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Reviews: Nintendo Wii U

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Tokyo Mirage Session #Fe

RPG

25.06.2016

Autor: Matthias Küpper

 

In den letzten Jahren sind immer wieder Crossover erschienen. Als Erstes fällt einem dabei Nintendo Hyrule Legends ein, welches Zelda mit Dynasty Warriors verband. Aber auch für 3DS erschien mit Project X Zone ein Crossover zwischen Bandai Namco und Capcom. Auf der Wii U ist damit Tokyo Mirage Session #Fe bereits das zweite Crossover von Nintendo. Dieses Mal dreht sich alles um Shin Megami Tensei und Fire Emblem. Die letztere Reihe erfreute sich bei Nintendo Spielern in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit, während viele bei Shin Megami Tensei an Persona denken. Hinter dem Namen hängen aber tatsächlich mehrere Reihen. Aber wie es der Zufall will, kann man den Titel tatsächlich eher als Persona x Fire Emblem bezeichnen.

 

 

Willkommen in der Welt der Idols

 

Als Nintendo auf der Direct Anfang des Jahres erste Details zur Story bekanntgab, stand dort erst einmal ein großes Fragezeichen. Von einem taktischen Kampfsystem und dem Fire Eblem Gefühl fehlte jede Spur. Grund dafür war das Setting. Denn in Tokyo Mirage Session #Fe dreht es sich erst einmal nur um Idols. Dabei handelt es sich um die japanische Variante von Promis, die dort noch größere Vorbilder für die Jugend darstellen, als es bei uns im Westen der Fall ist.

 

Immerhin schlüpft man im Spiel hauptsächlich in die Rolle von Itsuki Aoi (jap. Aoi Itsuki), der was diese Szene angeht eher ein ungeschriebenes Blatt ist. Seine beste Freundin Tsubasa Oribe ist hingegen immer auf den neusten Stand und schwärmt von Kiria, die die Charts in Japan mit ihrem neuen Hit erobert hat. Dennoch ist Itsuki verwundert, als er Tsubasa nach der Schule am Ende der Schlange zu einem Event namens One of Millennium trifft, weil sein anderer Freund Touma zu spät kommt. Bei diesem Event handelt es sich um eine Casting Show, die das Idol von Morgen finden möchte.

 

Als Tsubasa den Moment gekommen sieht, läuft sie eilig davon. Das hindert ihren besten Freund aber nich daran, sich doch mal anzuschauen, was genau sie da macht. Doch das Gespräch entpuppt sich als sonderbar. Tsubasa werden erstaunlich persönliche Dinge zu ihrer Schwester gefragt, die bei dem sogenannten „Massenverschwinden“ ebenfalls ein Opfer war. Lediglich Tsubasa überstand das Ereignis unbeschadet und hat sich danach dazu entschlossen, ein Idol zu werden, um nach ihrer Schwester zu fragen.

 

Doch nun wird sie vor den Augen von Itsuki von komischen Gestalten in Kutten und dem seltsamen Moderator der Show entführt. Dieser faselt etwas von Perfoma, während alle anderen Besucher ohnmächtig werden. Da Itsuki als einziger noch stehen kann, eilt er durch ein komisches Portal ihr hinterher und landet in der sogenannten Idolasphere. Dabei handelt es sich um eine Parallelwelt, in der die sogenannten Mirage leben.

 

Diese Welt ähnelt dabei überhaupt nicht dem Tokyo, in dem er vorher noch war. Doch obwohl alles bizarr und bedrückend ist, eilt er seiner besten Freundin hinterher, um sie zu retten. Als er sie endlich erreicht, greifen sie zwei Kuttenträger an. Doch durch einen glücklichen Umstand, kann er eine Lichtkugel nutzen, die aus seiner Brust kommt, um den Mirage zu verwandeln. Er selbst bekommt dadurch Chrom und Tsubasa Caeda als Partner. Dabei handelt es sich bei beiden um Fire Emblem Charakteren.

 

Nach und nach erfährt man nun als Spieler mehr über die sogenannten Mirage, die Performa von den Menschen brauchen, um zu überleben. Deshalb gehen die Guten unter ihnen ein Bündniss mit jungen Idols an, die besonders viel davon haben. Dabei gilt eine Regel: Je besser das Idol ist, desto mehr Performa besitzt es auch. Als nächstes bekommt man nun mehrere Aufträge. Die anfangs kleine Gruppe aus Mirage Master, soll die Welt vor den bösen Mirage retten. Dann gilt es noch das große Verschwinden aufzuklären und zusätzlich ein besseres Idol zu werden. Man hat ja sonst nichts besseres in seiner Freizeit zu tun.

 

 

Zeit für eine Session!

 

Die Welt rettet man dabei so, in dem man in die Idolasphere durch Portale geht, um dort einen besonders mächtigen Mirage zu töten, der gerade das Perfoma aus Tokyo saugt. Davor stehen einem aber zahlreiche Kämpfe bevor, in denen man sich behaupten muss. Zum Glück sind Chrom und Co. an unserer Seite, durch die sich die Charaktere in mächtige Kämpfer verwandeln.

 

So kämpft Itsuki zum Beispiel mit einem Falchion. Dabei wurde im Kampf das klassische Kampfsystem aus Shin Megami Tensei übernommen. In rundenbasierten Kämpfen tritt man gegen die Gegner an und hat die Möglichkeit normale anzugreifen, mächtige Fähigkeiten oder Items einzusetzen oder sich zu schützen. Später kann man dann auch noch ein Mitglied austauschen. Doch mit unbedachten Angriffen kommt man dann doch nicht weit.

 

Das Spiel verfügt nämlich über einen anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad, den man mit leicht, normal und hart aber auch einstellen kann. Das schwierige in den Kämpfen ist, dass jedes Monster und jeder Charakter über eine Schwäche verfügt. Greift man mit einer Fähigkeit an, die genau den Schwachpunkt des Monsters trifft, startet eine Session. Das heißt, dass auch andere Mitglieder eures Cast nach euch angreifen. So lassen sich mächtige Angriffsketten bilden, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können.

 

Später gibt es dann sogar noch Partnerangriffe, die mit etwas Glück per Knopfdruck am Ende der Session gestartet werden können. Hinter diesen kann es dann sogar noch einmal eine Kette geben. Es gibt aber auch sogenannte Specialperformances, die noch mächtigere Angriffe bilden, die noch einen Zusatzeffekt haben. Diese brauchen einen SP, den man durch einen Balken bekommt, der sich bei den Sessions langsam füllt. Der Knackpunkt ist, dass auch die Gegner eine Session starten können, wenn sie einer eurer Schwächen trifft. So kann es besonders bei Bosskämpfen oder blauen Gegner zu leichten Frust kommen, wenn der Kampf verloren geht. Dann heißt es nämlich Game Over.

 

 

Leveln und Craften

 

Wie für ein JRPG üblich, kriegt man am Ende des Kampfes Erfahrung. Dadurch steigen die Charaktere in Leveln auf. Zusätzlich gibt es noch ein Stage Level, durch das neues Performa anlangt wird. Mit diesem lassen sich dann wiederrum die sogenannten „Radiant Skills“ erlernen. Diese erhöhen zum Beispiel die HP, lassen den Charakter eine Attacke überstehen, die ihn sonst getötet hätte, oder sorgen dafür, dass auch die Leute außerhalb des Kampfes mehr Erfahrung erlangen. Aber auch die Waffen die man verwendet, leveln mit.

 

Dadurch erhält man je Aufstieg eine Fähigkeit. Ist diese neu, kann man sie erlernen solange der Platz frei ist. Hier wird dann zwischen Kampf, Session und passiven Fähigkeiten unterschieden. Hat eine Waffe ihr maximales Level erreicht, kann man bei Tiki eine neue Craften. Dazu benötig man bestimmte Items von Monstern. Doch man sollte vorsichtig bei Bossen sein, welche Waffe man benutzt. Sollte diese das falsche Element besitzen, kann der Schuss schnell nach hinten losgehen, obwohl sie über mehr Angriffskraft verfügt.

 

 

Reichlich Zeitvertreib

 

Das Spiel besteht wie die meisten JRPGs aus einem großen Anteil an Kämpfen, die beginnen sobald man einen Gegner berührt. Doch unter den zahlreichen Nebenquests gibt es auch einige, bei denen gar nicht gekämpft werden muss. Empfehlenswert sind hier besonders die Charaktermissionen, bei denen stärkere Angriffe freigeschaltet werden. Außerdem lernt ihr die einzelnen Teammitgleider und ihre Mirage besser kennen.

 

Dabei kommt es zur einen oder anderen lustige Szene, die einfach typisch Anime ist. Außerdem hilft es den Spieler die Idolszene ein wenig besser zu verstehen. Denn hinter jedem Auftritt steckt ganz schön viel Arbeit. Insgesamt sorgt das Setting für eine überraschend erfrischende Abwechslung. Es erinnert dabei stark an Persona, bei dem normale Schüler ebenfalls in eine parallele Welt stießen, in der Gefühle ins Extreme dargestellt werden. Ähnlich verhält es sich auch hier. So folgt man einem berühmten Fotografen in die Idolasphere und findet dort an den Wänden zahlreiche Bilder von Models wieder, auf denen Farbspritzer zu finden sind.

 

Was damit gemeint ist, wieder aber auch in der europäischen Fassung deutlich, obwohl diese Bilder etwas entschärft wurden. In einem Shop kann man dann auch noch Kostüme für den Kampf kaufen, die nach und nach freigeschaltet werden. Insgesamt kommt das Spiel über eine Spielzeit von über 50 Stunden. Doch Fans von Fire Emblem muss ich leider enttäuschen. Mit dem klassischen Fire Emblem hat das Spiel weniger zu tun, als man sich erhofft hatte. Zwar hat die Handlung und die Charaktere mit Fire Emblem zu tun, aber der Einfluss ansonsten ist eher gering.

 

 

Steuerung und Technik

 

Das Spiel verfügt über eine klassische Steuerung, kann aber nur mit dem GamePad gespielt werden. Man läuft durch die Straßen von Shibuya oder durch die Idolasphere mit dem linken Analogstick oder dem Steuerkreuz. Mit A kann man mit den Leuten dort reden oder die Map an vorgesehenen Stellen wechseln. Mit Y öffnet sich das Menü. Mit dem rechten Analogstick lässt sich die Kamera ein bisschen drehen. Mit X schwingt Iksuki das Schwert, was bei einem Treffer zu einem Vorteil im Kampf führen kann.

 

Im Kampf wählt man die Attacken ebenfalls mit dem Analogstick oder Steuerkreuz aus und bestätigt diese mit A. Mit B kommt man hier zurück. L und R werden zusätzlich dazu benutzt, um die Partnerfähigkeiten zu starten. Das GamePad benötigt man, weil man von den Charakteren Nachrichten bekommt. Es dient also als Smartphone, auf dem zusätzlich auch noch andere nützliche Daten zu finden sind. So kann man sich die Karte anzeigen lassen oder im Kampf die Stärken und Schwächen eines Gegners oder Charakters sehen.

 

Grafisch ist das Spiel solide. Es kommt mit einem schönen Animestil herüber, der besonders in den Filmsequenzen der Auftritte die knallig bunte Popkultur gut herüber bringt. Doch leider wurden auch einige Abstriche gemacht. So sind die meisten Leute nicht gezeichnet wurden, sondern nur angedeutete farbige Figuren. An Monstern gibt es zwar auch jede Menge, aber in der Regel wiederholt sich die Form dann doch recht schnell. Sie sehen nur ein bisschen anders aus. Aber man weiß ja schon aus Pokémon wie schwer es ist, so viele verschiedene Monster hinzubekommen. Schade ist aber bei den Monstern, dass hier nur sehr wenige Fire Emblem Charaktere vorkommen. Zombies oder Ghule, auf die man in Shin Megami Tensei auch öfters trifft, gibt es hier zum Beispiel keine. Dafür aber eine Hülle und Fülle aus Dämonen.

 

Unterlegt wird das Spiel mit passender Musik. Hier gibt es selbst in der Idolaspehre genügend Abwechslung, da fast jede Karte ein eigenes Theme hat. In den Kämpfen sorgen am Ende gerade die Spezialangriffe für genügend Abwechslung. Denn oft wird dabei die passende Musik verwendet. Dadurch werden die Lieder der einzelnen Auftritt auf Dauer sogar zum Ohrwurm. Beispielsweise kriege ich das Lied Give Me von Kiria und Tsubasa kaum noch aus dem Kopf. Dazu gibt es noch eine japanische Sprachausgabe mit englischem Text. Dabei wurden die meisten wichtigen Texte vertont. Etwas schade ist, dass es keinen deutschen Text gibt.

 

 

Kritik

 

An sich macht Tokyo Mirage Session #Fe vieles richtig. Ein bisschen mehr Fire Emblem hätte es für Fans sicherlich sein können, aber das ist in meinen Augen auch einfach falsch kommuniziert wurden. Unter einem Shin Megami Tensei X Fire Emblem stelle ich mir etwas ganz anderes vor, als diesen Titel. Denn tatsächlich macht das Spiel das meiste gut: Denn das Setting ist zwar gewagt, aber passt aber überraschend gut zur Geschichte des Spiels. Es wurde gut in die Elemente eines RPGs verwendet. Nur kommt es dabei auf Dauer etwas zu kurz.

 

Die meiste Zeit ist man am Ende doch nur am Kämpfen. Noch mehr Charakterquests wären wünschenswert gewesen, bei denen es dann zu noch mehr schicken Auftritten gekommen wären. Denn diese Szenen sind echt gut anzuschauen. Ansonsten hätte man dann ein etwas größeres Spektrum an Monstern bringen können. Hier hätte man ruhig die Inspiration aus beiden Serien haben können. Dazu wäre eine größere Rolle der Mirage wünschenswert. Denn obwohl diese über einen Charakter verfügen, spielen sie eher kleine Rollen, da sie ihr Gedächtnis verloren haben.

 

Es wäre einfach schön gewesen, wenn Chrom ein wenig zur Story aus Awakening plaudert. Dann wäre da noch der Punkt mit dem englischen Bildschirmtext. Zwar ist das Spiel auch mit dem Realschulenglisch verständlich, aber man wünscht sich dann doch von Nintendo, dass hier Atlus wenigstens unter die Arme greifen. Man ist es ja ansonsten leider schon gewöhnt, dass Rollenspiele vom japanischen Entwickler nur auf Englisch bei uns erscheinen.

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Am Ende kann ich nur sagen, dass das Spiel jeden Rollenspielfan ansprechen wird, der bereit ist, sich auf das Setting einzulassen. Dann überrascht es einem aber mit mehr Rollenspielelementen, als man erwartet hätte. Wer hier aber ein Fire Emblem für Wii U erwartet, muss leider weiter warten. Denn das ist es nicht. Am Ende ist es dann doch mehr Persona, etwas Neues und ein kleiner Teil Fire Emblem. Denn mehr als die Charaktere und ein bisschen Geschichte erwartet hier einem nicht. Wer aber darüber hinwegsehen kann, wird viel Spaß mit dem Spiel haben. Dazu bietet das Spiel dank dem einstellbaren Schwierigkeitsgrad für jeden die angemessene Herausforderung.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

super

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

25.06.2016

Developer

Atlus

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

12+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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