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Pro vs. Con: Remakes sind besser als das Original

29.09.2011

In Zeiten, in denen Hollywood scheinbar keine neuen Ideen mehr hat, sondern hauptsächlich Klassiker neu verfilmt oder Fortsetzungen dreht, erkennt man ähnliche Tendenzen so langsam auch bei Videospielen. Alleine in 2011 kam es zu Remakes von vielen Highlights aus vergangenen Tagen, zum Beispiel The Legend of Zelda: Ocarina of Time, Starfox 64 und Goldeneye. Aber ist das eine Entwicklung, die wir gutheißen wollen? Freuen wir uns nicht doch mehr über neue Konzepte und Ideen als über aufgewärmte Leckereien aus den 80er und 90er-Jahren? Zeit, das auszudiskutieren. Ring frei!

 

 

Martins Standpunkt

 

Macht ein Remake Sinn? Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Es hängt vom jeweiligen Spiel ab und natürlich von der Art und Weise der Umsetzung. Grundlegend sollte man sich die Frage stellen mit welcher Intention ein Spiel neuaufgelegt wird. Profitgier? Ja, Publisher und Entwickler wollen mit dem Remake natürlich möglichst viel Gewinn machen. Alles andere wäre ja auch unwirtschaftlich und würde dem Unternehmen nur schaden. Wer daran etwas Verwerfliches findet, der verschließt seine Augen vor der rauen Realität.

 

Schon allein um den angestrebten Profit zu erreichen, braucht ein Remake aber mindestens einen triftigen Grund, wieso es sein Geld (erneut) wert ist. Hier wird es interessant. Die Portierung auf ein anderes System ist aus Sicht der Entwickler sicherlich die einfachste Option. So erreicht man neue Kunden und hartgesottene Fans schlagen unter Umständen auch noch mal zu.

 

Dann gibt es natürlich das grafische Update. Wie das beim Markt ankommt hängt in der Regel von der Größe des technischen Sprunges ab. Eine bessere Auflösung allein weckt weniger Interesse als ein grafisches Update von unschönen PlayStation One Titeln zur PS3. Durch einen solchen Sprung kann ein Spiel sehr viel gewinnen. Das gilt insbesondere für Titel, die nicht besonders gut gealtert sind. Aus heutiger Sicht sind beispielsweise besonders viele der frühen 3D Spiele potthässlich und flimmern obendrein wie Sau. Doch nicht nur die Optik eines Spiels altert: Sound, Storytelling, Spielmechaniken... quasi jeder Aspekt eines Spiels. Oft macht gerade das den Charme eines Spiels aus – aber nicht immer! Was spricht da gegen ein Remake?

 

Weiterhin gibt es auch Remakes, die das Original so grundlegend erweitern oder verändern, dass man im Grunde ein völlig neues Spiel hat. Ein gutes Beispiel dafür ist Silent Hill: Shattered Memories. Man erkennt das Original durchaus wieder, aber es ist doch ein völlig neues Erlebnis.

 

Doch völlig egal in welche Kategorie ein Remake fällt, es gibt gute und schlechte Remakes. Einige machen Sinn, andere eher weniger. Doch ihr habt immer die Wahl ob ihr es kaufen wollt. Niemand zwingt euch dazu. Und egal wie schlecht ein Remake auch sein mag, es ist in meinen Augen völliger Irrsinn zu argumentieren, man würde damit dem Original schädigen. Wie denn? Ist das alte Spiel plötzlich schlechter, weil die Neuauflage misslungen ist? Gibt es also irgendetwas das generell gegen Remakes spricht? Beide Fragen waren rhetorisch. Die Antworten lauten nein.

 

Es gibt in meinen Augen nur ein rein hypothetisches Szenario in dem Remakes grundlegend etwas Schlechtes sind. Das wäre wenn Remakes neuen Titeln und Innovationen im Weg stehen würden. Aber war das jemals wirklich der Fall?

Lukas' Standpunkt

 

Wenn sich in den letzten Dekaden ein Medium um 180° gewandelt hat, waren es Videospiele. Es ist ein weiter Weg von Pong bis hin zu Mass Effect, Xenoblade Chronicles oder Battlefield 3. Und ab und an lohnt es sich, zurück zu blicken und sich die alten Klassiker anzusehen, die den Weg für die heutige, gigantische Industrie erst geebnet haben.

 

Gerne hole ich mein altes Nintendo 64 hervor und spiele ein wenig Perfect Dark, Gothic wird dann und wann wieder auf meinem PC installiert und Majoras Mask habe ich mir sofort nach dem Erscheinen auf der Virtual Console auf meine Wii herunter geladen. Denn diese Spiele waren damals großartig und sind es noch heute.

 

Trotzdem haben sich Spiele weiterentwickelt. Ich sehe daher keinen Sinn in Remakes. Alte Klassiker sind alte Klassiker und sollten auch so gespielt werden: in ihrem eigenen Kontext. Ein Silent Hill baute damals die geringe Sichtweite des Spiels als Nebel ins Gameplay ein, zeitgemäß ist das heute nicht mehr, damals war es ein Geniestreich. Ein Remake würde dem Original nicht gerecht werden. Und so toll auch damals Ocarina of Time war, in The Wind Waker oder Twilight Princess sieht man eine klare Entwicklung in Gameplay und Story.

 

Videospiele haben sich mittlerweile ein Erbe aufgebaut, man kann es zurück verfolgen und die Entwicklung von Genretrends feststellen oder eine Aussage über den zeitgenössischen Geschmack und die gesellschaftliche Entwicklung treffen. Remakes sind kein Spiegel ihrer Zeit, sondern der, einer anderen, der dennoch versucht die moderne Zeit widerzuspiegeln. Aber er wird dies nie so gut schaffen wie ein neuer Spiegel.

 

Die Mona Lisa hat auch ausgetrocknete Farbe und Risse im Papier. Es käme aber niemand auf die Idee, sie neu zu malen.

 

Auf welcher Seite steht ihr? Meinungen und Diskussionen zu dem Thema sind ausdrücklich erwünscht!


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