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Pro vs. Con: Die alten Resident Evil Teile sind besser

27.10.2011

BUH. Es ist Horror-Woche und da darf natürlich auch eine Diskussion nicht fehlen. Meistens finden sich die Themen dafür leicht, dieses Mal stellte es sich etwas komplizierter das. Dann entstand aber die Idee, dass wir uns eigentlich mal damit befassen müssen, welche Resident Evil Spiele die besseren sind. Während die alten Teile von Zero bis 3 aus der Grusel-Horror Ecke kommen, geht es seit Teil 4 immer mehr in Richtung Action-Horror. Gunnar ist der Meinung, dass die alten Teile besser sind, Martin hält dagegen, mal wieder... Und damit Ring frei zur nächsten Runde für Gunnar vs. Martin. *ding*

 

 

Gunnars Standpunkt

 

Wenn ich mich für die alten Ableger (Teil 0 bis 3) oder die neueren (4 und 5) der Resident Evil Reihe entscheiden müsste, dann würde meine Wahl ganz klar auf die frühen Werke fallen. Klar sehen die letzten beiden Teile deutlich besser aus und bieten eine viel komfortablere Steuerung. Aber in Resident Evil geht es mir weniger um Technik, sondern vielmehr um Atmosphäre. Die Serie wurde von Capcom im Jahre 1996 als Survival-Horror auf dem Markt etabliert und genau das repräsentieren die ersten Spiele.

 

Das beginnt bei der durchdachten Geschichte um den Chemiekonzern Umbrella, der im Geheimen mit tödlichen Viren experimentiert, um besonders verheerende Biowaffen zu kreieren. Eines der Labore befindet sich in den Wäldern von Raccoon City, getarnt durch ein großes Anwesen und einem Herrenhaus. Die ersten fünf Teile, die man zu den alten der Serie zählt, da sie alle feste Kameraperspektiven und ein ähnliches Gameplay boten, spielen allesamt innerhalb weniger Monate und bis auf Code Veronica auch alle innerhalb von Raccoon City. Die Geschehnisse in jedem Spiel hängen also immer direkt miteinander zusammen, Charaktere tauchen mehrmals auf etc., so dass man stets das Gefühl hat, in einem Universum unterwegs zu sein, das wie aus einem Guss erscheint und von vorneherein definiert war. Alles wirkt logisch und passt zumeist stets in den Kontext.

 

Und genau das kann man von Teil 4 und 5 nicht behaupten. Hier wirkt die Geschichte bisweilen etwas aufgesetzt oder gar aus dem Kontext gerissen. Ob sie da jemals wieder die Kurve kriegen werden, wird sich zeigen. Aber auch spielerisch gefallen mir die frühen Werke deutlich besser. Denn hier geht es weniger um Action, sondern vielmehr um den Adventure-Aspekt. Quasi in jedem Raum müssen Items gefunden oder kombiniert und allerhand Rätsel gelöst werden. Stets habt ihr ein begrenztes Waffenarsenal und ebenso limitierte Munitionsvorräte, so dass ihr es gar nicht erst wagen könnt, verschwenderisch rumzuballern. Abgerundet wird das Ganze von einer sehr dichten Atmosphäre, gespickt mit einem teils subtilen und teils sehr direkten Horror: Direkt immer dann, wenn ein Gegner euch aus dem Nichts anspringt und ihr euch zwangsläufig erschreckt, subtil immer dann, wenn ihr bereits durch die Soundkulisse erahnt, was euch bald erwarten könnte. Denn die meisten Kreaturen kündigen sich schon vorher durch markante Laute an wie das Stöhnen der Zombies, das Schnalzen mit der Zunge der Licker oder das stumpfe Tapsen der riesigen Spinnen.

 

Viele dieser Elemente fehlen ganz einfach in Resident Evil 4 und 5, so dass ich ganz klar für die alten Teile votiere. Und ich hoffe sehr, dass die nächste Episode, Resident Evil Revelations auf dem 3DS, die Serie zurück zur alten Stärke führen wird.

Martins Standpunkt

 

So sehr ich die ersten Resident Evil Spiele auch genossen habe, war es in meinen Augen höchste Zeit, als Teil 4 das Spielkonzept umgekrempelt hat. Manch einer mag ja sagen, dass die bockige Steuerung und das unvorteilhafte Speichersystem Teil des Erlebnis wären, aber das sehe ich anders. Survival Horror muss sich nicht unbequem spielen lassen. Ein düsteres Setting, beklemmende Atmosphäre, schaurige Monster – da muss ich mich nicht auch noch vor der Steuerung grausen.

 

Die direkte Kontrolle über Leon zu haben war in Resident Evil 4 einfach ein Segen. Und der Kamerawechsel beim Zielen, der es ermöglicht dem Charakter quasi über die Schulter zu schauen, hat sich nicht zu unrecht im Genre der Third Person Shooter als Standard etabliert. Das Resident Evil 4 somit zum Vorreiter für ein ganz anderes Genre wurde, habe ich zunächst allerdings als Nebeneffekt abgetan. Sicher, in Resident Evil 4 wurde der Action-Anteil und das Spieltempo merklich erhöht, aber das Setting und die Atmosphäre passten doch noch ins Bild. Das wurde mit Teil 5 natürlich völlig vernachlässigt. Keine Frage, Resident Evil 5 ist pure Action, von Survival Horror lässt sich hier nicht mehr sprechen. Oder zumindest nicht von Horror.

 

Gunnar hat nicht unrecht, die alten Ableger hatten die wesentlich dichtere Atmosphäre. Doch die ließe sich auch mit dem neuen Spielkonzept vereinbaren. Man müsste einfach wieder ein klassisches Setting wählen, das Spieltempo etwas verlangsamen und vor allem den Action-Anteil runter schrauben. Teil 5 war meiner Meinung nach also ein Schritt in die völlig falsche Richtung. Doch ich hoffe das Capcom deswegen nicht plötzlich vergisst, was Resident Evil 4 ausgezeichnet hat.

 

Ich stimme mit Gunnar insofern überein, dass man die Wurzeln der Reihe nicht vergessen sollte. Aber die Neuerungen die Teil 4 in die Serie brachte völlig zu ignorieren, wäre auch fatal. Die Mischung macht’s!

 

Auf welcher Seite steht ihr? Meinungen und Diskussionen zu dem Thema sind ausdrücklich erwünscht!


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