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Reviews: Nintendo Wii U

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Yoshi's Woolly World

Jump 'n Run

24.07.2015

Zum Video-Test

Autor: Mario Kablau

 

 

Wolle in Not!

 

Ein ganz normaler Tag im Woll-Atoll. Die Yoshis vergnügen sich und allen geht es gut. Aber ist das ein vernünftiger Anfang für ein Videospiel? Natürlich nicht – und sogleich taucht dann auch Kamek auf, der aus irgendeinem Grund viel Wolle braucht und die Yoshis einfach mal alle aufknüpft und sich mit der Wolle aus dem Staub macht. Allerdings erwischt er nicht alle Yoshis, zwei bleiben heile und machen sich gleich auf die Suche nach ihren Freunden.

 

Da wir in einem Videospiel sind, macht sich Kamek nicht gleich daran, seinen Masterplan umzusetzen, sondern versteckt sich erstmal gemütlich in Welt 1, so dass die Yoshis eine Chance haben, ihn aufzuhalten. Und genau das tun wir dann auch.

 

 

Ist das neu? Nein, mit Nintendo gewaschen!

 

Abseits vom Look, der das Woll-Thema wirklich zu einem super Muster zusammen häkelt, bietet das Spiel aber leider wenig wirklich Neues. Im Prinzip ist es der x-te Klon von Super Mario World 2, nur eben ohne Baby Mario. Man läuft mit seinem Yoshi durch die zweidimensionalen Levels, sammelt dabei Extras ein, besiegt Gegner und kommt am Ende zum Ziel. Dabei besteht jede der *zensiert* Welten aus acht Levels, einem Bonuslevel und bietet einen kleinen Boss im vierten und einen großen Boss im achten Level. Ach so, und Welt 2 spielt in der Wüste.

 

Aber nicht nur das ist typisch Nintendo. Typisch Yoshi ist auch, dass man Gegner fressen und als Ei wieder ausscheiden kann, pardon. Natürlich fädelt man die Gegner auf und dann werden sie von Yoshi kurzerhand zu einem Wollknäuel verdaut. Bis zu sechs davon kann man dabei haben und damit dann um sich schießen. Dies ist ein weiteres Feature, das Yoshi schon viele Jahre zu bieten hat.

 

Es geht jedoch nicht nur darum, das Ziel zu erreichen, sondern man kann unterwegs auch einiges einsammeln. In jedem Level sind neben den typischen fünf Sonnenblumen auch jeweils 20 Sticker und fünf besondere Wollknäuel versteckt. All diese Dinge muss man nicht sammeln, aber damit schaltet man laufend neue Inhalte frei. Sammelt man in einer Welt alle 40 Sonnenblumen, dann kann man den neunten Level dieser Welt spielen. Für alle fünf Wollknäuel in einem Level bekommt man einen neuen Yoshi (es gibt über 50 verschiedene ohne die amiibo-Yoshis) und über die Sticker schaltet man Stempel für Miiverse frei. Und nur, wenn man einen Level mit allen Extras und außerdem mit voller Energie beendet, hat man es wirklich geschafft. Das muss man aber natürlich nicht tun, wenn einem das zu schwer ist. So kann der Spieler selbst entscheiden, wie schwer er es haben will.

 

Apropos schwer. Man kann sich das Spiel auch auf andere Art leichter machen. So gibt es zum Beispiel Extras, die man gegen gesammelte Edelsteine vor jedem Level aktivieren kann. Mit dabei zum Beispiel Feuerresistenz für Yoshi oder, dass Geheimnisse sich von selbst offenbaren. Wer damit noch immer nicht klar kommt, für den ist der so genannte „entspannte Modus“ das Mittel der Wahl. Und selbst wenn man dort scheitert, setzt Nintendo noch einen drauf. Zynisch könnte man fast sagen, dass Yoshi’s Woolly World sich auch als Let’s Play von selbst spielt und man nur noch zuschauen muss. ;-)

 

Bisher klingt das alles ja nach wenig Neuem und das ist es in der Tat auch. Die Kombination der einzelnen Elemente lässt es aber zu einem tollen Gesamterlebnis werden. Außerdem sind einige der Levels unglaublich kreativ, so dass es sich neu anfühlt, obwohl es im Kern eher das Gegenteil ist. Vor allem aber ist es trotz des eher einfachen Gameplays sehr abwechslungsreicht, nicht zuletzt, weil auch bei den Verwandlungen einige echt tolle Sachen dabei sind, die das Gameplay unglaublich auflockern.

 

Was das Spiel aber zu etwas ganz Besonderem macht, ist der 2-Spieler-Modus, der aber leider nur offline geht. Anders als bei New Super Mario Bros. artet das nicht ins undefinierbares Chaos aus, sondern es macht hier wirklich Sinn. Man kann das gesamte Spiel zu zweit spielen und sich dabei gegenseitig helfen. Vor allem die Tatsache, dass man seinen Mitspieler jederzeit verdauen und dann abschießen kann, macht es deutlich leichter. Man hat halt immer Munition dabei. Auf der anderen Seite steht man sich aber oft auch im Weg rum, was vor allem in späteren Leveln ein Problem werden kann.

 

Ich habe einen Großteil des Spiel mit jemandem gespielt, der wesentlich weniger Erfahrung mit Videospielen hat, dennoch habe ich jede Minute genossen. Am genialsten fand ich dabei, dass man, wenn der Mitspieler mal wieder zu langsam ist, ihn einfach fressen kann und dann mit eigenem Tempo spielt. Wenn der sich dann jedoch dafür rächen will, wird es echt lustig. Da man nur zu zweit ist, ist es aber viel überschau- und beherrschbarer als das totale Chaos bei NSMB.

 

Mein persönliches Highlight sind die Bosskämpfe. Diese sind cool gemacht, abwechslungsreich und spielen extrem mit dem Misch aus 2D und 3D wie es schon am Ende von Super Mario World 2 der Fall war. Okay, besonders schwer sind die Bosse nicht, aber sie zu besiegen, ohne Schaden zu nehmen ist es in Teilen schon. Vor allem aber hat es mir Spaß gemacht gegen sie zu kämpfen.

 

Mein einziger echter Kritikpunkt am Spiel sind die Ladezeiten. Die haben zwar nichts mit dem Gameplay zu tun, stören die Immersion allerdings extrem. Vor allem nach dem Ende eines Levels dauert das Laden der zentralen Welt eine halbe Ewigkeit, komischerweise ist das jedoch abhängig von vielen Dingen, die ich nicht durchschaut habe. Üblicherweise dauert es etwa 45 Sekunden (!!), bis man nach einem Level wieder im Zentrum ist. Dort geht man dann normalerweise nur schnell in den nächsten Level und ist nach 10-15 Sekunden wieder weg. Von daher nervt das extrem. Und wenn dann noch die undurchschaubaren Faktoren dafür sorgen, dass es mal 90 Sekunden dauert, dann ist es nicht mehr lustig. Im Video-Test habe ich ein Beispiel ans Ende gestellt, damit ihr seht, dass ich hier nicht übertreibe. Keine Ahnung, warum es so lange dauert, eine Oberwelt zu laden.

 

Die bietet zwar als einzige Umgebung die Möglichkeit, sich in 3D zu bewegen, da das gesamte Spiel aber komplett in 3D gestaltet wurde und nur aufgrund der fixen Kameraposition in 2D stattfindet, ist das kaum eine Erklärung. Hab ich auch schon erwähnt, dass die Ladezeiten vor einem Level mit 10 Sekunden deutlich kürzer sind? Keine Ahnung, was da schief gelaufen ist, aber das kostet auf jeden Fall ein paar Wertungspunkte.

 

 

Technik, Steuerung und Umfang!

 

Grafisch ist das Spiel eine Bombe. Der Woll-Look ist einfach nur toll und sieht phasenweise sogar so aus, als wären echte Gegenstände aus Wolle im Spiel. Das gelingt vor allem bei den Hintergründen und Texturen. Die sind echt gelungen. Bei den Yoshis und den Gegnern ist es nicht ganz so realistisch, aber insgesamt hat Nintendo hier ganze Arbeit geleistet.

 

Vor allem die Liebe zum Detail begeistert mich. Jede Welt hat (oh Wunder) ein eigenes Thema, dass aber durch die Optik anders aussieht als in den bisherigen Nintendo-Spielen. Zum Beispiel ist Wasser aus mehreren Wollfäden optisch eine völlig neue Erfahrung. Ebenso sieht Feuer aus Wolle echt interessant aus. Ein Tipp von mir: Spielt auch mal eine Weile nur auf dem GamePad, auf dem kleinen Bildschirm mit der höheren Pixeldichte sieht es in meinen Augen sogar noch etwas echter aus als auf einem großen Fernseher.

 

Akustisch ist es, um es mit einem Wort zu umschreiben, ein Yoshi-Spiel. Bekannte Melodien und typische Yoshi-Klänge untermalen das Geschehen perfekt. Dass dann auch noch ein paar wirklich rockige Stücke dazu kommen, macht es für mich perfekt. Einzig eine Sprachausgabe für die wenigen Dialoge wäre toll gewesen, aber was erwarte ich eigentlich. ;-)

 

Die Steuerung lässt keine Wünsche offen, alle Optionen der Wii U werden unterstützt. Neben dem GamePad, worauf man das Spiel auch komplett ohne Fernseher spielen kann, hat man die Wahl zwischen Wii-Fernbedienung, der Kombi aus Fernbedienung und Classic Controller Pro sowie dem Wii U Pro Controller. Alle Möglichkeiten habe ich ausprobiert und alle spielen sich gut. Leute mit großen Händen fahren mit dem GamePad am besten, wer es eher leicht mag, nimmt die Wii-FB. So ist für jeden das Richtige dabei. Leider kann man aber die Tastenbelegung nicht ändern, was mich am Anfang etwas gestört hat, da ich die Knöpfe lieber anders belegt hätte. Aber man gewöhnt sich ja an fast alles.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.


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Fazit

Yoshi’s Woolly World zeigt mal wieder, was Nintendo nicht nur am besten kann sondern auch am liebsten macht: Jump & Run. Davon gibt es auf der Wii U zwar schon mehr als genug, aber Leute, die sich die Konsole genau deshalb gekauft haben oder einfach nicht genug bekommen können, haben nun wieder einen Grund, die Wii U mal wieder einzuschalten. Yoshi’s Woolly World macht Spaß, ist sehr abwechslungsreich, spielt sich toll, sieht gut aus und bietet einen sehr variablen Schwierigkeitsgrad. Nur die extrem langen Ladezeiten sorgen für Unverständnis und nerven, sonst hat es aber fast keine Schwachstellen – außer der Tatsache, dass es quasi alles außer dem Look genau so schon gibt.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

75%

Singleplayer

80%

Multiplayer

Release

26.06.2015

Developer

Good-Feel / Nintendo

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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