spiele, welches durchgängig solche Cutscenes eingesetzt hat, sei Final Fantasy VII zu nennen. In diesem Spiel wird die Story sehr gut durch Ingame- und Rendersequenzen vorangetrieben. Wer erinnert sich heute nicht mehr an die spektakulären Szenen in der Ultima Waepon aus dem Meer steigt und ShinRa angreift?

 

Denkt man an die Metal Gear Solid Reihe, in der gefühlte 80% Prozent der „Spielzeit“ aus Zwischensequenzen und Codec-Gesprächen besteht sieht man recht deutlich das diese die Story vorantreiben können. Einen negativen Punkt kann man aber auch gleich wieder an dieser Reihe erkennen: die Story allein durch Sequenzen zu erzählen kann auch dazu führen, dass man als Spieler das Gefühl bekommt nicht selbst Teil der Geschichte zu sein und diese nur als Beobachter erlebt.

 

Ein ganz anderer Aspekt, welcher sich über die Jahre stetig verbessert hat sind die Animationstechniken. Durch bessere Möglichkeiten in der Animationstechnik werden die Gefühle und Reaktionen von Charakteren besser dargestellt, wodurch ein emotionalerer Bezug hergestellt werden kann. Durch diese Bindung fühlt sich der Spieler mit den Charakteren verbunden, fühlt mit Ihnen. Diese Bindung führt maßgeblich dazu bei das Spiele intensiver erlebt werden und man regelrecht in die Geschichte eingesaugt werden kann.

 

 

Fazit

 

Die Frage, ob es früher die besseren Storys gab, ist nicht ohne weiteres zu beantworten. Wie bereits erwähnt sind die ersten richtigen Storys erst zu Zeiten des SNES aufgetreten. In diese Zeit fallen auch meine persönlichen Lieblings-RPGs. Das liegt aber nicht daran, dass diese grundsätzlich besser waren als die heutigen, sondern schlicht und ergreifend daran, dass ich mit Ihnen aufgewachsen bin. Betrachtet man die Frage also einmal vollkommen unvoreingenommen, müsste man zu dem Schluss kommen, dass Storys heute durch die Möglichkeiten der Präsentation und Umsetzung zumindest das Potenzial besitzen, genauso gute wenn nicht sogar bessere Storys zu erzählen. Abschließend kann man also durchaus behauptet, dass es keinen perfekten Zeitpunkt für gute Storys gab oder gibt. Wahrhafte Perlen in Sachen Storys gab es damals wie heute und mit Spielen wie Xenoblade Chronicles und The Last Story beweist sich diese These in der Gegenwart.


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