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N-Zyklopädie

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Der Nintendo DSi XL im Test (plus Kaufberater)

04.03.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Der Nintendo DS wird erwachsen!

 

Nintendos aktueller Handheld ist heute bereits fast fünf Jahre bei uns auf dem Markt, doch kaum ein Produkt hat sich während seines Lebenszyklus so stark verändert wie der Nintendo DS. Während das ursprüngliche Modell, heute oft liebevoll DS fat genannt, nicht besonders stylisch aussah und vor allem durch die zu schwache Hintergrundbeleuchtung negativ auffiel, konnte der optisch deutlich und technisch kaum veränderte DS lite schon mehr überzeugen. Das Design schlank, klar und sexy und dazu kam eine regulierbare Hintergrundbeleuchtung, die das Zocken auch in helleren Umgebungen ermöglichte.

 

Erst die zweite Überarbeitung, der DSi, führte auch echte technische Neuerungen ein, so hat er deutlich mehr Rechenpower, einen viermal so großen Arbeitsspeicher, 256 MB Flash-Memory an Board, einen SD-Slot für Medieninhalte und vieles mehr. Dazu wurden Download-Spiele, die DSiWare, erstmals bei Nintendo auch auf einem Handheld eingeführt. Doch leider setzte sich die bessere Leistung der Konsole bisher nicht durch, was wohl vor allem an der gigantischen Anzahl an Geräten im Umlauf liegt. Einziger Wehrmutstropfen beim DSi ist, dass der GBA-Slot entfernt wurde und man daher die Titel für den Vorgänger nun nicht mehr auf demselben Gerät genießen kann.

 

 

Mittlerweile ist bereits die dritte Überarbeitung auf dem Markt, der Nintendo DSi XL. Technisch ist er auf demselben Stand wie der DSi, er ist jedoch deutlich gewachsen. So sind die Bildschirme nun 93 Prozent größer, was die Darstellung der Spiele und den mobilen Zock-Genuss weiter verbessern soll. In diesem Artikel gehe ich ganz genau auf die Änderungen ein, schildere meine Eindrücke von der Konsole und liefere euch einen Kaufberater, der euch bei der Entscheidung hilft, ob sich das neue Modell für euch lohnt, natürlich abhängig davon, welche Version des DS ihr bereits besitzt. Aber los geht es zunächst mit der Frage:

 

 

Muss ein Handheld in die Hosentasche passen?

 

Wer sich unseren ersten Eindruck vom DSi XL bereits angeschaut hat, der weiß, dass diese Frage obsolet ist, denn auch die XL-Version passt sehr wohl in eine Hosentasche, jedoch natürlich bei weitem nicht mehr so komfortabel wie die beiden letzten Geräte. Die eigentliche Frage dieses Abschnittes lautet vielmehr: wie groß darf ein Handheld sein? Und diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten, daher fange ich zunächst mal damit an, wie groß er eigentlich genau ist.

 

 

Im Vergleich zum DS lite und zum DSi ist die Konsole auf jeden Fall deutlich gewachsen, stellt man ihn jedoch der ersten Version gegenüber, dann fällt auf, dass das Volumen sogar leicht abgenommen hat. Mit 2,12 cm Höhe ist der XL deutlich dünner als das erste Modell (2,87 cm) und schlägt sogar den DS lite um einige Millimeter (2,15 cm). Nur der DSi ist mit 1,89 cm noch flacher. Bei der Breite der Konsole liegt der XL jedoch mit 16,1 cm deutlich vor den anderen drei (DS: 14,86 cm, DS lite: 13,3 cm, DSi: 13,7 cm), ein ähnliches Bild zeigt sich bei Betrachtung der Tiefe, hier schlägt der XL mit 9,14 cm (DS: 8,46 cm, DS lite: 7,66 cm, DSi: 7,49 cm) die anderen Modelle ebenso deutlich.

 

Doch die Größe bringt natürlich einen Vorteil mit sich, der sozusagen der Kern der Sache ist. Die Bildschirme sind mit 4,2 Zoll nun fast einen ganzen Zoll vergrößert worden, was einem Flächenzuwachse von 93 Prozent entspricht. Mit anderen Worten gesagt, sind die beiden Bildschirme bei DSi XL fast doppelt so groß wie die vom DSi, im Vergleich mit den beiden Modellen davor, die jeweils nur 3 Zoll Bildschirmdiagonale hatten, ist der Unterschied noch deutlicher.

 

 

Allerdings hat das Mehr an Größe natürlich auch negative Folgen. So ist die Konsole nicht nur sperriger, was sie weniger mobil macht sondern, und das ist in meinen Augen noch viel (ge)wichtiger, sondern auch schwerer. Mit 314 Gramm ist er der schwerste im gesamten Lineup, wiegt allerdings nur marginal mehr als das erste Modell des DS, das 300 Gramm auf die Waage brachte. Der Unterschied zum DS lite und DSi ist mit etwa 100 Gramm jedoch schon deutlich größer.

 

Doch genug mit den Zahlen, viel wichtiger ist natürlich der subjektive Eindruck und der ist extrem positiv. Während ich mir nach der Ankündigung noch Sorgen gemacht habe, dass das Gerät einfach viel zu groß und schwer ist, bin ich nach fast einer Woche und ungefähr 50 Stunden Spielzeit sowohl zu Hause als auch unterwegs völlig anderer Meinung. Die beiden Bildschirme sind einfach so riesig, dass das Zocken wesentlich mehr Spaß macht als zuvor. Sämtliche getesteten Spiele (u.a. New Super Mario Bros., Mario Kart DS, Picross 3D, Tetris DS und Ace Attorney) wirken einfach besser. Vor allem bei Puzzle- und Strategiespielen kommt das besonders zum Tragen. Dahingegen merke ich das erhöhte Gewicht so gut wie gar nicht, so lange man nicht zum Zocken mit einer Hand gezwungen ist und gleichzeitig keine Ablage für die Konsole hat, was zum Beispiel bei Metroid Prime Hunters dann schnell zu einem Problem werden kann.

 

Das einzige was in meinen Augen die Mobilität wirklich einschränkt ist die Größe. Im Sommer hatte ich den DSi immer einfach in der Gesäßtasche dabei, mit dem XL geht das nicht mehr, zumindest nicht komfortabel. Mir war das jedenfalls zu heikel, weil ich beim Versuch stets Angst hatte, mir könnte die Konsole aus der Tasche fallen. Wenn man einen Rucksack oder eine Tasche dabei hat, ist das jedoch nicht ganz so schlimm, außer man ist Frau und hat eine dieser Mini-Handtaschen dabei.

 

 

Es gibt jedoch einen Ort, an dem der DSi XL wirklich auftrumpfen kann: zu Hause auf dem Sofa! Abends vor dem Fernseher gibt es einfach nichts Besseres als eine gepflegte Runde zu zocken, während nebenher das mittlerweile fast ausschließlich vorhandene Unterschichtenfernsehen mitläuft. ;-) Hier ist auch der erhöhte Blickwinkel von Vorteil, da ohne Probleme einige Leute beim Zocken zusehen und dem Spieler helfen können. Ähnlich toll stelle ich mir die Konsole bei längeren Autofahrten vor, natürlich nur dann, wenn man nicht hinterm Steuer sitzt. Testen konnte ich das in Ermangelung einer solchen Fahrt in der letzten Woche nicht. Dafür aber im Zug, wo es auch eine wahre Freude ist, solange man einen Sitzplatz hat.

 

Und damit beantworte ich die eingangs gestellte Frage ganz einfach mit dem Satz: eine optimale Größe gibt es nicht, aber der DSi hat genau den Punkt getroffen, an dem ein Handheld noch nicht zu groß ist.

 

Bevor ich zu meinem Fazit und dem Kaufberater kommt, überlasse ich nun zunächst Martin für einige Zeilen das Wort:

 

 

Martin meint: In der Größe liegt die Kraft!

 

Klappt man den DSi XL auf, scheint es als würde man durch zwei Fenster in eine andere Welt blicken. In eine Welt, die DSi-Besitzern zwar bereits vertraut ist, doch nun wirkt sie klarer, größer. Auf den Punkt gebracht ist die neuste DS-Version genau das: größer. Der große Bildschirm der PSP ist vergessen, wenn man den DSi XL aufklappt und mit seinem Blick über die beiden Bildschirme wandert. Meine Befürchtung, dass durch das entsprechend größere Bild gerade 3D Spiele verwaschen und verpixelt wirken würden, hat sich nicht bestätigt. Zumindest schauen sie nicht schlimmer aus als auf den anderen DS-Versionen.

 

Ich kann aber nicht leugnen, dass ich mir nun stärker als jemals zuvor wünschte, der DS hätte die Power der PSP, um die dargestellte Fläche auch wirklich auszunutzen. Es scheint mir aber nicht abwegig, das Nintendo mit ihrem nächsten Handheld genau in diese Richtung will und mit dem DSi XL nun testet, wie die Käufer darauf reagieren, wenn man entgegen der allgemeinen Ausrichtung nicht kleinere, sondern größere Hardware anbietet. Absolut verständlich, denn die Größe hat auch ihre Schattenseite. Das der DS nun nicht mehr in jede Hosentasche passt und eine unschöne, vielleicht sogar irritierende Beule in der Hose formt, stört mich weniger. Größe bedeutet aber leider auch mehr Gewicht. Bei Spielen wo man das Gerät in nur einer Hand hält (Metroid Prime Hunters), kann man schon fast von Krafttraining sprechen. Vergesst Hanteln - DS Fit, Fitnessübungen von Nintendo nun auch für Unterwegs.

 

 

Ich würde den DSi XL aber nicht als übergewichtig bezeichnen – ich hoffe zwar, dass Nintendos neuster Handheld ein paar Gramm weniger auf die Waage bringt – komme aber auch mit dem jetzigen Gewicht zu Recht. Titel wie Metroid Prime Hunters kann man nun zwar nur noch mit einer stützenden Unterlage spielen, doch ansonsten habe ich nicht viel zu meckern. Sicher, nun hätte Nintendo den Gameboy-Schacht wieder einbauen können, doch wie ein weiser Mann im Forum einst sagte: „Was erwartest du von Nintendo?“

 

Und nun zurück zum regulären Programm:

 

 

Mario meint: Bigger, better, more!

 

Zusammenfassend kann ich an dieser Stelle sagen, dass der Nintendo DSi XL genau das ist, was ich erwartet habe, nur viel besser als befürchtet. Dazu kommt, dass die Farben doch nicht so altbacken sind wie sie auf den Bildern wirken, vor allem das dunkle Braun ist sehr edel. Doch da ich davon ausgehen muss, dass ihr als Leser dieses Artikels vermutlich bereits mindestens eine Version des Handhelds besitzt, reichen diese objektiven und subjektiven Argumente vermutlich nicht, um zu entscheiden, ob man das Teil haben muss oder nicht. Daher folgt nun:

 

Der Kaufberater zum Nintendo DSi XL!

 

Um möglichst alle Zielgruppen anzusprechen, unterscheide ich meine Kaufempfehlungen danach, welche Version des Handhelds ihr bereits besitzt. Ich hoffe, die folgenden Zeilen können euch dabei helfen!

 

 

Fall 1: „Hilfe, ich besitze noch gar keinen Nintendo DS“

 

Erstmal stellst du dich in die Ecke und schämst dich, dann kommst du in fünf Minuten zurück und liest weiter. ;-) Wenn du noch keinen Nintendo DS hast, dann solltest du das einerseits sofort ändern, andererseits aber auch bedenken, dass der echte Nachfolger bereits bald erscheinen könnte. Und es wäre ja ärgerlich, heute 180 Euro auszugeben, wenn im Dezember dann der DS HD kommt. Davon gehe ich persönlich jedoch nicht aus, ein Jahr wird das Ganze mindestens noch dauern und wenn man beim DS vor fünf Jahren nicht sofort zugeschlagen hat, muss man das vermutlich auch beim Nachfolger nicht unbedingt tun.

 

Marios Tipp: Wenn du viel unterwegs bist, oft in Zügen stehen oder irgendwo auf Leute warten musst, dann ist der DSi die beste Wahl für dich. In alle anderen Fällen rate ich dir zum DSi XL.

 

 

Fall 2: „Mein fünf Jahre alter DS tut’s immer noch“

 

Grundsätzlich gilt: wer einen DS fat durch die Gegend schleppen kann, dem ist auch ein DSi XL nicht zu groß oder zu schwer. Zusätzlich bietet das neuste Modell bessere Beleuchtung, Download-Spiele, SD-Support und viele weitere Argumente die dafür sprechen. Darüber hinaus sieht er einfach besser aus. Wenn man jedoch so lange mit dem Urmodell zufrieden war, dann muss nicht unbedingt jetzt ein neuer her, außer die Vorteile sprechen dich persönlich an.

 

Marios Tipp: Wenn du mit dem DS zufrieden bist, dann bleibe damit glücklich und steige erst beim echten Nachfolger um, ansonsten wird es höchste Zeit für ein neues Modell und hier sollte der XL erste Wahl sein.

 

 

Fall 3: „Ich stehe auf lite-Produkte“

 

Wenn du erst mit dem DS lite angefangen hast oder damals voller Dankbarkeit vom Urmodell darauf umgestiegen bist, weil der alte dir zu groß war, dann wird dich auch der XL nicht überzeugen. Menschen, die vor allem einen kompakten Handheld haben möchten, werden mit der großen Version sicher keinen Spaß haben. Einzig der DSi könnte eine Überlegung wert sein, wenn du keine GBA-Games mehr zocken willst und dich das Download-Angebot überzeugt.

 

Marios Tipp: Schuster, bleibt bei deinen Leisten!

 

 

Fall 4: „Ich habe mir gerade erst ein „i“ gekauft“

 

Zugegeben, Nintendo hat sich nicht gerade clever angestellt, nur 11 Monate nach dem DSi bereits ein weiteres neues Modell auf den Markt zu werfen, viel besser wäre es gewesen, DSi und DSi XL zusammen vorzustellen und gleichzeitig zum Verkauf anzubieten. Hat man schon einen DSi, gibt es so gut wie keine Argumente, die es rechtfertigen, schon wieder so viel Geld in die Hand zu nehmen. Dies gilt nur dann nicht, wenn man es gerne etwas größer hätte, viel sitzend unterwegs ist oder, wie ich, auch mal gerne abends auf der Couch zockt, während der Partner in die Röhre guckt.

 

Marios Tipp: Willst du mehr, dann tausche das kleine „i“ gegen ein großes! Wenn nicht, dann nicht.

 

 

Fall 5: „Bei mir stapeln sich die DS-Systeme schon bis unter die Decke“

 

Wenn du tatsächlich genauso verrückt bist wie ich und jede Version des Handhelds dein Eigen nennst, dann schadet es sicher nicht, die vierte auch noch zu kaufen (oder eine Webseite aufzumachen und sie sich von Nintendo schicken zu lassen *g). Es sprechen in der Tat sogar einige Argumente für zwei Versionen des Handhelds im Haus. Im Optimalfall kombiniert man den DS lite mit einer der beiden neuen Konsolen, denn dann kann man sowohl unterwegs DS- und GBA-Spiele zocken als auch unterwegs DSiWare genießen oder zu Hause die Größe des XL nutzen. Hier sind der Kreativität fast keine Grenzen mehr gesetzt, dem Loch im Geldbeutel allerdings auch nicht.

 

Marios Tipp: Schlag zu, solange es noch welche gibt und fang schon mal an für den nächsten DS zu sparen!

 

 

Ich hoffe, dass euch diese Tipps bei der Kaufentscheidung helfen können und freue mich schon auf eure Eindrücke zum neuen Nintendo Handheld bei uns im Forum.

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


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