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N-Zyklopädie

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Pro vs. Con: Link braucht mehr Charakter

26.11.2011

So, die Zelda-Woche nähert sich langsam aber sicher dem Ende, morgen kommt noch die 10do Show und der Testbericht von Martin ist auch auf einem guten Weg. Doch bevor es soweit ist, haben wir noch eine kleine Diskussion für euch, die sich natürlich auch mit The Legend of Zelda, bzw. im Speziellen mit Links Charakter befasst. Braucht er nun mehr oder nicht? Und damit Ring frei zur nächsten Runde für Mario vs. Lukas. *ding*

 

 

Marios Standpunkt

 

Ich weiß, viele der Hardcore-Zelda-Fans werden mich für diesen Beitrag steinigen, aber meine Meinung zu diesem Thema bleibt nun mal meine Meinung. Ich finde, dass Link ganz dringend mehr Charakter braucht, damit Zelda auch in Zukunft eine erstklassige Spielereihe bleibt. Und das aus mehreren Gründen.

 

Zum einen ist es natürlich wichtig, dass man Spieler und Charakter voneinander trennt. Viele Zeldafans sehen ja genau das anders, denn sie sind Link, geben ihm sogar den eigenen Namen und fühlen sich so als der Held im Spiel. Das halte ich aber für den falschen Weg, denn Link hat ja schon heute gewisse Charakterzüge, die vor allem in Skyward Sword ausgeprägter zur Geltung kamen. Und genau da ist der Haken, er ist nämlich keine leere Hülle, die ich komplett mit meinem Wesen füllen kann, da man die meisten Entscheidungen eh so treffen muss, wie das Spiel sie einem vorgibt.

 

Wenn man nun Link zu einer komplett leeren Hülle machen würde, dann wäre es freilich möglich, ihm komplett meinen Willen aufzuzwingen, aber wäre das im Interesse des Spielers? Ich denke nicht. Auch hier zeigt Skyward Sword wieder, warum nicht. Link ist dort am Anfang ein Faulpelz, der es eigentlich nur dank seiner Bestimmung zu etwas gebracht hat. Erst im Laufe des Spiels ändert sich das immer mehr. Wie soll man so eine Geschichte bitte erzählen, wenn der Held keine Eigenschaften, keinen Charakter hätte? Es ist im Prinzip das gleiche wie bei der Sprachausgabe, Link soll ein stummer Held sein, damit die Vorstellung des Spielers nicht zerstört wird. Dennoch führt er im Spiel aber Gespräche mit anderen Leuten, das ist einfach lächerlich. Entweder er ist ein stummer Held oder er ist keiner. Ebenso hat er entweder einen eigenen Charakter oder er ist eine leere Hülle.

 

Und da Nintendo sicher keine langweiligen 0815-Geschichten mit austauschbaren Helden im Zelda-Universum erzählen möchte, gibt es da eigentlich nur eine Wahl: Link braucht eine Persönlichkeit. Wie gesagt, in Skyward Sword hat er die schon zu größeren Teilen als jemals zuvor, ich bin aber dennoch der Meinung, dass da noch mehr geht. Wenn man seine Charakterzüge ausbauen würde, macht man damit größere Geschichten und persönliche Entwicklungen ebenso möglich wie man den Spieler mehr ins Abenteuer einbinden kann.

 

Oder um es mit den Worten von Martin aus der kommenden 10do Show zu sagen: Auch in Batman Arkham City hat man im Spiel das Gefühl, Batman zu sein ohne ihm seinen eigenen Charakter überzustülpen. Bei Spielen schlüpft man in eine fremde Rolle und erlebt Abenteuer, die in der realen Welt nicht möglich wären, wieso soll man also selbst die Hauptrolle spielen? Folglich hoffe ich, dass Nintendo sich beim nächsten Zelda noch mehr traut als bei Skyward Sword, das Potential ist auf jeden Fall da.

Lukas' Standpunkt

 

Ob nun der Name Link wirklich die Verbindung zwischen Spieler und Spielwelt ausdrücken soll ist eine Interpretation über die man sich streiten kann. Fakt ist aber: Link erfüllt diese Aufgabe tadellos. Als Spieler fühlt man sich während des gesamten Spiels wirklich durch ihn in die Spielwelt hinein versetzt, man hinterfragt die Figur Link nicht, man macht sich keine Gedanken über seine Motive oder Intentionen und hat auch niemals Angst, dass der Protagonist in Zukunft etwas unglaublich Dummes tun wird. Und dass, obwohl er letzteres tatsächlich öfters tut, aber dies eigentlich nur durch Untätigkeit. Link schreitet nie zur Tat, wenn der Spieler es nicht will. Er ist das perfekte Beispiel eines stummen Protagonisten.

 

Und diese Rolle erfüllt er, obwohl Link sehr wohl einen Charakter hat. Schon in The Wind Waker kann man durch so manche Antworten, die man geben kann, die Eigenarten des Helden des Windes erahnen. So scheint er ein etwas frecher Bengel zu sein, der sich hin und wieder zu Aussagen wie "Lass mich in Ruh'!" oder "Ich will dich gar nicht verstehen!" hinreißen lässt. Darüber hinaus kann man schon am Anfang sehen, dass er ein etwas schusseliger Eigenbrödler ist, der dennoch bereit ist, für seine Mitmenschen alles zu geben, ohne dabei großartig auf seine eigene Sicherheit zu achten.

 

In Twilight Princess entspricht Link mehr dem typischen Helden-Profil. Ein Charakter an sich ist weniger ausgeprägt, doch erkennt man hier und da eine leicht devote Person, die zwar ein Meister des Schwertkampfes ist, sich jedoch schwer gegen die dominantere Illia durchsetzen kann. Und, ohne zu viel zu verraten, auch der Link aus Skyward Sword lässt eine offensichtliche Persönlichkeit erkennen.

 

Und ich glaube, das reicht. Der Spagat zwischen stummem, charakterlosem Helden und einer tatsächlichen Figur, um die wir uns tatsächlich sorgen, ist perfekt. Link handelt zwar, wenn überhaupt, stereotyp und vorhersehbar, aber nur so können wir uns als Spieler in unserem Abenteuer wieder finden.

Die Zelda-Serie ist sich sehr wohl bewusst, dass sie eben nur ein Spiel ist. Und das ist der Grund, warum wir Zelda so gerne Spielen, weil es nicht um die Ecke denkt, sondern den direkten Weg geht. Hier sagen uns Figuren, welche Knöpfe wir drücken müssen, obwohl die in Hyrule ja eigentlich gar nicht vorkommen dürften.

 

Also, wollen wir wirklich eine überlange Einführung in die Geschichte des Spiels, um uns die Motive unseres Helden klar zu machen? Wollen wir wirklich lange Dialoge, in denen uns Link etwas von seiner Vergangenheit erzählt? Und wollen wir wirklich ständig hoffen müssen, dass der komplexere, unvorhersehbarere Link nicht die falschen Entscheidungen trifft?

 

Zelda lebt von seiner märchenhaften Atmosphäre. Die Geschichte um Hyrule darf ruhig mal etwas dunkler, komplexer oder skurriler sein, Link jedoch ist eine Figur, die sich voll und ganz dem Spieler verschrieben hat. Sein Charakter ist da, passt aber immer perfekt zu seiner Situation, und somit bleibt mehr Raum für den Spieler, sein eigenes Abenteuer in Hyrule zu erleben.

 

Auf welcher Seite steht ihr? Meinungen und Diskussionen zu dem Thema sind ausdrücklich erwünscht!


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