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N-Zyklopädie

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Der Nintendo DSi im Test

21.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

DS-Evolution, die Zweite!

 

Nachdem das Design des ersten Modells des Nintendo DS nicht wirklich überzeugen konnte, vergingen nur knapp zwei Jahre, bevor Nintendo eine Weiterentwicklung des Systems auf den Markt brachte. Der Nintendo DS lite hatte aber außer einer verbesserten Optik und mehr Vielfalt bei der Beleuchtung nichts Neues zu bieten. Am 3. April geht Nintendo auch in Europa einen Schritt weiter, denn dann erscheint die dritte Generation des Handhelds bei uns. Der Nintendo DSi ist deutlich weiter von seinem Vorgänger entfernt, als der DS lite vom Urmodell, allerdings lohnt sich ein Neukauf nur bedingt. Warum das so ist und was das neue Modell zu bieten hat, könnt ihr den folgenden Zeilen entnehmen.

 

Äußerlich hat sich das Modell kaum weiterentwickelt, wie ihr den Fotos rechts auch schon entnehmen könnt. Durch den Wegfall des GBA-Slots ist das System um wenige Millimeter dünner geworden, die größeren Bildschirme haben ihn jedoch etwas breiter gemacht. Insgesamt wirkt das Design dadurch noch schlanker und frischer. Von außen erkennt man auch gleich die Außenkamera und den neuen Lautstärkenregler, der nun kein Schieberegler mehr ist, sondern eine digitale Variante über zwei Knöpfe. Klappt man das Gerät auf, offenbart sich die Innenkamera im Gelenk der Konsole und man erkennt, dass die Lautsprecher und das Mikrofon überarbeitet wurden. Ebenso ist der Power-Knopf nun unter dem Steuerkreuz angeordnet. Die technischen Daten des neuen Modells im Detail:

 

 

Breite:

13,7 cm

Länge:

7,49 cm

Höhe:

1,89 cm

Gewicht (inkl. Akku und Touchpen):

214 g

Touchpen:

ca. 9,2 cm lang

Oberer Bildschirm:

3,25 Zoll (diagonal), transparenter, reflektierender TFT-Farb-LCD-Bildschirm

Touchscreen:

3,25 Zoll (diagonal), transparenter, reflektierender TFT-Farb-LCD-Bildschirm

Stromversorgung und Akku:

Aufladbarer Lithium-Ionen-Akku, Energie sparender Sleep-Modus, AC-Adapter

Eingänge

DS-Kartenschlitz, SD Card-Steckplatz, AC-Adapter, Stereo-Kopfhörer/Mikrofon

 

Doch nicht nur die Anordnung einiger Tasten und Funktionen hat sich verändert, die Tasten an sich sind auch deutlich überarbeitet worden. Das Steuerkreuz hat nun ganz klassische und flache Druckpunkte ist also nicht mehr so schwammig, wie auf dem DS lite, übertrifft in meinen Augen an Präzision sogar das erste Modell. Die vier Tasten haben auch einen deutlich knackigeren Druckpunkt und die Schultertasten wurden auch gestrafft. Hier muss sich also jeder fragen, ob er die Tasten des DS lite perfekt findet oder sich daran stört. Ich persönlich finde die Tasten des DSi um Längen besser, da sie ein viel deutlicheres Feedback geben und leichter zu drücken sind.

 

 

Zahllose neue Features!

 

Doch abseits von der Überarbeitung des Designs, die sich ja eher auf wenige Details beschränkt, wurden jede Menge neue Features eingeführt, die wirklichen Mehrwert schaffen. An erster Stelle und für den Spieler zunächst nicht merkbar sind der neue Prozessor und mehr Arbeitsspeicher. Damit ist die Konsole leistungsfähiger als der Vorgänger, es ist also davon auszugehen, dass DSi-Spiele den bisherigen DS-Titeln optisch überlegen sein werden, sofern denn demnächst welche kommen. Schon jetzt merkt man das am nun – nach einem kostenlosen Download – fest eingebauten Browser, der deutlich schneller die verschiedenen Seiten lädt und damit Internet auch auf dem DS einigermaßen erträglich macht. Da sich an den Features des Browsers sonst nichts geändert hat, gehe ich jetzt nicht im Detail darauf ein.

 

Eine der wichtigsten Neuerungen sind die zwei Kameras. Dazu sei direkt gesagt, dass sie als Digitalkameraersatz weder geplant noch geeignet sind. Erstens ist der Prozessor nicht darauf ausgelegt, hohe Auflösungen zu vearbeiten, sondern der Fokus liegt natürlich auf den Spielen. Zweitens reicht die Auflösung der beiden Kameras dafür aus, sie im Spiel zu verwenden und Schnappschüsse zu machen. Für letzteres hat man verschiedene Filter, mit denen man das Bild vor dem eigentlichen Schuss schon manipulieren kann. Um einige Beispiele zu zeigen, habe ich mal eine Hand voll Fotos von mir gemacht:

 

 

Natürlich kann man die Fotos auch nach dem Speichern noch weiterverarbeiten. Zum Speichern der Bilder verwendet die Konsole den internen Flash-Speicher, der mit 256 MB zwar relativ bescheiden ist. Da aber als weitere große Neuerung ein SD-Slot eingebaut wird, lässt sich dieses Problem sehr leicht lösen. Damit kann man die geschossenen Fotos auch unproblematisch auf einen PC übertragen.

 

Wichtiger ist jedoch der Einsatz direkt im Spiel. Ausprobieren konnte ich das im Wario Ware-Titel, der im Launchfenster zum Download angeboten wird. Die Mikrospiele dort steuert man ausschließlich per Kamera, die Bewegungen von Kopf und Händen erfasst. Das funktioniert erstaunlich gut und gibt der Reihe mal wieder eine völlig neue Ausrichtung. Als lustiges Gimmick zeichnet die Konsole den Spieler bei seinen Aktionen auf und spielt das nachher in Form eines Videos ab. Es ist schon erstaunlich, wie blöd man guckt, wenn man über eine Kamera gesteuert im Spiel Gegenstände aufheben oder eine Frau massieren muss. ;-)

 

Auf einen anderen Punkt bin ich damit jetzt auch schon eingegangen. Direkt zum Launch der Konsole wird auch die DSiWare starten, das DS-Pendant der WiiWare. Für 200, 500 oder 800 DSi-Points kann man sich diverse kleine Spiele herunterladen und dann immer spielen, auch wenn man keine Module dabei hat. Eine genaue Releaseliste für die ersten Titel gibt es nicht, innerhalb der ersten Wochen nach Launch sollen jedoch die folgenden Spiele zum Download bereitstehen:

 

  • AQUARIO
  • Birds and Beans
  • Dr. Kawashima's Gehirn-Jogging
  • Dr. Mario
  • Paper Airplane
  • PiCOPiCT
  • SOMNIUM
  • Solitaire DSi
  • Wario Ware: Snapped

 

Heruntergeladen werden die Spiele über einen Shop, den man direkt aus dem Hauptmenü des DSi startet. Dieser ist ähnlich aufgebaut, wie der Shop Kanal auf der Wii. Punkte kann man natürlich wieder per Kreditkarte oder über Points-Karten im Handel kaufen. Neben den 2.000ern für 20 Euro wird es in Kürze auch den Gegenwert von 10 und 30 Euro im Laden zu kaufen geben. Die Karten heißen dann jetzt auch nicht mehr Wii Points Karten, sondern es handelt sich um Nintendo Points. Da jedoch Wii und DS-Konten (noch) nicht verbunden werden können, kann man diese Punkte dann entweder für Wii oder für DSi nutzen und nicht für beides. Das ist etwas umständlich, aber weniger schlimm, da es bald ja auch kleinere Gegenwerte zu kaufen geben wird.

 

Ausprobieren konnte ich bereits einige davon und mich begeistert das System hier ebenso, wie auf der aktuellen Heimkonsole. Kleine Spiele für kleines Geld sind eine feine Sache und unterwegs sogar noch besser, weil man eben keine Säcke voller DS-Karten mehr mit sich rumschleppen muss, wenn man länger unterwegs ist und viele Spiele mitnehmen will. Reviews zu DSi-Ware Titeln werden wir liefern, sobald der europäische Shop online ist, was vermutlich erst wenige Tage vor dem Launch der Fall sein wird.

 

Die letzte große Neuerung ist der eingebaute Musik-Player. Damit kann man auf einer SD-Karte befindliche AAC-Musikstücke einfach auf dem DSi hören. Die Stücke lassen sich jedoch nicht nur einfach abspielen, sondern man kann sie auch bearbeiten, also zum Beispiel die Geschwindigkeit und die Tonhöhe verändern, eigene Mikrofon-Aufnahmen darüber legen und vieles mehr. Durch die Bedienung per Stylus geht alles fast so leicht von der Hand, wie bei einem iPod touch oder iPhone, allerdings ist das System nicht hauptsächlich auf die Musikwiedergabe ausgelegt, weshalb es einige Mängel gibt. Warum das System in den Sleep-Modus geht, wenn man es schließt, während man Musik hört, ist mir ein Rätsel. Hoffentlich wird das über ein Systemupdate bald behoben, denn so kann man den DSi nicht als Musikspieler verwenden. Zum aufzeichnen von Sprache eignet er sich jedoch ganz gut. Unterm Strich ist dieses Feature leider eher ein Gimmick.

 

Ein paar Feinheiten wurden auch noch angepasst. So gibt es jetzt fünf Beleutungsstufen, die höchste ist noch mal ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem DS lite, bei direkter Sonneneinstrahlung kann man jedoch nach wie vor keine dunklen Spiele genießen. Außerdem hat die höchste Stufe zur Folge, dass der Akku nicht ganz so lange hält, bei gleicher Helligkeit ist die Laufzeit jedoch vergleichbar. Eine Übersicht des neuen Modells:

 

  • Beleuchtung aus: 10 - 16 Stunden
  • Minimale Helligkeit: 9 - 14 Stunden
  • Niedrige Helligkeit: 8 - 12 Stunden
  • Hohe Helligkeit: 4 - 6 Stunden
  • Maximale Helligkeit: 3 - 4 Stunden

 

Ebenso ist eine Internetverbindung jetzt nicht mehr abhängig von Spielen, sondern die Konsole kann sich selbst ins Internet einwählen, was natürlich auch Updates der Systemsoftware und neue Features in der Zukunft möglich macht. Wir sind gespannt, was da noch kommen mag.

 

Beruhigen kann ich übrigens auch alle, was ausländische Spiele angeht, denn da hat Nintendo mal wieder für viel Verwirrung gesorgt. Es hieß, dass die Konsole nun regional beschränkt ist, also dass der DSi aus Europa auch nur europäische Spiele abspielt. Das ist natürlich nicht so, die Aussage bezog sich auf die DSiWare, also Download-Titel. Sämtliche gekauften Spiele aus allen Regionen sind auf allen Modellen des DSi spielbar, zumindest was DS-Spiele angeht. Man kann bloß mit einem EU-DSi nur auf den EU-DSiWare-Shop zugreifen und dementsprechend auch nur dort erhältliche Spiele herunterladen. Alles andere bleibt beim Alten! Was mit DSi-Spielen aus dem Laden sein wird, ist derzeit noch nicht so wirklich klar, dürfte sich aber endgültig beantworten lassen, sobald es die ersten exklusiven Spiele gibt.

 

Das neue Menü habe ich eben schon kurz erwähnt, darüber erreicht man ja unter anderem den Shop. Es wurde vollkommen neu gestaltet und ähnelt jetzt den Kanälen auf der Wii. Insgesamt hat man 40 Plätze frei, von denen die ersten von Haus aus belegt sind. Dort finden sich Menüpunkte, wie Einstellungen, der Musik-Player, die Kamera und der Button, um eingelegte Spiele zu starten. Außerdem bekommt jeder herunter geladene Titel einen Platz im Hauptmenü, von wo aus, er dann direkt gestartet werden kann. Ebenso befinden sich dort die Einträge, um Demoversionen von anderen DS-Besitzern oder über den Nintendo-Kanal herunterzuladen und eine Verknüpfung zu Pictochat, dass leider nach wie vor nicht online funktioniert.

 

In das Menü kommt man jederzeit, wenn man den Power-Knopf kurz drückt, was vor allem in Spielen gefährlich sein könnte. Er liegt jedoch so weit weg vom Steuerkreuz, dass man schon ordentlich daneben langen muss, um ihn aus Versehen zu treffen. Hält man den Knopf länger gedrückt, schaltet sich das System aus. Neu ist an dieser Stelle auch der Austausch von DS-Karten, während die Konsole an ist. Das System erkennt das sofort, allerdings nicht, wenn man sich in einem Spiel befindet. Dann führt die Entnahme der Karte nach wie vor dazu, dass die Konsole neu gestartet, bzw. über den Power-Knopf zurückgesetzt werden muss.

 

Durch die matten Farben ist das neue Modell nun nicht mehr so anfällig gegenüber Fingerabdrücken, glänzt jedoch eben nicht mehr so schön. Das ist auf jeden Fall Geschmackssache und jeder muss für sich selbst entscheiden, was besser gefällt.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Bereitstellung des Nintendo DSi.


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