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N-Zyklopädie

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Früher war alles besser?! - Teil 1: Früher war alles schwerer?!

06.02.2012

 

Autor: Christian Kohls

 

 

Früher war alles schwerer?!

 

In der Rubrik "Früher war alles besser?!" möchte ich in Zukunft einige Aspekte von Videospielen im Laufe der Zeit untersuchen. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf Nintendo- Konsolen und Spielen konzentrieren, jedoch auch gegebenenfalls die eine oder andere Referenz zu anderen Plattformen ziehen.

 

Sicherlich muss man bei einigen Aspekten der Spiele einen genaueren Blick beim Vergleich riskieren, da diese auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen. Das sich die Grafik im Gegensatz zu früher deutlich verbessert hat, muss wohl niemanden mehr erklärt werden. Auch bei der musikalischen Untermalung ist heutzutage technisch sehr viel mehr möglich. ABER, was nützt die beste Grafik wenn das Artdesign versagt hat oder das Spiel aufgrund seines Grafikstils einfach keinen Charme ausstrahlt. Auch wenn die Möglichkeiten heute besser sind, muss ein Soundtrack keinesfalls begeistern, sind es doch gerade die leicht eingängigen Melodien aus der Anfangszeit der Videospiele welche einem bis heute im Gedächtnis geblieben sind und unter Umständen zu den unpassendsten Gelegenheiten durch den Kopf geistern. Ein prominentes Beispiel dafür wäre beispielsweise das Super Mario-Theme oder die Melodie von Tetris.

 

 

Teil 1: Früher war alles schwerer

 

Der ein oder andere wird sicherlich schon einmal mitbekommen haben, dass sich viele Spieler heutzutage von einigen Games unterfordert fühlen. Diese behaupten dann zum Teil, dass Spiele in der Vergangenheit einen sehr viel höheren Schwierigkeitsgrad hatten als heutige Spiele.

Ich gebe zu: In letzter Zeit gab es auch für mich nur wenige Spiele die mich bis aufs äußerste gefordert haben, weshalb ich in diesem Teil von "Früher war alles besser?!" untersuchen werde welche Faktoren eine Rolle für den subjektiven Eindruck des Schwierigkeitsgrad existieren, und ein persönliches Fazit bilde ob ältere Spiele tatsächlich noch härter zu knacken waren als die der heutigen Zeit.

 

 

Speichermöglichkeiten und Checkpoints

 

Ein Grund dafür, dass heutige Spiele leichter erscheinen, ist die Möglichkeit der Speicherung zu nahezu jedem Zeitpunkt oder die extrem großzügige Verteilung von Checkpoints. Wo ist der Nervenkitzel hin wenn ich bei einem RPG nur noch 2 lebende Recken mit wenig Lebenspunkten habe und genau weiß das ich noch ein größeres Gebiet voller Monster hinter mir lassen muss um bis zum nächsten Speicherpunkt zu kommen? Oder wo bleibt das schlechte Gefühl wie bei Resident Evil? Nach jeder Speicherung, musste man damals für jede Spielsicherung eines von den seltenen Farbbändern opfern.

 

Die meisten Spiele haben heutzutage ein Speichersystem welches nach jedem Level eine Speicherung erlaubt, in manchen Spielen besteht sogar jederzeit die Möglichkeit zu speichern, was zur Folge hat das in schwierigen Abschnitten nach dem "Trial and Error" Prinzip vorgegangen werden kann.

 

 

Gameplaytechnische Möglichkeiten

 

Ein weiterer Grund für einen leichteren Schwierigkeitsgrad sind die Möglichkeiten welche es in heutigen Spielen gibt. Waren die Spiele früher größtenteils in 2D gehalten, wodurch die Steuerung eingeschränkt war und zum Beispiel Projektilen nur in 4 verschieden Richtungen ausgewichen werden konnte, so trägt heute dank der 3D Umgebungen die Bewegungsfreiheit auch ihren Teil dazu bei, dass die Spiele ein klein wenig leichter sind.

 

Auch ein größeres Waffenarsenal und die größere Auswahl an Möglichkeiten im Gegensatz zu früheren Spielen, können zu einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad beitragen. In Super Mario World gibt es mit dem Drehsprung und Yoshi im Gegensatz zu Mario Bros. eine ganze Menge mehr Aktionsmöglichkeiten. Doch auch wenn die Möglichkeiten zunehmen, so sind diese doch in vielen Spielen wie dem zuvor erwähnten Super Mario World so tief ins Gameplay verankert, das diese sich dennoch nicht relevant auf dem Schwierigkeitsgrad auswirken, sondern lediglich mehr Facetten ins Spiel bringen.

 

 

Spielerfahrung

 

Ein wesentlicher Aspekt für den Schwierigkeitsgrad von Spielen stellt die eigene Erfahrung des Spielers dar. Wenn man schon jahrelang Videospiele konsumiert und auch in unterschiedlichen Genres bewandert ist, dann bauen sich mit der Zeit auch bestimmte Erwartungshaltungen auf. Nachdem man über viele Jahre einige oder gar alle Super Mario Titel gespielt hat, wird man mit dem neuesten Ableger sicherlich nicht mehr vor unlösbare Aufgaben gestellt. Ebenso wird man als Veteran von Action Adventures etwa bei Okami schnell alle Kniffe erlernt haben, was unter anderem durch viel Erfahrung von Spielen mit ähnlichem Gameplay, wie der Zelda-Reihe, her rührt.

 

Ich konnte feststellen das Personen, welche nicht viel Spielererfahrung besitzen auch durchaus mit den ersten Levels von Super Mario Galaxy ein paar Probleme haben, wo erfahrene Spieler ohne große Anstrengungen ans Ziel kommen. Doch auch diese Spieler hatten mit ihrem ersten Mario-Spiel sicher noch einige Herausforderungen zu meistern. Schwierigkeitsgrad ist also vor allem auch immer eine subjektive Einschätzung.

 

 

Casualisierung

 

Im Zuge der Casualisierung sind Spiele in vielerlei Hinsicht einfacher geworden. So besitzt heutzutage so gut wie jedes Spiel ein In-Game Tutorial. Trug damals auch das Erlernen der Spielmechanik zum Schwierigkeitsgrad bei, so werden einem in den Tutorien meistens gleich zu Beginn des Spiels alle Feinheiten nähergebracht, was aber durchaus auch keine schlechte Sache sein kann.

 

Dadurch, dass Publisher Spieler aber an ihre Spiele binden wollen und dadurch den Schwierigkeitsgrad zurückschrauben, empfindet sich manch einer unterfordert. In der heutigen schnelllebigen Spielekultur scheint es ein KO-Kriterium zu sein, Spiele mit einem allzu hohen Schwierigkeitsgrad auszustatten, da Spieler nach einigen Misserfolgen vor dem Spiel Kapitulieren könnten und ein Produkt eines anderen Publishers vorziehen, Alternativen gibt es ja genug.

 

Auch die angestrebte Zielgruppe spielt sicherlich eine große Rolle wenn es um die Festlegung der Schwierigkeit geht. Gerade Nintendo mit Ihrer familienfreundlichen Politik entwirft vorrangig Spiele welche auch von Kindern bewältigt werden können.

 

 

Fazit

 

Meine Persönliche Meinung ist, dass der Schwierigkeitsgrad in den letzten Jahren grundsätzlich nicht gesunken ist. Am meisten macht sicherlich der Faktor der eigenen Erfahrung aus. Bei "Super Mario Galaxy" hatte ich deswegen keine Probleme, weil ich mich in der Vergangenheit sehr intensiv mit den anderen vorangegangenen 3D-Mariospielen beschäftigt habe. Nichtsdestotrotz ist es doch immer wieder angenehm Überraschungen zu erleben. "Donkey Kong Country Returns" hat mir in Sachen Schwierigkeitsgrad ein wohliges Lächeln ins Gesicht gezaubert. Kannte man die Vorgänger wurde einem trotzdem alles abverlangt, gerade zum Ende hin war es doch ein bockschweres Spiel.

 

Das zeigt dass auch Heutzutage durchaus noch Spiele erscheinen, welche auch den langjährigen Zockern unter uns die Schweißperlen auf die Stirn bringen können. Geht man jedoch noch ein paar Jahre mehr zurück, so ungefähr zu NES-Zeiten, werden die Spiele, nicht nur rein Subjektiv, einen Tacken schwerer. Nachdem ich "Zelda 1" damals verpasst habe, holte ich es in der jüngeren Vergangenheit nach, und was habe ich bei diesem Spiel geflucht wie verdammt schwer es war. Aber gerade beim NES waren es die gameplaytechnischen Aspekte welche die Spiele dieser Ära so schwer machten.

 

Wie seht ihr das? War Früher alles besser? Welche Aspekte haben sich zum Positiven oder Negativen verändert und sind Spiele heute ausgereifter als damals? Findet Ihr heutige Spiele schwerer als früher?


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