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N-Zyklopädie

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Die Zelda TV-Serie

23.11.2011

Autor: Martin Küpper

 

Es gibt zwei Dinge über die von den meisten Zelda Fans der Mantel des Schweigens gelegt wird. Zum einen wären das die drei Serien-Ableger für Philipps CD-i und zum anderen die Zelda TV-Serie. Das man die CD-i Spiele berechtigterweise totschweigt zweifelt wohl niemand an, aber ist die TV-Serie wirklich ähnlich unrühmlich?

 

Das die animierte Serie nicht in Japan, sondern in Amerika entstanden ist, dürfte manch einer schon als böses Vorzeichen einstufen. Genauer gesagt wurde die Serie von DiC Entertainment produziert und lief in Amerika als Teil der Super Mario Bros. Super Show. Immer Freitags gab es anstelle eines Mario Cartoons eine neue Folge der ca. 15 Minuten langen Serie. Insgesamt lief die Serie allerdings nur vom 8. September bis zum 1. Dezember 1989, schon nach 13 Episoden war Schluss. Dennoch schaffte es die Serie 1991 auch ins deutsche Fernsehprogramm, wieder als Teil der Super Mario Bros. Super Show, die im Vormittagsprogramm von RTL ausgestrahlt wurde.

 

 

Die Serie basiert lose auf dem ersten Zelda Spiel, nimmt hin und wieder aber auch Bezug auf den zweiten Teil Link's Adventure. Doch im Gegensatz zu den Spielen ist Zelda nicht entführt oder schläft ihren Dornröschenschlaf, sondern verteidigt Seite an Seite mit Link das Königreich Hyrule vor dem finsteren Zauberer Ganon. Man könnte der Serie also zu Gute halten, dass Zelda hier einen wesentlich stärkeren Charakter hat. Ich würde sogar soweit gehen, dass sie hier weitaus heldenhafter agiert als Link. Während Zelda tapfer Land und Leute verteidigt, sind Links Absichten weitaus unehrenhafter. Er rettet die Königstochter zwar mehr als einmal aus den Klauen des Bösen, jedoch nicht ohne Hintergedanken. Ihm verlangt es nach den sanften Lippen ihrer Majestät, die davon nicht gerade angetan ist. Aber damit nicht genug, Link wird hier schlichtweg als Trottel dargestellt. Häufig stellt sich Link einfach unfassbar dumm an und muss sich für seine Missgeschicke mehr als einmal bei seiner Prinzessin entschuldigen. Ein Satz der zur Legende wurde: „Well! Excuuuuse me, Princess!“ Wäre das meine Catchphrase würde ich auch für immer schweigen.

 

 

Link wird seiner Rolle als strahlender Held also nicht wirklich gerecht. Aber die wirkliche Witzfigur ist leider Ganon. Gerade im ersten Zelda ging von dem Großfürsten des Bösen eine immense Bedrohung aus, nicht zuletzt weil man gar nicht wusste wer oder was dieser Ganon wirklich ist. In der Serie ist Ganon ungefähr so bedrohlich wie ein Pudel... oder treffender: eine zahme Wildsau. Mit schriller Stimme schickt er seine trotteligen Untergebenen ein ums andere Mal aus, um das Triforce der Weisheit aus dem Schloss zu stibitzen. Dabei scheitert er allerdings in einer solchen Regelmäßigkeit, als wäre er das vierte Mitglied bei Team Rocket. Nein Bedrohung strahlt dieser Ganon nun wirklich nicht aus.

 

 

Um der Serie noch das letzte Bisschen Ernsthaftigkeit zu nehmen, hat man Link noch eine verknallte Fee an die Seite gestellt, die Links Bemühen um Zeldas Gunst eifersüchtig verfolgt. Das Ergebnis ist ein unfassbar alberner Klamauk, gewürzt mit zahlreichen Einzeilern und Slapstick, der wahrlich nicht zur legendären Zelda-Reihe passt. Wer sich damit aber abfindet und ein Faible für Trash hat, der kann mit der Serie seine wahre Freude haben. Wie heißt es so schön? „It’s so bad, it’s good.“ Mit passendem Humor (oder mit genügend Bier) wird eben jeder Schund zur unterhaltenden Stimmungskanone. Wenn ihr dem ganzen eine Chance geben wollt, findet ihr auf YouTube genügend Material zum Probeschauen.


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