Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


N-Zyklopädie

< zurück

Wii love Sega

30.01.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Spätestens seit sich Sega mit High Voltage Software auf den weltweiten Vertrieb von The Conduit für die Wii gesichert hat, ist der Publisher auch abseits der Sonic-Fangemeinde sicher auf einigen Radars aufgetaucht und wird sorgsam beobachtet. Abseits dessen haben sie mit Mad World, dem neuen Wii-exklusiven House oft he Dead und dem Nachfolger zu Sonic und die geheimen Ringe viele andere heiße Eisen im Feuer. Während The Conduit erst im Sommer und Mad World gar nicht in Deutschland erscheinen wird, sind Sonic und House of the Dead, letzteres sofern es einen USK-Stempel bekommt, für März hierzulande vorgesehen. Eine gewisse Aktualität ist also auf jeden Fall vorhanden, denn Fans beider Reihen lechzen sicher nach Informationen zu beiden Spielen, aber natürlich auch zu den beiden, die nicht bzw. erst in einem halben Jahr bei uns erscheinen werden. Um diese Spiele anzutesten hatte Sega Ende Januar nach München geladen und ich bin dem Ruf gerne gefolgt.

 

Trotz der schon gewohnten Winter-Verspätungen bei der Bahn war ich morgens um 10 Uhr der erste in den heiligen Hallen von Sega Deutschland in München und sogar zu früh, um direkt loslegen zu können, da die Mitarbeiter noch am aufbauen waren. Nach 10 Minuten Wartezeit ging es aber doch recht schnell los und ich konnte mich zunächst an Sonic und der schwarze Ritter, dem Nachfolger zu Sonic und die geheimen Ringe sattsehen und dann auch selbst Hand anlegen. Das Spiel ist zwar im engeren Sinne der direkte Nachfolger des vor zwei Jahren erschienenen Teils, unterscheidet sich aber doch deutlich von ihm. So ist das Setting natürlich komplett anders und nicht mehr in der Welt von 1.001 Nacht angesiedelt, sondern in der Arthus-Saga. Als größte Änderung aus dieser neuen Umgebung ergibt sich, dass Sonic nun ein Schwert trägt, mit dem er Gegner zu Fall bringen muss, was dazu führt, dass einige Level etwas langsamer geworden sind, da es dort für die Reihe untypisch viele Gegner gibt und dass man sich an neue Gameplay-Elemente gewöhnen muss.

 

So greift Sonic jetzt nicht mehr durch nach vorne preschen an, wenn man die Wii-Fernbedienung schüttelt, sondern schwingt das Schwert. Kombiniert man dies mit einem Sprung, dann wird ein Luftangriff ausgelöst. Hat man genug Energie gesammelt, dann kehrt die gewohnte Attacke jedoch zurück, kann aber nur eingesetzt werden, so lange ein genug Kraft dazu vorhanden ist. Das fügt ein taktisches Element zum Spiel, da man ja auf Zeit spielt und somit die Energie geschickt einsetzen muss, um die Welten möglichst schnell zu beenden.

 

Als zweite und wohl größte Änderung ist die komplett überarbeitete Steuerung zu erwähnen, die mir leider ziemlich die Lust am Spiel genommen hat. Den letzten Teil steuerte man nämlich noch ähnlich wie Mario Kart per quer gehaltener Wiimote und lenkte den Turbo-Igel durch Neigungen. Jetzt ist der Nunchuk Pflicht und bewegt den blauen Helden, während diverse Tasten und Gesten für Attacken usw. eingesetzt werden. Grundsätzlich funktioniert die Steuerung sehr gut, aber mir fehlt damit das Element, dass Sonic auf der Wii besonders gemacht hat. So ist es einfach ein weiteres Sonic-Spiel, das sich im Wesentlichen nicht von anderen Titeln der Reihe unterscheidet, abgesehen eben vom Schwert. Wer jedoch die alte Steuerung nicht mochte, der wird sich über diese Änderung sicher freuen.

 

Grafisch haben die Entwickler nochmal eine Schippe drauf gelegt, so dass es jetzt noch besser aussieht als der ohnehin schon sehr hübsche Vorgänger. Vor allem Bäume und Wasser konnten mich auf den ersten Blick begeistert. Die Musik ist eine Art Mischung aus Altem und Neuem. So gibt es sowohl orchestrale Stücke als auch die mittlerweile für Sonic typischen Rocksongs. Dazu wurden nach Aussage von Sega der Umfang größer und die RPG-Elemente ausgebaut, so dass ich mich trotz des in meinen Augen gegangenen Rückschritts bei der Steuerung sehr auf das Spiel freue.

 

Danach gingen wir einen Schritt weiter zum nächsten Fernseher, auf dem zunächst The House of the Dead: Overkill gezeigt wurde. Der Onrail-Shooter überzeugte dabei auf den ersten Blick durch die tolle Präsentation, die abgedrehte Geschichte und die Tatsache, dass sich das Spiel selbst nicht besonders ernst nimmt. Es ist einfach alles total überdreht aber manchmal auch ein bisschen zu viel. Was man zum Spiel wissen muss, ist in wenigen Sätzen gesagt: Es handelt sich um einen ganz klassischen Shooter aus der Ego-Perspektive, in dem man sich auf fest vorgegebenen Bahnen bewegt und keine alternativen Routen gehen kann. Neu in der Serie ist die umfangreiche Geschichte und die Möglichkeit, jetzt auch zwei Waffen tragen und diese sogar in fünf Bereichen aufrüsten zu können.

 

Technisch macht das Spiel einen sehr gelungenen Eindruck, vor allem das die Machart überzeugt. Es ist wie aus einem alten Hollywood-Film geklaut, das Bild knistert, die Farben sind leicht verblasst und die Geschichte gliedert sich in Kapitel, die bestimmten Filmen nachempfunden sind. Mehr will ich dazu jetzt nicht sagen, denn unser Testbericht wird auf jeden Fall online gehen, bevor das Spiel erscheint und dort werden alle Fragen beantwortet. Soviel sei nur jetzt noch gesagt: Für Fans des Genres ist der Titel wegen des Humors, der tollen Machart, dem Umfang und der einfachen aber dadurch perfekten Steuerung nur ans Herz zu legen. Ob es in Deutschland erscheint, wird die USK in wenigen Tagen entscheiden, worüber wir euch natürlich informieren werden.

 

Im Anschluss daran wurde das Mutanten-Gemetzel aus der Konsole geholt und das „verbotene Spiel“ eingelegt, womit ich absolut nicht gerechnet hatte. So flimmerte also der Titelbildschirm von Mad World kurz auf und schon stürzte ich mich ins Geschehen. Dieser extrem stilisierte und noch brutalere Titel wird in Deutschland nicht erscheinen, ist aber für volljährige Importeure vielleicht einen Blick wert. Das Spiel lehnt sich ein wenig an den Film Running Man an, in dem es darum geht, dass ein Mann in einer Fernsehserie ums Überleben kämpft. Ähnlich ist es hier, nur dass man keinen Film schaut, sondern selbst überleben muss. Der „Held“ ist dazu mit einer Kettensäge ausgerüstet und schnetzelt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Umgebung, um zu überleben. Außerdem können allerhand Gegenstände zur Hilfe genommen, um Gegner von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

 

Dieses Kombo-System dient dazu, möglichst viele Punkte zu sammeln, denn je komplizierter, abwechslungsreicher und damit auch brutaler ein Gegner besiegt wird, desto mehr Punkte gibt es, die die Basis des Spiels sind. Denn nur wenn man genug sammelt, wird man in den nächsten Abschnitt gelassen. Dazwischen gibt es immer man wieder Quasi-Minispiele, in denen man weitere Punkte zum Beispiel mit Hilfe einer Flugzeugturbine oder einer Wäschemangel sammelt. Auf die Details dazu gehe ich jetzt aber man nicht ein. ;-) Außerdem hat jeder Level einen Zwischenboss und einen Endgegner, die jeweils spezielle Techniken verlangen. Damit keine Langeweile aufkommt, kann man auch Waffen, die zum Beispiel zwei Schwerter bekommen, die neue Angriffe ermöglichen. Ebenso hilft die abwechslungsreiche Umgebung beim Punkte sammeln.

 

Das Besondere, abseits der extrem Brutalität, ist die Machart, denn das Spiel ist bis auf das rote und reichlich vorhandene Blut komplett in schwarz-weiß. Dadurch sieht es nicht nur extrem schick aus, sondern die Unmassen von Blut wirken noch heftiger, was sicherlich auch nicht unbeabsichtigt ist. Gesteuert wird Mad World mit Wiimote und Nunchuk, wobei letzteres den Charakter steuert und springen lässt, während die Wii-Fernbedienung Kampfaktionen auslöst. Bis auf die noch etwas langsame Kamera funktionierte alles im Zusammenspiel sehr gut, so dass es wirklich Spaß macht, zum blutrünstigen virtuellen Massenmörder zu werden. Wenn jetzt noch tatsächlich zutrifft, dass man genug Abwechslung geboten bekommt, dass ist es ein Must-Have für Genre-Freunde.

 

Dass es in Deutschland nicht erscheinen wird, sollte niemanden verwundern, denn man muss ja nicht noch mehr Öl ins Feuer der (unsinnigen) Diskussion gießen. Schade ist es aber trotzdem, vor allem wegen des extrem gelungenen Soundtracks. ;-) Ich empfehle Volljährigen aber auf jeden Fall den Import!

 

Zu guter letzt wurde uns dann endlich The Conduit gezeigt, worauf ich schon seit Monaten gewartet habe. Zwar dauert es noch bis zum Sommer, bevor es erscheinen wird, aber diese paar Monate gehen jetzt auch schnell vorbei. Im schon hoch gelobten Wii exklusiven Egoshooter schlüpft ihr in die Rolle von Soldat Ford, der einer Verschwörung auf die Schliche kommt. Aliens haben die Erde angegriffen und nutzen menschliche Soldaten als ihre Marionetten. Zum Glück ist Ford immun gegen diesen Versuch und so kann er sich im Namen der Menschheit wehren und muss auf dem Weg sowohl gegen Menschen als auch gegen die Außerirdischen kämpfen. Dazu gibt es ein breites Arsenal an Waffen aus beiden Lagern die auf den ersten Blick sehr ausgewogen sind und alle gut funktionieren.

 

Die Steuerung ist die wohl beste, die es auf Wii gibt, denn nicht nur, dass wirklich alles vom Spieler so eingestellt werden kann, wie er es gerne will, sondern es funktioniert auch noch alles absolut einwandfrei. Jeder kann alle Tasten so belegen wie er es gerne hätte, die Box auf dem Bildschirm, die festlegt ab welchem Punkt sich Ford dreht und nicht nur umsieht, beliebig verändern und darüber hinaus zahllose weitere Einstellungen vornehmen. Hier leistet High Voltage großartige Arbeit.

 

Noch großartiger ist die Arbeit jedoch bei der Grafik, denn besser sah noch kein Spiel auf der Wii aus. Es gibt extrem scharfe Texturen, jede Menge Effekte, großartige Weitsicht und vieles mehr, was es sonst nur auf PS3 und Xbox 360 gibt. Vor allem einige Texturen, die einem nur auffallen, wenn man genau hinsieht, sind wahre Augenöffner, was die Liebe zum Detail offenbart. Dazu kommt eine schon jetzt gute Sprachausgabe, tolle Musik und im fertigen Produkt auch noch einige Videosequenzen, die die Geschichte erzählen sollen.

 

Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, der kann sich zusätzlich auf einen 16-Spieler-Modus sowohl per LAN als auch über die Wi-Fi Connection, Wii Speak, Wii MotionPlus und weitere, bisher noch nicht angekündigte Features freuen. The Conduit ist ohne Frage DAS SPIEL 2009, was jeder haben muss. Und da es schon sechs Monate vor dem Release qualitativ absolut überzeugen kann, freue ich mich wie ein Schnitzel auf das fertige Produkt.

 

Nach dieser Runde habe ich mit drei Mitarbeitern von Sega noch ein Interview geführt, um einige weitere Infos für euch zu sammeln. Dieses könnt ihr euch hier in einer Podcast-Sonderausgabe anhören, die ihr hier findet. Vor dem Release von The Conduit werde ich auf jeden Fall noch einmal zu Sega fahren und dann den Mehrspieler-Modus testen, freut euch also auf weitere Eindrücke in den nächsten Monaten!

 

Vielen Dank an Sega für die freundliche Einladung!


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes