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Metroid Prime 3 Tagebuch - Tag 2

27.10.2007

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Tag 2:

 

Samus lag nach der Phazon Attacke einen ganzen Monat lang im Koma. Da das Phazon auf den ersten Blick keine Schäden hinterlassen hatte, beschlossen die Ärzte und Wissenschaftler bei ihr, wie auch bei den anderen verletzten Kopfgeldjägern ein PED zu integrieren. Das heißt, dass Samus ab sofort mit Hilfe von Phazon Injektionen in den Hypermodus gehen kann, um so noch verheerendere Angriffe auszuführen. Leider hat der Hypermodus einen Haken: Jedes Mal, wenn Frau Aran einen auf dicke Hose macht, verliert sie gleichzeitig Lebensenergie. Aber was soll es. Letztendlich hat sie das Feature ungefragt spendiert bekommen und einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

 

Ihre Kopfgeldjägerkollegen waren bereits früher aus dem Koma erwacht und wurden schon neuen Aufgaben zugeteilt. Jeder bekam einen Planeten aufs Auge gedrückt, auf denen weitere Weltraumpiratenaktivitäten und eine fortschreitende Phazonverseuchung vermutet wurde. Dummerweise ist der Funkkontakt zu den Dreien abgebrochen, so dass Samus nun hinterher reisen und nach dem Rechten sehen soll. Erste Station der Nachforschung ist der Planet Bryyo. Von nun an ist man wieder alleine unterwegs und das alte Gefühl der totalen Isolation der bisherigen Metroid Prime Spiele macht sich breit. Schon bei der Landung von Samus Raumschiff auf dem Planeten, fällt sofort dessen Detailreichtum auf. Alles wirkt sehr organisch und ist in sehr stimmigen braun, rot und grün Tönen gehalten. Unzählige Objekte, sowohl mechanisch als auch organisch verschmelzen zu einer Einheit und erzeugen eine sehr komplexe Levelarchitektur. Bei Bryyo sind die Grafiker der Retro Studios schon so richtig zur Hochform aufgelaufen. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und sollte sich tatsächlich viel Zeit für die Masse an unterschiedlichen Texturen und Details nehmen. Ebenfalls sehr positiv fällt der Soundtrack auf. In Metroid Prime 3 gibt es neben den typischen, eher minimalistischen Songs, diesmal auch einige richtige Ohrwürmer und fast schon epische Stücke als Untermalung.

 

 

Bryyo wurde einst von einer Rasse bewohnt, deren Ursprung zurück auf die Chozo geht. Sie verbanden deren Technologie mit der Fähigkeit Magie einzusetzen. Auf diese Weise konnten sie riesige Steingolems lebendig werden lassen. Einige dieser monströsen Exemplare säumen den Wegesrand oder liegen kaputt herum. Ich denke, dass sich jeder an dieser Stelle schon denken kann, was im Laufe der Zeit auf Bryyo passieren wird. Diese Vorstellung  lässt eine gewisse Vorfreude, aber auch Angst entstehen.

 

Samus muss recht bald feststellen, dass der Planet tatsächlich von Phazon verseucht ist. Ein Leviathan, ein großer Hybrid aus Meteor und Raumschiff ist vor Monaten auf dem Planeten eingeschlagen und kontaminiert diesen zunehmend. Leider kann Samus das Problem nicht direkt angehen, sondern muss zunächst mal dafür sorgen, dass der Schutzschild um den Leviathan deaktiviert wird. Leichter gesagt als getan. Denn schließlich haben sich die Weltraumpiraten auf dem Planeten breit gemacht. Und noch schlimmer: Als Samus mitten in einem Gefecht ist und Rundas plötzlich im Hintergrund auftaucht, ohne ihr aber zu helfen, ahnt man schreckliches. Was hat das Phazon mit ihm angestellt?

 

Um auf Bryyo voran zukommen, braucht Samus einige Verbesserungen ihrer Ausrüstung. An einigen Stellen versperren massive Steine den Weg, die ihren Raketen und Bomben trotzen. Zum Glück kann Samus nach einiger Zeit über ein weiteres Upgrade ihres Raumschiffes verfügen, was ermöglicht, an bestimmten Stellen einen Luftangriff zu ordern.

 

Außerdem findet man überall auf dem Planeten Brenngel. Dieses ist leicht entzündlich, kann aber auch mit den Eisraketen, die unsere Protagonisten ebenfalls auf Bryyo bekommt, für kurze Zeit eingefroren werden. Dies bietet eine tolle Grundlage für einige sehr clever designte Rätsel. Wer also befürchtet hatte, dass das Ende der Trilogie durch die direktere Wii Steuerung zum einem reinen Egoshooter verkommen würde, der darf sich entspannt zurücklehnen.

 

Tja, und wie am Anfang vermutet, kommt es natürlich zum Showdown zwischen Rundas und Samus. Dieser ist plötzlich ziemlich wortkarg geworden und attackiert Samus mit seinen variantenreichen Eisattacken. Ein ziemlich abgefahrener Bosskampf, bei dem man durchaus mit Taktik rangehen muss. Ist Rundas besiegt, sieht man, was mit ihm geschehen ist. Irgendwie scheint Dark Samus es bei ihrer Phazon Attacke auf Norion gelungen zu sein, die Seelen der anderen Kopfgeldjäger zu übernehmen. Wenn Rundas also von Dark Samus korrumpiert wurde, kann es eigentlich nur bedeuten, dass dies Gandraydan und Ghor auch sind. Aber das erfahren wir erst auf Elysia.

 

Aber wieder ist keine Zeit für Sentimentalitäten, denn Frau Aran hat noch einen Job zu erledigen und zwar den Leviathan zu vernichten. Also lässt sie mit ihrem Schiff, nach dem die Luftverteidigung ausgeschaltet ist, die Schildgeneratoren bombardieren und zerstören. Danach kann sie selbst direkt ins Innere des Phazonkerns fliegen. Ein Leviathan unterscheidet sich natürlich völlig vom Rest des Planeten. Im Inneren ist alles mit Phazon bedeckt und Lebewesen, die die sonst giftige Substanz anscheinend zum Leben brauchen, bestimmen das Bild. Recht bald macht Samus eine interessante Entdeckung. Denn plötzlich bekommt sie Lebensenergie zurück, als sie mitten in einem Pool aus flüssigen Phazon steht. Ist ihre Kontamination noch aufzuhalten? Wird sie selbst irgendwann zum willenlosen Diener von Dark Samus? An dieser Stelle kommt einem eine weitere, bisher von der Trilogie völlig unbeantwortete Frage in den Sinn. Wie stehen überhaupt die Weltraumpiraten und Dark Samus zueinander? Ist es nur Zufall, dass beide meistens gleichzeitig auftauchen? Wo kommt das ganze Phazon eigentlich ursprünglich her? Gibt es einen Ursprungsplaneten? Fragen über Fragen, auf die hoffentlich das Spiel einige Antworten bringen wird.

 

Es empfiehlt sich jedenfalls wieder möglichst viel den Scanner einzusetzen. Nicht nur, weil man dadurch jede Menge Details über Flora, Fauna, Technologien und Geschichte bekommt, die einem sonst verwährt bleiben, sondern auch, weil das Spiel diesmal ein geniales Achievementsystem bietet. Sämtliche Scans und besiegte Gegner werden statistisch erfasst. Man bekommt dafür verschieden farbige Metroid Symbole. Diese kann man im Hauptmenü dann gegen Features wie Artworks, eine Screenshotfunktion oder Songs eintauschen. Besonders seltene Icons bekommt man aber nur, wenn seinen Freundescode mit anderen Metroid Spielern tauscht. Eine tolle Sache, die die Sammelwut von Anfang an forciert.

 

Aber zurück zum Inneren des Leviathan. Nach einigen Auseinandersetzungen gelangt Samus in einen großen Raum, indem sich einer der großen Steingolems befindet. Natürlich wird dieser wieder lebendig, als Phazon ihn umfließt. Nun folgt ein ziemlich geiler Bossfight, bei dem sowohl der Morphball als auch der Hypermodus als auch normale Attacken zum Einsatz kommen. Genau diese Vielfalt bei den Zwischen- und Endbossen unterscheidet Metroid so wohltuend von anderen Egoshootern. Diese Endgegner brauchen sich nicht von denen aus Zelda oder anderen großen Action Adventuren zu verstecken. Bossfights in Metroid Spielen sind immer sehr intensive und taktische Kämpfe, wo man nach dem Besiegen auch wirklich das Gefühl hat, was geleistet zu haben. Nach dem Ableben des Golems erscheint eine große Phazon Kreatur, die Samus quasi ohne Hilfe des Spielers durch eine riesige Phazonentladung tötet. Die Kamera schwenkt nun kurz in die Blutbahn von Samus und man sieht, wie eine Phazonzelle unaufhörlich wächst. Als Belohnung winkt danach der Hyperball. Wenn sie nun in den Hypermodus geht, kann sie sich auch zum Morphball zusammenrollen und nun mehrere Gegner gleichzeitig attackieren. Coole Sache.

 

Wie so oft nach einem Endkampf, explodiert im Anschluss der Kern des Bösen und Bryyo ist zunächst vom schlimmsten Unheil befreit. Samus kann sich nun zum nächsten Planeten namens Elysia aufmachen. Was ich da erlebt habe, erfahrt ihr im nächsten Tagebucheintrag.


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