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Super Mario Bros. - The Movie

19.04.2011

Autor: Timo Hellmund

 

 

Erscheinungsjahr: 1993

Regisseure: Rocky Morton, Annabel Jankel

Darsteller: Bob Hoskins, Dennis Hopper, John Leguizamo

Budget: 48 Millionen Dollar

Länge: 104 Minuten

 

 

In einer Zeit, in der Videospiele immer mehr zum Kult heranwuchsen und sich massenweise in den Kinderzimmern dieser Welt vermehrten, kamen allmählich auch andere Industrien auf die Idee, aus diesem aufstrebenden Medium Kapital zu schlagen. So wundert es nicht, dass bereits 1989 ein Film namens „The Wizard“ erschien, der augenscheinlich Werbung für Super Mario Bros. 3 machte. Ausführliche Reviews hierzu gibt es beim AVGN und Nostalgia Critic. Doch die erste richtige Videospiel-Verfilmung stammt aus dem Jahre 1993. Die Rede ist natürlich von Super Mario Bros.

 

Der Film handelt von zwei Italo-Amerikanischen Brüdern, die sich gegen fiese Mächte und Parallelwelten erwehren müssen. Dabei durchleben sie ein durchgeknalltes Abenteuer – jedoch nur im entfernten Sinne im Rahmen des Mario Universums.

 

Bob Hoskins, vor allem durch seine Rolle in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit?“ und „Hook“ bekannt, spielt den pummeligen Installateur Mario. Zusammen mit seinem Bruder Luigi, gespielt von John Leguizamo (Stimme von Ice Age Sid im Original), versucht er sich über Wasser zu halten. Vergebens, denn ihre Firma ist fast pleite. Ein großes Unternehmen schnappt ihnen die guten Aufträge immer vor der Nase weg.

 

Moment! Installateur... Firma... Aufträge? Richtig, denn der Film spielt im wunderschönen Amerika der Neuzeit. New York, um genau zu sein. Eines Tages treffen die beiden auf die Paläontologin Daisy, die unter der Brooklyn Bridge nach Dinosaurierknochen gräbt. Diese Ausgrabungsstätte wird von fiesen Anhängern der Scapelli Construction Company sabotiert. Die Wasserpumpen öffnen sich und der Ort wird überflutet. Doch die Mario Bros. können das Problem lösen. Das bringt ihnen aber nicht viel, denn die Fieslinge schlagen die Beiden bewusstlos und Daisy wird entführt. Mario und Luigi wachen kurze Zeit später auf und folgen den Schreien, wodurch sie ein Portal finden, das sie in eine andere Dimension führt.

 

 

Sie gehen hindurch und finden sich im Mushroom Kingdom wieder... Verzeiht, kleiner Scherz. Die Parallelwelt könnte aus jedem x-beliebigen 80er Jahre Endzeit / Sci-Fi Film stammen und hat nichts mit den kunterbunten Levels zu tun, die man in den Mario-Spielen erkundet. Bis auf die Tatsache, dass diese Welt vom bösen King Koopa beherrscht wird. Und da der Film so modern und realistisch sein will, sieht Bowser natürlich aus wie Dennis Hopper. Äh ja. Dieser sagte vor einigen Jahren übrigens, dass dies seine schlimmste Rolle war. Hätten sie ihn doch in einen grünen Panzer mit Stacheln gesteckt.

 

Anschließend beginnt eine wirre „Rette diese Welt und die Prinzessin“-Geschichte, die am Ende beide Welten durcheinander würfelt, vor Kuriositäten nur so strotzt und jeden Mario Fan verzweifeln lässt. Dass Daisy zufälligerweise die Prinzessin dieser Welt ist, dürfte dabei noch das Normalste sein. Dass der Meteoriteneinschlag von vor 65 Millionen Jahren dazu führt, dass sich die Welt in zwei Dimensionen aufspaltete und im „Mushroom Kingdom“ humanoide Dinosaurier ihr Unwesen treiben, ist auch noch zu verdauen. Dass Daisys Vater, der ehemalige König der Welt, in einen großen, an der Decke hängenden, schleimigen Pilz verwandelt wurde, der gar nichts mit den Toads der Vorlage zu tun hat, aber nicht. Auch die Gumbas sehen eher aus wie... ach, seht es selbst im folgenden Bild.

 

 

Ein weiterer "What were they thinking?"-Moment ist, als die Mario Brüder ihren Nachnamen versuchen zu erklären. Die Filmemacher hatten da nämlich eine ganz pfiffige Idee. „Mario Mario und Luigi Mario“. Dass Beamte an der Passkontrolle so etwas missverstehen, kann man sich denken.

 

Trotz aller Kritik sieht man dem Film an, dass die Produzenten zumindest bemüht waren, einen gewissen Geist aus den Spielen in ihre Welt zu übertragen. Die Grundzüge der Vorlage sind vorhanden und ich muss sagen, die „realistischen“ Anleihen am Anfang des Films finde ich wirklich interessant. Die verzwickte geschäftliche Lage der beiden Brüder macht sie glaubhafter, ganz im Gegensatz zu ihren hüpfenden Pendants. Auch die vielen Nebencharaktere, die aus den Spielen übernommen wurden, sind eigentlich interessant, wenn das Art Design der Kostüme und der Effekte nicht so grauenhaft wären. So entpuppte sich der mit Spannung erwartete Moment, in dem der Zuschauer endlich Yoshi zu sehen bekommt, zu einer der größten Lachnummern der Animatronics Geschichte. Er hat dazu auch noch 500.000 Dollar gekostet.

 

 

 

Was kann man zu diesem Film noch sagen?

 

Abgesehen von einigen netten Special Effects, die sogar für einen Saturn Award nominiert waren, und den vielen Referenzen auf die Vorlage kann Super Mario Bros. nicht überzeugen. Die Schauspieler sind an und für sich gute Leute; sie haben ihr Talent in anderen Filmen bewiesen. Man merkt ihnen jedoch an, wie wenig ihnen der Film zusagte. Sie spielen allesamt nicht wirklich überzeugend.

 

Der Film nimmt sich selbst zu ernst und versprüht keinen kreativen Geist. Der realistische Einstieg funktioniert zwar und man könnte sich solch einen Aufhänger durchaus für kommende Mariospiel-Generationen vorstellen, doch die Autoren hätten es bei einem realistischen Rahmen belassen sollen.

 

Die Parallelwelt ist nichts weiter als eine große Zementfabrik und das sieht man leider auch. Ausgerechnet hier versagt der Film vollkommen, wo er doch unzählige Möglichkeiten gehabt hätte, ein ansprechendes Mushroom Kingdom zu zeigen, selbst mit düsterem Hintergrund.

 

Miyamoto selbst drückt es passend aus: "In the end, it was a very fun project that they put a lot of effort into. The one thing that I still have some regrets about is that the movie may have tried to get a little too close to what the Mario Bros. video games were. And in that sense, it became a movie that was about a video game, rather than being an entertaining movie in and of itself."

 

 

Fazit:

Super Mario Bros. war zwar die erste echte Videospielverfilmung und sollte er wieder einmal im TV laufen, kann ich ihn euch aus Nostalgiegründen nur wärmstens empfehlen. Ein guter Film ist es jedoch nicht.

 

Diskutiert mit uns im Forum über die besten und schlechtesten Videospielverfilmungen.


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