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N-Zyklopädie

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Der Nintendo 3DS: Kaufen oder nicht?

11.01.2012

Autor: Mario Kablau

 

 

Zum Scheitern verurteilt?

 

Ich habe sie noch gut in den Ohren, die ganzen Unkenrufe kurz vor dem Launch von Nintendos neuem Handheld. Ich muss sogar zugeben, dass ich mich diesen damals auch mehr oder weniger deutlich angeschlossen habe, denn auch ich war echt skeptisch. Allerdings war ich mir schon damals sicher, dass Nintendo die Kurve kriegen würde, sobald sie einmal die Fehler korrigiert haben, die ihnen beim Launch passiert sind. Denn zum Glück hielt ich die Konsole selbst von Tag 1 an für eine unglaublich tolle Sache.

 

 

Gestört hat mich - und viele andere - allerdings vor allem der Preis. Einen Nintendo-Handheld für 249 Euro herauszubringen, mag nach einer mutigen Entscheidung aussehen, letzten Endes war es aber einfach nur eine dumme. Bei einer Zielgruppe, die sich mit dem letzten und sehr erfolgreichen DS stark in Richtung Casual Gamer verschoben hat, kann man nicht erwarten, dass diese mal eben so tief in die Tasche greifen. Gut. das primäre Ziel von Nintendo, das sie nun auch mit der Wii U verfolgen, war es, die alte Gruppe von Nintendofans anzusprechen, also die die durchaus gewöhnt sind, diese Summen für Videospiele auszugeben.

 

Doch da folgte dann gleich der zweite Fehler auf dem Fuße: Diese Leute, zu denen ich mich auch zähle, lockt man nicht mit Nintendogs und Pilotwings. Ohne Frage, diese Spiele sind gut und machen auch Spaß, aber es sind keine Systemseller. Ich weiß, dass Nintendo sich absichtlich zurückgehalten hat, damit auch andere Entwickler eine Chance haben, auf dem System Fuß zu fassen. Dass das zum Scheitern verurteilt ist, wird Nintendo wohl nie lernen.

 

 

Viele Generationen von ihren Konsolen haben nämlich vor allem eins gezeigt: Nintendo muss vormachen, was sie sich bei der Konsole gedacht haben, Genres voran treiben und ihre Ideen präsentieren. Dann merken auch die anderen, was alles möglich ist und es kommt in der Folge zu einer Flut von guten Spielen. Umgekehrt klappt das nicht, das hat nicht zuletzt zum Beispiel die Wii wieder gezeigt, ich denke da nur an gute Wii MotionPlus Unterstützung. Wäre Skyward Sword zum Launch des Addons herausgekommen, dann würden wir heute eine großen Haufen von Titeln mit guter MotionPlus-Unterstützung im Spieleregal finden können.

 

Und bevor ich den Schritt weiter gehe und die Analyse aus heutiger Sicht durchführe, komme ich zu meinem letzten Argument, warum der 3DS zu Beginn einfach auf die Nase fallen musste: Marketing. Es ist nämlich einfach höllisch schwer, sein Alleinstellungsmerkmal in anderen Medien zu verkaufen. Unterwegs 3D zu zocken bietet einen echten Mehrwert, der sich allerdings zu Zeiten von 2D-Fernsehen nicht wirklich gut erklären lässt. Allerdings hat Nintendo diese Herausforderung gar nicht erst angenommen, sondern stattdessen eine Werbekampagne gestartet, die vor allem bei der Zielgruppe, die man mit dem Launch erreichen wollte, fast ausschließlich für Lacher gesorgt hat, so auch bei uns.

 

 

Wir haben die Werbung vor einigen Wochen mal auseinander genommen und auf unsere Art gezeigt, warum sie einfach nur lächerlich war und nicht funktionieren konnte. Falls ihr es nicht kennt, schaut euch erst mal eines der Originale an und anschließend unsere Version.

 

Hätte ihr nach der Werbung die ununterdrückbare Lust verspürt, den Nintendo 3DS zu kaufen? Also nicht nach unserer, sondern nach der von Nintendo? ;-) Ich hatte das nicht. Aber genug der "Damals-Analyse", dieser Artikel soll euch ja vor allem die Frage beantworten, ob sich der Kauf der Konsole heute lohnt und ob Nintendo aus den Fehlern gelernt hat...

 

 

Nintendos schmerzhafte Lernphase!

 

Zum Launch des 3DS hat sich Nintendo also absichtlich zurück gehalten, damit alle anderen Entwickler eine Chance bekommen, ihre Software zu verkaufen. Doch Nintendo hat dabei ein paar Dinge vergessen. Erstens verkauft sich die Software, die auf anderen Systemen gut läuft nicht auch automatisch auf ihren Konsolen und zweitens hätten die Entwickler einfach viel mehr tun müssen, um das in sie gesetzte Vertrauen auch zu erfüllen.

 

 

Und so kam es wie es kommen musste: Der Handheld erschien und wenn man nicht gerade Hundeliebhaber, Hobbypilot oder Fan von Beat ’em Ups war, hatte man so gar keinen Grund die Konsole zu kaufen. Dazu kamen ja noch der bereits erwähnte exorbitant hohe Preis und die Tatsache, dass viele Features zum Launch noch gar nicht fertig waren. Es lief also am Anfang mal wieder gar nicht. Aber das ist anscheinend genau die Situation, die Nintendo braucht, um das Gaspedal zu finden. Ähnlich lief es ja schon am Anfang des Ur-DS und der Wii, Nintendo war zu Beginn unter hohem Druck und danach kam erst das, was die Fans sich wünschten.

 

Nintendo hatte also erkannt, dass sie es mal wieder versemmelt hatten und so ging es für den 3DS erst richtig los. Er dauerte eine ganze Weile, aber nun – etwa 10 Monate nach dem Launch – sind viele der Probleme behoben und man hat viele Gründe, den Handheld zu kaufen. Aber es gibt auch noch einige, die dagegen sprechen.

 

 

Das Wichtigste für Gamer: Die Software!

 

Wenn es darum geht, sich im immer größer werdenden Markt für Smartphones gegen diese neue „Konkurrenz“ durchzusetzen, dann ist vor allem eines wichtig: Man braucht Spiele, die auf einem Telefon nicht möglich sind. Glücklicherweise ist diese Feld ein extrem breites und Nintendo kann auf ein gewaltiges Portfolio zurückgreifen. Also liefen viele Entwickler los und setzten sich dran, Spiele zu programmieren, die die Konsole endlich verkaufen sollten.

 

Den Anfang gegen Jahresmitte machten zwei Remakes aus Zeiten des Nintendo 64 – etwas, das ich so nicht mehr erwartet hatte. Ich hatte eher erwartet, dass Nintendo den alten DS noch dazu nutzt, hatten sie dort doch mit Super Mario 64 DS schon angefangen. Aber nein, glücklicherweise haben sie nicht weiter gemacht, so dass wir nun nicht nur Star Fox 64 in 3D spielen können, sondern auch The Legend of Zelda: Ocarina of Time. Ohne Zweifel zwei absolute Meisterwerke, die aber hauptsächlich für die Leute interessant sind, die sie damals nicht gespielt haben. Aber natürlich wird gerade Zelda auch von denen gekauft, die es schon zehn Mal im Regal stehen haben, daher war das ein äußerst geschickter Schachzug. Zu diesen beiden Spielen lege ich euch unsere Video-Tests ans Herz, denn hier darauf einzugehen, warum sich der Kauf lohnt, würde zu weit gehen.

 

Video-Test Star Fox 64 3D

 

Video-Test The Legend of Zelda: Ocarina of Time

 

Damit war dann dann der Sommer mehr oder weniger überbrückt, doch etwas wirklich Neues bot der Nintendo 3DS zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht. Die echten Kaufgründe kamen erst zum Weihnachtsgeschäft und damit genau zum richtigen Zeitpunkt. Folgende fünf Spiele möchte ich dazu an dieser kurz vorstellen.

 

Nach der E3 2010, auf der der Nintendo 3DS erstmals gezeigt wurde, stellte Ubisoft diesen Titel vor. Damals hat er mich echt neugierig gemacht. Der Noir-Stil wurde dank echten Schauspielern vor realer Kulisse mit den gewohnten Effekten perfekt eingefangen und auch die Geschichte schien einiges zu können. Am Ende kam es dann leider doch etwas anders: viele gute Ideen, jedoch kaum eine auch gut umgesetzt, zu wenig Umfang und absolut keine Spannung. Schade! Für Noir-Fans ist das Spiel aber dennoch einen Blick wert. Details könnt ihr meinem Testbericht entnehmen.

Ein Spiel, dem man leider deutlich anmerkt, dass es relativ schnell zusammen geschustert wurde. Neben Nintendo haben auch die Mitarbeiter von Retro Studios ordentlich mitarbeiten müssen. Herausgekommen ist zwar ein gutes Spiel, das aber leicht auch noch wesentlich besser sein könnte. Dennoch ist es für viele das beste Mario Kart aller Zeiten, für mich ein Zeichen sinkenden Anspruchs, was ich echt schade finde. Hierzu hat Gunnar nicht nur einen Testbericht geschrieben, sondern ich habe auch einen Video-Test erstellt.

Anfangs als dreister Layton-Klon verteufelt, stellte sich dann doch heraus, dass es völlig anders ist. Anders als Layton ist in meinen Augen aber definitiv der richtige Weg, um ein gutes Spiel auf die Beine zu stellen, vor allem was neue Wege angeht. Layton tritt ja seit Jahren munter auf einer Stelle. Das gilt für Lautrec nicht, auch wenn dieses Spiel lange nicht perfekt ist. Es bietet aber eine spannende Geschichte, teilweise fordernde Rätsel und viele gute Ansätze. Deshalb ist Marcs Testbericht durchaus einen Blick wert.

Wohl für viele das Highlight und eines der größten Argumente für den Nintendo 3DS. Die typische Mario-Formel, viele neue Ideen gepaart mit Altbewährtem und eine gute technische Umsetzung. Viel mehr kann man sich als Mario-Fan kaum wünschen, daher ist es nicht ohne Grund das für uns bisher beste Spiel auf dem Handheld, wie mein Testbericht genauer erläutert. Einen Video-Test gibt es nun auch endlich.

Die Rollenspiele der Tales of-Reihe sind in Europa spätestens seit Tales of Symphonia auch etabliert. Die tollen Geschichten, das etwas andere Kampfsystem und das tolle Artdesign sind nur einige Highlights, die Rollenspiel-Fans das Herz erstrahlen lassen. Bei uns ist dieses Remake des PS2-RPGs leider nur schwer zu bekommen, ich warte seit Dezember auf meine Lieferung. Eindrücke von anderen Leuten, darunter zum Beispiel Gunnar, sprechen aber eindeutig dafür, dass dieser Titel eine Bombe ist und für Genre-Fans einen weiteren Grund liefert die Konsole zu kaufen.

 

Daneben gibt es natürlich noch viele andere Spiele, die sich je nach eigener Vorliebe lohnen können. Werft einfach mal einen Blick in unsere 3DS-Test-Sektion, ob da noch andere Titel für euch dabei sind.

 

Da sich der Handheld mittlerweile sowohl in Japan als auch in den USA über 4 Millionen Mal verkauft hat (Stand Dezember 2011) und auch in Europa sehr gut läuft, wird das aber nicht das Ende der Fahnenstange sein. Mit der Handvoll guter bis sehr guter Spiele hat Nintendo es in meinen Augen geschafft, den Teufelskreis zu durchbrechen, denn nur wenn genug Konsolen da draußen rumlaufen, kommen auch die wirklich guten Spiele.

 

Dass 2012 für 3DS-Besitzer ein gutes Jahr werden wird, könnt ihr unter anderem in unserer Gamesschau 2012 nachlesen, für den Handheld ist echt so einiges unterwegs. Aber genau das ist dann auch wieder ein Grund, jetzt noch nicht direkt zuzuschlagen, denn die meisten Spiele, wie das heiß erwartete Paper Mario 3D oder das neue Super Smash. Bros, das auch auf dem Handheld kommen wird, haben noch gar keinen Termin. Andere Highlights wie Luigi’s Mansion 2, Kid Icarus: Uprising, Metal Gear Solid 3D und Mario Tennis lassen auch noch eine Weile auf sich warten. Warum also jetzt schon zuschlagen, wenn man von dem Angebot noch nicht überzeugt ist?

 

 

Nintendos Problem: 3DS Lite...

 

Wie? Ist der schon angekündigt? Nein! Zumindest während ich diese Zeilen tippe, noch nicht. So langsam kommen aber nach und nach immer lautere Gerüchte ans Tageslicht. Beim DS war es ja so, dass die erste Version des Handhelds im März auf den Markt kam, bereits ein Jahr später im Juni folgte die erste Überarbeitung, die damals aber auch bitter nötig war. Die ursprüngliche Konsole war groß, klobig und hatte eine miese Hintergrundbeleuchtung. Es gab also gute Gründe für eine Überarbeitung.

 

 

Beim Nintendo 3DS ist das nicht ganz so schlimm, so dass ich derzeit nicht von einer allzu baldigen Überarbeitung ausgehe. Man muss auch dazu sehen, dass der DS beim Launch in Europa in anderen Teilen der Welt schon vier Monate erhältlich war, während der 3DS überall ziemlich gleichzeitig veröffentlich wurde. Folgt Nintendo also der Tradition von damals, wäre ein Update eher gegen Jahresende wahrscheinlich. Aber auch nötig?

 

Teils, teils. Der Handheld hat in seiner aktuellen Version sicher Schwächen, wie den nicht ganz so optimalen Akku, dem im 3DS Modus vergleichsweise schnell (nach etwa 4 Stunden) die Puste ausgeht und das nur eine Schiebepad. Bereits in wenigen Tagen wird Nintendo den zweiten Fehler durch ein Addon beheben, aber ist das wirklich der Königsweg? Wäre eine gänzlich neue Version mit zwei Pads, einem größeren Akku, optischen Verbesserungen und weiteren Optimierungen nicht der bessere Weg?

 

Ich denke ja, aber Nintendo wäre trotzdem dumm, das jetzt zu tun. Warum? Weil sie den Preis bereits kurz nach dem Launch drastisch senken mussten, weil viele gerade erst zugeschlagen haben und weil es im Prinzip einfach gar nicht unbedingt nötig ist. Vor allem kann ich mir nur allzu gut vorstellen, dass die Überarbeitung gar kein zweites Schiebepad hätte und somit eigentlich für die Tonne wäre. Jahrelanges Nintendofan-Sein hat mich nicht gerade davon überzeugt, dass Nintendo immer alles richtig macht. Sonst hätte der 3DS ja gleich zwei Pads haben können, dass das sinnvoll ist, weiß Nintendo ja schon seit dem GameCube...

 

Aber wie hilft euch das jetzt bei der Kaufentscheidung? Nun, ich würde sagen, der Kauf lohnt sich, wenn ihr von den jetzt schon erhältlichen Spielen überzeugt seid. Dazu kommen in Kürze noch Resident Evil Revelations, Luigi’s Mansion 2, Kid Icarus: Uprising und mehr. All das wird sicher noch vor dem unvermeidlichen Redesign des Handhelds auch hier verfügbar sein. Wenn überhaupt, dann stellt Nintendo auf der E3 eine neue Version vor, daran glaube ich aber nicht, denn die Messe soll dafür sorgen, dass die neue Heimkonsole Wii U euch zum Sabbern bringt. Wer jedoch noch kein allzu starkes Jucken unter den Fingernägeln hat, der sollte einfach noch abwarten.

 

 

Was den Nintendo 3DS einzigartig macht!

 

Auch wenn das jetzt fast schon nach einem Fazit klingt, bin ich noch nicht am Ende angelangt. Der Nintendo 3DS bietet nämlich noch eine ganze Menge mehr, was auf jeden Fall nicht unerwähnt bleiben darf.

 

An erster Stelle, allerdings wenig einzigartig, wäre da der eShop. Mittlerweile ist Nintendo ja zumindest teilweise in der Neuzeit, oder zumindest im 20. Jahrhundert, angekommen und bietet Spiele auch zum Download an, in Kürze soll es sogar Demos von diversen Spielen geben. Dennoch ist der eShop auf jeden Fall ein Argument für den Handheld, denn dort hat man nicht nur die Möglichkeit, sich Spiele die ursprünglich für Gameboy und Gameboy Color, zukünftig wohl auch Gameboy Advance, erschienen sind, für kleines Geld herunterzuladen. Highlights wie The Legend of Zelda: Link’s Awakening sollte nämlich wirklich jeder gespielt haben. Darüber hinaus gibt es auch brandneue Software zum Download, die teilweise echt gut unterhalten kann. Als Beispiel nenne ich mal Pullblox von Intelligent Systems, was vor allem durch das Internet lebt, da man per QR-Code seine selbst erstellten Aufgaben einfach weitergeben kann. Der eShop ist also durchaus ein Kaufargument, auch wenn er in jedem Fall noch ausbaufähig ist.

 

 

Im Shop selbst gibt es mittlerweile auch zwei Video-Kanäle, die ich persönlich zwar für reichlich überflüssig halte, aber für einige dürfte es durchaus interessant sein. Hat man diese Kanäle einmal heruntergeladen, dann kann man sich dort für einen begrenzten Zeitraum 3D-Videos ansehen. Mit dabei sind animierte Kurzfilme, Ausschnitte aus Dokumentationen und mehr. Durchaus eine nette Idee, vor allem da die Konsole die Inhalte automatisch aktualisiert, wenn sie im Netz ist und man sie dann jederzeit schauen kann.

 

Ein wesentlich innovativeres Element ist StreetPass. Diese Idee von Nintendo ist schlichtweg genial. Nimmt man den 3DS mit und trifft unterwegs auf andere 3DS-Besitzer, dann tauschen die Konsolen automatisch Daten untereinander aus. So sieht man zum Beispiel auch, woher die Leute kommen und sammelt so auf diversen Länderkarten nach und nach die Gebiete ein, aus denen man schon Leute getroffen hat. Darüber hinaus werden die Treffen nicht nur für kleine Mii-Spiele eingesetzt, sondern auch in vielen anderen Titeln. Bei Mario Kart erhält man so zum Beispiel die Geistdaten der Leute, denen man begegnet ist. Feine Sache!

 

 

Die Mii-Spiele sind aber das eigentliche Highlight dieser Funktion. Zum einen gibt es 3D-Puzzles für die man Teile durch Tauschen mit anderen Leuten bekommt. Trifft man also jemanden unterwegs, der andere Teile hat, dann darf man sich eins davon nehmen. Auch lustig ist "Rette die Krone", hier setzt man die getroffenen Miis als Helden ein, um im Stile eines Light-RPGs einen König aus den Fängen von Monstern zu retten. Spätestens seit dem letzten Update der Konsole und dem zweiten Teil dieses Spiels hat man hier genug Inhalte für wochenlangen Spielspaß, entsprechende StreetPass-Begegnungen natürlich vorausgesetzt.

 

Dazu kommt noch SpotPass, mit dieser Funktion kann Nintendo Daten an den 3DS schicken. Ein Beispiel dafür sind die eben schon erwähnten Videos, die sich automatisch aktualisieren. So hat Nintendo endlich das Versprechen eingelöst, das sie auf der Wii gegeben haben: Es lohnt sich, den Handheld jeden Tag mitzunehmen und draufzuschauen, weil ständig etwas passiert.

 

Relativ neu ist der Briefkasten, auch wenn ich an der Ecke Nintendo absolut nicht verstehen kann. Einerseits unterbinden sie Voice Chat bei Spielen, die davon unglaublich profitieren könnten, andererseits geben sie allen die Möglichkeit, völlig frei Bilder zu malen und die durch die Welt zu schicken. Außerdem kann man damit auch Fotos und kurze Audionachrichten versenden, was die integrierten Kameras und das Mikrofon gleich wieder etwas sinnvoller macht. An sich ist es ein cooles Feature, denn man kann so seinen Freunden mal eben was mitteilen, warum das aber nicht in die Freundesliste integriert ist und wieso zum Teufel es so furchtbar unübersichtlich und langsam sein muss, das erklärt sich mir nicht so ganz.

 

Apropos Freundesliste: Diese ist endlich auch mal mehr oder weniger modern. Man muss Freunde nämlich nur einmal per Konsolencode hinzufügen und hat sie dann in jedem Spiel automatisch mit drin. Es geht sogar soweit, dass man sieht, wer gerade online ist und was er spielt. Dann kann man bei dem Spiel sogar direkt einsteigen, was vor allem bei Mario Kart eine wirklich feine Sache ist. Blöd nur, dass man hier keine Kurznachrichten verschicken oder gar chatten kann, das wäre wirklich mal ein Schritt nach vorne.

 

Zuletzt seien noch zwei Features erwähnt, die den 3DS wirklich einzigartig machen. Die so genannten AR-Karten, die beim Handheld mitgeliefert werden, ermöglichen es, die reale und die virtuelle Welt zu verknüpfen. Man hält die Kamera auf die Karte und der 3DS fügt dann dem Kamerabild virtuelle Elemente hinzu. Auf diesem Prinzip basieren zwar noch nicht viele Spiele, aber grundsätzlich gibt es schon gute Ideen. Eine davon ist, dass die Hundeshows bei Nintendogs nun in dieser veränderten Realität stattfinden. Das müsste nur noch wesentlich intensiver genutzt werden. Auch hier gilt aber vermutlich, dass Nintendo erst die Möglichkeiten vormachen muss, damit andere damit weitermachen. Hierzu empfehle ich dann auch mal wieder ein Video, das ich kurz nach dem Launch der Konsole gemacht habe: klick

 

 

Mein letzter Punkt sind die 3D-Fotos und –Videos, die der Handheld machen kann. Okay, die Qualität der Kamera ist eher bescheiden, aber die Idee ist lustig und vor allem 3D-Videos bieten einen echten Mehrwert. Da es aktuell jedoch noch keine Möglichkeiten gibt, diese weiterzubearbeiten und zu teilen, ist das nur etwas für den privaten Einsatz. Ein Hingucker ist es aber immer, wenn man den Handheld auspackt und mal eben ein 3D-Video aufnimmt, was viele so nur aus dem Kino kennen.

 

Ihr seht also, der Nintendo 3DS hat eine ganze Menge abseits vom klassischen Gaming zu bieten. Viele Features stecken zwar noch in den Kinderschuhen oder Nintendo ist nicht bereit, sich da auch mal etwas zu trauen, aber es werden auch heute schon gute Möglichkeiten geboten.

 

 

Kaufen oder nicht kaufen?

 

Jetzt wisst ihr alle bescheid, oder? Zumindest dürften jetzt quasi keine Fragen zum 3DS mehr offen sein, das ist so ziemlich alles, was das Teil zu bieten hat. Wer ihn bis heute nicht gekauft und den Artikel deshalb gelesen hat, weil er eine Hilfestellung bei der Kaufentscheidung haben wollte, dem kann ich dazu abschließend noch folgendes sagen: Schau einfach nach, welcher der folgenden drei Typen am ehestem dir entspricht und schon hast du eine qualifizierte Kaufberatung. ;-)

 

Typ 1: Der Nintendo-Fanboy

Du hast schon seit dem NES alle Konsolen von Nintendo - oder zumindest die die im Laufe deines Lebens nach dem Säuglingsalter erschienen sind? Worauf wartest du noch? Der Nintendo 3DS hat dir einiges zu bieten: Ein Remake eines der besten Spiele aller Zeiten, ein wirklich gelungenen 2D/3D Mix von Super Mario, endlich einigermaßen zeitgemäße Online-Möglichkeiten, 3D ohne Brille und die Aussicht auf ein paar absolute Kracher in 2012. Selbst auf die Gefahr hin, dass bald der 3DS lite kommt, solltest du keine Rücksicht nehmen, denn du hast ja vermutlich auch alle drei Versionen des GBA und sogar alle vier des Nintendo DS. Wieso also bei 3DS aufhören?

 

Typ 2: Der Wackelkandidat

Du bist Multi-Gamer und kaufst dir Konsolen nicht nach dem Hersteller sondern aufgrund des für dich besten Angebots? Dann hast du ein kleines Problem, denn in wenigen Wochen kommt noch ein Handheld, der sich eventuell für dich lohnen könnte. Man muss aber wissen, dass die Vita in eine ziemlich andere Richtung geht als der 3DS. Auf der einen Seite steht Multimedia im Zentrum auf der anderen ein möglichst umfassendes Spielerlebnis mit einigen Angeboten darüber hinaus. Letzten Endes musst du dir also überlegen, ob du den Handheld auch für Filme, Musik und das Web nutzen willst oder ob du dafür ohnehin schon ein Smartphone hast. Ist letzteres der Fall, dann ist der 3DS in meinen Augen die eindeutig bessere Wahl, denn die Spiele der PS Vita kann man in sehr ähnlicher Form auch auf dem großen Fernseher zu Hause spielen, was ich auf jeden Fall bevorzuge.

 

Typ 3: Der Sparsame

Du wartest immer auf das beste Angebot? Dann habe ich eine schlechte Nachrichtig für dich: In Zeiten von Handy-Lebenszeiten von etwa einem Jahr und Konsolen-Updates alle zwei Jahre gibt es das leider nicht mehr. Fakt ist: Jetzt ist der 3DS äußerst günstig zu haben, er wird aber in den nächsten Monaten vielleicht noch mal günstiger werden, auf jeden Fall dann, wenn tatsächlich ein Update in Form einer lite-Version kommt. Also entweder schlägst du jetzt sofort zu oder du wartest bis zum 3DS lite und holst dir dann das alte Modell zu einem noch günstigeren Preis. Da das Spieleangebot und alles darüber hinaus vermutlich auch immer größer werden wird, lohnt sich vermutlich eher das Warten, außer ein spezielles Spiel lacht dich an, dann würde ich sofort zuschlagen, auch wenn das Spiel erst in ein paar Wochen oder Monaten kommt. Bis dahin kannst du nämlich viel Spaß mit dem Handheld haben!


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