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N-Zyklopädie

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Der Nintendo 3DS ausgepackt

12.03.2011

Aus der Packung in meine Hände!

 

Eines schönen Freitagsabends, wir schrieben den 11. März 2011, kam ich müde und nichtsahnend an der Redaktion an und sah vor der Tür ein unscheinbares Päckchen stehen. Neugierig nahm ich es mit rein und riss es direkt auf. Schnell machte sich Freude breit und ebenso ein Grinsen in meinem Gesicht. Nintendo hat Wort gehalten und uns den neuen Handheld mit ausreichend Vorlauf zur Verfügung gestellt, um darüber berichten zu können. Dies tue ich nun in Textform in mehreren Teilen, die hin und wieder durch Videos begleitet werden. Den Anfang machen heute die äußeren Werte der Konsole.

 

 

Ich setze mich also in mein Büro an den Schreitisch und öffne die Verpackung. Nachdem ich die Berge von Anleitungen herausgenommen habe, halte ich meinen 3DS endlich in den Händen. Ein gutes Gefühl, bisher hatte ich ja nur Vorführgeräte gesehen und kannte die finale Hardware nur von Bildern. Auf den ersten Blick fällt mir auf, dass das blaue Gehäuse viel mehr glänzt, als ich angenommen hatte. Während die Oberseite ein sehr kräftiges und dunkles Türkis hat, sind die zwei Schichten darunter etwas heller und matter. Durch diesen Farbverlauf wirkt die Konsole jedoch in meinen Augen etwas mehr wie ein Spielzeug und weniger wie das Hightech-Objekt, das sie eigentlich ist. Mir gefällt die Farbe jedoch sehr gut und auch der Glanz hinterlässt einen guten und noch Fingerabdruck freien Eindruck. Zum Glück hat Nintendo auch ein Putztuch beigelegt.

 

 

Auf der Oberseite fallen mir direkt die zwei Kameras ins Auge. Mit diesen kann man 3D-Bilder aufnehmen und bearbeiten. Da die Auflösung mit 640 x 480 Pixeln relativ gering ist, bleibt es eine Spielerei. Da man sich die Bilder jedoch eh (noch) nur auf dem 3DS auch in voller Tiefe ansehen kann, ist das zu verschmerzen. Bevor ich den Handheld aufklappe, drehe ich ihn erst einmal geschlossen herum. Die Unterseite lässt erkennen, dass es nun kein kleines Akku-Fach mehr gibt, man kann lediglich die ganze Rückwand abschrauben, was ich nun aber erst mal sein lasse.

 

 

Die Vorderseite offenbart neben zwei Dioden, die anzeigen, ob der 3DS an ist und ob er sich im Ladezustand befindet, bzw. der Akku bald den Geist aufgibt, ein mittig angeordneter Kopfhörer-Ausgang, der Headset-Stecker der DSi gehört also nicht mehr zur Standardausstattung. Dafür ist die Platzierung wesentlich cleverer als noch beim Vorgänger. Welche Konsequenzen das für qualitativ hochwertigen Voice Chat in Software hat, kann ich aktuell noch nicht abschätzen.

 

 

Auf der rechten Seite befindet sich neben dem auch von außen erkennbaren 3D-Regler ein echter Segen: eine Wireless-Taste. Mit dieser kann man die W-LAN Funktion des 3DS hardwareseitig ein- und ausschalten und hat damit den lästigen Gang ins Menü endlich hinter sich gelassen. Eine Diode neben der Taste zeigt an, ob W-LAN aktiviert ist. Die linke Seite beherbergt einen Schieberegler für die Lautstärke des Systems sowie das SD-Karten-Fach, in dem sich bereits eine 2GB-Karte von Toshiba befindet. Sehr vorbildlich von Nintendo!

 

 

Hinten befinden sich neben dem Anschluss für das Ladegerät der Slot für die Spielkarten, der Touchpen und eine Infrarot-Schnittstelle zum Datenaustausch. Ebenso sind um den Ladestecker zwei Kontakte angebracht, die dafür sorgen, dass die Konsole in der mitgelieferten Ladeschale mit Strom versorgt werden kann. So muss man das Gerät nicht jedes Mal mühsam einstecken, sondern den 3DS einfach nur auf die Schale ablegen. Ebenfalls dort befinden sich die beiden Schultertasten.

 

 

Nun ist es aber genug mit der Außenansicht und ich klappe das Gerät auf, so dass sich die beiden Bildschirme zeigen. Unten befindet sich der 3 Zoll große Touchscreen im 4:3-Format. Unterhalb des Bildschirms liegen die drei Tasten Select, Home und Start, neu ist hierbei nur die Home-Taste. Mit dieser kommt man jederzeit ins Menü der Konsole zurück, ohne die laufende Software zu verlassen. Auf die Details gehe ich in einem späteren Teil noch mal genauer ein. Links befindet sich unten das Steuerkreuz, dass auf den ersten Blick eine ordentliche Größe zu haben scheint. Darüber liegt das Slider-Pad, quasi der 3D-Joystick des Handhelds. Mit diesem Schieber kann man 360-Grad Bewegungen stufenlos durchführen und so 3D-Spiele genauer steuern. Rechts sind die vier üblichen Aktionstasten zu finden sowie der Power-Knopf, mit dem man die Konsole auch in den Standby-Modus versetzen kann.

 

 

Oben liegt der 3,53 Zoll, also fast 9 cm große 16:9 3D-Bildschirm, auf den ich im Rahmen der Software-Vorstellungen noch genauer eingehen werde. Auf der rechten Seite liegt der 3D-Regler, mit dem man die Intensität des Effekts an den eigenen Augenabstand anpassen oder ihn sogar ganz ausschalten kann. Darüber hinaus liegt eine weitere Kamera über dem Bildschirm, um auch vom Benutzer Fotos machen zu können, was unter anderem der Mii Maker einsetzt. Aber auch dazu später mehr.

 

 

Unterm Strich macht die Konsole von außen einen guten Eindruck und wirkt sehr gut verarbeitet. Durch das etwas kantigere Design liegt sie besser in der Hand als die Vorgänger, wirkt aber auch nicht mehr so stylisch. Ebenso ist der Farbverlauf nicht nach meinem Geschmack, da der Handheld auch dadurch weniger edel wirkt, was der schicke Hochglanz-Effekt aber etwas wettmachen kann. Neben der guten Lage in meinen Händen sorgt das vorbildlich ausbalancierte und relativ niedrige Gewicht für ein sicheres Gefühl in den Händen. Hier ist Funktion der Form gefolgt und nicht andersrum, was eigentlich immer der richtige Ansatz ist.

 

 

Zwar sieht das Gerät auf den ersten Blick nicht wie ein 250 Euro teures Stück Hardware aus, allerdings erkennt man von außen auch nicht, was alles in ihm steckt. Darum kümmere ich mich dann ab morgen mit ausführlichen Berichten über das Menü, die fest installierte Software und die Bedienung des neuen Nintendo-Handhelds. Natürlich werde ich auch intensiv auf die 3D-Möglichkeiten eingehen.

 

 

Zum ersten Mal eingeschaltet!

 

Nach ich die Konsole nun lange genug von außen betrachtet habe, schalte ich sie das erste Mal ein und nehme die Grundeinstellungen vor. Hier kann ich Datum und Uhrzeit ebenso festlegen, wie meinen Namen, mein Bundesland und meinen Geburtstag eintragen. Nachdem das erledigt ist, zeigt sich mir das neue Home-Menü des Handhelds zum ersten Mal. Auf den Events, wo ich die Konsole zuvor schon in den Händen halten konnte, war das immer tabu. Daher beschreibe ich das nun mal ausführlich.

 

Auf dem unteren Bildschirm werden die Symbole der verschiedenen Programme in einer Reihe dargestellt. Per Schiebepad oder Steuerkreuz kann ich so sehr einfach durch das Menü navigieren. Da es jedoch schnell unübersichtlich werden kann, wenn mal viele Programme und 3DSWare-Spiele da sind, ist die Seite nun auch anders darstellbar. Dazu dienen zwei Buttons ganz oben auf dem Touchscreen. Durch Drücken des einen lässt sich die Anzahl Zeilen von 1 über 2, 3, 4 und 5 bis hin zu 6 erhöhen. Dabei werden die Symbole natürlich kleiner, aber man behält dafür besser denn Gesamtüberblick. Mit dem Button links daneben kann ich die Ansicht wieder vergrößern. Anklicken lassen sich die Symbole selbstverständlich in jeder Darstellung.

Mit einem Button weiter links in der Topleiste lässt sich die Display-Helligkeit einstellen. Es gibt fünf Stufen sowie einen Energiesparmodus, letzterer sorgt dafür, dass die Helligkeit stets an die aktuelle Darstellung auf den Displays angepasst wird, um so Strom zu sparen. Stellt man Stufe 4 oder 5 ein, dann wird das Display noch heller, sobald man ein Ladegerät an die Konsole anschließt. Damit sollte dann auch Zocken in besonders hellen Umgebungen möglich sein, sofern eine Steckdose in der Nähe ist. ;-)

 

Der Button rechts daneben öffnet eine echt interessante Funktion: Spielnotizen. Da sich nun jederzeit ein Spiel pausieren lässt, um auf den Home-Bildschirm zurückzukehren, ist es natürlich auch sinnvoll, dass man sich dort Notizen machen kann. So lassen sich zum Beispiel zu merkende Kombinationen, die man im weiteren Spielverlauf braucht oder wichtige Informationen kurzerhand festhalten, so dass man sie stets dabei hat.

 

Der fünfte Button offenbart die wohl größte Neuerung beim Online-Gaming für eine Nintendo-Konsole. Hier finde ich die Freundesliste, in der nun für alle Software übergreifend bis zu 100 Freunde angelegt werden können. Somit muss man den lästigen Code nur ein einziges Mal austauschen und kann dann - sofern der andere es erlaubt - sogar sehen, was er gerade spielt und dann einfach mit einsteigen. Dargestellt werden die Freunde mit ihrem Namen und einem Abbild des Miis. Doch man sieht nicht nur, wer online ist, sondern kann sich sogar Nachrichten schicken. Mangels anderen Leuten mit einem 3DS konnte ich diese Funktionen bislang jedoch leider noch nicht testen.

 

 

Der vorletzte Button öffnet das Menü für Mitteilungen, die man per SpotPass oder StreetPass erhalten hat. Ersteres umfasst Nachrichten, die von Nintendo oder von 3DS-Software stammen und letzteres Mitteilungen von anderen 3DS-Besitzern an denen man vorbei gekommen ist, sofern man StreetPass aktiviert hat. Dieses System erkennt, sofern der 3DS unterwegs im Standby-Modus ist, andere Konsolen in seiner Nähe und tauscht mit diesen dann automatisch Daten aus. So kann man ganz leicht neue Leute kennenlernen. Was das System taugt, wird die Zeit zeigen. Hinter dem letzten Button in der Topleiste verbirgt sich der Browser, der jedoch erst später zur Verfügung gestellt wird.

 

Kommen wir also zum oberen Bildschirm. Dort zeigt die Topleiste zum einen die Verbindungsstärke an und ob man im Internet ist und zum anderen neben Datum und Uhrzeit auch den Ladestand des Akkus. In der Mitte wechseln sich die Anzahl an gelaufenen Schritten und die Anzahl gesammelter Spielmünzen an. Dahinter verbirgt sich folgendes: Wenn man den 3DS im Standby-Modus mit sich trägt, dann zählt der eingebaute Schrittzähler die Anzahl an - oh Wunder - Schritten, die man mit ihm gegangen ist. Die Tagesleistung wird dann dort oben angezeigt. Für jeweils 100 Schritte erhält man eine Spielmünze, die man innerhalb diverser Spiele einsetzen kann, um Dinge freizuschalten. Damit will Nintendo wohl den StreetPass fördern. Und wozu die Münzen gut sind, erkläre ich in einem späteren Beitrag.

 

Kommen wir zum letzten Punkt für heute: dem Aktivitätslog. Dieser zeigt tagesaktuell an, wie viele Schritte ich heute gelaufen bin und wie viele Spiele ich gespielt habe. Über zwei Buttons öffnen sich genauere Darstellungen dazu. So zeigt mir das System, wann ich heute wie viele Schritte gelaufen bin und wann ich wie lange gespielt habe. Natürlich kann ich mir auch die Daten von vergangenen Tagen anschauen. Im Software-Album wird dargestellt, wie lange ich welchen Titel schon gespielt habe, darüber hinaus auch, wie häufig sowie wann zum ersten und wann zum letzten Mal. Dazu gibt es auch eine schicke Rangliste, die außerdem anzeigt, welches Spiel in den einzelnen Unterkategorien auf den Top-3-Plätzen liegt.

 

 

So, das war es schon wieder für heute, ab morgen stelle ich dann weitere bereits auf dem System installierte Software im Detail vor, mit dabei sind zwei Spiele, der Mii-Maker und die StreetPass Mii-Lobby sowie Kamera, Sound und Download-Spiel. Wenn ihr Fragen zu ganz konkreten Dingen habt oder wollt, dass ich etwas Spezielles ausprobiere, dann lasst es mich im Forum oder per Kommentar unter der News wissen. Bis morgen!

 

 

Was für Augen und Ohren!

 

Heute beschreibe ich euch zwei Funktionen, die grundsätzlich schon seit dem Nintendo DSi ihren Weg auf Nintendos Handhelds gefunden haben, die jedoch für den 3DS in Teilen sehr stark überarbeitet wurden. Zunächst ein paar Worte zu den Kameras und der dazugehörigen App: Anders als der Vorgänger hat der Nintendo 3DS nicht bloß zwei Kameras, sondern derer drei, die jeweils mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln Bilder schießen können. Eine Kamera ist innen über dem oberen Bildschirm angebracht und dient dazu, den Spieler zu beobachten oder auch, wie zum Beispiel bei WarioWare: Snapped, um ein Spiel zu bedienen. Hier bleibt also alles beim Alten.

 

 

Der Clou ist jedoch die zusätzliche zweite Kamera außen am Gehäuse. Damit ist es der Konsole möglich, echte 3D-Bilder zu machen und auf dem Bildschirm darzustellen. Diese Bilder kann man natürlich auf vielfältige Weise bearbeiten oder auch an Freunde weitergeben. Abgespeichert werden die Bilder im MPO-Format (Multi Picture Objekt) und können dementsprechend auch auf Geräten in 3D angezeigt werden, die dieses Format unterstützen, zunächst dürfte es aber vor allem auf dem 3DS besonders interessant sein. Durch die mitgelieferte SD-Karte kann man jedenfalls jede Menge Bilder speichern und diese dann auch auf den PC oder jedes andere Gerät übertragen.

 

 

Natürlich lassen sich die Bilder auch wieder manipulieren, sowohl in Echtzeit vor der Aufnahme wie auch danach. So lassen sich zum Beispiel zwei simultan aufgenommene Gesichter miteinander verschmelzen oder Bilder durch magische Effekte aufhübschen. Nach der Aufnahme kann man verschiedene 3D-Objekte hinzufügen. Wirklich tiefgreifend sind die Möglichkeiten zwar nicht, jedoch ist vor allem die 3D-Funktion eine nette Sache, die mir im Freundeskreis schon viel Spaß bereitet hat. Zum Glück lässt sich dies sehr umfangreich einstellen, so dass die Fotos auch einen guten 3D-Effekt bekommen.

 

Darüber hinaus ist auf der Konsole auch wieder die App 3DS Sound vorinstalliert. Mit dieser kann man zum einen über das Mikrofon kurze Clips aufnehmen und manipulieren und natürlich auch Musik hören. So lässt sich zum Beispiel einfach die Tonhöhe und Geschwindigkeit der Aufnahme ändern oder man spielt sie einfach rückwärts ab. Zusätzlich gibt es vier feste Effekte, die Aufnahme zu verändern, so zum Beispiel als Trompeten-Sound, um zu klingen wie Charlie Browns Mutter. ;-)

 

 

Musikstücke, die man auf der SD-Karte gespeichert hat, lassen sich dort auch anhören. Der 3DS spielt nun sowohl AAC- als auch MP3-Dateien ab und sogar diese kann man jederzeit und live manipulieren. Auch hier gibt es eine Möglichkeit, die Geschwindigkeit, Tonhöhe und Spielrichtung zu verändern und darüber hinaus vordefinierte Effekte zu nutzen. So kann man sich ein Stück auch wie im Radio anhören, den Gesang ausblenden oder es in einen 8-Bit-Soundtrack umwandeln. Alles live und in Farbe! Schließt man einen Kopfhörer an, dann kann man auch Musik hören, wenn das System zugeklappt ist. Dazu sammelt man dann unterwegs auch Schritte und damit Spielmünzen, so dass man dazu motiviert wird, den 3DS als MP3-Player zu benutzen, dafür ist er auf Dauer dann allerdings doch etwas zu groß.

 

Davon unabhängig sind sowohl Kamera als auch Sound ganz lustige Anwendungen für zwischendurch, die hoffentlich endlich auch mal in Spiele integriert werden. Ein eigener Soundtrack oder eine intensive Nutzung der Kameras eröffnen schließlich ganz neue Möglichkeiten! Ich habe jedenfalls spontan sehr viele Ideen. Bis morgen!

 

 

It’s a Mii, Mario!

 

Heute stelle ich euch ein weiteres Novum auf einem Nintendo-Handheld vor: Mii-Charaktere. Ursprünglich sollten diese Karikaturen der Spieler auf dem Nintendo DS bereits eingeführt werden, wurden dann aber mangels technischer Möglichkeiten auf der Wii eingeführt. Auf dem Nintendo 3DS sind sie nun aber auch dabei, so dass wir unsere eigenen Charaktere nun immer mit uns führen können.

 

Vom Grundsatz her unterscheiden sich die Miis auf dem 3DS nicht von denen auf der Wii, was aber auch sinnvoll ist, um Kompatibilität zu gewährleisten. Dementsprechend ist der Mii-Maker quasi identisch geblieben, hat jedoch einige neue Ansätze im Petto. Grundsätzlich legt man aber nach wie vor einfach nur gewisse Merkmale fest, bzw. wählt sie aus vordefinierten Sets aus, um ein Abbild von sich selbst zu bauen. Dabei stehen verschiedene Frisuren, Augen, Nasen, Münder usw. zur Verfügung. Auch lassen sich Augen- und Hautfarbe sowie Körperhöhe und –fülle festlegen. Am Ende kommt dann eine Figur heraus, die mehr oder weniger wie sein Schöpfer aussehen kann. Grundsätzlich kann man sagen, dass das umso besser gelingt, je markanter das jeweilige Gesicht ist.

 

 

Um den Bau eines solchen Abbildes zu vereinfachen unterstützt der Mii-Maker auf dem 3DS die Kamera(s) des Handhelds. Man kann also einfach ein Foto von einer Person machen und muss einige Zusatzangaben (männlich/weiblich, Augenfarbe etc.) machen und dann wird aus dem Foto ein Mii. Das gelingt je nach Lichtverhältnissen und Gesichtszügen mal mehr und mal weniger gut, jedoch macht das Programm zumindest mehrere Vorschläge, aus denen man wählen kann. Zusätzlich sind die Figuren danach natürlich komplett veränderbar, so dass der automatische Prozess als Unterstützung anzusehen ist. Gerade, wenn es mal schnell gehen soll, oder man auf einer Party für Lacher sorgen möchte, ist diese Funktion eine super Idee. Doch unterm Strich sind die Miis im 3DS viel intensiver eingebunden als auf der Wii.

 

Ich habe ja bereits den StreetPass-Modus erwähnt. Dieser ermöglicht es, dass der 3DS mit anderen Konsolen Daten austauscht, während man ihn im Standby-Modus mit sich herumträgt. Begegnet man unterwegs einer anderen Person, die auch einen aktivierten 3DS bei sich trägt, dann tauschen die beiden Geräte drahtlos und zunächst unbemerkt für den Benutzer Daten aus. Klappt man die Konsole dann auf, sieht man, dass man neue Daten per StreetPass erhalten hat. So kriegt man zum Beispiel ganz leicht Miis von anderen Leuten und einige Informationen über sie auf seine Konsole. Dies passiert jedoch nicht zum Selbstzweck, sondern wird von der Konsole auch zu Spielzwecken verwendet.

 

 

Dazu gibt es in der Mii-Lobby, wo man sich die transferierten Daten dann übrigens auch ansehen kann, zwei kleine Spiele, für die man entweder andere Miis oder Spielmünzen braucht. Letztere sammelt man, wie bereits erwähnt auch dadurch, dass man den 3DS im Standby-Modus mit sich herumführt. Alle 100 gezählten Schritte bekommt man eine Münze, kann maximal 10 am Tag sammeln und insgesamt nicht mehr als 300 im Bestand haben. Diese dienen dann dazu, in den beiden Spiele (und vielleicht später noch in weiteren) Dinge zu ermöglichen, auch ohne dass man einem anderen 3DS-Besitzer auf der Straße begegnet ist.

 

Im Spiel „Puzzle-Tausch“ bekommt man von StreetPass-Begegnungen Puzzleteile mitgebracht, die ein 3D-Bild eines Nintendo-Charakters vollenden. Hat man alle Teile, dann sieht man das Bild in seiner ganzen Pracht. Ein Puzzleteil kann man auch für zwei Spielemünzen kaufen und kommt somit auch zum Ziel.

 

„Rette die Krone“ ist da schon etwas ausgeprägter. Hier geht es darum, dass der eigene StreetPass-Mii gekidnappt wird und andere Miis braucht, um befreit zu werden. Diese kämpfen sich, wenn vorhanden, Level für Level an Geistern vorbei und erhalten am Ende jedes Levels eine Belohnung in Form einer Kopfbedeckung für den Mii des Konsolenbesitzers. Auch hier kann man mit Spielmünzen weiter kommen, für jeweils zwei Stück lässt sich ein Aushilfsheld rekrutieren, der dann auch im Kampf eingesetzt werden kann.

 

Die beiden Minispiele sind auf jeden Fall nette Ideen, um den StreetPass-Modus interessant zu machen und die Konsole auch außerhalb von Spielen ins Leben einzubinden. Auch wird man zu nichts gezwungen. Wenn man also keine Leute auf der Straße treffen will, dann kann man diesen Modus auch ganz leicht ausschalten und sich nur durch Spielmünzen durchbeißen. Das ist allerdings bei Weitem nicht so aufregend, für mich jedoch im Moment alternativlos. Obwohl ich den 3DS seit fünf Tagen überall hin mitnehme, ist mir nämlich noch kein anderer über den Weg gelaufen. Ich vermute jedoch stark, dass sich das ab dem 25. März ändern wird und darauf freue ich mich schon jetzt extrem!

 

Morgen stelle ich euch in meinem letzten Teil dann die beiden mitgelieferten Spiele AR Games und Face-Raiders vor, die eindrucksvoll zeigen, was die Bewegungssensoren im 3DS zu leisten im Stande sind.

 

 

Erweitere deine Realität...

 

Heute möchte ich meinen Vorstellungsartikel zum Nintendo 3DS abschließen und gehe daher auf die letzten beiden Apps ein, die man bereits von Beginn an auf dem Handheld findet. Mit den AR Games und Face-Raiders will Nintendo gleich von Anfang an zeigen, was die Kombination aus 3D-Effekt, Kamera und Bewegungssteuerung leisten kann und tut dies ziemlich eindrucksvoll. Aber eins nach dem anderen.

 

Mit den AR Games baut Nintendo quasi eine Brücke zur eigenen Firmengeschichte, denn Anno 1889 haben sie ja mit Spielkarten angefangen. Beim 3DS sind ähnliche Karten im Lieferumfang enthalten, die ein paar interessante Dinge zeigen, die die kleine Konsole so kann. Insgesamt liegen dem System sechs Karten bei, ein Fragezeichen und fünf Charaktere. Das Fragezeichen ist die Hauptkarte, mit dem das Spiel grundsätzlich bedient wird. Man legt diese Karte einfach auf einen Tisch und hält mit der Kamera von schräg oben mit einem Abstand von ca. 35 cm drauf. Das System erkennt sie dann (und sagt einem, ob man richtig dazu steht) und schon beginnt auf dem 3D-Bildschirm ein kleines Schauspiel.

 

 

Während die Kamera weiterhin das Livebild der realen Umgebung zeigt, fügt der 3DS über die Karte Objekte und Gegenstände so hinzu, dass man denkt, sie wären wirklich dort. Im ersten Schritt muss man eine Kiste umschießen, was denkbar einfach ist: man platziert sich in der realen Welt einfach so, dass das Fadenkreuz auf dem Bildschirm auf die Kiste zeigt und feuert dann mit A einen Schuss ab. Fertig. Nun entstehen weitere Gegenstände und Zielscheiben, die abgeschossen werden müssen. Später spielt das System sogar so mit der Umgebung, dass die Tischplatte selbst anfängt sich zu bewegen. Am Ende kommt ein Drache aus einem Loch gekrochen und muss bezwungen werden. Man ändert als Spieler also ständig seine Position zur Karte und die Darstellung auf dem oberen Bildschirm wird entsprechend angepasst, so dass man das Gefühl hat, die virtuellen Dinge wären wirklich da, wozu natürlich auch der 3D-Effekt wesentlich beiträgt.

 

 

Die fünf anderen Karten dienen im Punkt Star Bilder dazu, die darauf abgedruckten Charaktere in der virtuellen Umgebung erscheinen zu lassen. Mit dabei sind die Pikmin, Mario, Link und Samus. Durch einen Tastendruck ändern sie ihre Pose, und sie lassen sich jederzeit auch noch ablichten. So kriegt man seinen Lieblingshelden ganz einfach in jede Szene eingesetzt, ein Traum für alle Nintendofans. Außerdem kann man im Punkt Mii Bilder die eigenen Mii-Charaktere in Pose setzen, mit Blick in die Kamera oder ohne. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Minispiele bei der ?-Karte.

 

Bei Mini Billard geht es, wie sollte es anders sein, darum, eine Kugel in ein bestimmtes Ziel zu stoßen. Natürlich findet das Ganze nicht auf einem klassischen Tisch statt, sondern in sehr gewellter Umgebung mit Lava und anderen Hindernissen. Am Ende wartet auch hier der bekannte Drache und muss mit Bomben per Queue vernichtet werden. Das dritte Minispiel ist Angeln, dabei ist der 3DS quasi die Rute, von dem eine Schnur herab hängt. Durch geschickte Bewegungen lockt man Fische an und muss sie dann nur noch im richtigen Moment aus dem Wasser ziehen. Und was kommt da nach Ablauf der Zeit? Richtig! Der Drache!

 

 

Durch Spielmünzen lassen sich darüber hinaus noch weitere Inhalte freischalten, so zum Beispiel schwerere Versionen von Zielschießen und Billard sowie freies Angeln und eine Fischgalerie. Ergänzend darf man auch kreativ sein und mit Graffiti und mit den 3D-Utensilien die virtuelle Umgebung selbst manipulieren. Zuletzt gibt es noch eine 3D Uhr und einen Globus. Bei letzterem wird man dazu angeregt, die ?-Karte in die Hand zu nehmen und so den Globus von allen Seiten zu betrachten.

 

Darüber hinaus ist noch das Spiel Face-Raiders mit an Bord. Hier geht es darum, gefangene Gesichter zu retten. Man macht ein Foto von sich oder einem Freund und dies wird dann in ein 3D-Objekt mit grimmigem Gesicht umgewandelt und in einen Helm eingepackt. Dieses Gesicht fliegt fortan auf dem 3D-Bildschirm aus unterschiedlichen Richtungen auf den Spieler zu und muss per A-Taste abgeschossen werden, bevor es aus der virtuellen Umgebung ausbrechen kann. Virtuelle Umgebung? Ja! Auch hier blickt man durch den Bildschirm auf die per Kamera live aufgezeichnete, reale Welt, die von dem 3DS manipuliert wird. Die Gegner erscheinen irgendwo in der Umgebung und man zielt auf sie, indem man sich zu ihnen hin dreht. Hier werden virtuelle und reale Welt also noch stärker verknüpft als bei den AR Games.

 

 

Jedes Mal, wenn man einen Gegner nicht schnell genug per Tennisball (am besten in den Mund) ausschalten kann, bricht er durch die Wand aus und dahinter offenbart sich endlose Leere. Außerdem schießen die Gesichter hin und wieder auf den Spieler, wird man zu oft getroffen und verliert alle Energie, dann ist der Level nicht geschafft. Schafft man es ohne zu viel Schaden durch die Gegner-Horden, dann wartet am Ende ein besonders starker Boss-Gegner, der je nach Level eine unterschiedliche Taktik erfordert. Hat man ihn besiegt, wird die Punktzahl festgehalten und der nächste von insgesamt sechs Levels ist spielbar.

 

 

Im Vorführmodus lässt sich dieses Spielprinzip ganz leicht Freunden zeigen. Sie müssen hier einfach nur kurz ein Gesicht fotografieren und können dann direkt drauf los ballern, bis die Zeit abgelaufen ist. In der Gesichtergalerie kann man sich die bereits fotografierten Gesichter ansehen und es werden sogar welche aus dem Album der Konsole entführt. Sofern das Spiel dort Fotos mit Gesichtern erkennt, lassen sich diese einfach dem Spiel hinzufügen und dann in einem Level retten.

 

 

Fade-Raiders zeigt damit, wie ich finde, sehr gelungen die Möglichkeiten des neuen Handhelds. Wenn diese in weiteren Spielen eingesetzt werden, dann hebt sich die Konsole damit deutlich von dem ab, was man sonst so auf dem Software-Markt haben kann. Jedoch muss man auch dazu sagen, dass weder die AR Games noch Face-Raiders für unterwegs geeignet sind, weil man einfach viel Platz braucht und ich mir in Bahn oder Bus auch ein wenig dämlich vorkommen würde. Aber wer weiß, vielleicht sieht man so was bald ja öfter... Übrigens habe ich zu diesen beiden Spielen auch ein kurzes Video für 10doTV gemacht, das ihr euch hinter diesem Klick ansehen könnt. Viel Spaß dabei!

 

Und nun bleibt mir nur noch zu sagen: Vielen Dank fürs Lesen! Fragen und Anregungen könnt ihr mir jederzeit mailen oder im Forum zukommen lassen.


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